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Compact bei den Neulandrebellen

Jörg Wellbrock – er ist Vertoner bei den Nachdenkseiten, wo Erwachsene Journalist spielen, und Autor bei den Neulandrebellen (der Spiegelfechter heißt jetzt Neulandrebellen), hat eine grottendämliche Apologie auf Xavier Naidoo geschrieben. Er lobt Naidoo für seine tollen Texte, diese seien nämlich widerständig und kritisch, und die seichte Musik findet Wellbrock super. Im Abgang setzt er die mehr als problematischen Zeilen, welche sogar bei youtube Sperrung finden, stolz unter den Text. Dies alles nicht, ohne als, sozusagen, Beweis seiner offenbaren Totalverblödung, noch einen Vergleich mit TonSteineScherben bringend, die ja im Jahr 2017 bestimmt auch der Kampfpresse zum Opfer fallen würden.

Sie würden wohl eher den antisemitisch-rassistischen Wichteln Paroli geben.

Man kann seinen Text aber auch komplett anders interpretieren und als einen kritischen Ansatz deuten, denn vieles von dem, was er singt, ist durchaus stimmig.

Wellbrock, der die unsäglichen Artikel der Nachdenkseiten vertont, ist mit seiner manichäischen Weltsicht eben ganz nah bei Jürgen Elsässer, nah beim greisen Vorgesetzten Albrecht Müller ist er sowieso. Und in einer Parallelwelt, in der die bösen Transatlantikerin rund um PizzaGate die Macht übernehmen und einzig der Bauernfreund von Tatjana Festerling mit seiner Forke helfen kann, neben dem fundamentalverstörten Idol Naidoo natürlich. Angekommen im Pegida-Basislager. Und so apostrophiert er denn auch , als er die Berichterstattung über Naidoo beschreiben will, das Wort Berichterstattung.

Und, hey, sind wir mal ehrlich: Marionetten lassen sich im ganzen Land finden, wir sind nun einmal gesteuert (ich hab‘ das böse Wort benutzt!) und werden geführt, ob von dunklen Mächten oder hellen Köpfen, sei mal dahingestellt.

Soso, alle seien wir also gesteuert, von dunklen oder hellen Mächten.; alles nur ohnmächtige Marionetten. Das Bild, welches er mit dem Tapezierpinsel malt, ist das einer guten oder bösen Mächten willfährig ausgelieferten Bevölkerung, die Basis so ziemlich jeder Verschwörungsideologie.Anonymous.ru gefällt das. Frodo Wellbrock wähnt sich, wie auch seine Querfrontkollegen, augenscheinlich
nicht nur auf einer hellen Seite, zusammen mit den anderen Hobbits der NDS etc. fühlt er sich im Kampf gegen Mordor und pädophile Pizzaconnections; als Strohmann beschreibt -und glaubt er- an einen Kampf um Gerechtigkeit, in dem es nur gut und böse gibt. Das Idol: Ein bißchen homophober Hobbit, ein wenig antisemitischer Jedi – zum Glück aber ein Rassist ohne Ansehen der Hautfarbe.

Dem angestaubten Spiegelfechter-/Neulandrebellenpublikum gefällts – und so wird in den Kommentaren mal wieder die protoantisemitische Denkweise ausgestellt,

Nichts neues in der Kloake…

Anmerkung: Der von Naidoo zur Kennzeichnung sämtlicher Politiker verwendete Begriff Volksverräter erlebte seine Prägung zu Anfang des 19. Jahrhunderts und die später massenhafte Verwendung im Nationalsozialismus. In der NS-Zeit würde am deutschen Volksgerichtshof falsches Recht gesprochen und der Begriff zur Stigmatisierung vom tatsächlichen oder nachgesagten Feinden des NS verwendet.

Es wird angerichtet: Hühnerbrust an Gewimmer von Migrationswaffen

Da ist diese Vulgärseite namens Nachdenkseiten. Sie wollen ‚links‘ sein. Sie boten und bieten so ziemlich jedem querfrontigen Ansatz eine Bühne – und von Lügenpresse wird allein aus Gründen vorgeblicher PC nicht gesprochen. Dort findet jemand freudige Erwähnung und wird publiziert, der munter gegen ‚Migrationswaffen‘ („Europa und Deutschland gegen „Migrationswaffe“ machtlos?„) hetzt oder mit solchen, die hobbymäßig gegen ‚Frühsexualisierung‘ wettern, das gleiche Mikrofon benutzt. Wie Superkremlin Willy Wimmer, der Pegida progressiv findet und ausgiebig seinem wahnhaften Antisemitismus frönt. Willy Wimmer darf bei den Nachdenkseiten auch Viktor Orban über den Klee loben. In Bautzen verteidigt er die armen Freitaler Nazis, die doch glatt vom bösen SEK überfallen wurden. Den ‚Linken‘ von den Nachdenkseiten und ihrem offenbar senilen Obervorsitzenden ist es schnuppe, ob, wo und wie Pegida-Willy spricht.

