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Die einfache Weltsicht eines verbitterten alten Mannes

Jetzt komme ich noch zu einem Element das ganz wichtig ist, diese Stigmatisierung von der ich am Anfang geredet habe die hat etwas damit zu tun dass die andere Seite sag ich mal, anders als 1980, damals war es auch schon andeutungsweise aber heute die Medien fast völlig in der Hand hat.

Die Querfrontler begnügen sich mit dekomplexen Sichtweisen. Zum einen, da der gemeinsame Nenner griffig und einfach zu fassen sein muss. Zum anderen, da diese Denkweisen nur kindliche Dualismen und einfache Schwarzweiss-Schemata zulassen. Die Freund-Feind-Zuweisungen und paranoiden Vermutungen, welche in zahlreichen von Wichteln beklatschten Reden diverser Querfrontinterpreten enthalten sind, geben hiervon Zeugnis. Je paranoider der vorgebrachte Verschwörungsglaube, desto größer ist der Applaus. Und – am besten ziehen natürlich die publikumsträchtigen Hetzereien, welche die ‚konservativen‘ und linken politisch Verwahrlosten gleichsam hinter dem Ofen hervorlocken. Wie auch bei Pegida bilden Männer, besonders alte und verbitterte, die Mehrheit der Redner. Ob bei den zahlreichen Wichtelevents, oder in den ‚alternativen‘ Youtube-Kanälchen. exemplarisch für einen solchen verbitterten alten Mann, der jegliche Trennschärfe verloren hat (wenn er sie je besaß) und sich als links bezeichnet, soll sich dieser Text den Müllereien der jüngsten Zeit widmen.

Ein besonders krasses Ergebnis politischer Verwahrlosung stellt Albrecht Müllers im folgenden abgezeichnete, paranoide Logorrhoe dar. Seine bei dem Querfrontevent Stopp Ramstein gehaltene Schwurbelei ist die eines verbitterten, alten Mannes, der sein politisches Wohl immer mehr in den Reihen derjenigen sucht, die ein dekomplexes Weltbild pflegen. Müllers Dekomplexizität – ist sie schon immer da gewesen? Seine Rede steckt voller militärisch anmutender Übertragungen: Rudolf Scharping sei zum Beispiel bei einem USA-Besuch umgedreht worden. Er redet hier wie einer, der zu viele James-Bond-Romane gelesen hat. Müllers Denken scheint verzerrt – er ist auf der eine Seite, natürlich die Gute. Auf dieser ist er mit den anderen Aufgewachten, die er mehrmals so benennt. Auf der anderen Seite ist so eine Art amerikanisches Mordor und dessen Schergen.  [Hervorhebungen wurden natürlch durch durch den Verfasser gesetzt]

„Sprach mich eben einer, einer [schwer verständlich] von Ken Jebsen an, dass es wahrscheinlich außer mir einer von zwei Sozialdemokraten hier sind und ich wollte einfach mal Fragen gibt’s noch andere…toll. Und jetzt kann ich sehr schön den Bogen spannen, wenn ich jetzt auf der Hofgartenwiese in Bonn gewesen wäre, 1981, und ich hätte gefragt, da wäre das jeder zweite gewesen. Und das ist das ganze Elend das wir heute erleben, dass Menschen die für den Frieden demonstrieren und die etwas tun dass Frieden einkehrt und von den Deutschland nicht weiter äähhh Krieg nicht von Deutschland weiter betrieben wird, dass solche Menschen stigmatisiert werden, auf die Seite geschoben werden, verachtet werden und eben dann Gegenstand eines solchen Buches sind wie etwa Vorsicht Volk, dass muss man sich mal vorstellen. Und diese Stigmatisierung, diese Verächtlichmachung war einer der Grunde, warum ich mich für die neue Friedensbewegung im besonderen interessiert habe und warum ich auch hier stehe. [03:50] Ich habe vor anderthalb Jahren im April mitbekommen wie das losging, wie man gegen Menschen, die sich in Mahnwachen trafen oder die sich in Friedensgruppen trafen und die da demonstrierten, wie man die anging wegen Lächerlichkeiten, weil die den Begriff FED falsch verstanden haben oder was auch immer es war eine totale Aggression und es ging so weit, jetzt seit anderthalb Jahren ja, dass Leute wie Sie -wie wir- die Ihr hier seid auf ihr Anklagebank gehoben worden gesetzt worden sind und das finde ich so skandalös und da habe ich mir jetzt halt mal Gedanken gemacht wer eigentlich auf diese Anklagebank gehört. Da gehören zum Beispiel hin alle die, die diese Kriege in Syrien und Afghanistan gemacht haben und die Menschen hunderttausendfach getötet haben. Auf die Anklagebank gehören die Propagandisten der Militäreinsätze, das ist ja unglaublich wie selbstverständlich bei uns schon und unhinterfragt militärische Aktionen als ein Beitrag zu der Politik gewertet werden. Man muss ja jedesmal fragen hast Du noch alle Tassen im Schrank, wenn Leute so selbstverständlich davon ausgehen dass Militäreinsätze etwas bringen…. [Applaus]…ach so, auf die Anklagebank gehört der George Bush, der hat alleine durch diesen verlogene gründeten Irakmilitäreinsatz auch hunderttausende umgebracht und ist der eigentliche Vater des is, des islamischen Staates, zusammen mit den Saudis. [Applaus] Liebe Freundinnen und Freunde, wie sind in den letzten Jahren, in den letzten 25 Jahren, massiv betrogen worden und manchmal mache ich mir selbst den Vorwurf, obwohl ich 1999 wach war und obwohl ich mit wahrscheinlich auch vielen unter Euch gegen Tieffluglärm gekämpft habe – und übrigens mit Euch allen mit Erfolg,das willi ch euch mal sagen, man hat auch Erfolg wenn man demonstriert und wenn man opponiert. Also, obwohl ich damals schon wach war als SPD Bundestagsabgeordneter [06:20] , habe ich dann den Wechsel von gemeinsamer Sicherheit in Europa und Verständigung und nicht nur den Warschauer Pakt in Europa sondern auch die NATO loszuwerden, dass das von heute auf morgen stillschweigend umgedreht worden ist, das habe ich auch ein Stück weit verschlafen, obwohl es eigentlich schon früh erkennbar war und es erkennbar war wie deutsche Politiker umgedreht worden sind und ich will Euch drei Beispiele einfach mal sagen. 1991 gabs eine Wahl in Rheinland Pfalz und da kandidierte Rudolf Scharping und in Wahlkampf hat der gesagt ‚wir in Rheinland Pfalz wollen nicht weiter der Flugzeugträger der USA in Europa sein‘ [07:18] können Sie sich daran noch erinnern? Und dann ist er nach Amerika gefahren 1992 war das wohl oder schon 1991. Und kam wieder und war umgedreht. Wir haben damals eine Debatte gehabt in der Landesgruppe der SPD und des Saarlands in Bonn. Und er hat freimütig bekannt dass er sich an die Forderungen des SPD-Grundsatzprogramms wo drinstand dass wir gemeinsame Sicherheit mit Russland wollen, wo drin stand, dass wir sogar das Ende der NATO wollen, daran hat er sich nicht mehr halten wollen, so wirksam ist die Massage, die man in Washington erfährt (07:44]
[aus dem Publikum: das passiert immer wieder] und jetzt der zweite Fall, der zweite Fall des Umdrehens. Im Oktober 1998 haben sich auch wieder viele von uns gefreut, dass die Wahl für rotgrün gewonnen war. Und dann ist Joschka Fischer und Gerhard Schröder nach Washington gefahren und sie kamen wieder, haben übrigens den Vorsitzenden der SPD betrogen, das ist einer der Gründe, warum Oskar Lafontaine nicht mehr dabei ist. Sie haben dem Blinden versprochen dass sie mitmachen beim Bomben in Jugoslawien. So geht das bei uns. Kriegseinsätze – und dieser Einsatzort Bundeswehr in Jugoslawien war ein Sündenfall größten Ausmaßes, da ist nämlich [Applaus] da ist die Bundeswehr zum allerersten Mal out of area, außerhalb des NATO-Gebiets wie es heißt und überhaupt kriegerisch tätig geworden. Umgefüllt worden von einer Verteidigungsarmee zu einer Armee der Militäreinsätze. Das ist doch die gravierende Veränderung die in den letzten 25 Jahren stattgefunden hat. Der dritte Fall, der dritte Fall ist der von der Angela Merkel, es gibt unendlich viele andere noch, die mit der gelben – schwarzgelben Koalition vereinbart dass es keine Atonwaffen mehr geben soll bei uns, ja und es wurde auch beschlossen und dann lässt sie sich einfach Hhhmm nun ja, durch zqudern, sitzen. Plötzlich einmal ist sie nicht mehr dagegen und das ganze geschieht wie wir wissen auch in Rheinland Pfalz auf einem Flughafen und die deutsche Bundeswehr wird sogar an den Trägern mit äähh also am Tragen dieser Atomwaffen mit beteiligt. Dagegen gegen diese Veränderung, hin zu Kriegseinsätzen und weg von der gemeinsamen Sicherheit, dagegen demonstrieren wir heute und ganz konkret gegen de Nutzung von Ramstein für die Koordinierung für die elektronische Koordinierung des Drohneneinsatzes. Und dagegen zu demonstrieren lohnt sich wirklich. Jetzt komme ich noch zu einem Element das ganz wichtig ist, diese Stigmatisierung von der ich am Anfang geredet habe die hat etwas damit zu tun dass die andere Seite sag ich mal anders als 1980 damals war es auch schon andeutungsweise aber heute die Medien fast völlig Inder Hand hat. Und auch Medien von denen wir alle meinen, auch meine Freunde meinen dass die immer noch irgendwie fortschrittlich sind. Die Frankfurter Rundschau, die taz, die süddeutsche, auch die sind in diesen entscheidenden Fragen eingenordet auf Militäreinsätze. Ein unglaublicher Vorgang [11:00]. Und wenn man mal verstanden hat, welche Bedeutung die Meinungsmache für die politischen Entscheidungen hat, wenn man das mal verstanden hat, dann muss man wissen, dann weiß man dass man bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung ansetzen muss wenn man was ändern will. Dazu gehört ne Demonstration, dazu gehört aber auch äh sich einzumischen in wenns geht und halt eben auch gegenmedien zu schaffen. Das ist das, was ich seit zwölf Jahren tue, eben mit den Nachdenkseiten. Wir machen mit diesem Instrument den Versuch zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. Und wir sind nicht alleine, wir sind nicht alleine, es gibt Euch und es gibt sie und es gibt andere Medien, die sich daran beteiligen. Und da benenne ich jetzt heute früh ist es auch schon von von dem oder heute Mittag benannt worden, der Konstantin Wecker und es wäre zu nennen Weltnetz und ich nenne ganz bewusst den Ken Jebsen und seine Truppe [frenetischer Applaus] ich habe mich sehr damit beschäftigt, weil das bis in mein bis in unsere eigenen Reihen hineinwirkt, diese Stigmatisierung. Zu der süddeutschen habe ich mal geschrieben habe ich mal gesagt der redet zu schnell. Wir können nicht so schnell reden. Da sind wie wirklich benachteiligt. Aber, ich hab mich damit beschäftigt und ich finde: Selbst wenn es Differenzen da und dort gibt, die habe ich auch mit Willy Wimmer oder mit Norbert Blüm.“ [Applaus] [12:47]

