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Linke Rufmordlegende: Geleugneter Hardcore-Antisemitismus

„Sie bestimmen auf diesem Erdball, sie legen aus, was Recht ist und was Unrecht…“ (Ken Jebsen)

Zahlreiche Interpreten der Friedensbewegung und einer diffusen Gegenöffentlichkeit, hierunter Journalisten, Verleger und auch Vertreter diverser Parteien, stricken bedächtig an der Legende, gegen sie und ihre Ideen vorgebrachte Kritik hätte den Zweck der Spaltung, sei ein neoliberales Manöver oder eine Strategie von Kriegsbefürwortern. Einer der zentralen Kritikpunkte, der des Antisemitismus, wird in Täter-Opfer-Umkehrung immer wieder als Totschlagargument, Rufmord oder Antisemitismuskeule bezeichnet, womit offenbar gerade die Galionsfiguren der Friedensbewegung, des Friedenswinters, oder der ’neuen‘ Stop-Ramstein-Kampagne, geschützt werden sollen. Hinweise auf Hardcore-Antisemitismus werden nach wie vor abgetan, Antisemitismus zur (Israel-)Kritik verklärt.

Und dann gab es auch immer wieder Kontakt mit verschiedenen anderen Menschen, wir kamen unter anderem auch mal auf das Thema Israel, über das ich nicht so oft spreche, weil es langweilt mich eigentlich, weil da tut sich nichts, ich kann an dieser Stelle ganz klar sagen ich habe kein Problem mit den Juden in Israel, mit den Israelis überhaupt nichts, ich habe ein Riesenproblem mit der israelischen Besatzungspolitik die ist nicht in Ordung das ist barbarisch und das muss man als Deutscher aussprechen, sonst hat man nichts aus dem zweiten Weltkrieg gelernt.” 

„Die israelische Regierung ist wahnsinnig und raffgierig(…)das rassistische Israel unserer Tage, ein Apartheidsstaat, der jegliches Mitgefühl gegenüber Nichtjuden jedenTag mehr und mehr zu verlieren scheint, pervertiert auch das Judentum.“( Jebsen)

Ken Jebsen, eine zentrale Figur der rostbraunen Querfront, die also nach eigener Aussage weder etwas gegen Israelis oder Juden hat, produzierte das im folgenden zum Teil transkribierte, vor drei Jahren erschienene Video „KenFM über: Die deutsch israelische Freundschaft„. An dieser Stelle wird keine Verlinkung gesetzt, da jeder Zugriff seitens Jebsen als Erfolg ausschlachtet wird. Auch hier streute Jebsen klassische, sekundäre und separatistische Antisemitismen, Aniisraelismus, Revisionismus, Antiamerikanismus und generelle NS-Vergleiche ein, dass es nur so kracht. Durch die hier dargestellten, kurzen Transkiptelemente soll nochmals verdeutlicht werden, dass Jebsen, entgegen ständiger Beteuerungen, antisemitische Aussagen zuhauf tätigt; und – mit wem und was sich gemein macht, wer mit Jebsen kooperiert – und hierbei noch mit dem (ohnehin problematischen) Begriff Israelkritik operiert. Dass Linken-Politiker wie Wolfgang Gehrcke,Dieter Dehm, oder der SPD-Altpolitiker und Nachdenkseiten-Macher Albrecht Müller, Jebsen Antisemitismus nicht erkennen, nicht erkennen wollen -und leugnen-, liegt wohl in deren Auffassung begründet, dass Antisemitismus als Waffe gegen unliebsame Personen, als stigmatisierendes Element, eingesetzt werde.

Theorien zu Kommunikationslatenz, Umwegkommunikation, Selbstviktimisierung und Täter-Opfer-Umkehr taugen zur Erklärung des obsessiven Verhaltens gegenüber Israel. Umwegkommunikation findet nicht nur über die Ausweichkanäle Antizionismus, Antiisraelismus und Antiamerikanismus statt, sie strukturiert gewissermaßen die wahnhafte Hetze gegen als Verschwörer geschilderte und schwammig so bezeichnete Eliten, die selbst kryptoantisemitisch ist. In der Selbstwahrnehmung dieser sich als links Empfindenden ist es störend, sich -oder Teilen seines Projekts selbst-, antisemitische Tendenzen einzugestehen. Es kann nicht sein was nicht sein darf, Verleugnung, Verdrehung und die Unterstellung der Diffamierung  ist gängige Reaktion. Es wird, wie in Gehrckes Buch, vom unschuldigen Antisemiten, in Opferrhetorik, gesprochen. In einem Interview mit Jens Wernicke von den Nachdenkseiten trifft Gehrcke folgende kryproantisemitische Aussage, anzumerken ist, dass Wolgang Gehrcke sogar öffentlich äußert, dass sekundärer Antisemitismus nur als Konstruktion existiere:

„Vor und während der Nazizeit galten Linke, Demokraten, Sozialisten und Kommunisten allemal, es galten Intellektuelle, bildende Künstler, Schriftsteller, Musiker, Theaterleute nämlich selbst als „verjudet“ – und das nicht nur in der Rechtsaußenpropaganda, sondern auch und vor allem im Alltagsbewusstsein. Dass dieses Stigma in den letzten Jahrzehnten nun genau in sein Gegenteil verkehrt worden ist, dass namentlich Linke jetzt nicht mehr als verjudet, sondern als antisemitisch gelten, muss einem ernsthaft zu denken geben. Geschieht das zufällig oder spontan oder sind dahinter nicht vielmehr auch planende Köpfe und Netzwerke erkennbar, die hierdurch konkreten Interessen Vorschub leisten?“ (Wolfgang Gehrcke)

Soviel zum Kryptoantisemitismus, soviel zum Fachwissen über Antisemitismus seitens Gehrcke. „Planende(n) Köpfe(n) und Netzwerke(n)“ sollen also die -natürlich gänzlich unbegründeten- Vorwürfe zugrundeliegen und so „konkreten Interessen Vorschub leisten„. Wessen Interessen das sein könnten, hierüber schweigt sich Gehrcke stolpernd aus. Gehrcke ließ sich von Ken Jebsen hofieren, der für ihn wahrscheinlich auch einer dieser namentlichen Linken ist. Ist ja auch super Wahlwerbung. Er gab ihm ein langes Interview und nutzte die KenFM-Bühne auch zur Werbung für die Wichtelveranstaltung Friedenswinter. Ken Jebsen, der in Gehrckes Augen wohl auch nur ein Opfer einer Rufmordkampagne darstellt, löschte im vergangenem Jahr sein Video „Zionistischer Rassismus“ und behauptete abwechselnd, er hätte die getätigten Aussagen nie getätigt, oder nie so gemeint, vor allem wäre er absichtlich falsch verstanden worden. Um ihm, um einer Friedensbewegung im Allgemeinen, zu schaden. Die Beispiele für Jebsens Antisemitismus sind aber so zahlreich, dass er nahezu jedes seiner Videos löschen müsste.

„Sie bestimmen auf diesem Erdball, sie legen aus, was Recht ist, und was Unrecht. Recht kann vieles sein, Unrecht aber auf jeden fall alle Ideen anderer Völkerund Interessen, die amerikanischen Interessen zuwiderlaufen, wobei zuwiderlaufen da anfängt, wo Nichtamerikaner eine bessere Idee haben. Dann werden sie zur Konkurrenz und werden bekämpft. Wer Stress mit den USA bekommen möchte, muss ein Raumschiff gar nicht auf Kollisionskurs schicken, es reicht wenn er übersetzt gesprochen eine eigene Rakete in den Orbit schickt. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, flattert als unsichtbare Botschaft überall dort mit, wo die amerikanische Flagge gehisst wird. Die Selbstverständlichkeit, mit der diese Ellbogenpolitik, eine Politik der Militärs, mit Stärke durchgesetzt wird, fusst auf der Einleitung von Anatomie des Friedens. Nichts kann das wahre Bild der Zustände und Ereignisse in der Welt mehr verzerren, als im eigenen Land das Zentrum der Welt zu erblicken und  in Beziehung zu diesem festen, unverrückbaren Punkt zu sehen. Wohin diese Haltung führt, hat Nazdeutschland auf erschreckende Weise vorgeführt. Am Ende stand kein Stein mehr auf dem anderen. Der Stunde Null waren aber Jahre von menschlichen Nullen vorausgegangen. Das Land der Dichter und Denker hatte es in nur dreizehn Jahren Naziherrschaft fertig bekommen, vollständig gehirngewaschen die eigene Katastrophe vorzubereiten und dabei ohne mit der Wimper zu zucken Millionen von Menschen auf Befehl von oben industriell, quasi nach Maßgabe der Planwirtschaft, zu ermorden. Das alles konnte nur geschehen weil die Software des absoluten Gehorsams vierundzwanzg Stunden am Tag in den Köfen des deutschen Volkes ratterte. Dieser absolute Gehorsam erstickte jede Art von Widerspruch, jede Form von  Zweifel. Führer befiehl, wir folgen. War mehr als ein Befehl, es war die Null und Eins im Zentralrechner des deutschen Kollektivbewusstseins in der Adolf Hitler das Unterbewusstsein verkörperte. Den Chefprogrammierer. Er war Du, und Du warst er und Deutschland, Deutschland über alles war der gemeinsame Volkskörper, eine perverse Kombination die nur im Tod beider enden konnte. Adolf Hitler fiel offiziell im Kampf und die Hinterbliebenen erwachten im Anschluss aus einem Alptraum, den sie selbst gezimmert hatten.“ [1:50 – 3:55]

Ist schon der Vergleich zwischen NS-Deutschland und den USA geschmacklos und daneben -ein gutes Beispiel für Jebsens Antiamerikanismus und ein ebensolches für seine verzerrte Wahrnehmung- zieht Jebsen mit einem direkten Vergleich zwischen Israel und NS-Deutschland ein weiteres Register seiner beschränkten, antisemitischen Klaviatur. Bemerkenswert und bezeichnend ist auch, wie wirr Jebsen von den USA zu Israel springt.

Eine ähnliche, wahnhafte Kombination zwischen Staat und Regierung erleben wir heute in Israel. Das Land ist nicht auf dem Weg in ein faschistoides System, nein, es hat diese Grenze seit langem überschritten. Die Bürger merken nichts mehr und ihre Regierung hat leichtes Spiel die Einwohner von immer perverseren Ideen zu überzeugen. Israel 2012 und  Deutschland ’39 haben mehr gemeinsam, als es der Welt recht sein kann und vor allem die Deutschen wahrhaben wollen. Wie wir aus Erfahrung wisse, ist die Grundfläche eines Landes nicht unbedingt entscheidend ob dieses Land dem sehr viel größeren Rest gefährlich werden kann. Israel ist ein Zwergstaat, aber bis an die Zähne bewaffnet. Auch Deutschland war auf Eurasien betrachtet selbst als es noch größer wahr eher ein Land mit überschaubarer Grundfläche, aber eben auch bis an die Zähne bewaffnet. Genau wie heute Israel, war dieses Deutschland damals von Nachbarn umgeben, die ziemlich mit sich selber beschäftigt waren und dabei übersahen, dass sich das Reich auf einen neuen großen Krieg vorbereitete. Auf allen Gebieten. Hochmut und vermeintliche Überlegenheit waren damals wie heute die ideologische Basis, wenn Staaten an Größenwahn erkrankten. Im mittleren Osten ist das heutige Israel unbestritten die Militärmacht. Es stellt selber modernste Waffensysteme her und verfügt über hunderte Atomsprengköpfe, die eine Zerstörungskraft besitzen, die das tausendfache der Hiroshima-Bombe aufweisen.“

Die von Jebsen aufgemachten Vergleiche zwischen Israel und NS-Deutschland sind nicht nur absolut hanebüchen – sie sind ein gutes Beispiel für dessen Wahnweltbild und angewandten sekundären Antisemitismus. Das Land der Überlebenden und Nachkommen des Holocaust mit dessen Organisatoren und freiwilligen Helfern zu vergleichen, ist mehr als geschmacklos. Dass er im Modus des Schuldabwehrantisemitismus nicht nur dem Staatswesen, sondern auch der Bevölkerung, ein funktionieren wie im Dritten Reich unterstellt, ist nur eine vieler geschmackloser Spitzen.

„Dazu ist Israel im Besitz von Trägersystemen, sprich Ballistischen Raketen, die mit einer Reichweite von über 5000 Kilometern Großstädte auch in ganz Europa locker erreichen können. Wozu braucht ein Land, das an seine offiziellen Feinde angrenzt, bzw. mit dem Iran höchstens eine Entfernung von 1800 Kilometern bis 2000 Kilometern zu überbrücken hat, Raketen, die solche Distanzen überwinden? Dazu gab Moshe Daian, die israelische Militärlegende, schon vor Jahren die entsprechende Antwort. Die meisten europäischen großstädte, sind Ziele unserer Luftwaffe. Merke: Israel betreibt in Dimona ein von der Welt völlig unkontrolliertes Atomprogramm. Es bewegt sich außerhalb jeglicher Kontrolle. In Verbindung mit einer derat faschistischen Regierung ist es nur ein kleiner Schritt bis zum nuklearen Holocaust. Drücken wir uns den Daumen, dass im gelobten Land niemand den Daumen drückt.“ [3:55 – 6:15]

Die Unterstellung, dass Israels Regierung faschistisch sei, bringt Jebsen mehrmals vor.  Als Steigerung spricht Jebsen in diesem direkten NS-Vergleich zusätzlich von ‚nuklearem Holocaust‚. An anderer Stelle unterstellte Jebsen Israel die Absicht einer Endlösung der Palästinenserfrage. Deutlicher kann der einem NS-Vergleich meist innewohnende sekundäre Antisemitismus und Antiisraelismus sich schwerlich äußern – und Jebsen ist mehrfacher Wiederholungstäter. Aber ein Antisemit – dies möchte Jebsen nicht sein. Auffällig ist die skurril anmutende Bewunderung für eine „israelische Militärlegende“, die Jebsen in den verachtenden Gesamtrahmen einbettet.