Dann gibt da diesen weinerlichen, unfreiwilligen Nazi-Hanswurst namens Hagen Grell aus der tiefbraunen, dunkeldeutschen Provinz, der wegen der Klicks von rassistischen Pegida-Affen als Neonaziyoutuber Bezeichnung finden  kann. Ein aluhuttragender, pseudopatriotischer ‚Männerrechtler‘, der seine offensichtlichen Komplexe abarbeitet. Er ist vielleicht dem einen oder anderen bekannt, weil von ihm (unter anderem) das lustige Video existiert, in welchem er ‚deutsche Männer‘ dazu aufruft, ‚ihre‘ Frauen zu verteidigen – das ganze im Feinripp-Unterhemd vor einem Alibert gefilmt.

Und dann – dann steht da dieser Auftritt an, bei dem der Feinripp-Hanswurst und Willy Wimmer zusammen aufreten. Selbstverständlich werden die Hoschis von den Nachdenkseiten in Zukunft weiterhin was von McCarthy und Zensur blubbern – und sich ansonsten über die Reichweite der NDS hinein ins rechtsextreme Milieu freuen. Vielleicht macht Hagen Grell mit seinen Kameraden ja auch bei Stopp Ramstein mit (über Nazis hat man sich dort stets gefreut) – vielleicht findet der Nachdenkseitenmitarbeiter  Jörg Wellbrock aber auch zusätzliches Einkommen durch das Vertonen patriotischer Hörbucheditionen? Seien wir gespannt – bei den Nachdenkseiten weiß man dann, wie immer, von nichts.

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Das braune Umfeld um die Nachdenkseiten – Daniele Ganser zitiert den „verfolgten“ Alex Jones

hier sind immer mehr Menschen, die aufwachen...Alex Jones, der wird in den USA verfolgt, der hat Millionen von Followern…ich übersetze die Quellen aus Amerika und bringe sie hier nach Landau damit wir uns hineinversetzen können….Alex Jones, ein Kritiker der Oligarchie, sagt: <<<Die Bevölkerung befindet sich in einer Trance, aber viele wachen auf>>>. Das finde ich ne spannende Beschreibung, könnte durchaus stimmen, die Elite kontrolliert beide Parteien, das heißt, er hat auch diese Analyse, das ist ein Spiel in den USA: <<<Demokraten wie Republikaner, beide führen Kriege und sie machen nur ein Spektakel um das Volk zu spalten. Republikaner gegen Demokraten, linksliberal gegen konservativ, schwarz gegen weiß. Solange die Menschen gegeneinander kämpfen, können sie nicht zusammen kommen um die Diktatur der Konzerne zu beenden. Die Nation stirbt und wir das Volk müssen uns erheben…<<< [Jubel im von den Nachdenkseiten organisierten und verbreiteten Vortrag, das sich links wähnende Publikum klatscht den nationalistischen Worten eines Rassisten, Antisemiten und Demagogen zu. Ca. 01:04:00 ]

Wenn rechtsextreme und pseudolinke Obergrenzenverfechter sich zusammensetzen, so ist das verbindende Element scheinbar regelhaft die antisemitisch geprägte Weltsicht: Ob nun Querfrontwilly etwas NS-relativierendes, revisionistisches erzählt und die israelische Weltverschwörung an die Wand malt, der wirre Peter König etwas von „anglo-saxonischen Zionisten“, beziehungsweise: Illuminaten, welche die Presseanstalten in den USA kontrollieren würden – oder eben der eingangs zitierte Daniele Ganser, der Verschwörungsideologe, Truther und Pseudowissenschaftler, der mit dümmlichen Vorträgen Publikum von Möchtegernlinks bis ganz Rechts beglückt.Die Nachdenkseiten, welche den Sprung aus einem konservativ-miefigen SPD-Reformermilieu bis ganz nach vorn an die Querfront gemacht haben – zusammen mit KenFM, dem Portal von Antisemiten für Antisemiten. Figuren, wie die genannten Willy Wimmer und Daniele Ganser, sind, ebenso wie die Gastgeber Jebsen und die Nachdenkseiten, Bindeglieder zwischen lechts und rinks und links und rechts.