Und das amerikanische Mordor ist natürlich böse, die einflussreichen Fühler reichen nach Good ol‘ Germany, einzig verschont geblieben von den Einflüsterungen des Bösen sind Müller und seine Mitstreiter.  Und Mordor, das ist sooo böse, dass zum Beispiel Rudolf Scharping eine Massage erhalten haben soll, die so wohltuend gewesen sei, dass er seine Politik, anders als ursprünglich beabsichtigt, geändert habe. Er sei den USA gewissermaßen hörig. Auch Angela Merkel wirft er genau dies vor: Umgedreht. Es mutet irre an. Multikausalität bereitet Müller Kopfschmerzen  – er hat es lieber einfach. Und andere Meinungen gehören verboten, gehören auf die Anklagebank. Wenn es nicht so ernst wäre – es könnte lustig sein. Und so präsentiert er dem johlenden Publikum zu was für grausamen Hirnverrenkungen er in der Lage ist. Die Propagandisten der Militäreinsätze gehören auf die Anklagebank? Wer ist für Müller ein Propagandist der Militäreinsätze – Müller verdeutlicht in seinem vorgetragenen Schwarzweissdenken immer wieder, dass alle, die gegen die Querfront-Friedensbewegung sind, Agenten der Rüstungsindustrie seien. Und alle, die von diesen kritisiert würden, sind nur arme Opfer. Genau betrachtet sind Müllers Reden zu diesem Thema, wie die von Jebsen auch, in die Länge gezogene Opferrituale. Müller – ein Opfer, Jebsen – ein Opfer. Wie die Friedensbewegung auch – den er diese Überzeugung gern aussprechen lässt und verlinkt.

Ach ja – das Buch ‚Vorsicht Volk aus dem Verbrecherverlag, über welches sich Müller so gern aufregt, dessen nüchterne Betrachtung hat ihn arg getroffen.

Wie diverse verrückte andere, aufgewachte Redner, die hin und wieder eine Demo der Montagsquerfront beglücken, fordert auch Albrecht Müller ein Gericht, vor das die von ihm so bezeichneten NATO-Verbrecher gestellt werden könnten. Zu den NATO-Verbrechern zählt Albrecht Müller, der sich in wütenden Schriften und durch Outings unschuldiger, kritischer Stimmen gegen Hinweise auf sein aktives Querfronttreiben wehren möchte, zetert nun wie ein beleidigtes Kind. Müller will nicht Querfront sein.  Er verteidigt sich lediglich dagegen, nicht rechtsextrem zu sein. Was ihm ja auch niemand vorwarf – eher, dass er die Vulgär-‚Kapitalismuskritischen‘ an ein Bündnis mit Rechtsextremen heranführt: ‚um denen da oben‘ zu schaden. Dass er Antisemitismen fördert – und offenbar auch fordert. Dass er solchen eine Stimme gibt, die Antisemitismus als Konstrukt begreifen, dass Ihnen und ihrer ‚Revolution‘ schaden solle.

Und wenn Müller etwas nicht selbst ausspricht, so setzt er Verlinkungen zu seinem Schützling Ken Jebsen, mit dessen Auswürfen er sich augenscheinlich  konform zeigt, Kritik daran bügelt er mit den gleichen verschwörungsgläubigen Ansätzen ab, mit denen er die ganze Welt erklärt. Müller und sein Bekanntenkreis dulden generell keine Kritik, wie beispielsweise die Satiresenf-Bloggerin Karin Burger am eigenen Leib erfahren durfte. Da sie aufgrund einer kritischen Nachfrage dem bösen NATO-Agenten-Rüstungsindustrie-Netzwerk zugerechnet wurde -wohl auch so eine Umgedrehte– wurde ihr Emailwechsel und ihre Identität -natürlich ohne ihr Einverständnis) von Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten veröffentlicht. Und damit einem Shitstorm von Ken Jebsens Fans ausgesetzt. Aber auch andere Blogger wurden schon Müllers Opfer.

In der jüngsten Ausgabe von Jebsens Selbsthilfegruppe verbitterter alter und junger Männer, die ihre Opferrituale gemeinsam aufführen, sitzt Albrecht Müller mit dem Antisemiten Peter König, der hinter allem Übel der Welt eine zionistische Weltverschwörung wittert. Hiermit hat Albrecht Müller wahrscheinlich keine Probleme, stört er sich doch auch nicht am Antisemitismus Jebsens – und findet er doch viele politische Schnittmengen mit populären deutschsprachigen -und auch internationalen- Antisemiten.  Der benannte Peter König, eigentlich kein Name, den man  kennen muss, lebte bereits in einem Einzelinterview bei Jebsen seinen Antisemitismus aus:

„…die Medien, ja ja, ich wollte überhaupt zu den Mitteln kommen. Es gibt im Prinzip drei Hauptinstrumente, die der Westen braucht. Das eine haben Sie gerade erwähnt, das sind die Medien. DIe Medien, die uns täglich ähh Nachrichten verbreiten, die zum Großen Teil Lügen sind, oder manipulierte Nachrichten sind, wir müssen uns bewusst sein, dass wir im Westen 90% der Nachrichten die wir kriegen im Westen sind von zionistisch-angloamerikanischen Medienkorporationen beherrscht…“

Ach ja – die zionistisch-angloamerikanischen Medienkooperationen aber auch. Ob es diese dekomplex-antisemitische Ansicht auf die Welt ist, die Albrecht Müller überzeugte, sich zusammen mit Peter König in Jebsens dreistündige  Pseudo-Talkshow zu setzen. ODer reicht ein bißchen Zuneigung bereits aus? Bei jemandem, der sich als Kooperationspartner von rtdeutsch bezeichnet und Texte von Autoren wie Willy Wimmer auf seiner Homepage veröffentlicht, die so auch bei Elsässers Compact stehen, ist das nicht so leicht zu sagen.