„Als der israelische Staatsbürger  Mordechai Vanunu der Jahre in den Atomlabors in Dimona gearbeitet hatte, sein Schweigen brach, heimlich Fotos in der Anlage machte und sich mit diesen an die britische Presse wandte, wurde er 1986 vom Mossad in Rom entführt und landete für 18 Jahre in israelischer Einzelhaft. Einem fensterlosen Raum von der Größe einer Garage. Diese Art der Inhaftierung setzt auf Vernichtung des Individuums.“

Dass Israel eigene Bürger so behandele, dass man sich über den Umgang Israels mitNichtjuden“ nicht wundern müsse, wie Jebsen sagt, zeigt sein Unvermögen, zwischen Bürgern Israels, Israelis, Juden und israelischen Juden trennen zu können.

„Wer so mit seinen eigenen Bürgern umspringt, über dessen Umgang mit Nichtjuden muss man sich nicht wundern. Dass Israel wenn es um den Einsatz von Chemiewaffen geht, nicht zimperlich ist, ist bekannt. In Gaza zum Beispiel kam es zum Einsatz von Nervengas, das bei den Opfern zu unükontrolliertem Zittern des gesamten Körpers führte. Diese Dauer epileptischer Anfälle konnten durch die Ärzte vor Ort nicht behandelt werden, denn die israelische Regierung, die im Kern aus Menschen besteht,  die durch die Bank eine Militärlaufbahn hinter sich haben, verweigerten jedwede Information zu dem eingesetzten Kampfstoff. Ein Überleben der Opfer war nicht gewünscht. Der einzelne Mensch ist in Israel nicht so wichtig. Er ist höchstens ein Symbol. Der Staat, die Übernation ist alles. Der einzelne nur ein Rad in seinem Getriebe, der nur in seiner Funktion innerhalb der Maschine überhaupt einen Wert besitzt. Menschen in Israel, die nich tmit den absoluten Zielen der absoluten Regierung übereinstimmen, geraten sehr schnell ins absolute Fadenkreuz.“ [6:15 – 7:20]

„Die israelische Regierung ist wahnsinnig und raffgierig… [Minute 41:]

„Das rassistische Israel unserer Tage, ein Apartheidsstaat, der jegliches Mitgefühl gegenüber Nichtjuden jedenTag mehr und mehr zu verlieren scheint, pervertiert auch das Judentum.“ [51:50]

Israel soll nach Jebsen also ein wie NS-Deutschland funktionerender Staat sein, „faschistisch durch und durch, wahnsinnig und raffgierig. Der Zwangskollektivismus und Totalitarismus, den Jebsen der israelischen Bevölkerung und dem israelischen Staat zuschreibt, ist dämonisierend und in dieser Form wie eine moderne Variante des klassischen Antisemitismus, in dem es zur völligen Entmenschlichung kommt. Jebsen entmenschlicht auch Israel, den „Juden unter den Staaten“ (Zvi Rex) – der wie es den Juden nachgesagt wurde, „raffgierig“ sei. Dies gipfelt darin, dass in Israel der „einzige Mensch nicht so wichtig“ sei, der Staat sei alles, schmückt Jebsen seine Israelhetze aus. Die Bezeichnung Übernation ist ein neuer Peak, er schildert die Israelis in ihrer Selbstwahrnehmung als Gegenstück zum arischen Übermenschen. Israelische Politiker seien so böse, dass sie Giftgas gegen Palästinenser eingesetzt haben sollen. Dies ist mehr als dämonisierend – es ist ein antiisraelisches und antisemitisches Lügenmärchen. Menschen, die keine Juden („Nichtjuden“) seien, müssten Angst vor Israel und dessen Raketen haben, so  Jebsen im Wortlaut. Aus solchen Gründen kann Jebsen nicht wegen des Vorwurfs der Holocaustrelativierung klagen.

Die Kritiken an diesen und anderen Äußerungen also gelten für das Friedens-Querfrontnetzwerk als McCarthyismus, als Rufmord, als Totschlagargument. So tun die angeblichen Friedensfreunde, die ansonsten auch mal ganz friedlich sich eine „neue Volksfront“ herbeisehnen, jede Kritik als „denunziatorische Kommunikation“ – und als von Eliten oder Agenten konstruiert, ab. Oder es wird von ‚Antideutschen‘ gesprochen – welche natürlich gelenkt, geleitet -oder bezahlt- würden. So zum Beispiel auch  Reiner Braun  im Interview mit Albrecht Müller (vertont von Jörg Wellbrock). Ist es, neben der eigenen Einstellung -dem Ressentiment und der Ideologie-, die Angst vor totaler Bedeutungslosigkeit? Oder ist es ein Zugewinn an pathischer Gesundheit-, was Journalisten und Politiker dazu treibt, eine Peinlichkeit nach der anderen daherzureden und Hardcore-Antisemiten zu verharmlosen, die Hand zu reichen und mit diesen zu werben? Was auch immer – der Warnungen, der Kritik und der Handreichungen gab es viele. Sie scheinen unbelehrbar und gefangen in ihrer Gedankenwelt!


Die Angst vor Bedeutungslosigkeit wird es im Falle Bernd Riexingers, der den Ramstein-Appell unterschriebund auf den sich Shahyar, Braun und Jebsen nun voller Stolz beziehen können, wenn sie mit Spitzenpolitikern, sogar Vorsitzenden, der LINKEN. für ihre Querfront werben können wohl nicht sein.

Dass Äußerungen von Jebsen übrigens als antisemitisch zu bewerten seien, befindet sogar die Richterin des Ditfurth/Elsässer-Prozesses.

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Jens Wernicke bei Free21

Tommy Hansen (Free21)„:(…)über diese Autoren gibt es Namen jetzt. Ihr müsst Euch vorstellen, ich saß da auf dem Feld mit Ken und habe gesagt, naja man muss doch irgendwie die Journalisten da zusammenbringen können. Na gut. Jetzt haben wir (…) Jens Wernicke(…)“  [Ca. Minute 9:27]

Der Nachdenkseiten-Juniorautor Jens Wernicke arbeitet nun ganz offiziell mit den Wichteln um Tommy Hansen von Free21 zusammen: Mit der Verkündung von Tommy Hansen auf einer Friedenswahnmache in Kassel, dass Jens Wernicke nun auch für Free21 schreibe, scheint die ideelle Verquickung Jebsens Universum von alternativen Medien und den Nachdenkseiten nahezu abgeschlossen.

Bei Nachdenkseiten-Watch wurde schon mehrmals auf sein fragwürdiges Treiben hingewiesen, zum Beispiel hier, hierhier und hier. Jens Wernicke bringt in seinen deutlich als Gefälligkeitsgespräch zu erkennenden Interviews für die Nachdenkseiten -oder Telepolis– stets viel Verständnis für die Gäste, darunter auch den einen oder anderen Montagsquerfrontler, auf. Ein unkritisches Interview mit Wolfgang Gehrcke [übertitelt mit „Die Antisemitismuskampagne gegen links“] anlässlich der Veröffentlichung seines Buches, in welchem (innerlinke) Kritik an linkem Antisemitismus, israel-, und amerikafeindliche Obsession, als Rufmord bezeichnet wird, ist Jens Wernicke ebenso zuzuschreiben, wie solche mit Sabine Schiffer oder Daniele Ganser. In seinem Facebookkprofil teilt Jens Wernicke auch mal KenFM-Videos.

Sehr fragwürdig ist auch das Veröffentlichen seiner Artikel in Blogs, wie z.B. Politik im Spiegel, wo unter anderem gegen deutsche Erinnerungspolitik und das Primat von Auschwitz polemisiert wird. Revisionistisch und revanchistisch angehauchte Aritkel finden sich dort mehrere. Für die Ressentimenthaftigkeit der AfD drückte Jens Wernicke in einem Interview mit dem AfD-Forscher Andreas Kemper Verständnis aus:

„Also, auch in meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die bereit wären, AfD zu wählen. Und zwar hauptsächlich daher, weil sie das Vertrauen in die etablierten Parteien inzwischen verloren haben. Und ihre Hoffnung tragen sie dann zur AfD. „Endlich einmal wird auch die EU kritisiert!“, meinen da die einen. Und die anderen sagen: „Die sagen wenigstens, dass die größere Gefahr für den Weltfrieden gerade von der NATO, nicht von Putin ausgeht.“ Beides halte auch ich für im Kern richtige und notwendige politische Prämissen. Sie als AfD-Kritiker aber offenbar nicht? Oder wieso meinen Sie, dass die AfD gerade in diesen Punkten nicht auch und insbesondere fortschrittlich wäre?“

Wernicke stellt als Interviewer selten kritische Fragen, er spielt meist bloß einen Stichwortgeber. Aber offensichtlich ist ihm auch hin und wieder am Einbringen seiner Meinung gelegen. Ob bei dem Interviewten Andreas Kemper bei Wernickes Aussage bezüglich „im Kern richtiger und notwendiger politischer Prämissen“ sich die Stirn in Falten legte? Ob diese stammtischkompatible Aussage voller AfD-Affinität Aussage ihn überraschte?

Ob es nun um Eliten, die NATO, ‚den Westen‚, die Mahnwachen oder ‚den Kapitalismus‚ geht. Wernicke strapaziert dabei auch einen altmodischen und abgegriffenen, pseudolinken Wortschatz an Plastikwörtern und Phrasen aus der antiimperialistischen Mottenkiste, derer sich auch zum Beispiel Jebsen bedient, um bei ‚linken‘ zu landen. Was, betrachtet man die Möchtegern-Weltverbesserer der NDS und ihren Querfrontkurs, auch klappt.

Bei den Nachdenkseiten wurden in den letzten Jahren Link auf Link zu KenFM gesetzt. Insgesamt vierundzwanzig (24!) mal wurde unkommentiert bis belobigend dorthin verwiesen.  Interviews mit dem Verschwörungsideologen Ganser geführt, oder Veranstaltungen der Montagsquerfront beworben. Wernickes Texte werden dort bei Free21 nicht einfach nur eingestellt, wie es erst vor zwei Wochen mit einem seiner Artikel bei KenFM geschah: Jens Wernicke schreibt auf der Homepage von Free21 als Autor. Dies ist eine Steigerung der vorhandenen Kooperation der Nachdenkseiten und Ihrer Autoren mit der neurechten und antisemitischen Querfront, für die Wichtel institutionalisiert in KenFM und personalisiert in Ken Jebsen. Bei den NDS freut man sich übrigens über gestiegene, bzw. verdoppelte Zugriffszahlen. In Verbindung gebracht wird dies mit der Berichterstattung der NDS über die Ukraine und Griechenland. Verschwiegen wird ein möglicher Hauptgrund: Die offene Zusammenarbeit mit den publicitiyträchtigen Verschwörungskanälen wie KenFM, die Magnete für die Wahnmacher darstellen.

Obwohl Ken Jebsen ein antisemitisches Hetzvideo nach dem anderen veröffentlichte, wurde bei den NDS in immer stärkerem Umfang dorthin verlinkt. Dies gipfelte in einem Interview Ken Jebsens mit Albrecht Müller. Kurz darauf übernahmen die NDS vor der anstehenden Friedenswinterdemo im Dezember 2014 sogar das unkreative Sprech von Pedram Shahyar bezüglich der Selbstviktimisierung als Opfer einer ‚McCarthyisierung‘.

Der Macher von Free21, Tommy Hansen, ist, wie die anderen Protagonisten der Querfront, ebenfalls ganz groß in der Darstellung seiner selbst als Opfer: Bekam er als dänischer Truther, der über „die Wahrheit“ von 911 schreiben wollte, schwerlich einen Job in Dänemark. Das „wichtigste Gespräch“ in seinem Leben sei ein Interview mit Daniele Ganser gewesen, dem in Trutherkreisen offenbar messianische Bedeutung zuteil wird. So sagt es Tommy Hansen in einer Rede auf der Mahnwache in Kassel am 03. Juni dieses Jahres.  Sein größtes Glück –  und der Grund für den Beginn eines neuen Lebens – sei das Zusammentreffen mit Kennieboy gewesen, der ihn ‚nach Deutschland holte‚, ihm „eine Wohnung besorgte“ und aus seiner Einsamkeit befreite.