„…und ich kann ihnen sagen, sie werden im Fernsehen immer angelogen…“

Daniele Ganser  beispielsweise hält gestern Vorträge beim Quer.denken-Kongress des rechtsextremen Michael Vogt oder auf der AZK des nicht anders eingestellten Ivo Sassek- und morgen bei von den Nachdenkseiten mit ausgerichteten Veranstaltungen. Welche, im Gegensatz zu den erstgenannten , vor einem sich sehr links wähnenden Publikum stattfinden. In diesem Rahmen zitiert Ganser einen in den USA beim Aluhutpublikum beliebten rechtsextremen Hetzer, den wirren Alex Jones – bei dessen braunen Ausdünstungen klatscht das Publikum frenetisch. Alex Jones ist möglicherweise Ken Jebsens großes Vorbild, nicht anders als er, die Nachdenkseiten oder Daniele Ganser  beansprucht er das antisemitisch grundierte Lügenpresse-Bild. Aber auch in Krautland kommt er gut an. Bei dem Jones-Zitat, welches neben dem nationalistischen und antisemitischem Gehalt eine eindeutige,  aggressive Implikation enthält, gerät es ganz aus dem Häuschen. Nie vergessen – diese Menschen geben vor, aus sozialen Gründen die Linke zu wählen und ganz dolle für Frieden zu sein – und werden von dem Scharlatan Ganser im Vortrag auch als Friedenslämmchen angesprochen. Obwohl sie gar nicht so insgeheim von Bürgerkrieg träumen. Alex Jones – ein Verfolgter, so wie sie. Oder der arme Ganser.  Der pseudowissenschaftliche Gaukler Ganser, der zufrieden ist, wenn Sechsjährige seine Bücher verstehen können, zitiert nicht nur einen rechtsextremen Wirrkopf aus der youtube-Akademie für Aluhüte, um seinen antisemitischen Hirnfurz zu stützen: der Wissenschaftsdarsteller erfreut das sich hochintellektuell fühlende Publikum auch noch mit einem -natürlich- akademisch sauberen Quellennachweis von youtube. Ein wenig hat der Absahner aus den Alpen, der sämtliche Aluhut-Politfraktionen von links bis esoterisch rechts betourt, halt wissenschaftlich schon gelernt: die Fußnote ist korrekt angelegt.

Hier noch als Schmankerl ein typischer Kommentar bei dem FB-Auftritt der Nachdenkseiten. Man bekommt das Publikum, was man verdient.

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Wirres, gefährliches Gerede von Antisemiten für Antisemiten

 

Man darf nicht vergessen, dass die Medien, die westlichen Medien, die wir ja zu konsumieren kriegen, die sind ähh neunzig Prozent äääh kontrolliert von sechs großen Mediengiganten und das sind alles anglosaxonische Zionistenorganisationen, die praktisch alles dasselbe sagen. Ich würde sagen, oft sage ich das auch oder schreibe darüber, dass der Rothschildclan nichts anderes ist als eine Mafia. Und vielleicht sollte man da noch einfügen ich bin überzeugt -sie wissen das-, dass ähh, dass – im Prinzip diese Mafia, diese Zionistenmafia, die Amerika schon seit hundert oder mehr Jahren dominiertisst also, die Medien werden von Ihnen beherrscht…die arbeiten zusammen mit den Großbanken, mit der Pharmazeutik und mit der Kriegsindustrie Peter König bei KenFM

Die wirren, antisemitischen Weltanschauungen von gefährlichen Spinnern.

Wilkommen bei KenFM.