Was Müller aber wirklich auf die Bühne zu treiben scheint, das ist auch der Applaus der Menge, in dem er badet – es muss ein gutes Gefühl für diesen offenbar verbitterten alten Mann sein, wenn er Zuspruch erfährt. Auch, wenn der Zuspruch von Antisemiten, Antiamerikanern, politisch Verwirrten und Verwahrlosten kommt. Von solchen, die menschliches Leid, wie das der Flüchtlinge, instrumentalisieren.  Und sie als Waffe bezeichnen. Die sogar Nazis zu der Stopp-Ramstein-Demo lockten. Gegen den zum gemeinsamen Feind erklärten Gegner ist kein Mittel zu widerlich, auch Albrecht Müller nicht, der an anderer Stelle auch schon Willy Wimmer, der ebenfalls Flüchtlinge zu Migrationswaffen erklärt, die von den bösen Amerikanern geschickt würden – nebst IS, die Politik Viktor Orbans loben ließ. Und neben dem Antisemiten Peter König und Ken Jebsen, der gegen jeden klagt, der ihn Antisemiten nennt, sitzt also Albrecht Müller. Und redet dummes Zeug:

Müller: „Aber da war ja die Sache mit der Friedensbewegung.Und wenn Sie erlauben komme ich da nochmal drauf zurück, (Giannas: Wo ist sie) Ja – wo ist sie. ich glaube, da müssen wir auch nochmal gucken, es hängt viele mit dem anderen, mit den USA zusammen und überhaupt mit der Militarisierubg insgesamt, die Friedensbewegung hat ja mal versucht ihr Haupt zu erheben, im April oder März 2014 und dann sofort eine richtige Aggression gegen diese Leute los das äähh haben Sie erlebt hier in Berlin, das haben andere Leute im Land draußen erlebt ich habe das zunächst beobachtet und wunderte mich nur über die Aggressivität und – weil ich persönlich bin mit der Friedensbewegung in den 50er Jahren großgeworden, das gabs da auch schon mal gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und äh deshalb freue ich mich über jeden, der für Frieden demonstriert und gegen Krieg demonstriert und da habe ich mich gewundert, wieso diese Aggression gegen Idee Leute die da in Berlin demonstrieren und vielleicht mal ein falsches Wort zur FED gesagt haben oder sowas, warum diese Aggression. Und das zog sich durch durch das ganze Jahr 2014 und dann äh hat man ja immerhin den Friedenswinter und die Demonstration am 13. Dezember hingekriegt auch ohne – ohne dieses Was sofort als Etikett verteilt worden ist – Querfront. Also man kann Linke kritische friedensbewegte Leute sofort diskreditieren, wenn man ihnen das Etikett anhängt dass sie eigentlich rechts sind. Oder dass sie beides sind.“ Jebsen: „Würden Sie mal den Begriff Querfront erklären für alle die ihn nicht kennen?Müller: „Ja, gut. Das ist halt n äh alter Begriff, der wiederbelebt worden ist und eben sagt dass es eine Front von Rechten, in diesem Fall wird gesagt von den Reichsbürgern oder was mit den Linken, die jetzt da demonstriert haben, Mahnwachen und dergleichen mehr -„ Jebsen: „Friedenswinter-„ Müller: „Friedenswinter – dass es diese Querfront gibt. Und eigentlich sagte ich ich äh will damit sagen das ist ein Agitationserfolg dieser Gegner des Friedens und der Befürworter von militärischen kriegerischen Interventionen und ich dachte mit dem Friedenswinter sei das erledigt. Weil das also mit Herrn Drewermann als Hauptredner und keinem Rechten und damals haben Leute aus Berlin haben mir geschrieben wir waren da mit Fotos und haben und äh alles stimmte nicht was die die Frankfurter Rundschau, die taz und alle möglichen geschrieben haben im Dezember, stimmte alles nicht aber ich dachte trotzdem das ist irgendwie erledigt und jetzt kommt die Otto-Brenner-Stu- äh Stiftung mit einer Studie raus wo genau das Etikett wieder verteilt wird und sofort kommen wieder all die Journalisten wieder und die gleichen Medien und verbreiten das, ja. Die Studie selber ist zurückgezogen, vorläufig zurückgezogen mit massiven Fehlern, mit bösartigen Unterstellungen-„ Jebsen: „Sie kommen ja auch drin vor.“ Müller: „Ich komme auch drin vor, bei mir geht es so: Albrecht Müller, der dem ein Interview gegeben hat, von dem man sagt er sei Antisemit und Verschwörungstheoretiker, so ist die Beweislage einer solchen Studie aber es hat natürlich immer dann die Wirkung wenn andere das aufgreifen, dann geht es weiter. Und selbst wenn jetzt die Otto-Brenner-Stiftung die Studie ganz zurückziehen muss, was ich hoffe, dann wird immer noch hängenbleiben, was taz; die zeit, die Berliner Zeitung, der Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau und der Deutschlandfunk verbreitet haben. Das ist dann unter den Leuten und das setzt sich ja fort, schon der zweite Beitrag bei Telepolis von einem Peter Nowak.“ [01:17:41]  Jebsen: „Aber Herr Müller, die Frage die die doch klar ist, die Gazetten die Sie genannt haben – die Medien die Sie genannt haben, die sind ja sowohl von erzkonservativ bis äähh links außen, das ist doch merkwürdig. Also, man muss doch, also ich habe mir die Frage gestellt wer kann denn gegen die Friedensbewegung sein? Wer ist gegen die Friedensbewegung? Das sind genau so ähnliche Leute wie damals sag ich mal die gegen den Atomausstieg waren, gewesen sind. Leute, die was davon gehabt hätten, wenn wir weiter Atomkraft betrieben – betreiben würden. Menschen die gegen die Friedensbewegung sind brauchen Krieg, das kann nur die Rüstungsindustrie sein, die da involviert ist.“ Müller: „Richtig, aber die Macher im Hintergrund wissen dass man so eine Bewegung nur aushebeln kann, nicht wenn man von ganz rechts, also von der rheinischen Post oder vom Bayernkurier jetzt dagegen angeht, sondern man muss Leute finden die etwas ein fortschrittlicheres Image haben, um so eine Bewegung auszuhebeln. Das konnten Sie prima studieren bei der Agenda 2010 musste man Erhard Eppler und Günther Grass gewinnen die das befürwortet haben die Agenda 2010. Und beim ähh für den Jugoslawienkrieg musste man Joschka Fischer, ein Grüner, der auch mal links war und der war also dafür und Rudolf Scharping, da hat man keine reaktionären Militärs genommen, sondern diese progressiven Leute. Damit schafft man es besser, diese Meinung zu verändern. Und genauso ist es jetzt wieder geschehen, es sind ja fast keine reaktionären Zeitungen, Medien ‚ dabei gewesen-„ Jebsen: „Was ist denn eine odewie – wie gefährlich ist so etwas, wenn wenn wenn die Bevölkerung nicht mehr die Möglichkeit hat, an den Kiosk zu gehen und eine andere Meinung zu dem zu lesen was auf der Straße passiert, sondern wenn das homogen ist. Ist das gefährlich für eine Demokratie?“ Müller: „Hmm natürlich ist, das hebelt ja alles aus, es hebelt eine differenzierte Diskussion aus, es hebelt das Nachdenken über gute Lösungen aus, es hebelt im konkreten Fall äähh die Chance aus, gegen die Militarisierung jedes Konfliktes anzugehen. Das ist doch das Hauptproblem. Wir müssen doch Konflikte, die es immer gibt und die es gegeben hat, die müssten wir doch friedlich lösen. Da müssen doch wir uns verständigen darauf. Wir müssen die Konflikte in Europa dadurch lösen dass wir sagen jawohl wir wollen eine gemeinsame Sicherheit dieses Europas hier und Russlands und möglichst weit und wir verständigen und darauf. Und alle diese Dinge die natürlich der Rüstungsindustrie nicht entgegenkommen die werden torpediert und es wird ääähh eine Gegenpropaganda gemacht. [01:14:00 – 01:20:00 KenFM Positionen].

Müller und die Querfront – die Querfront und Müller. Er sprang auf einen Zug mit auf, der steigende Klickzahlen verspricht. Und seien wir ehrlich – mit den schon seit Jahren stattfindenden Verlinkungen, nicht nur zu KenFM, fuhr Müller schon eine Zeit lang mit, inzwischen führt er vorne aktiv bei.  Dem ganzen könnte auch eine Marktanalyse zugrunde liegen – etwas in der Art wie ‚wer spendet am meisten‘. Ist dies der Grund, warum er sich wie ein alter Gönner gebiert, wenn er Ken Jebsen als Redner lobt?

Er, der niemals antisemitische, antiamerikanische oder EU-feindliche Töne sich eingestehen wollte, aber eben diese Stimmen fördert und umhegt? Hat Journalistenhatz Recht – und wir können uns demnächst über die Müller-Jebsen-PArtei freuen? Die könnte dann mit Hörstels neuer Mitte koalieren. Für Müller muss der mediale Rummel um die Querfront und die durch KenFM-User neu hinzugekommenen Klickzahlen die Perspektiven zusätzlich verzerrt haben. In Jebsens Laberrunde lüftet Müller das Geheimnis, warum er länger nicht mehr von Gleichschaltung redet: Weil sich NDS-Leser über das verharmlosend verwendete Vokabular geärgert hätten (diese ehemaligen Leser hat Müller bestimmt schon länger verprellt). Ehrlichkeit kann erfrischend sein. Müller geht es nicht um die Sache – ihm geht’s um Klicks…


 

Exkurs zu Querfrontwilly – dem Scharnier im Querfrontnetzwerk:

Willy Wimmer ist so etwas wie ein Freund von Albrecht Müller, sie teilen außerdem die gleichen antiamerikanischen Grundeinstellungen. Bei den NDS werden immer wieder Texte von Willy Wimmer veröffentlicht. Analog zu Compact und KenFM, wo Wimmer ebenfalls umworben wird. Zu ersterem würde Müller jegliche Beziehung oder Gemeinsamkeit abstreiten, bei zweitem würde Müller sich über die Hubereien der von ihm phantasierten Gesinnungspolizei aufregen. In einem neuen Text von Wimmer bei den NDS echauffiert er sich über ‚Protokollbesuche‘, welche die Kanzlerin in Freital oder Heidenau ableiste – und über die Bezeichnung der besorgten Bürger als Mob. Analog hierzu weist er auf die Politiker Cameron oder Orban hin, die ein anderes BIld abgäben und Gesetzen Geltung verschafften. Christoph Hörstel, der auf derselben Veranstaltung wie Jebsen gegen Flüchtline hetzte und diese ebenfalls als Waffe bezeichnete, freute sich zu dieser Gelegenheit übrigens ebenfalls über Willy Wimmers Wirken.