Tommy Hansen: „…Und derselbe Ken Jebsen hat mir dann eine Wohnung in Berlin gefunden, ich bin einfach da hin, der hat mich dann sogar hierher geschleppt, zwar freiwillig, aber der kam und hat alle meine Sachen da abgeholt, in das Auto reingesteckt und jetzt fahren wir da los…“

Ist Hansen bei einer Sekte, oder bei einer Drückerkolonne gelandet? Jebsens kleiner Wichtelkosmos in Berlin als das Uttar Pradesh der Wahnies? Die Geschäftsweisen von Jebsen, die durch Hansens Gesagtes aufgezeigt werden, können erheitern. Während sich Jebsen mit dem empfohlenen ‚Informationsbeschaffungsverzicht‘ bei der ‚Mainstreampresse‚ gegenüber seiner Community wie ein Guru gibt, der als einziger im Begriff der Wahrheit ist, hat auch das Einspannen von Hansen durch Jebsen und die folgende Mission am Ort von Jebsens Wirken teilreligiöse Aspekte – über das Verschriftlichen von Jebsens und der anderen Truther Weisheiten, bis hin zu der Suche nach anderen Vorbetern, die in Free21 veröffentlichen . 


Das quasi-religiöse am Fundamentalismus der wahnmachenden Vor- und Nachbeter Aus der Einsamkeit befreit, bekam Hansens Leben also wieder Sinn: In Deutschland, wo truthertechnisch was los ist,  die illustrierte Begleitausgabe zu den Verschwörungsgeschichten und Interviews von Jebsen und seinen Medienpartnern zu gestalten. Es ist wenig erstaunlich, dass in Hansens Äußerungen Parallelen zu der Soziologie von Sekten deutlich werden. Neben Stärkung von In- und Outgroupdenken gehören der Glaube an eine spezifische Form von Läuterung (‚aufgewacht sein‘) ebenso dazu, wie der Anspruch an Missionierung und der Glaube an die Wichtigkeit der Mission. Das sogenannte crowdfunding, also das Betteln um steuergünstige Spenden innerhalb der community,  kommt der Bedeutung der Kollekte gleich. Eschatologische Überzeugungen, apokalyptische Wahnweltbilder und paradieshafte Vorstellungen (zum Beispiel die absurde Vorstellung der Erreichbarkeit von Weltfrieden) schwingen in dem Glauben an den kurz bevorstehenden dritten Weltkrieg und dessen Abwendung ebenso mit, wie in der eingebildeten Lösung und dem Bewusstsein, zu Wissenden (und den Erlösern!) zu gehören. Es wird an Glauben über den Ablauf von Dingen appelliert und der religiös grundierte Begriff einer universellen Wahrheit überstrapaziert.


Diesem illustren Kreise von Wahnmachern sind die Nachdenkseiten und deren Autoren also inzwischen zuzuzählen, wobei sie eine Art (pseudo-) linkes Feigenblatt spielen. Fahren die Nachdenkseiten unter Ihrem Macher Albrecht Müller und ihren Autoren generell einen einseitigen („jawohl, wie sind einseitig„), einen bestenfalls als israelfeindlich und antiamerikanisch beschreibbaren Kurs, hierbei auch immer wieder NS-realtivierend, so stellen die offenen Verknüpfungen zu dem als antisemitischen Hetzkanal bezeichenbaren KenFM, Free21, Friedenswinter und Konsorten eine eindeutige Positionierung als Medium für Weltfremde dar.

Gegen eine, bzw. ‚die korrupte Elite‚ kämpfend, so stellen sie sich gerne dar, die Protagonisten der Wahnmacherbewegung.  Während bei den pseudolinken Nachdenkseiten der Feind in (natürlich US-gesteuertem) Kapitalismus und Globalisierung gewähnt wird, so ist dies bei Ken Jebsen und Free21 natürlich ebenso. Nur mit der zusätzlichen Würze, dass die pauschalisiert eingebildeten korrupten Eliten neben Amerika beständig mit Zionismus und Israel verknüpft werden, sich hier also offener nebst schlecht getünchtem Antisemitismus austobt (aktuellstes Beispiel ist ein Interview mit Peter König, Betrachtung folgt). Eine Grundlage des Truther-Wahns bildet die ständig wiederholte Phantasterei, dass wahre Ursachen von 9/11 verschwiegen würden. Wobei klar ist, wer sich im Besitz der Wahrheit wähnt. Man ist mit dem Begriff der „Wahrheit“ der Welt des Glaubens eben näher, als der Wirklichkeit mit ihren verschiedenen Realitäten. Die parallelgesellschaftlichen Sichtweisen, in der die Verschwörungsideologen, und ihre Gläubigen, gefangen sind, verdeutlichen das.

Es ist dienlich für die Interpreten der Wahnweltbilder in der ‚alternativen‘ Medienlandschaft, wenn Sie sich in Zirkelschlüssen gegenseitig zitieren können. Und so wird es dann auch gemacht: Jens Wernicke interviewt zum Beispiel Wolfgang Gehrcke oder Rolf Verleger zu Themenkomplexen, bei denen die Aussage schon vor der Antwort klar sein muss und folglich wenig Reibung besteht. Kritische Nachfragen werde nicht gestellt, Interviewter und Interviewer führen lediglich ein für  beide genehmes Frage-Antwortspiel. Sabine Schiffer zum Beispiel schreibt zu angeschlossenen Themenkomplexen einen Artikel, und zitiert aus den vorliegenden Gefälligkeitsinterviews. Zu diesem Kreis gehört Jens Wernicke, der nun wohl auch leider direkt mit Hardcoretruthern, antisemitisch-ruchhaften Spinnern und nach rechts hin offenen Wutbürgern zusammenarbeitet.

Mehr und mehr gilt in Deutschland, dass offenbar ein Paradies für Wahnfrieds aller Art darstellt, es wächst zusammen, was zusammen gehört. Jens Wernicke, die Nachdenkseiten und deren andere auf dem Buchmarkt tätige Autoren können die zusätzliche Publicity, die ihnen die ressentimentgetriebende Querfront bescheren wird, gewiß brauchen! Übrigens: Jens Wernicke hat mehrere Standbeine – er steht auch vermerkt als Mitarbeiter bei Gansers Institut ‚SIPER‚ in der Schweiz. Dort arbeiten wohl nur Hochkaräter interessant ist es, zu sehen was ‚die Elite‘ der Wahnmacher so für die Zukunft plant, wie sie sich gegenseitig unterstützen, sich Jobs zuschanzen – und dabei von einer unsicheren Zukunft für alle sprechen, wobei die Ihre immer sicherer wird. SIPER – dort, wo die Experten arbeiten, die auch mal vor Ivo Sasseks AZK sprechen. Ob Jens Wernicke dort auch demnächst spricht? Als NDS-Mitarbeiter, als Mitarbeiter von Daniele Ganser und als Autor von Free21 ist seine Personalie für die Gäste der AZK, die ansonsten auch von Sasseks Kindersoldaten besungen werden, bestimmt sehr interessant. So sieht eine Wichtelkarriere in den Eliten der Wahnmacherbewegung also aus, man veröffentlicht seine Schriften auf einem Portal mit handfesten Antisemiten.


Teiltranskript der Rede von Tommy Hansen, 03. Juli Kassel [Hervorhebungen durch den Verfasser]: „Gleich nach dem Gespräch [mit Daniele Ganser] habe ich dann Ken Jebsen angerufen, wir haben anderthalb Stunden so ungefähr geredet, und jeder der den kennt weiß, der kann locker zweieinhalb Stunden reden. Hat er diesmal nicht gemacht, er hat einfach nur zugehört. Oder meistens. Wir haben über Journlismus, über die Medien, über das Medienlandschaft, das ganze, haben wir geredet. Wir haben uns total geeignet, also wir sind total auf derselben Ebene, und ähhm, dann ging es weiter wir haben noch die nächsten zwei Monate oder so haben wir noch weiter Telefonate geführt, dann auf einmal rief Ken mich an und er sagte: ‚Du, ‚ich komme nach Dänemark‘.  Dann kam er nach Dänemark mit seiner ganzen Crew, und wir haben dort auf dem Feld, auf der Insel wo ich damals gewohnt habe, ein Interview geführt, und ich habe auch da über die Idee mit dem pdf-Ausdruck da geredet. Und nachdem das Interview veröffentlicht wurde kam eine Riesenreaktion aus Deutschland. Das ist Wahnsinn. Also -nach dänische Verhältisse auf jeden Fall es ist Wahnsinn. Jetzt ist das Video 125.000 mal gesehen worden, und es steigt immer noch. Und ähhm dann habe ich mir damals wurde es mir sehr deutlich, ich muss nach Deutschland, ich muss wieder nach Deutschland, weil da ist was los. Und derselbe Ken Jebsen hat mir dann eine Wohnung in Berlin gefunden, ich bin einfach da hin, der hat mich dann sogar hierher geschleppt, zwar freiwillig, aber der kam und hat alle meine Sachen da abgeholt, in das Auto reingesteckt und jetzt fahren wir da los. Und wenn ich mir jetzt angzucke, was ist da eigentlich seitdem passiert, das kann man kaum beschreiben. Also ich, ich war damals erstmals war ich allein, ich hatte eine Idee, ich bin seit – also – ich bin – also ich habe mich mit 119 in Dänemark beschäftigt, und ich muss sagen die Berichterstattung in den LEitmedien generell seit 911 hat sich in eine KAtastrophe entwickelt. Die Berichterstattung ist dermaßen einseitig und das ist so offensichtlich man muss nicht mal mehr drüber nachdenken, das ist einfach so. Und deswegen ist es natürlich schwer und immer schweer geworden, als freiberuflicher Journalist darüber zu berichten, weil keiner will diese Berichte kaufen.  [4:55 – 8:12] (…) Das was ich damals gesagt habe und sehr gerne wiederholen werde, ist: WIr brauchen keine neuen Journalisten, wir brauchen keine neue Berichterstattung, es ist alles schon gemacht. Nur, die Artikel stehen nicht in den Leitmedien, die stehen im Internet auf verscheidnen Websites, wo Journalisten dann ihre Stellung aufgegeben haben und für sich weitergemacht haben. Das muss nur überarbeitet werden, dass das eine Form kriegt, dass man die Menschen erreichen kann. Und über diese Autoren gibt es Namen jetzt. Ihr müsst Euch vorstellen, ich saß da auf dem Feld mit Ken und habe gesagt, naja man muss doch irgendwie die Journalisten da zusammenbringen können. Na gut. Jetzt haben wir: Rolf Gössner, Wolfgang Bittner, Dirk C. Fleck, Jens Wernicke, Wolfgang berger, Peter Haisenko, Lars Schall, Matthias Bröckers und aus der Schweiz der Stefan Scheer.“ [8:12 -9:27]

Opfer und Keule – Querfrontaufguss 2015

Im Jahr 2015 bleibt festzustellen, dass die Machtübernahmepläne der ‚Friedensbewegung 2014‘ (‚ Marsch auf Berlin ‚) und ihrer traurigen Führer, neben dem üblichen Querfrontgetöse, fast versandet sind. Allzu deutlich war, dass ein Zusammenschluss wirrer Zeitgenossen zwar laut sein kann, aber deren Pegel durch mediale Aufmerksamkeit auch zum Schmelzen gebracht wurde, ging es doch vor allem um Aufmerksamkeit für die im Rampenlicht gern stehenden Reizfiguren. Nach wie vor aber fühlt es sich immer wieder so an, als wuchsen die Wahnwichtel wie Pilze. Es wurden schon fleißig neue Veranstaltungen angekündigt – und Jebsen und die vereinigten Dummschwätzer zeigten sich bezüglich des Massakers bei Charlie Hebdo von ihrer unmoralischsten Seite, was das Fleddern anbelangt.

Auch der Hype um die als rechte Auskopplung der Friedenswahnwichtel rüberkommende HoGeSa, Endgame PEGIDA-AbküNazi-Bewegung, zwar größere Wellen schlagend als die Wichtelzusammenkünfte – aber Fremdenhass ist in Deutschland eben eine Tugend, scheint langsam abzuebben (auch wenn man in der digitalen Welt, gerade bei facebook, auf immer wieder neue PEGIDA -Werber trifft. An den unerwartetsten Stellen. Ich schwörs). Beide ‚Bewegungen‘ des Jahres 2014 legen hohes Empörungs- und Frustpotential offen, beide ‚Bewegungen‘ (ich bin nicht der Meinung, dass diese Zusammenkünfte irrlichternder Zeitgenossen wirklich als Bewegung bezeichnet werden können, da sie eher ein Konglomerat verschiedener Zusammenhänge darstellten) zeigen, dass bei den mobilisierten Meschenmassen es vor allem um Ängste, Unsicherheit, Unwissen und lautstarkes Ausleben des hierüber aufgestauten Frusts ging – und hierbei dann eben das spießig-christliche, mit permanenten Weltuntergangsängsten ausgestattete Lieschen Müller auf den überzeugten Reichsbürger, der verrückte Chemtrail-Öko auf den antiamerikanischen ‚Antizionisten‘, und der ‚Nationalsozialist‘ auf den DDR-Nostalgiker und den gemeinen Vulgärmarxisten traf. Alle vereint, um sich gegen den Krieg zu engagieren, denn der Westen in der Ukraine anzettele, um ihn Putin in die Schuhe zu schieben. Darüber schweigend, dass von russischen Soldaten auf Urlaub ein Krieg in der Ostukraine von Zaun gebrochen wurde. Und darüber, dass es zynisch ist, wenn in Europa Krieg herrscht, von Frieden zu reden, Krieg zu verleugnen und beständig dem ideologischem Gegner Kriegsgelüste zu unterstellen.