„…dazu muss man aber natürlich sagen – und ich möchte das ebenfalls in Verbindung bringen mit Trump: Es gibt etwas wie etwas, was man in…den Medien, den nicht öffentlichen Medien, sondern eher in den Untergrundmedien, den Deep State nennt. Das ist eine Elite, viele nennen sie Illuminati andere nennen sie die Zionisten und Think Tanks die die Politik machen, die die Stränge ziehen.“ Peter König bei KenFM

Ken Jebsen lässt antisemitische Sprüche nicht nur zu, er interveniert nicht, er verstärkt die Aussagen der Interviewpartner mit seinen Fragen. Dies lässt ihn als den Antisemiten darstehen, als welcher er sich nun mal produziert. Er präsentiert Gäste mit antisemitischen Weltanschauungen – immer mit dem offenbaren Wunsch, dass gerade diese Gäste ihn wohl vom Vorwurf des Antisemitismus reinwaschen sollen, sind es doch in seiner traurigen Realität ebenfalls nur arme Opfer der vorgeblichen Political Correctness. Wutbürger eben. Und so versucht er ein ums andere Mal, wie ein böser Don Quijotte, im Rahmen seiner lächerlichen Youtube-Show gegen die fiesen Windmühlenflügel einer offenen Gesellschaft anzukämpfen. Dynamisch kann er hierbei nur auf solche mit ähnlich wirren Weltbild wirken.

Ich würde sagen, oft sage ich das auch oder schreibe darüber, dass der Rothschildclan nichts anderes ist als eine Mafia. Und vielleicht sollte man da noch einfügen ich bin überzeugt -sie wissen, dass  im Prinzip diese Mafia, diese Zionistenmafia, die Amerika schon seit hundert oder mehr Jahren dominiert…

Der angebliche Nicht-Antisemit Jebsen hat stets die Möglichkeit zur Intervention oder zu kritischen Nachfragen. Da er aber nur interessierte, die unerhörten Aussagen bekräftigende (und deutlich antisemitisch grundierte) ‚Fragen‘ stellt, niemals Kritik, muss der überhebliche Profilneurotiker sich nicht nur die Zuschreibung gefallen lassen, dass er antisemitische Aussagen tätige. Wer in retardierter Blasiertheit seit Jahren in dieselbe Kerbe schlägt – oder schlagen lässt, sich dabei beharrlich als Opfer darstellt und jede Möglichkeit zur Umkehr außer Acht lässt, der ist praktisch gesehen ein Wiederholungstäter – und mehr als ein Ignorant. Was seit Jahren als Ausrutscher gekennzeichnet werden soll, ist verzerrter Wahrnehmung zugrunde liegende Vorsätzlichkeit.

Antisemiten unter Antisemiten – auch Lejeune war schon mehrmals bei KenFM. Die Knallcharge Jebsen kann noch so sehr wettern: wer antisemitisches produziert, Antisemiten sich produzieren lässt und ein ebensolches Publikum ansprechen möchte – der ist als solcher zu kennzeichnen!

Ken Jebsen: „Diese Zionisten, wo kommen die denn eigentlich her, was machen die denn eigentlich, wo sind die vernetzt – das? Das sind ja nicht nur Menschen, oder zum kleinsten Teil Menschen nnit israelischem Pass.“  Peter König: „Ja, diese europäischen Zionisten, wie wir sie kennen, die dann auch ausgewandert sind in die USA, die kommen aus einem Teil der der Kasan hiess- der heute zum Teil von Russland und Kasachstan und ähh in dieser Gegend-  „Jebsen: „Hhmm“  Peter König: „-die haben dann sich dann vereinigt und haben dann hmm einige Verträge und Verhandlungen gemacht mit den Engländern um einen Teil des mittleren Ostens für sich zu gewinnen und das wurde dann Israel und deshalb im Prinzip haben die Anglosaxonen sehr enge Verbindungen mti diesen Zionisten. Es sind zum großen Teil nicht die Israelis die aus Israel kommen, sondern die Israelis die nicht aus Israel kommen, sondern aus Großeuropa, wenn sie wollen oder – oder Asien. Deshalb war ja der große Sponsor von Israel auch the UK…“

Soso. Zionisten stammen eigentlich ursprünglich aus Kasan. Und natürlich beherrscht das anglosaxonische Empire irgendwie mit diesen Illuminaten-Zionisten (warum sagt Fifi nicht einfach: Juden) die Welt. Wer das alles schon wahnsinnig findet, der sollte nicht weiterhören…es bleibt dabei: If it talks like a duck, if it walks like a duck…