In der KenFM-Gesprächsrunde Positionen, an der Müller und Wimmer beteiligt waren, ließ Wimmer seine revisionistischen Sprüche los. Auch Daniele Ganser, der von Linken wie rechten Querfrontlern bejubelt wird, beteiligte sich an den relativierenden Spielchen. Die USA spielten Deutschland schon seit 1878 (oder so) übel mit, implizierend, dass womöglich die ganzen Schandflecken der deutschen Historie nicht auf deren Mist gewachsen seien. Mit solchen Sprüche ist Wimmer kompatibel zu Müller (Die EU ist eine Kolonie der US-Amerikaner) wie auch zu Jürgen Elsässer, der offen gegen die USA und ‚Rothschild‚ hetzt.

Albrecht Müller hatte diverse Gelegenheiten, eigene Schritte rückwirkend kritisch zu betrachten. Tut er nicht. Zu tief sitzt die Überzeugung. Stattdessen regt er sich immer wieder über eine halluzinierte Gedankenpolizei auf, spricht von ‚Gleichschaltung‘ und Totschlagargumenten – und veröffentlicht auf seiner Seite NAchdenkseiten nur Dinge, die siene Meinung unterstützen. Wenn hierbei auch andere Thematiken und Sichtweisen Eingang finden, dann weil ihm diese egal sind, oder weil er sie auch hat.

Zum Beispiel verlinkte Willy Wimmer, verantwortlicher hierrfür Albrecht Müller, in einem bei den NDS erschienen Text zu einem Holocaustleugner und dem Zeitgeist-Verlag, ebenfalls in brauner Soße schwimmend. Albrecht Müller ficht das nicht an. Einwände bezeichnet er als gesteuert – und von Kritikern an ihm oder seinen Freunden veröffentlicht er auch mal die Emailadressen oder den Emailverkehr. Hochhuth ist übrigens auch bei Compact gern veröffentlichter Gastautor, er beteiligte sich, ebenso wie Wimmer, an den ‚Compact-Live‚-Konferenzen.

Wenn in der Compact ein Aufruf steht, so könnte er inzwischen eben auch ebenso gut in den Nachdenkseiten veröffentlicht stehen – ob ‚Souveränität für Deutschland‘, oder ‚Freiheit für Deutschland‘. Handelt es sich nun um mehr ‚Souveränität‘ für Deutschland, ein ‚raus aus der NATO‘ – oder eben Artikel zur Gesinnungspolizei. Die Nachdenkseiten sind ein Stückchen mehr rechtsoffen geworden- und entsprechende Leserkommentare bekommen sie auch, einfach auf dem Nachdenkseiten-Facebookkanal zu besichtigen. Da wird sich über Gutmenschen aufgeregt, über die Verwendung politisch-korrekter Sprache (Ich kauf immer noch Mohrenköpfe, mimimi) über die Verwendung des Wortes Antisemitismus als ‚Totschlaginstrument‘. Warum auch nicht. Es werden dort ja auch Linke-Politiker mit ihren Texten oder Buchneurscheinungen beworben, die nichts anders sagen. ‚Sekundärer Antisemitismus ist ein Konstrukt, Antisemitismus ein Totschlaginstrument, das als Waffe eingesetzt würde, um Menschen mundtot zu machen‘. Und so freuen sich die NDS über gestiegene Zugriffszahlen.

Willy Wimmer: man kann wenn man Herr Pohlmann so hört, kann man bestimmt mit Fug und Recht eins sagen: Joseph Goebbels hat mit der (äääh) deutschen Presse (Hhhmm) größere Schwierigkeiten gehabt, als die NATO mit dem was wir jeden Morgen lesen können.“ ( KenFM-Positionen#1 Minute: 37:50)

Es sind weniger die ausgesprochenen, irre anmutenden Vorwürfe. Es sind die dahinter im Raum stehenden, zwischen den Zeilen seiner Rede verborgenen Anschuldigungen, die sich in seinen Querfrontkurs einfügen.


 

Zu dieser Querfront gehören  neben Jebsen, Müller, Willy Wimmer auch der in diesem Text schon genannte rechtsextreme Antisemit Christoph Hörstel, der hinter den Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte quer durch Deutschland den Verfassungsschutz vermutet und Angst hat, dass er vom deutschen Staat per Chemtrails mit Barium, Aluminium etc. vergiftet wird. Hörstel wurde auch schon von Jebsen interviewt. Es ist eine feine Clique, die da über ein paar Schnittstellen verbunden ist. Und der von Müller gepriesene Jebsen stellt einen Knoten dar, über den die Galionsfiguren der antisemitischen und antiamerikanischen Querfront verbunden sind. Christoph Hörstel, Lars Mährholz, Albrecht Müller, Martin Lejeune, Udo UlfkotteEvelyn Hecht-Galinski. Und viele weitere. Auch Christoph Hörstel bezeichnete Menschen als Waffen, auch WIlly Wimmer und Ken Jebsen stiessen in dieses Horn. Und Reiner Braun macht den Wichteln bei senen Reden Angst davor, dass sie mit Flüchtlingen, die natürlich auch noch das neoliberale System mitstützen würden, konkurrieren müssen. Und so versuchten sie auch den einen oder anderen besorgten Bürger anzusprechen, der sich gegen Ramstein und dei bösen Amis wendet, weil sie ihm diese menschlichen Flüchtlingswaffen auf den ressentimentgenährten deutschen Pelz hetzen.

Auch Jebsen will nicht Querfront sein. Auch wenn er Antisemitismen am laufenden Band absondert, auch wenn er Antisemiten fördert, sich mit Ihnen auf eine Bühne stellt. Auch wenn Rendite Querfront mit all Ihren Simplizismen verkörpert. In Berlin, am dritten deutschlandweiten Wahnmachertreffen, trat er unter anderem mit Christoph Hörstel auf. Christoph Hörstel ist einer der deutschen ‚Top‘-Antisemiten, der vor allem auf iranischen Radiosendern gegen Israel und Amerika jetzt. Oder der durch Deutschland tingelt, um dort vor AfD-Rentnern und anderen rassistischen Antisemiten in Bürgergemeinschaftshäusern selbiges zu tun. Seine Obsession gilt, wie die von Jebsen, vor allem den USA und Israel, aber natürlich auch den ‚Eliten‘.

Jebsen also möchte kein Antisemit und nicht Querfront sein, tritt aber mit Hörstel, beziehungsweise auf derselben Bühne wie er auf.  Hörstel, der neben dem Erfolg seines Parteiprojekt ‚Neue Mitte‘ Horst Mahler-like von Nürnberg-artigen Gerichten, neuen Verfassungen und Völkerbündnissen träumt. Jebsen hatte Hörstel natürlich auch schon zu Gast in seiner Sendung – Themen waren neben vielen anderem Irrsinn natürlich Israel und die USA.

Albrecht Müller muss sich nicht über Querfrontverweise seiner Person beschweren. Albrecht Müller zelebriert in dieser Rede nichts anderes als diverse andere Querfrontler. Er macht sich abermals zum Opfer: Alle, die gegen die Friedensbewerung anschrieben, seien böse. Alle, die sich gegen ihn, Ken Jebsen und die anderen Interpreten der Wahnmichel stellen, stellen in seinen Augen wohl Verräter dar, einen neoliberale Agenten. Was nur die Enkelkinder hiervon halten? Und wie Müller mit neoliberalen Agenten verfährt, das ist am schon genannten Beispiel der Satirebloggerin Karin Burger zu sehen, die von Müller bei den NDS mit Arbeitsplatz und Emailadresse geoutet wurde. Auch hier legte Müller, als auch sein nach seinen eigenen Worten zu schließende, aluhuttragende Kumpel Professor Maus einen Beweis dafür ab, dass sie sich die Weltsicht so einfach wie möglich machen. Auch Müllers Rede in Ramsein ist ein Zeugnis dieser dekomplexitären Denkweisen. Ist es das Alter – oder war Müllers Denken schon immer in so eine formelhafte Schwarz-Weiss-Sicht gepresst? Es ist auf jeden Fall erschreckend, wie solche Leute, die in ihrem Leben nicht ohne politische Verantwortung waren und es noch sind, reden.