Zu PEGIDA, Hogesa, Endgame etc. ist nochmals anzumerken, dass ein deutliches Zeichen für den querfrontigen, ressentimentgeladenen Lechts-Rinks-Schnitt bei Montagswahnwichteln und PEGIDA von zum Beispiel Jebsen selbst genannt wurde. Im ersten seiner Logorrhoe-haften Videos, in welchen er Stellung zu PEGIDA bezog, wird er selbst auf den Umstand hin, dass sich unter seinen ‚FB-Freunden‚ viele PEGIDISTEN tummelten. Es ist in diesen Ergüssen lustig anzuschauen, wie Jebsen zwischen eigentlich erniedrigend gemeinten, humorlosen und unendlich narzisstischen Sprüchen (~ich meine ich versuche die letzten drei Jahre halbjntellektuell zu arbeiten und ich glaube auch wie ich rede wie ich spreche das kann der einfache Bürger nicht unbedingt verstehen und diese Diana [eine Person aus einem vorgetragenen Leserbrief] macht auf mich jetzt nen sehr einfachen Eindruck…~) und geheucheltem Verständnis switcht. Letzten Endes wiederholt er in diesem Erguss ebenfalls sinngemäß das Statement von Wisnewski „was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher eine deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft”. Diesem Statement stimmte er an anderer Stelle in einem seiner Interviews, einem mit Gerhard Wisnewski, zu. Gerhard Wisnewski verteidigte PEGIDA – ebenso wie Udo Ulfkotte, mit dem Jebsen auch ein Interview führte – und der sogar mehrfach bei PEGIDA als Redner auftrat.

Auch Willy Wimmer (Querfront-Willy), der von Jebsen letztes Jahr gleich mehrmals interviewt wurde -und der auch bei den Querfrontseiten immer wieder gern verlinkt wird, auch mit Albrecht Müller, der ihn offensichtlich hoch schätzt und verehrt, auf Symposien gemeinsam auftritt, ließ in Jebsens Jahresrückblick den PEGIDA-Versteher, der er wohl bis ins Mark ist (neben Putinversteher selbstverständlich) raushängen: …denen kommt man mit dem verbalen Gummiknüppel und knüppelt sie moralisch nieder…das was die artikulieren ist a priori rechts….

Viele (alle?) der in diesem Text genannten Namen verkörpern antiamerikanische und antisemitische Ressentiments. Und, ganz aktuell / es wird gegen Europa und den Westen per se gesprochen.

Überall also, wo man nur hinguckt, lauern kriegslüsterne ‚Keulenschwinger‘.

Dumme deutsche, Antisemiten, Rechtsextreme: Sie alle haben ihren Hass, ihre Ressentiments, ihren Stolz – und ihre Opferkeule. Dieser abgewandelte Walserismus ist wohl das heimlich Unwort 2014.

Wenn man der vereinigten Wahnwichtelbewegung , ihrem Empörungsrahmen, ihrer Deutung als Opfer und ihren ‚linken‘ Protagonisten etwas gutes abgewinnen kann, so ist dies der Umstand, dass, wie Jutta Ditfurth sagte, Spreu und Weizen sich im vergangenem Jahr trennten.

Auf dem Weg zum Jahresende 2014 wurde von der vereinigten sich pro-Putin und ‚russlandverstehend‘ positionierten Querfront bloß noch der Partei ‚die Linke‘ der Rest gegeben, und deren stalinistische und ‚israelkritische‘ Elite zum ‚Friedenswinter‘ geladen. Die ließen sich dann nicht lange bitten, wenn sie nicht sowieso schon gegen Beschlüsse ihrer Partei sich hinwegsetzend, den antiamerikanischen, in weiten Teilen antisemitischen, und die aggressive Politik Putins schönredenden, Ringelpitz unterstützten. Es folgte erschreckenderweise ‚Linke.SDS‘, der im Februar 2015 mit einem Pro-Statement nachzog.

Ohnehin schon fragwürdige Personen machten deutlich, wie weit es mit Ihrer Denke gekommen ist – oder vielmehr, was da wohl schon lange geschlummert hat. Anrüchige, ‚alternative Medien‘ wurden noch anrüchiger – und es kamen neue hinzu. Innerhalb von ein paar Monaten in krisenhaften Zeiten -die für manche Deutsche stets schlimmer anmuten, als für die wirklich betroffenen- wuchs die sich bildende Querfront an. Der Höhenrausch aber, den die mediale Aufmerksamkeit bei einigen Akteuren auslöste, stand der sinkenden Zahl Demonstrationswilliger gegenüber. Flugs wurde ein neues Wort gebastelt, Friedenswinter. Und über dieses neue Wort gelangten dann auch diejenigen der Partei ‚Linke‚ zu den antisemitisch codierten Wutbürgerdemos, die ohnehin nichts auf Parteibeschlüsse geben. Die, die sich als ‚Antizionisten‚ ausgeben, Kritik an Antisemitismus als Rufmord bezeichnen – und die ein schlechtes Aushängeschild für die Vernünftigen in der Partei abgeben. Dieter Dehm, Andreij Hunko, Wolfgang Gehrcke, Sevim Dagdelen, Sahra Wagenknecht – um nur einige zu nennen. Dieter Dehm, der immer wieder geschmackloseste Statements abgibt ( á la ~die antideutschen saugen der Linken das Blut aus den bleichen Wangen~) und Gehrcke (neues Buch: ‚Rufmord’^^) liefen dann auch beim Friedenswinter mit.

In Gehrckes neuesten Buch Rufmord zelebriert er den antisemitischen Opferritus bestimmt perfekt – ‚Rufmord‘ soll sich damit befassen, wie Linke systematisch mit dem Vorwurf antisemitischer Umtriebe konfrontiert würden. Nein, Wolfgang mit dem roten Schal, höre: Die so bezeichneten sollten sich eher mal überlegen, ob da nicht was dran ist. Aber so ist das mit der verzerrten Wahrnehmung. Hoffentlich erscheint das Buch -schön antikapitalistisch- zum freien Download. Aber wohl eher nicht. Denn mit politischen Wirrköpfen Können politische Wirrköpfe Geld verdienen.

Ach ja – Gehrcke und Hunko sorgten bei ihrer ‚Novorossjia‘-Reise und Kuschelstunden mit den Separatisten natürlich auch für einen Skandal. Aber was machen sie nicht alles gegen den bösen imerialistischen Westen, gegen die verschwulten Seemächte. Bei der jungen Welt wird sich natürlich schon hierüber empört

Was thematisch weiterführt: Rtdeutsch darf nicht vergessen werden, das profihaft designte, und trotzdem amateurhaft daherkommende Youtube-Kanälchen, wo alle Stränge politischer Zerwirrung neuerdings zusammenlaufen. Kein anderer sich so bezeichnender Sender bringt der heterogenen Zielgruppe aufgebrachter Nichtsraller und ihren Anführern, die an Multikausalität verzweifeln, so viel Beachtung entgegen. Allen. Ob PEGIDISTEN, wirren Reichsbürgern – oder den Montagswichteln eben.

Einen solchen Sender, bei dem in munterer Reihenfolge Holocaustleugner und Revisionisten, bekannte Antisemiten, Profilneurotiker und Rechtsextreme, ‚911- und Friedensforscher‘, Möchtegernwissenschaftler, eitle Altpolitiker und geldgeile Goldhändler sich die Klinke in die Hand geben – und das einzige Konzept im Programm der politischen Desinformation liegt – hat es im deutschsprachigen Raum bis dahin nicht gegeben. Es mutet an wie eine Steigerung des Tagesschauplagiats von ‚Kopp-TV‘, mit mehr Geld im Hintergrund und größerer Zielgruppe. Auch Eva Herman, spricht dort hin und wieder, auch im Duo mit dem politisch offenbar verwirrtem Popp.

Erschreckend sollte es für manches Linken-Mitglied gewesen sein, unter anderem eben benannten Wolfgang Gehrcke bei rtdeutsch plappern sehen zu können. Und wen das nicht erschreckte, den erschreckte auch nicht die Tatsache, dass Wolfgang Gehrcke sich und sein Engagement beim Friedenswinter von KenFM featuren ließ; Ken Jebsen natürlich durfte ebenfalls selbstverliebt bei rtdeutsch reden. Wie auch sein alter Buddy Elsässer. Und viele andere Wirrköpfe. Auch Evelyn Hecht-Galinski durfte bei den Wichtelzusammenkünften des Sommers reden, ebenso wie Jürgen Elsässer (Jürgen Elsässer und Ken Jebsen haben übrigens die gleiche Definition von antideutschen Antifaschisten, die sie als ‚Neocons‘ bezeichnen). Oder Heiko Schrang, Jo Conrad und Oliver Janich. Oder Jürgen Popp, der bei rtdeutsch mit Eva Herman im Duo zu sehen ist. Auch Hecht-Galinski fühlt sich immer wieder zu Unrecht angegangen. Vor zwei Wochen erschien ihr Artikel ‚Wen die Antisemitismuskeule schlägt‚. Es ist müßig, sich mit dem Inhalt zu beschäftigen, in dem auch fundamentalislamische Antisemiten verteidigt werden. Standard. Aber ein lustiger Titel, der diese Opferhaltung überdramatisiert. Opferpossen!

Hat Evelyn HechtGalinski eigentlich schon einen Mitgliedsantrag bei der Linken eingereicht?

Wird Daniele Ganser („Terroristen sind wie Skirennfahrer – Sie haben viele Reisverschlüsse!“) bei den Zusammenkünften (gleich, welcher Medaillenseite) auch reden?

Dieter Dehm wiederum lief mit dem Profilneurotiker Jebsen bei dem furiosen Friedensfrieren in erster Reihe, wo der alternde Dr. Seltsam dem armen, einsilbigem und scheinbar notorisch lügendem Keulenopfer Jebsen bei einem arglistigen Übergriff von SpiegelTV beherzt zur Seite stand. Ach ja – Ken Jebsen brüsteste sich an anderer Stelle, den Chefredakteur von rt gut zu kennen. Und so schließt sich gewissermaßen der Kreis

Alle diese Personen eint das Gerede von ‚Totschlagargumenten‘ und ‚Keulen‘ – sie reden alle gern von der ‚Lügenpresse‘ (in Variationen) und bedienen eifrig das Klischee der aufrechten und Unterdrückten. Dabei geben Sie nach meiner Meinung gute Exempel für die schon mehrfach genannte Opferhaltung ab. Hierbei wird dann auch mal, um Spender einzufangen, zum guten drin gehört, flugs Verständnis für die Wirren von Pegida geäußert – sind ja auch nur alles arme Mitläufer, Opfer. Ob durch ‚den Westen‘, Homolobby, Tel Aviv – oder Washington.

Für das Jahr 2015 wird die vereinte Querfront wieder einmal zu einer Riesendemo nach Berlin laden. Mal schauen, wer da so kommt. Die Organisationsfähigkeit (und das Spendenvolumen) der vereinten Friedenskasper (alle anderen wollen Krieg^^) ist bestimmt gestiegen, seit auch die querfrontelnden Nachdenkseiten fest mit im Spiel sind. Deren ‚Macher‘, das SPD-Urgestein Albrecht Müller, genoss sichtlich ebenfalls die Aufmerksamkeit von rtdeutsch, dessen Publikum er durch ein Interview per Videotelefonat beglückte – nachdem er sich von Jebsen (auf dessen Kanal von dort schon seit Jahren fleißig verlinkt wird) für ein zweiteiliges Interview zuhause besuchen ließ.

Truther unter sich: ‚Angloamerikanische Weltherrschaft‘!

I.

Ken Jebsen und sein Team sind momentan ausgesprochen produktiv, um dessen ‚alternative‘ Sicht auf die Dinge dem begeisterten Aluhutpublikum zu unterbreiten. KenFM hat diesmal wieder einen besonderen Gast – Gerhard Wisnewski. Auch Gerhard Wisnewski glänzt, wie andere Interviewgäste Jebsens, durch seine Eigenschaft als Autor des Kopp Verlags, wo er die biedere Kundschaft bestimmt hervorragend mit kruden Geschichten von Weltherrschaft unterhält. Wobei ihm der Ruf als einst seriösem Journalisten, der durch seine Aufklärungsarbeit in Ungnade fiel, beim leichtgläubigen Publikum, das sich mit dem des krautgefundetem Jebsen gewiß überschneidet, bestimmt beim Absatz seiner Bücher hilft. Und so wirkt dieses Interview dann auch wie ein Werbevideo.

Bei Jebsen wird sich, wie so oft (auch hier im Blog schon erwähnt) bestätigt in der gegenseitigen Sichtweise, dass, aufgrund der Brisanz ihrer ‚Berichte‚, diese zwei Truther ungerechtfertigt behandelt würden, weshalb es natürlich auch in diesem Interview zu Tiraden gegen die ‚Mainstreammedien‚ kommt, neben dem üblichen Verschwörungsquark. Logisch, wollen die bösen ‚MSM‚ doch von keinem der beiden mehr Material senden.

Natürlich wird alles nur ein Trick der ‚Dienste‘ sein, die ja laut Jürgen Elsässer, auch Gegendemonstranten für den Friedenswinter bezahlten, um diese hehren Menschen ‚mundtot‘ zu machen. Jürgen Elsässer trat übrigens ebenso wie Jebsen auf den Mahnwachen als Redner auf, Jebsen moderierte auch seine ‚Compact-Konferenzen‚, während Elsässer mehrmals bei KenFM interviewt wurde.

Mit diesem, für KenFM-Verhältnisse erfreudig kurzen Interview mit Gerhard Wisnewski, wurde wieder einmal ein ‚feines Häufchen‚ für die Gemeinde der antiamerikanischen Verschwörungsläubigen gesetzt: Eingeführt wird Wisnewski als aufrechter 911-Truther, der sich nichts sagen lasse. Es wird einmal wieder die Thematik der Bedrohung durch die “angloamerikanische Weltherrschaft“ aufgegriffen und vor dieser gewarnt, Erscheinungen wie PEGIDA werden als von Eliten instrumentalisiert und gesteuert bezeichnet, natürlich gerade von Jebsen, der die Wahnmacherbewegung als sabotiert auffasst und PEGIDA zu deren Gegenspieler stilisiert. Auch in einer anderen Produktion von KenFM, nämlich Pedram ShahyarsRebellunion‚, wird der Stuss verbreitet, dass PEGIDA Amerika, dem Westen und dem Kapitalismus nütze, von ‚Eliten‘ gesteuert sei – viele Wahnsinnige, eine Message. Auf wirklich bestehende Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen dem Kreml und der Finanzierung rechtsextremer Parteien in Europa, wird natürlich nicht eingegangen.

Auch nicht darauf, dass sich die Fans dieser Wutbürgerbewegungen teils stark überschneiden, wie auch deren Sprecher. So sprach zum Beispiel Jürgen Elsässer auf den Wahnmacherveranstaltungen ‚Montagsdemos‘, eine Mitarbeiterin des Kompakt-Magazins sprach auf einer PEGIDA-Veranstaltung. Dass Ken Jebsen hier jemanden unkritisch hinterfragt sprechen lässt, der von einer ‚bunten Flüchtlingswelle‚ auch redet, oder die abzulehnende europäische Identität einer für ihn annehmbareren ‚deutschen Identität‘ gegenüberstellt, macht den ‚Kämpfer‘ gegen Fremdenfeindlickeit, der er einst gewesen sein will, mehr als unglaubwürdig. Auf den nationalsozialistischen Gehalt so mancher Mahnwachen und Organisatoren wurde natürlich nicht verwiesen bei den von Jebsen angestellten Vergleichen zwischen PEGIDA und Wahnmachern, ebensowenig auf das Werben von NPD’lern für die Wahnmacher natürlich nicht.

Am verblüffendsten erscheint in diesem, nach Jebsens Einführung thematisch vorhersehbarem Interview , wie sogar die Entstehung eines in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutierten Buches, nämlich „The Clash of Civilization„,“ von Samuel Huntington, den Weltverschwörerern angelastet wird. Auch wenn man kein Freund der dort vertretenen Thesen ist, und den Inhalt als kritisch bewertet – die Behauptungen, die Jebsen wie Wisnewski hier ohne jeden Beleg anstellen, sind haarsträubend, absurd und wirken gefährlich paranoid. Jedes Ereignis wird sich für die wahnsinnige Weltsicht passend gemacht. So kann man bei Minute 4:50 hören, dass Wisnewski dieses Buch als Steuerungsversuch empfindet, Ken Jebsen bezeichnet es ebenfalls als Kontrollinstrument. Wer sich nicht alles erzählen lässt und zu eigener Recherche in der Lage ist, muss zu dem Schluss kommen, dass dieses Gerede ebensowenig originell ist, wie es stark paranoid und ressentimentgeladen wirkt.

Gerhard Wisnewskis Aussagen entbehren nicht nur den Tatsachen, und erweisen sich dem skeptischen Hörer, der sich nicht alles von besseren Gebrauchtwagen-Verkäufern Glauben machen lässt, als paranoides Hirngespinst – er outet sich dem aufmerksamen Hörer als Europagegner und Nationalist, wenn er sagt:

„(…) was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher eine deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft“.

Ken Jebsen outet sich als unfähig, ein kritisches Interview zu hören – es geht hier gut vernehmbar nur um das Bestätigen der eigenen Sichtweise. Abgesehen hiervon macht sich dieses Interview wie eine Werbeveranstaltung für wirre Bücher und krude Weltanschauung aus. Wisnewksi sieht sich also einer „kritischen Bürgerbewegung“ zugehörig, die sich auf das Wiedererlangen einer „deutschen Identität“ kaprizieren würde – für jeden klar zu vernehmen innerhalb der ersten vier Minuten des Interviews. (Dessen Transkript mit weiteren Anmerkungen unter dem nächsten Absatz, unter Punkt II.,zu finden ist.)

Im weiteren Verlauf des Interviews verstärkt sich der Eindruck des hier gesagten, wenn Wisnewski auch sein Unbehagen vor einer ‚angloamerikanischen Eroberung des Globus‘ deutlich macht,  Wisnewski eine Bedrohung der deutschen Identität wittert. Viele Autoren, die eine Bedrohung deutscher Identiät wittern, lassen sich von Jebsen interviewen, unter anderem Udo Ulfkotte oder der schon erwähnte Jürgen Elsässer. Auch Wolfgang Gehrcke, ein Mitglied der LINKE-Bundestagsfraktion, nutzte Ken Jebsens Kanal schon für einen dort produzierten Werbespot für den Friedenswinter und gab ihm ein Interview. Dieter Dehm beispielsweise lief einträchtig neben Ken Jebsen bei dem Friedenswintermarsch mit, und versuchte, ihm bei kritischen Fragen eines SPON-Teams hilfreich beizuspringen.

II.

Transkript des gesamten Interviews, weitere Anmerkungen stehen zwischen den Absätzen:

Ken Jebsen: „Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der UDSSR und damit dem Ende des kalten Krieges, glaubten viele Menschen an einen grundlegenden Wandel, an eine bessere Welt, die die globalen Probleme gemeinsam lösen würde, an eine Welt, die auf Kooperation setzen würde und endlich Schluss machen würde mit der Konfrontation, das Ende aller Kriege. Der Wunsch nach internationaler friedlicher Zusammenarbeit hielt nicht lang, denn spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde vor allem den Bürgern des Westens ein eues Feindbild verkauft, der Islam.  Es ging bei der Jagd auf Osama Bin-Laden und die neunzehn Räuber Tage, nachdem man ihn als Hauptschuldigen willkürlich bestimmt hatte, schon lange nicht mehr darum, ob und wie es ihm gelungen war, die amerikanische Luftraumüberwachung zu überlisten, es ging nicht um das Land, aus dem er kam, Saudi-Arabien, alles drehte sich fortan um die Religion, der Osama Bin-Laden angehörte. Seit dem 11. September 2001 wird unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung eine gruppenbezogenen Menschenfeidnlichkeit verkauft, die sich auf die zweitgrößte Weltreligion, den Islam, konzentriert. Alles Zufall? Oder das bewußte Erfinden eines neuen Feindbildes? Eines Feindbildes, mit dem die letzte Supermacht, die USA, neue Ressourcenkriege rechtfertigen kann? Der Schluss liegt nahe (ach ja?), und bringt uns ganz aktuell zu einer neuen Voksbewegung in Deutschland, die für die meisten so überraschend kam wie der 11.09 für die USA…


 Dass Jebsen hier allen Ernstes in Truther-Manier einen absolut unangemessenen Vergleich bringt, zeichnet ihn aus: Alles gesteuert, alles gelenkt, Presse und Politik ferngesteuert – und freie Journalisten wie er können Ihre Meinung nicht anbringen – doofer Mainstream! Also wird hier wieder einmal ein anderer ‚gefallener‘ Journalist zur Selbstbestätigung interviewt. Auch hier soll es wohl wieder diesen ein wenig seriöser für das doofe Publikum machen, wenn man erwähnt, dass dieser einmal bei ‚den etablierten Medien‘ arbeitete.


Jebsen: Die Rede ist von PEGIDA. Was ist PEGIDA, was will diese Bewegung offiziell, und wie wird sie möglicherweise instrumentakisiert, um die Bürger zu täuschen? Und wenn ja, für welche Ziele? All diese Fragen klären wir nun mit Gerhard Wisnewski . Guten Tag nach München…Herr Wisnewski, Sie haben Jahre für die etablierten Medien gearbietet, zum Beispiel die Bildzeitung, die Abendzeitung, oder den Stern, das sind alles Printprodukte, aber Sie haben auch als Filmemacher gearbeitet, Reportagen gemacht. 2003 wurde Ihnen das zum Verhängnis, denn Sie flogen in die USA, um den  Fall 911 genauer zu untersuchen, offene Fragen zu klären. Ein Jahr vor dem Commissonreport. Dabei besuchten Sie auch Shanksville, also den Ort, wo seinerzeit eines der vier entführten Flugzeuge abgestürzt sein soll. Sie sprachen für den WDR mit dem Bürgermeister von Shanksville, und der konnt eIhenn deisen Absturz nicht wirklich bestätigen, statt dessen sagte er Ihnen gegenüber, dass ihn Shanksville in großes Loch im Boden zu sehen war, mehr nicht. Danach wurde dieser ORt abgesperrt, auch für die Presse. Ist das korrekt?“ Wisnewski: „GenauJebsen: Klassische Flugzeugabstürze sehen ja anders aus, wie wir spätestens seit dre Ukraine wissen. Sie haben diesen Bericht damals trotzdem gesendet im WDR, und wurden kurz darauf vom WDR freigestellt, ist das auch so richtig?“ Wisnewski: Ja, in etwam also ich war ja freier Mitarbeiter, und bekam dort aber keine Aufträge mehr, das heisst, man verhängte ein Beschäftigungsverbot über mich, das heisst, die Redakteure dort durften mich nicht mehr beschäftigen.“ Jebsen: „Seither gelten Sie als Journalist, mit dem man besser nicht spricht. Wir tun das dennoch und möchten an dieer Stelle auf eine Buchserie hinweisen, die Sie jedes Jahr um ein weiteres Werk ergänzen, nämlich Verheimlicht, vertuscht und vergessen‘. Das ist ein alternativer Jahresrückblick also über Dinge sprechen Sie da, die wir so in den Mainstreammedien nicht lesen. Herr Wisnewski, lassen SIe uns über PEGIDA sprechen, was hat diese Abkürzung denn überhaupt zu bedeuten?“ Wisnewski: „Ja, also, wenn ich das richtig sehe heisst das ja Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, und da fangen für mich natürlich schon die Fragen an, denn hier sind ja zwei Begriffe drin, die man hinterfragen sollte, einmal ist da ja etwas drin, was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher ’ne deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft im Kampf gegen diese angebliche islamische oder islamistische Bedrohung sollen wir also Europa zum Vaterland erklären, denn ein Patriot ist ja nun mal ein Vaterlandsliebender und vor dem Hintergrund dieser bunten Flüchtlingswelle soll es also hier ausschliesslich um den Islam gehen, also patriotische Europäer gegen die  Islamisierung des Abendlandes und das kann ja so auch nicht richtig sein, denn nicht alle Flüchtlinge sind ja, gehören dieser Religion an, denn das ist ja eine bunte Mischung, und der Islam dürfte da sogar in der Minderheit sein, wenn ich das richtig sehe.“


 Aus dem Gesagten von Wisnewski kann hier ganz klar gelesen werden, dass er die Problematik von PEGIDA in ihrer angeblichen Ausrichtung vor europäischem Hintergrund sieht und weniger vor deren Rassismus und Muslimfeindlichkeit, wenn Wisnewski von einer bunten Flüchtlingswelle redet, bei dem der Islam in der Minderheit sei. Einziger Makel scheint hier der Faktor der ‚Fernlenkung‚ zu sein, wie das europäische Element. Auf Anfrage bei Wisnewski, vor allem aber Jebsen, bezüglich der problematischen Aussagen und ihrer Implikationen, würde bestimmt zornig protestiert und geleugnet! Auch darf nie vergessen werden, dass Ken Jebsen unter anderem mit Jürgen Elässer zusammenarbeitete. Ebenso,wie seine israelfeindlichen, den Nationalsozialismus verharmlosenden und nach Dafürhalten vieler teilweise offen antisemitischen Aussagen nicht vergessen werden sollten: Zum Beispiel redete er von Nationalzionisten, die Israel besetzt hätten wie ’33 die Nationalsozialisten Deutschland.