Albrecht Müllers Nachdenkseiten sind inzwischen ja auch Kooperationspartner von rtdeutsch. Erscheint ein Text von Müller bei rtdeutsch, wo es im Gegensatz zu den Nachdenkseiten eine Kommentarfunktion gibt, so wird deutlich, dass Müllers in diesem Umfeld veröffentlichte Paranoia auch bei solchen ansetzt, mit denen der ‚linke‘ Albrecht Müller wahrscheinlich so gar nichts zu tun haben möchte. Dort werden seine Gedanken von homophoben Reichsbürgern bejubelt, wie an den Kommentaren zu sehen ist. Auch in der leider inzwischen wohl aufgrund von Klagen (hat da jemand gelsässert?) zurückgenommenen Studie der Otto-Brenner-Stiftung fanden die Nachdenkseiten Erwähnung. Um dort den gleichen Raum einzunehmen wie Compact, muss Albrecht Müller aber noch etwas werkeln. Er verkündet
bei Jebsen, dass 300.000 tägliche Klicks auf die NDS sein Ziel sind. Woher diese Klicks kommen, das ist Müller egal.

Und so pflegen die Querfrontler weiter ihre Opferrituale, feiern sich in klassischer Täter-Opfer-Umkehr als stigmatisierte Opfer – und sprechen besorgte Bürger an. Sammeln Spenden. Seien wir auf die Müller-Jebsen-Partei gespannt

Edit: …natürlich heißt die Satiresenf-Bloggerin Karin Burger – nicht, wie ursprünglich geschrieben stand, Karin Müller. Der Fehler wurde ausgebessert.

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Truther unter sich: ‚Angloamerikanische Weltherrschaft‘!

I.

Ken Jebsen und sein Team sind momentan ausgesprochen produktiv, um dessen ‚alternative‘ Sicht auf die Dinge dem begeisterten Aluhutpublikum zu unterbreiten. KenFM hat diesmal wieder einen besonderen Gast – Gerhard Wisnewski. Auch Gerhard Wisnewski glänzt, wie andere Interviewgäste Jebsens, durch seine Eigenschaft als Autor des Kopp Verlags, wo er die biedere Kundschaft bestimmt hervorragend mit kruden Geschichten von Weltherrschaft unterhält. Wobei ihm der Ruf als einst seriösem Journalisten, der durch seine Aufklärungsarbeit in Ungnade fiel, beim leichtgläubigen Publikum, das sich mit dem des krautgefundetem Jebsen gewiß überschneidet, bestimmt beim Absatz seiner Bücher hilft. Und so wirkt dieses Interview dann auch wie ein Werbevideo.

Bei Jebsen wird sich, wie so oft (auch hier im Blog schon erwähnt) bestätigt in der gegenseitigen Sichtweise, dass, aufgrund der Brisanz ihrer ‚Berichte‚, diese zwei Truther ungerechtfertigt behandelt würden, weshalb es natürlich auch in diesem Interview zu Tiraden gegen die ‚Mainstreammedien‚ kommt, neben dem üblichen Verschwörungsquark. Logisch, wollen die bösen ‚MSM‚ doch von keinem der beiden mehr Material senden.

Natürlich wird alles nur ein Trick der ‚Dienste‘ sein, die ja laut Jürgen Elsässer, auch Gegendemonstranten für den Friedenswinter bezahlten, um diese hehren Menschen ‚mundtot‘ zu machen. Jürgen Elsässer trat übrigens ebenso wie Jebsen auf den Mahnwachen als Redner auf, Jebsen moderierte auch seine ‚Compact-Konferenzen‚, während Elsässer mehrmals bei KenFM interviewt wurde.

Mit diesem, für KenFM-Verhältnisse erfreudig kurzen Interview mit Gerhard Wisnewski, wurde wieder einmal ein ‚feines Häufchen‚ für die Gemeinde der antiamerikanischen Verschwörungsläubigen gesetzt: Eingeführt wird Wisnewski als aufrechter 911-Truther, der sich nichts sagen lasse. Es wird einmal wieder die Thematik der Bedrohung durch die “angloamerikanische Weltherrschaft“ aufgegriffen und vor dieser gewarnt, Erscheinungen wie PEGIDA werden als von Eliten instrumentalisiert und gesteuert bezeichnet, natürlich gerade von Jebsen, der die Wahnmacherbewegung als sabotiert auffasst und PEGIDA zu deren Gegenspieler stilisiert. Auch in einer anderen Produktion von KenFM, nämlich Pedram ShahyarsRebellunion‚, wird der Stuss verbreitet, dass PEGIDA Amerika, dem Westen und dem Kapitalismus nütze, von ‚Eliten‘ gesteuert sei – viele Wahnsinnige, eine Message. Auf wirklich bestehende Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen dem Kreml und der Finanzierung rechtsextremer Parteien in Europa, wird natürlich nicht eingegangen.

Auch nicht darauf, dass sich die Fans dieser Wutbürgerbewegungen teils stark überschneiden, wie auch deren Sprecher. So sprach zum Beispiel Jürgen Elsässer auf den Wahnmacherveranstaltungen ‚Montagsdemos‘, eine Mitarbeiterin des Kompakt-Magazins sprach auf einer PEGIDA-Veranstaltung. Dass Ken Jebsen hier jemanden unkritisch hinterfragt sprechen lässt, der von einer ‚bunten Flüchtlingswelle‚ auch redet, oder die abzulehnende europäische Identität einer für ihn annehmbareren ‚deutschen Identität‘ gegenüberstellt, macht den ‚Kämpfer‘ gegen Fremdenfeindlickeit, der er einst gewesen sein will, mehr als unglaubwürdig. Auf den nationalsozialistischen Gehalt so mancher Mahnwachen und Organisatoren wurde natürlich nicht verwiesen bei den von Jebsen angestellten Vergleichen zwischen PEGIDA und Wahnmachern, ebensowenig auf das Werben von NPD’lern für die Wahnmacher natürlich nicht.

Am verblüffendsten erscheint in diesem, nach Jebsens Einführung thematisch vorhersehbarem Interview , wie sogar die Entstehung eines in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutierten Buches, nämlich „The Clash of Civilization„,“ von Samuel Huntington, den Weltverschwörerern angelastet wird. Auch wenn man kein Freund der dort vertretenen Thesen ist, und den Inhalt als kritisch bewertet – die Behauptungen, die Jebsen wie Wisnewski hier ohne jeden Beleg anstellen, sind haarsträubend, absurd und wirken gefährlich paranoid. Jedes Ereignis wird sich für die wahnsinnige Weltsicht passend gemacht. So kann man bei Minute 4:50 hören, dass Wisnewski dieses Buch als Steuerungsversuch empfindet, Ken Jebsen bezeichnet es ebenfalls als Kontrollinstrument. Wer sich nicht alles erzählen lässt und zu eigener Recherche in der Lage ist, muss zu dem Schluss kommen, dass dieses Gerede ebensowenig originell ist, wie es stark paranoid und ressentimentgeladen wirkt.

Gerhard Wisnewskis Aussagen entbehren nicht nur den Tatsachen, und erweisen sich dem skeptischen Hörer, der sich nicht alles von besseren Gebrauchtwagen-Verkäufern Glauben machen lässt, als paranoides Hirngespinst – er outet sich dem aufmerksamen Hörer als Europagegner und Nationalist, wenn er sagt:

„(…) was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher eine deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft“.

Ken Jebsen outet sich als unfähig, ein kritisches Interview zu hören – es geht hier gut vernehmbar nur um das Bestätigen der eigenen Sichtweise. Abgesehen hiervon macht sich dieses Interview wie eine Werbeveranstaltung für wirre Bücher und krude Weltanschauung aus. Wisnewksi sieht sich also einer „kritischen Bürgerbewegung“ zugehörig, die sich auf das Wiedererlangen einer „deutschen Identität“ kaprizieren würde – für jeden klar zu vernehmen innerhalb der ersten vier Minuten des Interviews. (Dessen Transkript mit weiteren Anmerkungen unter dem nächsten Absatz, unter Punkt II.,zu finden ist.)

Im weiteren Verlauf des Interviews verstärkt sich der Eindruck des hier gesagten, wenn Wisnewski auch sein Unbehagen vor einer ‚angloamerikanischen Eroberung des Globus‘ deutlich macht,  Wisnewski eine Bedrohung der deutschen Identität wittert. Viele Autoren, die eine Bedrohung deutscher Identiät wittern, lassen sich von Jebsen interviewen, unter anderem Udo Ulfkotte oder der schon erwähnte Jürgen Elsässer. Auch Wolfgang Gehrcke, ein Mitglied der LINKE-Bundestagsfraktion, nutzte Ken Jebsens Kanal schon für einen dort produzierten Werbespot für den Friedenswinter und gab ihm ein Interview. Dieter Dehm beispielsweise lief einträchtig neben Ken Jebsen bei dem Friedenswintermarsch mit, und versuchte, ihm bei kritischen Fragen eines SPON-Teams hilfreich beizuspringen.

II.