Jebsen: „Lassen Sie uns mal bei der Islamisierung anfangen, seit wann spielt Religion denn wieder eine Rolle als neues Feindbild?“ Wisnewski: „Ja, das ist ja eigentlich ganz absurd gewesen, wenn man sich an das Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erinnert, das zwanzigste Jahrhundert war ja das Jahrhundert des großen Fortschritts, des High-Tech, des Anythinggoes in der Technik, auch der technischen Aufklärung, der wissenschaftlichen Aufklärung von vielen, vielen Fragen, und am Ende dieses Jahrhunderts kam plötzlich ein dubioser Harvard-Professor daher, names Samuel Huntington (Anmerkung: Wisnewski spricht ‚Samuel‘ deutsch aus, und ‚Huntington englisch, mögliche psychologische Bedeutung liegt implizit), und erklärte uns nach dem Fall der Sowjetunion, nachdem also das alte Feindbild weg war, erklärte er uns, es werde in Zukunft wieder zu Religionskonflikten kommen und zu Religionskriegen. Und man sah sich also verblüfft auf den Straßen um und dachte, ja wo nimmt der Mann das denn eigentlich her, denn um diese Zeit, ähh, viele werden sich gar nicht mehr daran erinnern, auch die jüngeren wissen vielleicht gar nicht, dass Ende des zwanzigsten Jahrhunderts von irgendwelchen Religionskriegen zwischen West und Islam aber auch vielen anderen Parteien überhaupt keine Rede sein konnte, das ganze war also absolut aus der Luft gegriffen. Jebsen: „Die Fage, war es aus der Luft gegriffen oder war dieser Herr Huntington nicht jemand, der im Auftrag gehandelt hat, weil sein Buch „Clash of civilizations“ wurde ja zum Weltbestseller. War das eine Prophezeiung eines wirklich genialen PRofessors oder war das eher ein Programm?“ Wisnewski:Nein, aus meiner Sicht, also die Welt hat das, und auch  die journalistische Welt als Prophezeiung gesehen und ihn als genialen Seher sozusagen, aus meiner Sicht ist das natürlich ein Programm gewesen denn hier ging es einfach um die psychologische Vorbereitung auf den nächsten großen Konflikt den man anzetteln wollte, man musste ja den alten Feind dringend ersetzen aus vielen Gründen, ersteinmal um die Rüstungsindustrie  am Laufen zu halten, um die Bevölkerung unter Spannung zu halten, aber man wollte natürlich auch mit der Eroberung des Globus weitermachen, die Sowjetunion, den Warschauer Pakt hatte man aufgelöst und man wollte jetzt den nächsten großen Brocken angehen und das ist die islamische Welt mit all diesen Ländern die vom Islam sozuagen in Anführungszeichen beherrscht werden.“ Jebsen: „Das heisst es ging es eher darum dieses Machtvakuum zu füllen, bevor der nächste große Gegner China sich da breit machen würde. Wisnewski: „Ja, das auch, aber es war ja so, also man muss ja eins sehen,  es geht nur um die Weltherrschaft, in der ganzen Geopolitik geht es nur darum, dass sich das angloamerikanische Imperium über den Globus verbreiten will, und das wurde eben übersehen nach dem Fall der Sowjetunion, als man diese Visionen hatte vom Ende der Geschichte, hat man vergessen worum es eigentlich ging, nämlich darum dass die gesamte Welt unter eine herrschaft gestellt werden soll und der nächste große Brocken auf diesem Weg ist nun einmal die islamische Welt.“ Jebsen: „Dann ist Ihrer Meinung nach dieer Kampf gegen den Terror nur ein Fake, nur vorgeschoben?“ Winsweski: Ja, absolut, der Terror wird auch zu großen Teilen künstlich konstruiert, ich habe ja schon 1992 zusammen mit zwei Kollegen ein Buch über den Terrorismus hier in Deutschland geschrieben und das haben wir genannt das „RAF-Phantom“, also wir haben eigentlich diesen Begriff kreiert des Phantom-Terrorismus, des inszenierten Terrorismus der  politisch instrumentalisiert und konstruiert wird um bestimmte Interessen zu verfolgen, und -ähhh- darum war ich auch am 11. September 2001 sozusagen wie aus dem Häuschen, weil ich nun feststellte, das gleiche spielt sich  nun auf globaler Ebene ab.Jebsen: „Viele -äh- lassen sich ja da instrumentalisieren weil man sie einschüchtert, die sagen dann, ja gut, da muss man vorrübergehend mal in den sauren Apfel beissen,  man muss erhöhten Rüstungsausgabe zustimmen, man muss erhöhter Überwachung zustimmen, weil ja der Terror von außen einen bedroht, aberwenn sie sich anschauen was nach 911 vor allem in den USA passiert ist, dann ist das ein Wegkehren von Bürgerrechten, ist den Amerikanern das klar? Wisnewski: „Ja, ich glaube, das ist tatsächlich vielen Amerikanern klar, so wie es auch in Deutschland viele kritische Bevölkerungsteile gibt, aber die bekommen einfach keine Stimme, sie machen sich Luft im Internet natürlich, da haben sie ihre Stimme, aber sie finden ja nicht statt in den Mainstreammedien, und ich kann nur sagen, der Terrorismus, oder diesen Terrorismus, der uns angeboten wird in den Medien, als echt oder als echtes Ereignis, wer den mit Gegenterror und SIcherheitsgesetzen und Aufrüstung bekämpfen möchte, der schließt einen Pakt mit dem Teufel.  Jebsen: „Die Deutschen sind ja sehr europakritisch und wollen sich nicht von Brüssen bevormunden lassen, das hat ja auch mit der Finanzkrise zu tun, und bei PEGIDA gehen ja jetzt Menschen auf die Straße, die dann unter Umständen unter diesem Europagedanken noch was ganz anderes untergeschoben bekommen. Ist diesen Menschen denn klar, dass sie hier möglicherweise über die Hintertür manipuliert werden.“ Wisnewski: „Nee, das lgaube ich nicht, dass denen das klar ist, ich glaube natürlich, dass viele Menschen die Hoffnung haben, das endlich mal was passiert, das sich endlich mal was ändert, dass endlich mal jemand auf die Straße geht, und diesem Bedürfnis wird ein Ventil verschafft, mit solchen aus meiner Sicht inszenierten Demonstrationen und diesem Bedürfnis werden neue Motive oder Implikationen aufgepfropft, da gibt es auf einmal eine europäische Identität, wir sind nicht patriotische Deutsche in diesem Fall, sondern patriotische Europäer, und plötzlich es gibt nicht einen bunten Flüchtlingshaufen, sondern den Islamismus, gegen den wir vorgehen sollen. Und das wird uns hier verkauft und da werden wir praktisch drunter versammelt unter diesem Label, man muss sich ja die Schlagzeile ansehen…und diese Schlagzeile, dieses Motto ist entscheidend, und damit marschieren diese Leute für Dinge mit, die so nicht richtig sind und die sie so auch nicht haben wollen.“ Jebsen: Das erinnert mich ganz stark an Edward Bernays und Propaganda, dass man über Bande eben Werbung macht für Dinge, die man so nicht aussprechen würde, weil da wären viele dagegen. Also, viele sind jetzt auf der Straße, die aber auch Probleme haben mit diesem starken Europa, aber sie merken es nicht, wer steht denn Ihrer Meinung nach hinter PEGIDA? Wisnewski:Ja, das ist ja das nächste Problem, wir haben nicht nur diesen Slogan mit diesen beiden Inhalten Europäisches Vaterland und gegen den Islam allein, sondern wir haben ja außerdem noch, wenn ich den Medienberichten trauen darf, einen kriminellen an der Spitze dieser Bewegung…das ist ne neue Qualität, früher ist man gesellschaftlich anerkannten hochstehenden in Anführungszeichen Personen  hinterhergelaufenbei solchen Bewegungen, wie beispielsweise Heinrich Böll oder Willy Brandt (?), und anderen und heute läuft also das Volk einem offen kriminellen hinterher…die Medien schreiben es überall, und das sollte man auch als gesellschaftliche Implikation nicht unterschätzen….


 Wisnewski erläutert nun, dass Kriminelle wie Bachmann, der Organisator von PEGIDA, sehr anfällig für Anwerbeversuche von Verfassungsschutz oder Geheimdiensten seien. Im nächsten Absatz rühmt sich Jebsen, KenFM habe Verbindungen von PEGIDA zur BILD nachgewiesen, was natürlich Blödsinn ist. Von der Tatsache, dass bei BILD auch antimuslimische Richtungen bei Autoren festzustellen sind, bis zu einem Nachweis, ist es ein weiter Weg, Jebsen möchte sich wohl wieder einmal als ‚investigativen Journalisten‘ präsentieren. Und dass ein Autor der BILD muslimfeindliche Texte verfasst, ist kein Geheimnis. Im Gegenteil, lösten doch seine Artikel schon mediale Diskussionen aus.


Jebsen: „Herr Wisnewski, KenFM konnte ja als erstes Presseerzeugnis eine Verbindung zwischen Lutz Bachmann und der Springerpresse nachweisen, denn Bachmann rühmt sich auf seiner Homepage damit, gute Kontakte zu Springer zu haben und so also auch besonders, ich zitiere jetzt mal ’schnell und flexibel auf teilweise ausgefallene Wünsche reagieren zu können‘, Ist PEGIDA ein Elitenprojekt? Wisnewski: „Ja, das sehe ich so, ich denke, wie ich schon sagte, man möchte hier den Volkszorn auffangen und in eine gewünschte Richtung lenken, man will ihm so ein bißchen einen Schubs Richtung Europa geben und einen anderen Schubs gegen den Islam, und will diese Kräfte damit erstmal lenken aber auch neutralisieren, in dem sie zum Ausdruck kommen dürfen endlich einmal auf der Straße… Jebsen: „Die Friedensbewegung wurde ja von der Presse in den letzten Wochen und Monaten sehr stark bekämpft, dann taucht PEGIDA auf und wird wohlwollend aufgenommen. Ich stelle mir die  Frage, womit das zu tun hat. also, die Friedensbewegung hat sich ganz klar gegen die NATO ausgeprochen und ein Herr Drewermann, der in -vor Schloß Bellevue- sprach, hat auch die Auflösung der NATO gefordert, bei PEGIDA sehen wir das alles noch nicht, aber glauben Sie, dass man dieser Bewegung unterschieben könnte, wenn man für sein Abendland kämpft, wenn man gegen die Islamisierung kämpft, kommt man nicht umhin, dass man die NATO auch weiterhin in den Gebieten arbeiten lässt, wo der Islam zu Hause ist? „ Wisnweski: „Ja, das glaube ich unbedingt, denn diese PEGIDA-Bewegung ist eben ein Teil dieses Kampfes der Kulturen, der schon vor zwanzig Jahren sozusagen programmiert und angekündigt wurde von Samuel  Huntington und SEINEM Establishement in den USA, die PEGIDA-Bewegung gehört in diesen Kampf der Kulturen hinein, sie ist sozusagen eine der Erfüllungen dieser Prohezeiungen, jetzt gibt es richtig Zoff auf unseren Straßen zwischen Europäern und Muslimen und es geht gegen die Muslime und die Muslime regen sich wiederüber die Europäer und den Westen auf, es geht hier um einen dialektischen Prozess der sozusagen angeschoben werden sollte, man will die beiden Seiten so aufheizen dass sich endlich gegeneinander losgehen, und allen Strategen des Kampfes der Kulturen wird diese PEGIDA-Bewegung sehr gut gefallen.“


Sehr lustig, was? Auf der einen Seite soll es sowas wie einen Kampf der Kulturen nicht geben, auf der anderen Seite betont Wisnewski im Lauf des Interviews schon einmal seine Hoffnung für den Kampf um ‚deutsche Identität‚, und dass PEGIDAS PRoblem sei, dass sich nicht gegen eine „bunte Flüchtlingswelle“ gestellt würde, auch ‚Volkszorn‘ wird betont. Nun also soll PEGIDA zur Erfüllung von Samuel Huntingtons Theorie werden, natürlich gesteuert und kontrolliert, am besten noch durch die NATO. Truther unter sich! Je paranoider die Frage, desto paranoider die Antwort. Aber so ist das eben: Beim zu schnellen Sprechen kommt hier wohl einer mit dem Denken nicht hinterher. Und bei dem Denken wurde schon lange falsch abgebogen. Im nächsten Absatz behauptet Wisnewski dann etwas sehr truthermäßiges, nämlich dass die richtigen Arten zu Denken und Analsyen anzustellen, unterdrückt würden.


Jebsen: Herr Wisnewski, final eine Frage, welche Chancen hat der Ottonormalbürger der immer noch ARD und ZDF guckt und die BILD-Zeitung liest oder die FAZ, welche Chancen hat so ein Bürger, dieses Spiel überhaupt zu enttarnen? Wisnewski: „Eigentlich überhaupt keine Chancen, weil die entscheidenenden Informationen werden dort vorenthalten und es werden auch die entscheidenden Möglichkeiten den Menschen vorenthalten, auf eine -wie sage ich das jetzt- auf eine gültige Weise zu denken und diese Informationen auf eine gültige Weise zu analysieren, dass auch wirklich etwas dabei herauskommt, denn diesen Meinungen geht es eigentlich nur darum, die Leute auch in diese Richtung zu  lenken, in die sie laufen sollen, nämlich mit voller Wucht gegen den Islam aufzutreten.“ Jebsen: „Gibt es Ihrer Meinung nach überhaupt noch so etwas wie eine linke oder rechte Presse, kann man das  überhaupt  so noch sagen? Wisnewski: „Das ist sehr schwierig, weil das eben imm erwieder wechselt von Fall zu Fall, von Thema zu Thema, die linke Presse kann auch äußerst rechte Positionen vertreten in Anführungszeichen und umgekehrt, das ist alles in Auflösung begriffen diese ganzen Strukturen und Grenzen zwischen den verschiedenen politischen Lagern, deswegen ist das also für mich nur noch sehr schwammig erfassbar. was eigentlich links und rechts sein soll.“ Jebsen: Her Wisnewski, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch und biete Ihnen hier nochmal die Möglichkeit auf Ihr aktuelles Buch hinzuweisen.“ Wisnewski: „Ach so, ja…“


Soso – gültige Arten zu denken und zu analysieren werden also unterdrückt. Welche Arten zu denken dies sein sollen, kann man sich, beschäftigt man sich kritisch mit diesen Personen, denken. An dieser Stelle ist das Interview vorbei – die Werbung, die Wisnewski bei KenFM für seine ‚Bücher‘ machen darf, schreit nicht nach Transkription, im Gegensatz zu den anderen Fragwürdigkeiten.

Für ergänzende Kommentare interessierter Leser wird gedankt.

Von der ‚Gleichschaltung‘ und dem ‚Totschlagargument‘

In diesem längeren Text soll aus gegebenem Anlass nochmals auf die schon länger laufenden thematischen Verquickungen und die gefährlich geistige Nähe von den Nachdenkseiten und Kanälen wie KenFM von Ken Jebsen hingewiesen werden.

Albrecht Müller ist offensichtlich der Meinung, dass Personen wie Jürgen Elsässer, Ken Jebsen oder Lars Mährholz keine(!) Antisemiten seien. Zu einem Gastbeitrag von Konstantin Wecker, der am 24. April 2014 bei den Nachdenkseiten erschien, fügte Müller einen kleinen Beisatz an, ganz am Ende des Textes: „Anzumerken bleibt, dass ich die Rolle von Jutta Ditfurth etwas kritischer sehe. Sie unterstellt manchen zu Recht und manchen zu Unrecht Antisemitismus, ohne Belege zu nennen, wie zum Beispiel hier“. Und unter Müllers „hier“ ist das 3SAT-Interview verlinkt, welches mit Jutta Ditfurth geführt wurde. Drei Namen nennt sie dort: Jürgen Elsässer, Ken Jebsen und Lars Mährholz. Allen diesen Personen ist Antisemitismus in Wort und Schrift nachweisbar. Auch wenn es bei einem von Ihnen laut einer Münchner Richerin nicht für das Prädikat ‚glühend‘ reichen soll, ist auf Erkenntnisse der Antisemitismusforschung bezogen, die Sache eindeutig. Aus diesem Grund allein löschte wohl Jebsen, der nun ebenso wie Elsässer verschiedene Menschen vor den Kadi ziehen will, sein offen antisemitisches Video „Zionistischer Rassismus“. Vielleicht eine Grundbedingung dafür, dass der Friedenswinter von Personen wie Sahra Wagenknecht aus der Parteikasse bezahlt wurde? Aber Herr Jebsen ist offensichtlich nicht in der Lage, den Begriff Antisemitismus in seinen verschiedenen Ausprägungen und der Bedeutung zu erfassen: Fast in jedem seiner allein dieses Jahr erschienenen Videos, in welchen er vor allem seiner Profilneurose freien Lauf zu lassen scheint, bringt Jebsen verschiedene Antisemitismen an. Sekundärer, israelbezogener, separatistischer: Überall ist etwas dabei. Daher ist der Einsatz von Müller für Jebsen bemerkenswert. Dass Müller in den hier genannten Texten keine wirklichen Zweifel daran lässt, dass er Antisemitismus einzig als Angriff und Totschlagargument begreift, anstatt sich über die Ursache dieser Etikettierung und womöglich eigene Unzulänglichkeiten des Denkens Gedanken zu machen, ist offenbar. Für Müller scheint alles Teil einer großen Verschwörung zu sein, die ihre Ursprünge, wie sollte es anders sein, in US-Amerika hat. Müller führt nicht weiter aus, wem Jutta Ditfurthzu Recht“ und zu „Unrecht“ Antisemitismus vorwarf. Da er aber nun inzwischen mit Jebsen an einem Tisch sitzt, sich über zwei Stunden interviewen ließ und die Montagsdemos/Friedenswinter schön schreibt und bewirbt -wie auch sein Mitarbeiter Jens Berger bei den Nachdenkseiten und dem Spiegelfechter, kann man sich wohl denken, wen Albrecht Müller als zu Unrecht Beschuldigten meint.

Auch Müllers Mitarbeiter Jens Berger scheint eine angeblich gewünschte Distanz zu Jebsen nur dem Schein nach aufrechterhalten zu wollen, verlinkte er doch schon öfters in diesem Jahr, auch nachdem sein Kompagnon Jörg Wellbrock zum Start der Montagsdemos zunächst einen kritischen Artikel verfaßte, zu dem Youtube-Kanal ‚KenFM‚ von Ken Jebsen. Es ist bemerkenswert – da streitet Müller nicht nur Antisemitismusvorwürfe gegenüber Jebsen, sondern zum Beispiel auch zu Werner Rügemer stets ab mit der Begründung, es seien Mechanismen der ‚Gleichschaltung‘. Natürlich eine von außen gesteuerte Gleichschaltung, die durch US-Amerika erfolgen soll, und Angriffe, die der Mundtotmachung dienen sollen. Mit dem Video von Ken Jebsen „Zionistischer Rassismus“, das bis zu dessen Löschen der ‚Dauerkracher“ bei KenFM war, hat sich niemand der ‚Analysten‘ von Spiegelfechter und Nachdenkseiten bisher beschäftigt. Berger thematisierte dies in seinen Verlinkungen zu Jebsen nie. Dafür ist man stets bemüht, das Problem des erstarkenden Antisemitismus kleinzureden, es als Abwehrmaßnahme des bösen Systems zu bezeichnen.

Angesichts des Laissez-faire-Verhaltens gegenüber solcher Figuren wie Jebsen, die keine Berührungspunkte zu antimuslimischen und antisemitsch auffälligen Hardcore-VT’lern wie Udo Ulfkotte haben, wirkt es auch nicht verwunderlich, dass sich Albrecht Müller mit Artikeln wie „Einige interessante Dokumente zum Kolonie-Status Europas“ beständig hervortut und deutlich als  Antiamerikanist auftritt. Obwohl all dies in den letzten Jahren unter Einbezug einer nicht kleinen ‚Gegenöffentlichkeit‘ geschah, welche Müller mit seinen medialen Erzeugnissen zusammenführen und stärken möchte, fielen diese antiamerikanischen und den Antisemitismus kleinredenden, müllerschen Eskapaden leider nur wenigen Menschen auf. Dies führte dazu, dass Albrecht Müllers Nachdenkseiten sich als musterlinke Aufklärungsseite verkaufen möchte, die mit diesem Status auch die Querfrontveranstaltungen rund um Montagswahnmacher und Friedenswinterfrierer, vor allem aber deren Hauptinterpreten wie Jebsen, Shahyar, Elsässer, und wie sie alle heißen mögen, gesellschaftlich ‚legalisieren‘ möchte. Gerade bei älterem ‚alternativen‘ Publikum sind die Nachdenkseiten bekannt. Für diejenigen Denkbefreiten, die hinter angeblichen linken Gallionsfiguren, Helden und Führern wie Dehm, Hunko, Wagenknecht und Gehrcke herlaufen möchten, hört sich dies bestimmt auch toll an: Wenn die Linke dabei ist, kann da ja nichts antisemitisches oder nationalistisches und verstörendes dahinterstecken, sonst hätte ja die NPD mobilisiert und nicht die Linke, so redet man dort. Und so verwundert es nicht, dass diejenigen, welche sich noch zu Anfang des Jahres als „nicht links, nicht rechts, sondern vorne“ verkaufen wollten, nun auf einmal ihre linken Wurzen finden, sich als Hippies bezeichnen und auf die Antifa und ‚die Antideutschen‘ schimpfen, weil diese ja gar nicht begriffen hätten, was es bedeute, links zu sein. Die Leute um Wagenknecht, Gehrcke, Hunko, Dehm -und wie die anderen geistigen Leichtgewichte heißen mögen-, die solcherart Hardcore-Antisemiten salonfähig machen, und hierbei selbst als solche schon länger als in dieser Beziehung ’schwierig‘ oder als ‚Antizionisten‘ gelten, verstehen die Problematik ihres Handelns ganz offensichtlich nicht.  Dieser Satz, den Gehrcke schrieb, muss sich für wirklich gegen Antisemitismus einsetzende Menschen, die auch geistig fassen können, was es mit Antisemitismus auf sich hat und diesen erkennen, wie Hohn anhören:

„Unsere Demonstration ist anti-faschistisch; ohne Wenn und Aber. Wir stehen in der Tradition des Schwurs von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg. Wir lehnen jede Form des Rechtsradikalismus ab, wir arbeiten mit Rechtsradikalen nicht zusammen(…)wir leisten Widerstand! Lasst es mich noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sagen Nein zu Antisemitismus, neuen Rechten, Reichsbürgern, Rassismus, Nationalismus und Faschismus(…)diesem Credo, vorgetragen auf der Berliner Demonstration am 13. Dezember, bin ich verpflichtet, diesem Credo ist Diether Dehm verpflichtet, Reiner Braun ebenso und auch Ken Jebsen und Lars Mährholz haben diesem Text zugestimmt “.

So sieht also das ’nein‘ zu Antisemitismus aus: Man läßt sich von deutschlandweit bekannten, antisemitisch ruchbaren ‚Persönlichkeiten‘ interviewen und nutzt ihre Onlinepräsenz für das Zelebrieren des eigenen fehlverstandenen Dissidententums. Andere Aufrufende, wie Albrecht Müller, ein Gründer und Betreiber der Nachdenkseiten, bezeichnen berechtigte Antisemitismusvorwürfe gegen Einzelpersonen schon seit Jahren als Gleichschaltung‘, und gehen mit dem Wortgebrauch auch nicht sparsam um, die Suchfunktion bei den Nachdenkseiten ergibt einhundertdreißig(!) Treffer für Gleichschaltung; während seine Mitarbeiter in den Videohinweisen der Nachdenkseiten Links zu Kanälen von antisemitisch Auffälligen setzen. So läßt sich an der ‚politischen Intelligenz‚ dieser Personen aus meiner Sicht gehörig zweifeln, vor allem an ihrer Beurteilungsfähigkeit für Dinge wie Antisemitismus, von der sie selbst keine Ahnung zu haben scheinen, außer eben, das sie keine Antisemiten sein möchten und die nicht verstandenen Kategorisierungen ablehnen. Die heutige Verlinkung von Jens Berger zu Dieter Dehms Stellungnahme macht das deutlich. Für Dieter Dehm fängt Antisemitismus wohl erst bei dem Geruch nach Menschenfleisch an, er sagt „Antisemitismus ist dem Massenmord vorbehalten und muß dem Massenmord vorbehalten bleiben. Wer nach einem Jahr der youtube-Berieselung durch Ken Jebsen noch nicht die Problematik seiner Aussagen verstanden hat, und sogar ihm Interviews gibt oder Demoaufrufe über seinen Kanal produzieren lässt, der hat den Schuss nicht gehört und ist wohl taub ‚auf diesem Ohr‘.

Ken Jebsen, der diesem Beschluss zugestimmt haben soll, handelt entsprechend: Er verleugnet, seine Aussagen je getätigt zu haben, die aber in Form seines viralen und erst kürzlich von seinem Kanal gelöschten Videos wie in Stein gemeißelt sind. Er will von so etwas nie gewusst haben und stellt sich blöd.

Gehrcke sollte, wie die anderen ‚Friedenswinterdissidenten‘, sein Parteibuch abgeben und die ‚rostbraune Partei‘ Deutschlands gründen, die ein echter Wahlerfolg werden könnte. All diese, die nun in einen Jesuskomplex verfallen und eine Opferhaltung an den Tag legen, wie Antisemiten es gerne tun, sollten ihr eigenes Ding aufmachen. Sie könnte sich auch die ‚Opferpartei Deutschlands‘ nennen. Ihre angebeteten Führer wie z.B. Jebsen und Shahyar könnten in dieser dann die Stellung einnehmen, die ihnen laut derer Aussage wohl von der bösen Gesellschaft, die unter der medialen Gleichschaltung leide, schon lange verwehrt würde. Es ist ein Drama, dass diese ‚problematischen’Personen, von denen sich einige schon in den Debatten um die ‚Toilettenaffäre‚ so unrühmlich hervorbrachten und durch den angekündigten Boykott frisch gefällter Beschlüsse auffielen, nun weiterhin die Partei zugrunde richten. Und weiterhin, so wie schon die ganze letzte Zeit, auch die neuesten Beschlüsse zu der Thematik als nichtig für sie erachten.