Transkript des gesamten Interviews, weitere Anmerkungen stehen zwischen den Absätzen:

Ken Jebsen: „Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der UDSSR und damit dem Ende des kalten Krieges, glaubten viele Menschen an einen grundlegenden Wandel, an eine bessere Welt, die die globalen Probleme gemeinsam lösen würde, an eine Welt, die auf Kooperation setzen würde und endlich Schluss machen würde mit der Konfrontation, das Ende aller Kriege. Der Wunsch nach internationaler friedlicher Zusammenarbeit hielt nicht lang, denn spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde vor allem den Bürgern des Westens ein eues Feindbild verkauft, der Islam.  Es ging bei der Jagd auf Osama Bin-Laden und die neunzehn Räuber Tage, nachdem man ihn als Hauptschuldigen willkürlich bestimmt hatte, schon lange nicht mehr darum, ob und wie es ihm gelungen war, die amerikanische Luftraumüberwachung zu überlisten, es ging nicht um das Land, aus dem er kam, Saudi-Arabien, alles drehte sich fortan um die Religion, der Osama Bin-Laden angehörte. Seit dem 11. September 2001 wird unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung eine gruppenbezogenen Menschenfeidnlichkeit verkauft, die sich auf die zweitgrößte Weltreligion, den Islam, konzentriert. Alles Zufall? Oder das bewußte Erfinden eines neuen Feindbildes? Eines Feindbildes, mit dem die letzte Supermacht, die USA, neue Ressourcenkriege rechtfertigen kann? Der Schluss liegt nahe (ach ja?), und bringt uns ganz aktuell zu einer neuen Voksbewegung in Deutschland, die für die meisten so überraschend kam wie der 11.09 für die USA…


 Dass Jebsen hier allen Ernstes in Truther-Manier einen absolut unangemessenen Vergleich bringt, zeichnet ihn aus: Alles gesteuert, alles gelenkt, Presse und Politik ferngesteuert – und freie Journalisten wie er können Ihre Meinung nicht anbringen – doofer Mainstream! Also wird hier wieder einmal ein anderer ‚gefallener‘ Journalist zur Selbstbestätigung interviewt. Auch hier soll es wohl wieder diesen ein wenig seriöser für das doofe Publikum machen, wenn man erwähnt, dass dieser einmal bei ‚den etablierten Medien‘ arbeitete.


Jebsen: Die Rede ist von PEGIDA. Was ist PEGIDA, was will diese Bewegung offiziell, und wie wird sie möglicherweise instrumentakisiert, um die Bürger zu täuschen? Und wenn ja, für welche Ziele? All diese Fragen klären wir nun mit Gerhard Wisnewski . Guten Tag nach München…Herr Wisnewski, Sie haben Jahre für die etablierten Medien gearbietet, zum Beispiel die Bildzeitung, die Abendzeitung, oder den Stern, das sind alles Printprodukte, aber Sie haben auch als Filmemacher gearbeitet, Reportagen gemacht. 2003 wurde Ihnen das zum Verhängnis, denn Sie flogen in die USA, um den  Fall 911 genauer zu untersuchen, offene Fragen zu klären. Ein Jahr vor dem Commissonreport. Dabei besuchten Sie auch Shanksville, also den Ort, wo seinerzeit eines der vier entführten Flugzeuge abgestürzt sein soll. Sie sprachen für den WDR mit dem Bürgermeister von Shanksville, und der konnt eIhenn deisen Absturz nicht wirklich bestätigen, statt dessen sagte er Ihnen gegenüber, dass ihn Shanksville in großes Loch im Boden zu sehen war, mehr nicht. Danach wurde dieser ORt abgesperrt, auch für die Presse. Ist das korrekt?“ Wisnewski: „GenauJebsen: Klassische Flugzeugabstürze sehen ja anders aus, wie wir spätestens seit dre Ukraine wissen. Sie haben diesen Bericht damals trotzdem gesendet im WDR, und wurden kurz darauf vom WDR freigestellt, ist das auch so richtig?“ Wisnewski: Ja, in etwam also ich war ja freier Mitarbeiter, und bekam dort aber keine Aufträge mehr, das heisst, man verhängte ein Beschäftigungsverbot über mich, das heisst, die Redakteure dort durften mich nicht mehr beschäftigen.“ Jebsen: „Seither gelten Sie als Journalist, mit dem man besser nicht spricht. Wir tun das dennoch und möchten an dieer Stelle auf eine Buchserie hinweisen, die Sie jedes Jahr um ein weiteres Werk ergänzen, nämlich Verheimlicht, vertuscht und vergessen‘. Das ist ein alternativer Jahresrückblick also über Dinge sprechen Sie da, die wir so in den Mainstreammedien nicht lesen. Herr Wisnewski, lassen SIe uns über PEGIDA sprechen, was hat diese Abkürzung denn überhaupt zu bedeuten?“ Wisnewski: „Ja, also, wenn ich das richtig sehe heisst das ja Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, und da fangen für mich natürlich schon die Fragen an, denn hier sind ja zwei Begriffe drin, die man hinterfragen sollte, einmal ist da ja etwas drin, was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher ’ne deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft im Kampf gegen diese angebliche islamische oder islamistische Bedrohung sollen wir also Europa zum Vaterland erklären, denn ein Patriot ist ja nun mal ein Vaterlandsliebender und vor dem Hintergrund dieser bunten Flüchtlingswelle soll es also hier ausschliesslich um den Islam gehen, also patriotische Europäer gegen die  Islamisierung des Abendlandes und das kann ja so auch nicht richtig sein, denn nicht alle Flüchtlinge sind ja, gehören dieser Religion an, denn das ist ja eine bunte Mischung, und der Islam dürfte da sogar in der Minderheit sein, wenn ich das richtig sehe.“


 Aus dem Gesagten von Wisnewski kann hier ganz klar gelesen werden, dass er die Problematik von PEGIDA in ihrer angeblichen Ausrichtung vor europäischem Hintergrund sieht und weniger vor deren Rassismus und Muslimfeindlichkeit, wenn Wisnewski von einer bunten Flüchtlingswelle redet, bei dem der Islam in der Minderheit sei. Einziger Makel scheint hier der Faktor der ‚Fernlenkung‚ zu sein, wie das europäische Element. Auf Anfrage bei Wisnewski, vor allem aber Jebsen, bezüglich der problematischen Aussagen und ihrer Implikationen, würde bestimmt zornig protestiert und geleugnet! Auch darf nie vergessen werden, dass Ken Jebsen unter anderem mit Jürgen Elässer zusammenarbeitete. Ebenso,wie seine israelfeindlichen, den Nationalsozialismus verharmlosenden und nach Dafürhalten vieler teilweise offen antisemitischen Aussagen nicht vergessen werden sollten: Zum Beispiel redete er von Nationalzionisten, die Israel besetzt hätten wie ’33 die Nationalsozialisten Deutschland.