Herr Karl kommentierte eine heute von Jens Berger, der auch den problematischen Spiegelfechter betreibt, vorgenommene Verlinkung und Veröffentlichung eines dehmlichen Statements bei den Nachdenkseiten folgendermaßen: ‚Und wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann: Die NachDenkSeiten veröffentlichen allen Ernstes Diether Dehms bescheuerten Text „Vorsicht Faschist!“. Diesmal ohne Anmerkungen‘.

Für Albrecht Müller und rund um die NDS schien die medial-politischeThematisierung von Antisemitismus schon immer eine Bedrohung darzustellen, nicht die Existenz desselben. „Der Antisemitismus wird zur gesellschaftspolitischen Gleichschaltung benutzt“ – dies fantasierte Müller schon im Jahr 2011, die Kritik an Augstein für dessen Verteidigung von Günther Grass, und dem Umgang mit der Thematik an sich, wurde von ihm als ‚Hatz‘ beschrieben. „Kritik an Israels Regierung = Antisemitismus“, dies schmierte Müller in seine Website wie an eine Toilettenwand. Es ist überhaupt bemerkbar – Müller verwendet gern diesen Telegraphenstil, in dem er seine Schlussfolgerungen auf das wesentliche verkürzt präsentiert, so als seien es naturwissenschaftliche Merksätze.

Die Interpretationen, welche die genannten und ungenannten Abweichler, Antiamerikaner, ‚Antizionisten‘ und Antisemiten gegenüber Ihren Kritikern in Medien, Politik und Gesellschaft anbringen, sind indes leicht erklärbar. Um es kurz zu fassen – die Kritik sprengt offenbar den Rahmen ihres Verständnisses, die einen wirken intellektuell traurigerweise nicht hierzu in der Lage, die anderen haben offensichtlich einen ideologisch versperrten Deutungsrahmen. Allen gemein ist, dass sie aufgrund dessen ihre Kritiker einzig einer fremden Macht zuordnen können. Das, was sie nicht verstehen können, ordnen sie demnach einer Verbiegung der ihnen anders geläufigen Begriffe zu. Ihr Opfergestus ist zu einem Ritus verkommen, einer gesellschaftlichen Angelegenheit für alle sich als Opfer und Verfolgte fühlenden. Ein Opferritus wird zelebriert.

Zum einen spielen hierbei die Antiamerikanismen ein, welche man als deutscher wohl leider ‚mit der Muttermilch‘ einsaugt (vom verrufenen RockandRoll und Bubblegum, über die die Kinder und Jugendlichen bedrohenden Comics bis zu den so gewerteten Unkulturen unserer Tage. Die Entstehung all dieser Dinge wurde allzu gern den ‚doofen Amis‘, oder dem dekadenten Westen, angelastet), der durch psychologische Mechanismen erklärbare sekundäre und israelbezogene Antisemitismus nun ebenso. Die Kritik an diesen ‚Sichtweisen‘ und Erklärungsmodellen wird von den Kritisierten offenbar nicht verstanden, und so wird sie umgedeutet in feindliche Angriffe auf die „vernünftige“ Erklärung des Zustands der Welt. Sie fühlen sich angegriffen, mundtot gemacht – und fürchten die Isolation als Spinner.

Wobei zwischen denen, die sich anschließen – und denen, die diese Veranstaltungen losbrachen und hypten, ein Unterschied besteht. Die einen fühlen sich als ‚linke‘, die anderen verkündeten aus Werbezwecken, sie wollten eben dieses nicht sein. Als dann die sich als links Empfindenden sich nur unter der Prämisse dem Ringelpiez mit Anfassen anschließen wollten, wenn sich zu ‚Antifaschismus‘ bekannt würde, wurden eigene ‚Modelle von Antifaschismus‘ ersonnen. Es gab wohl einige hohle Lippenbekenntisse – und für die Antizionsiten der Linkspartei scheint der Käse gegessen.

“Vieles spricht dafür, dass der Antisemitismus-Vorwurf – neben anderem – dazu benutzt wird, jegliche politische Alternative zur herrschenden Ideologie und Politik auszuschalten.“ Diesen Satz warf Albrecht Müller schon im Jahr 2011 der damaligen Vizevorsitzenden der Linkspartei, Halina Wawzyniak , vor. Halina Wawzyniak kritisierte schon damals zuvor den Text von Müller. Und am 10. November erschien auf den Nachdenkseiten ein Beitrag für den Albrecht Müller verantwortlich zeichnet. Er trägt den Titel: ‚Besorgte Reflexion über die Grenzen dessen, was Bürger noch öffentlich mitteilen dürfen‚. In diesem geht es um die Erfahrungen einer Leserin mit der ‚Zensur‘ in den Foren von SPON, FAZ und ‚ähnlichen Medien‘, angesichts der Tatsache, dass Meinungen zur MH17 und anderen Dingen bezüglich Themen, die Russland betreffen, zensiert würden. Angemerkt werden muß, dass Albrecht Müller Monate zuvor seine Leserschaft zu einem Shitstorm auf die ‚Mainstreammedien‚ (MSM) aufforderte, der merklich wurde. Hierzu riefen nicht nur die NDS auf, sondern auch die Montagswahnmacher und Nazi-Anonymous von Mario Rönsch.Garniert werden diese Unterstellungen mit der Frage, ob, wenn „solche Lapsen, Dramatisierungen, Dämonisierungen & manichäisch strukturierten Beschuldigungen..in deutschen Medien hinsichtlich der israelischen Regierung und Bevölkerung laufen“ würden – ob dann nicht „auf ein entsprechendes internationales Echo hin die Staatsanwaltschaft aktiv“ würde und auf den „Straftatbestand der Volksverhetzung wegen Antisemitismus“ ermitteln würde. Es gibt sie immer wieder, unangemessene Vergleiche, Opferstilisierung und -Rhetorik und ‚verschwörungstheoretische‘ Unterstellungen. Mit Antisemitismus möchte man sich nicht beschäftigen, es sei denn, man kann ungebührliche Vergleiche absetzen.

Nun stehen die Nachdenkseiten in Bezug auf Seriösität auf einer Stufe mit ‚Propagandaschau‘, ‚Weltnetz“ – hinter dem Portal ‚Weltnetz‚ stehen wahrscheinlich, Verlinkungen und Themata lassen hierauf schließen, maßgeblich die gleichen bis ‚ähnlichen‘ Verantwortlichen wie hinter den Nachdenkseiten-, KenFM und vielen anderen. Und sogar mit Reichsbürgern hat Albrecht Müller die geäußerte Phrase gemein, dass Deutschland nicht souverän sei, welche aber auch zu gut in die Thematik von ‚Gleichschaltung‘ und ‚mundtotmachen‘ passt. KenFM übernimmt inzwischen auch ‚Gastbeiträge‘ seiner Verteidiger und Fürsprecher mit ins Programm auf, so dass Albrecht Müllers neuerlicher Auswurf über die ‚Geichschaltung‘ -und im vorhinein durch SIE manipulierte Berichte- über einem Beitrag der Frau erscheint, die Henryk M. Broder gerichtsfest als Antisemitin bezeichnen darf.

Ach ja, und bei rtdeutsch, dem Haus- und Hofkanal der VT’ler, Wahnmacher und vereinigten Aluhüte, wurde diese Woche Eva Hermann interviewt. Thema: Rufmord. Widerlich!

Das Linke Sprachrohr? Ein friedenspolitischer Ratschlag…

Wolfgang Gehrcke, Mitglied der Linken, hat durch eine von KenFM produzierte und bei KenFM hochgeladene Videobotschaft für das große Friedensbibbern geworben. KenFM – Sprachrohr linker Politiker und linker Politik? Allen Ernstes? Nun, Ken Jebsen jubelt gewiss, und wird Wofgang Gehrcke wahrscheinlich auch schon als Werbefigur für seine Zwecke eingeplant haben…Albrecht Müller, Sahra Wagenknecht – und nun eben der Gehrcke. Und es gab ja schon ein längeres Interview mit dem famosen Kennie. Und er warb auch damit, dass der Gehrcke in Bezug auf ‚Israel‘, dem beliebten Dauerthema aller Glühenden, ‚kein Blatt vor den Mund nimmt‘.

Ken Jebsen faselt nun in einem anderen Video „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun“ von den Segnungen seines Querfontfriedenswinters, und natürlich der paranoiden Standardfrage ‚wem nützt es‘. Jebsen, der sich wohl als großer Denker unserer Tage fühlt – und das scheint er für einige Waldorfler zu sein, erklärt in diesem Erguss weiterhin: „Wer ein Problem erkennt und nichts zu dessen Beseitigung unternimmt, ist möglicherweise Teil des Problems!(…)wer sich im Fadenkreuz wiederfindet, hat leichtes Spiel herauszufinden, wer oder was das Böse ist – derjenige, der am Abzug steht(…)wenn gar nichts mehr geht, sind die, die für ihre Überzeugung auf die Straße gehen, z.B. weil sie Krieg in Europa mit deutscher Beteiligung verhindern wollen, die Bösen.“

Deswegen ein paar  persönliche Worte. Nun, zunächst lieber Kennie – es ist Krieg in Europa. Ein Krieg, der durch Soldaten auf Urlaub angetrieben wird. Niemand aber, der gegen deine Wichtelnazizusammenkünfte ist, ist deswegen für Krieg. Du armer Wicht aber bist auf deinem persönlichen Kreuzzug gegen die Gesellschaft, die dich Antisemiten nennt, jeden der den Querfrontkurs ablehnt, der dir vor allem Abonnenten bringt, zum Gegner. Ken – Du bist ein Feind der offenen Gesellschaft. Und als solcher musst Du auch behandelt werden. Deine Videobotschaften, die voller Opferrhetorik stecken, und deutlich eine Profilneurose erster Güte offenbaren-  sie stecken voller primitivem Hass. Dein dümmlicher, in der Frage von Gutem und Bösem enthaltener, kindlicher Dualismus, der dein Denken offenbar verwirft und zerklüftet, macht das deutlich. Ken – jedes deiner Videos ist ein Fall für den Therapeuten, zusammen ergeben sie für den skeptischen Hörer ein einzigartiges Psychogramm. Sie sind die Landschaftsmalereien und Postkarten, die Zellenergüsse userer Tage. Darüber, dass Du wohl auch demnächst gerichtsfest als Glühender bezeichnest werden darfst, darüber freue ich mich schon heute. Ich sage es deutlich: Als Feind der offenen Gesellschaft, als jemand, der gern in gut und böse sortiert, musst Du isoliert werden. Ich empfehle für dich in dieser unserer durchpsychiatrisierten Gesellschaft die Gummizelle, dort darfst Du noch so toben, springen und schreien…und dass Du glühst, wofür Du glühst und wie Du glühst, das wissen wir beide.

Nachtrag: Liegt dem letzten Video eine logopädische Übung zugrunde?

Die Linke und KenFM

Vor drei Tagen fragte ich noch, wann Sahra Wagenknecht bei Ken Jebsen sitzt. Nun – Wolfgang Gehrcke war schon mal da. Unglaublich. So langsam braucht es ein Basta, ein paar deutliche Worte und Parteiausschlüsse. Nach etlichen Beschlüssen und Erklärungen zu dieser Thematik treiben diese paar Hansel den Rest der Partei, der auf selbem Kanal als nicht ‚wirklich links‘ gebrandmarkt wird (von Pedram Shayar in der ‚Auskopplung‘ Rebellinion), vor sich her. Über vorhande Beschlüsse wird sich offensichtlich hinweggesetzt. Widerlich, dass dann noch MdB’s der Linken dem von ‚Israelkritikern‘ geliebten Kanal und dem krautgefundeten Profilneurotiker die Hand reichen…bei KenFM wird natürlich auf die israelbezogenen Aussagen extra hingewiesen. Als Vorfreude auf den ‚Friedenswinter‘. Passiert da nichts, kann die Linke sich eine neue Parteifarbe verpassen.

Je oller, je doller – nach Albrecht Müller nun auch noch der Gehrcke mit dem roten Schal…und Ken Jebsen, der links und rechts als ‚Teile-und-Herrsche-Strategie‘ negiert, führt nun also mit alten Linkspartei-Mitgliedern Gespräche über den Kommunismus – und über Deutschlands Dasein als Vasallenstaat,  auch das Absondern der Kritiker innerhalb der Linken als rechts darf natürlich nicht fehlen. Hat die Figur Ken Jebsen, die ja angeblich aus der Zukunft kommen soll, schon ein auf den Namen Kashefi ausgestelltes Parteibuch? Machte sich bestimmt gut, neben dem von Hörstels Mitte…da machen dann bestimmt auch Wimmer, Ulfkotte und Konsorten mit. Massentauglich!

Hier im Blog wird zu späterer Zeit noch eine kleine Gesprächsanalyse folgen.Nach einer Runde Betäubungsmittel, viel frischer Luft und lauten Schreien…

Nachtrag: Bei Sahra Wagenknechts FB-Page tummeln sich (vom Profilbild her offensichtlich russisch-orthodoxe;) religiöse ‚Antimaidan‘-Freaks, Fans von  Evelyn Hecht-Galinski, Putinisten und Konsorten, dass es weh tut. Die braunrote Querfront formiert sich weiter…es könnte interessant werden in Berlin.