Jebsen: „Lassen Sie uns mal bei der Islamisierung anfangen, seit wann spielt Religion denn wieder eine Rolle als neues Feindbild?“ Wisnewski: „Ja, das ist ja eigentlich ganz absurd gewesen, wenn man sich an das Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erinnert, das zwanzigste Jahrhundert war ja das Jahrhundert des großen Fortschritts, des High-Tech, des Anythinggoes in der Technik, auch der technischen Aufklärung, der wissenschaftlichen Aufklärung von vielen, vielen Fragen, und am Ende dieses Jahrhunderts kam plötzlich ein dubioser Harvard-Professor daher, names Samuel Huntington (Anmerkung: Wisnewski spricht ‚Samuel‘ deutsch aus, und ‚Huntington englisch, mögliche psychologische Bedeutung liegt implizit), und erklärte uns nach dem Fall der Sowjetunion, nachdem also das alte Feindbild weg war, erklärte er uns, es werde in Zukunft wieder zu Religionskonflikten kommen und zu Religionskriegen. Und man sah sich also verblüfft auf den Straßen um und dachte, ja wo nimmt der Mann das denn eigentlich her, denn um diese Zeit, ähh, viele werden sich gar nicht mehr daran erinnern, auch die jüngeren wissen vielleicht gar nicht, dass Ende des zwanzigsten Jahrhunderts von irgendwelchen Religionskriegen zwischen West und Islam aber auch vielen anderen Parteien überhaupt keine Rede sein konnte, das ganze war also absolut aus der Luft gegriffen. Jebsen: „Die Fage, war es aus der Luft gegriffen oder war dieser Herr Huntington nicht jemand, der im Auftrag gehandelt hat, weil sein Buch „Clash of civilizations“ wurde ja zum Weltbestseller. War das eine Prophezeiung eines wirklich genialen PRofessors oder war das eher ein Programm?“ Wisnewski:Nein, aus meiner Sicht, also die Welt hat das, und auch  die journalistische Welt als Prophezeiung gesehen und ihn als genialen Seher sozusagen, aus meiner Sicht ist das natürlich ein Programm gewesen denn hier ging es einfach um die psychologische Vorbereitung auf den nächsten großen Konflikt den man anzetteln wollte, man musste ja den alten Feind dringend ersetzen aus vielen Gründen, ersteinmal um die Rüstungsindustrie  am Laufen zu halten, um die Bevölkerung unter Spannung zu halten, aber man wollte natürlich auch mit der Eroberung des Globus weitermachen, die Sowjetunion, den Warschauer Pakt hatte man aufgelöst und man wollte jetzt den nächsten großen Brocken angehen und das ist die islamische Welt mit all diesen Ländern die vom Islam sozuagen in Anführungszeichen beherrscht werden.“ Jebsen: „Das heisst es ging es eher darum dieses Machtvakuum zu füllen, bevor der nächste große Gegner China sich da breit machen würde. Wisnewski: „Ja, das auch, aber es war ja so, also man muss ja eins sehen,  es geht nur um die Weltherrschaft, in der ganzen Geopolitik geht es nur darum, dass sich das angloamerikanische Imperium über den Globus verbreiten will, und das wurde eben übersehen nach dem Fall der Sowjetunion, als man diese Visionen hatte vom Ende der Geschichte, hat man vergessen worum es eigentlich ging, nämlich darum dass die gesamte Welt unter eine herrschaft gestellt werden soll und der nächste große Brocken auf diesem Weg ist nun einmal die islamische Welt.“ Jebsen: „Dann ist Ihrer Meinung nach dieer Kampf gegen den Terror nur ein Fake, nur vorgeschoben?“ Winsweski: Ja, absolut, der Terror wird auch zu großen Teilen künstlich konstruiert, ich habe ja schon 1992 zusammen mit zwei Kollegen ein Buch über den Terrorismus hier in Deutschland geschrieben und das haben wir genannt das „RAF-Phantom“, also wir haben eigentlich diesen Begriff kreiert des Phantom-Terrorismus, des inszenierten Terrorismus der  politisch instrumentalisiert und konstruiert wird um bestimmte Interessen zu verfolgen, und -ähhh- darum war ich auch am 11. September 2001 sozusagen wie aus dem Häuschen, weil ich nun feststellte, das gleiche spielt sich  nun auf globaler Ebene ab.Jebsen: „Viele -äh- lassen sich ja da instrumentalisieren weil man sie einschüchtert, die sagen dann, ja gut, da muss man vorrübergehend mal in den sauren Apfel beissen,  man muss erhöhten Rüstungsausgabe zustimmen, man muss erhöhter Überwachung zustimmen, weil ja der Terror von außen einen bedroht, aberwenn sie sich anschauen was nach 911 vor allem in den USA passiert ist, dann ist das ein Wegkehren von Bürgerrechten, ist den Amerikanern das klar? Wisnewski: „Ja, ich glaube, das ist tatsächlich vielen Amerikanern klar, so wie es auch in Deutschland viele kritische Bevölkerungsteile gibt, aber die bekommen einfach keine Stimme, sie machen sich Luft im Internet natürlich, da haben sie ihre Stimme, aber sie finden ja nicht statt in den Mainstreammedien, und ich kann nur sagen, der Terrorismus, oder diesen Terrorismus, der uns angeboten wird in den Medien, als echt oder als echtes Ereignis, wer den mit Gegenterror und SIcherheitsgesetzen und Aufrüstung bekämpfen möchte, der schließt einen Pakt mit dem Teufel.  Jebsen: „Die Deutschen sind ja sehr europakritisch und wollen sich nicht von Brüssen bevormunden lassen, das hat ja auch mit der Finanzkrise zu tun, und bei PEGIDA gehen ja jetzt Menschen auf die Straße, die dann unter Umständen unter diesem Europagedanken noch was ganz anderes untergeschoben bekommen. Ist diesen Menschen denn klar, dass sie hier möglicherweise über die Hintertür manipuliert werden.“ Wisnewski: „Nee, das lgaube ich nicht, dass denen das klar ist, ich glaube natürlich, dass viele Menschen die Hoffnung haben, das endlich mal was passiert, das sich endlich mal was ändert, dass endlich mal jemand auf die Straße geht, und diesem Bedürfnis wird ein Ventil verschafft, mit solchen aus meiner Sicht inszenierten Demonstrationen und diesem Bedürfnis werden neue Motive oder Implikationen aufgepfropft, da gibt es auf einmal eine europäische Identität, wir sind nicht patriotische Deutsche in diesem Fall, sondern patriotische Europäer, und plötzlich es gibt nicht einen bunten Flüchtlingshaufen, sondern den Islamismus, gegen den wir vorgehen sollen. Und das wird uns hier verkauft und da werden wir praktisch drunter versammelt unter diesem Label, man muss sich ja die Schlagzeile ansehen…und diese Schlagzeile, dieses Motto ist entscheidend, und damit marschieren diese Leute für Dinge mit, die so nicht richtig sind und die sie so auch nicht haben wollen.“ Jebsen: Das erinnert mich ganz stark an Edward Bernays und Propaganda, dass man über Bande eben Werbung macht für Dinge, die man so nicht aussprechen würde, weil da wären viele dagegen. Also, viele sind jetzt auf der Straße, die aber auch Probleme haben mit diesem starken Europa, aber sie merken es nicht, wer steht denn Ihrer Meinung nach hinter PEGIDA? Wisnewski:Ja, das ist ja das nächste Problem, wir haben nicht nur diesen Slogan mit diesen beiden Inhalten Europäisches Vaterland und gegen den Islam allein, sondern wir haben ja außerdem noch, wenn ich den Medienberichten trauen darf, einen kriminellen an der Spitze dieser Bewegung…das ist ne neue Qualität, früher ist man gesellschaftlich anerkannten hochstehenden in Anführungszeichen Personen  hinterhergelaufenbei solchen Bewegungen, wie beispielsweise Heinrich Böll oder Willy Brandt (?), und anderen und heute läuft also das Volk einem offen kriminellen hinterher…die Medien schreiben es überall, und das sollte man auch als gesellschaftliche Implikation nicht unterschätzen….


 Wisnewski erläutert nun, dass Kriminelle wie Bachmann, der Organisator von PEGIDA, sehr anfällig für Anwerbeversuche von Verfassungsschutz oder Geheimdiensten seien. Im nächsten Absatz rühmt sich Jebsen, KenFM habe Verbindungen von PEGIDA zur BILD nachgewiesen, was natürlich Blödsinn ist. Von der Tatsache, dass bei BILD auch antimuslimische Richtungen bei Autoren festzustellen sind, bis zu einem Nachweis, ist es ein weiter Weg, Jebsen möchte sich wohl wieder einmal als ‚investigativen Journalisten‘ präsentieren. Und dass ein Autor der BILD muslimfeindliche Texte verfasst, ist kein Geheimnis. Im Gegenteil, lösten doch seine Artikel schon mediale Diskussionen aus.


Jebsen: „Herr Wisnewski, KenFM konnte ja als erstes Presseerzeugnis eine Verbindung zwischen Lutz Bachmann und der Springerpresse nachweisen, denn Bachmann rühmt sich auf seiner Homepage damit, gute Kontakte zu Springer zu haben und so also auch besonders, ich zitiere jetzt mal ’schnell und flexibel auf teilweise ausgefallene Wünsche reagieren zu können‘, Ist PEGIDA ein Elitenprojekt? Wisnewski: „Ja, das sehe ich so, ich denke, wie ich schon sagte, man möchte hier den Volkszorn auffangen und in eine gewünschte Richtung lenken, man will ihm so ein bißchen einen Schubs Richtung Europa geben und einen anderen Schubs gegen den Islam, und will diese Kräfte damit erstmal lenken aber auch neutralisieren, in dem sie zum Ausdruck kommen dürfen endlich einmal auf der Straße… Jebsen: „Die Friedensbewegung wurde ja von der Presse in den letzten Wochen und Monaten sehr stark bekämpft, dann taucht PEGIDA auf und wird wohlwollend aufgenommen. Ich stelle mir die  Frage, womit das zu tun hat. also, die Friedensbewegung hat sich ganz klar gegen die NATO ausgeprochen und ein Herr Drewermann, der in -vor Schloß Bellevue- sprach, hat auch die Auflösung der NATO gefordert, bei PEGIDA sehen wir das alles noch nicht, aber glauben Sie, dass man dieser Bewegung unterschieben könnte, wenn man für sein Abendland kämpft, wenn man gegen die Islamisierung kämpft, kommt man nicht umhin, dass man die NATO auch weiterhin in den Gebieten arbeiten lässt, wo der Islam zu Hause ist? „ Wisnweski: „Ja, das glaube ich unbedingt, denn diese PEGIDA-Bewegung ist eben ein Teil dieses Kampfes der Kulturen, der schon vor zwanzig Jahren sozusagen programmiert und angekündigt wurde von Samuel  Huntington und SEINEM Establishement in den USA, die PEGIDA-Bewegung gehört in diesen Kampf der Kulturen hinein, sie ist sozusagen eine der Erfüllungen dieser Prohezeiungen, jetzt gibt es richtig Zoff auf unseren Straßen zwischen Europäern und Muslimen und es geht gegen die Muslime und die Muslime regen sich wiederüber die Europäer und den Westen auf, es geht hier um einen dialektischen Prozess der sozusagen angeschoben werden sollte, man will die beiden Seiten so aufheizen dass sich endlich gegeneinander losgehen, und allen Strategen des Kampfes der Kulturen wird diese PEGIDA-Bewegung sehr gut gefallen.“


Sehr lustig, was? Auf der einen Seite soll es sowas wie einen Kampf der Kulturen nicht geben, auf der anderen Seite betont Wisnewski im Lauf des Interviews schon einmal seine Hoffnung für den Kampf um ‚deutsche Identität‚, und dass PEGIDAS PRoblem sei, dass sich nicht gegen eine „bunte Flüchtlingswelle“ gestellt würde, auch ‚Volkszorn‘ wird betont. Nun also soll PEGIDA zur Erfüllung von Samuel Huntingtons Theorie werden, natürlich gesteuert und kontrolliert, am besten noch durch die NATO. Truther unter sich! Je paranoider die Frage, desto paranoider die Antwort. Aber so ist das eben: Beim zu schnellen Sprechen kommt hier wohl einer mit dem Denken nicht hinterher. Und bei dem Denken wurde schon lange falsch abgebogen. Im nächsten Absatz behauptet Wisnewski dann etwas sehr truthermäßiges, nämlich dass die richtigen Arten zu Denken und Analsyen anzustellen, unterdrückt würden.


Jebsen: Herr Wisnewski, final eine Frage, welche Chancen hat der Ottonormalbürger der immer noch ARD und ZDF guckt und die BILD-Zeitung liest oder die FAZ, welche Chancen hat so ein Bürger, dieses Spiel überhaupt zu enttarnen? Wisnewski: „Eigentlich überhaupt keine Chancen, weil die entscheidenenden Informationen werden dort vorenthalten und es werden auch die entscheidenden Möglichkeiten den Menschen vorenthalten, auf eine -wie sage ich das jetzt- auf eine gültige Weise zu denken und diese Informationen auf eine gültige Weise zu analysieren, dass auch wirklich etwas dabei herauskommt, denn diesen Meinungen geht es eigentlich nur darum, die Leute auch in diese Richtung zu  lenken, in die sie laufen sollen, nämlich mit voller Wucht gegen den Islam aufzutreten.“ Jebsen: „Gibt es Ihrer Meinung nach überhaupt noch so etwas wie eine linke oder rechte Presse, kann man das  überhaupt  so noch sagen? Wisnewski: „Das ist sehr schwierig, weil das eben imm erwieder wechselt von Fall zu Fall, von Thema zu Thema, die linke Presse kann auch äußerst rechte Positionen vertreten in Anführungszeichen und umgekehrt, das ist alles in Auflösung begriffen diese ganzen Strukturen und Grenzen zwischen den verschiedenen politischen Lagern, deswegen ist das also für mich nur noch sehr schwammig erfassbar. was eigentlich links und rechts sein soll.“ Jebsen: Her Wisnewski, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch und biete Ihnen hier nochmal die Möglichkeit auf Ihr aktuelles Buch hinzuweisen.“ Wisnewski: „Ach so, ja…“


Soso – gültige Arten zu denken und zu analysieren werden also unterdrückt. Welche Arten zu denken dies sein sollen, kann man sich, beschäftigt man sich kritisch mit diesen Personen, denken. An dieser Stelle ist das Interview vorbei – die Werbung, die Wisnewski bei KenFM für seine ‚Bücher‘ machen darf, schreit nicht nach Transkription, im Gegensatz zu den anderen Fragwürdigkeiten.

Für ergänzende Kommentare interessierter Leser wird gedankt.

Alte Sozialdemokraten, die Querfront und der Kreml

Ein Beitrag bei Deutschlandradio-Kultur von dem NZZ-Autor Jörg Himmelreich, der sich mit möglichen geopolitischen Absichten Russlands unter Putin beschäftigt, wird von Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten (1) mit folgender Bemerkung kommentiert:
„Allein dieser konfliktverschärfende Beitrag wäre schon Beleg genug dafür, dass es richtig ist, wenn Russland versucht, seine eigene Gegenöffentlichkeit in Deutschland und in anderen Ländern des Westens aufzubauen. Der Autor ist offensichtlich eingebunden in das transatlantische Netz…)

( 1) http://www.nachdenkseiten.de/?p=24114#h16

Albrecht Müller, der ja mit dem Aufbau seiner eigenen „Gegenöffentlichkeit“ beschäftigt ist, findet es also richtig, wenn „Russland versucht, eine eigene Gegenöffentlichkeit“ in der BRD und „anderen Ländern des Westens“ aufzubauen. Hinweise auf mögliche Absichten vermeintlicher Lobbyisten sind wohl das eine. Politischen Lobbyismus einer anderen Nation aber auf deutschem Boden dann zu befürworten, ist keine schlüssige Argumentation.

Es ist nun fraglich, was Müller unter einer „Gegenöffentlichkeit“ von ihm (also den NDS „der kritischen Website) und von ‚Russland‘ versteht? Sind beide die gleichen ‚Gegenöffentlichkeiten‘? Gibt es Überschneidungen mit der Gegenöffentlichkeit des Front National, die ja auch von ‚Russland‘ (aka Putinokratie) aufgebaut wurde? Gehört Müllers Gegenöffentlichkeit gar auch zu den russischen Aufbauplänen, von denen er hier schwelgt?

Auf jeden Fall sieht Müller diese ‚Aufbaupläne‘ unkritisch. Es ist schon komisch. Eine Internetseite, die früher eher klassisch sozialdemokratische Themen behandelte, macht sich nun also zu einem Sprachrohr des Kreml und verteidigt die expansive ‚Politik‘ in Bezug auf die Ukraine. Also: US-Imperialismus ist böse, sagt der Albi, russischer Imperialismus dagegen knorke: Ist klar, geht ja gegen die bösen Amis…

Ein Hinweis auf mögliche Absichten eines Autoren, die er unterstellt, ist wohl das eine. Aber die von Müller favorisierte, wohl wirklich so von ihm empfundene ‚Gegenseite‘, deren aggressiver Politik und Propagandatechniken er erfrischend unkritisch gegenübersteht, auch noch über den Klee zu loben, dies ist angesichts der Förderung des FN in Frankreich durch den Kreml mehr als fragwürdig (und mal im Ernst – welche Demokratie- und Europagegner werden sonst noch gesponsert?) Oder hält Müller Amerika wirklich einzig für das Reich des Bösen – Russland aber für das des Guten? Es scheint ganz so, christlich-dualistisch durch und durch.

Resümee: Die NDS verlinken zu Querfrontkanälen (KenFM, Antikriegs.tv) und der Betreiber ruft zu den Querfrontmahnwachen auf. Der mit den NDS personell verbandelte Spiegelfechter spricht sich inzwischen ebenfalls für die Querfrontmahnwachen aus, das Publikum dort verlinkt fleißig zu KenFM; nebenbei werden dort Antisemitismen am laufenden Band gepostet. Es gibt wohl bei der Leserschaft viele Fans des Kremlkurses, scheinbar resultierend aus Vorbehalten gegenüber den USA. Ob Müller also aus Konformitätsgründen mit der Querfrontwelle mitgeht? Oder erhofft er sich allen Ernstes politisch-sozialen Fortschritt durch den Umstand, dass eine Autokratur á la Putin gesellschaftlichen Einfluß in Deutschland (und Resteuropa) gewinnt? Ansonsten würde er sich nicht dermaßen unkritisch bezüglich demokratiefeindlicher Propaganda geben (aber halt, es ist wohl das böse Imperium der USA, dass den Aufstieg der Nachdenkseiten aufhält, also muss das auch böse sein), die wohl vor allem Unfrieden säen soll. Und – kommt es Müller nicht eigentlich komisch vor, dass eine Nation in einer anderen eine „Gegenöffentlichkeit“ haben soll? Schließlich echauffiert sich Müller auch über eine „US-nahe Gleichschaltung“ deutscher Medien, diesen Erguss, der sich natürlich überhaupt nicht aggressiv anhört, hat er in selbigem Artikel verlinkt (2). Abgesehen von der unglaublichen Verharmlosung der NS-Zeit kann man sich angesichts dieser doppelmoralischen Haltung fragen, wann Müller eigentlich aufhörte zu denken. Wann spricht er also bei rtdeutsch? Seine Leser würden es ihm wohl danken…

Nachtrag – nun ist es also passiert. Tääätäää: Albrecht Müller kann sich nun bald zum Führer der Querfront aufschwingen: Er hatte sein erstes Interview bei rtdeutsch kurz nach Onlinestellung dieses Beitrags. Es ist so komisch, wie es beängstigend ist…natürlich gab es das ewig gleiche Gewäsch – es gäbe keine Meinungspluralität, die armen NDS würden kleingehalten, da sie zu kritisch seien und rtdeutsch würde nun das Gleiche erfahren. Es ist so billig: Da niemand mit ihm spricht, außer rt, verteidigt er rt und nutzt die gebotene Fläche. Seine Fans werden bestimmt jubeln, es war absehbar. Nun ist wohl auch der Kurs seiner Adepten beim Spiegelfechter erklärt.

(2) Siehe auch bei Herr Karl
http://herrkarlsblog.blogspot.de/2014/11/jens-berger-und-die-zuruckhaltende.html?m=1