 Jebsen: „Dann könnte ich behaupten, dass es ich hier praktisch um ne Mafia 2.0 handelt!“ König: „Absolut. Absolut. Ich würde sagen, oft sage ich das auch oder schreibe darüber, dass der Rothschildclan nichts anderes ist als eine Mafia. Und vielleicht sollte man da noch einfügen, ich bin überzeugt -sie wissen das-, dass ähh, dass – im Prinzip diese Mafia, diese Zionistenmafia, die Amerika schon seit hundert oder mehr Jahren dominiert, die hab- ähh die tanzen immer auf zwei Hochzeiten, Sie wissen das ja sicherlich, also das Außenministerium tanzt immer auf verschiedenen Hochzeiten, eines dieser Beispiele ist genau das was kaum einer weiß, die haben dem Hitler geholfen den Krieg gegen die Sowjetunion zu finanzieren…denn die Amerikaner wollten ja keine Sojetunion als Partner haben-  Jebsen: „Ja“ Peter König: „…und deswegen wollte man  die Sowjetunion bereits damals schon ausrotten!“ Jebsen: [interessiert] ja also… auch die Zionisten kann man benutzen, die CIA benutzen die Zionisten ja regelmäßig…“  17:00 -18:32

Wer benutzt nun wen? Da sollte man sich einig werden an der antisemitischen Front.

K(r)oppzeug

 „…und wenn wir uns die Situation heute anschauen…der Westen steht für Mord und Totschlag…und wofür steht die russiche Föderation? Fürs Völkerrecht, für die Familienwerte und für die Stärkung des Glaubens…“ [Willy Wimmer bei KenFM, „From Moskau with love“ 27:44 – 28:05]

Ken Jebsen, Albrecht Müller von den Nachdenkseiten oder Willy Wimmer stellen auf diesem Blog oft behandelte Figuren dar – aufgrund ihrer Scharnierstellungen im Querfrontnetzwerk und/oder des hohen zweifelhaften Outputs, mit dem regressive Verschwörungsgläubige bedient werden. Die bei KenFM wie bei den Nachdenkseiten, Kopp und Compact am laufenden Band ausgespienen Geschmacklosigkeiten erscheinen in ansteigender Schlagzahl. Da die verschiedenen Beiträge bezugnehmend von einzelnen Querfrontcharakteren (nicht nur den Genannten) immer wieder gekäut werden, wartet auf den Verschwörungsjunkie und Rezipienten von abstrusen Verschwörungstheorien und unseriösen Kremlin-Medienprodukten eine Menge Stoff. Ken Jebsen möchte sich, wohl da er sich so mehr Spender aus dem linken Lager verspricht, als politisch links stilisieren. Ganz kapiert hat er nur noch nicht, dass das Teilen rechtsextremer Hetzvideos hierbei nicht behilflich ist. Eindeutig rechsextremistisch (neben der Hirnverbranntheit) geht es bei dem Angebot von Kopp und Compact ebenfalls zu: Während bei Compact, betrieben vom als glühenden Antisemiten bezeichneten Jürgen Elsässer, mit Faschisten wie Götz Kubitschek) zusammengearbeitet wird und zur Gesundung von deutschem Völkchen und Elsässers Geldbeutel Tagungen durchgeführt werden, wurde bei Kopp Eva Hermann angestellt, die die Tagesschau quasi freiwillig verließ, und über den Segen „Neuer Germanischer Medizin“ aufgeklärt, neben Werken über Naziflugscheiben. Gemein ist Compact und Kopp: Es wird rechtsextreme Literatur verlegt und versendet, gefährlicher völkischer Nonsens verbreitet, die Pegida-Kultur angeheizt. Auch Ken Jebsen arbeitete für Elsässers Compact und wurde dort publiziert, wie er ihn auch für KenFM interviewte.

Bei Ken Jebsen, der sich kurz nach Ausbruch der Wahnmacher-Montagsdemos und dem Aufspringen mancher linker Politiker auf diesen Zug immer wieder, absolut unglaubhaft, als links inszeniert, finden Autoren, welche bei den letztgenannten Medienunternehmen unterkommen, trotzdem eine Bühne. Auf diese Bühne wird dann eventuell, zum Beispiel, in den Nachdenkseiten verwiesen. Jürgen Elsässer, Udo Ulfkotte, Christoph Hörstel, Friederike Beck, Willy Wimmer (btw: Albrecht Müller von den Nachdenkseiten verehrt Willy Wimmer geradezu), Gerhard Wisnewski. Sie alle eint neben chronischem Hang zur Logorrhoe die publikatorische Zugehörigkeit zu Kopp oder Compact, neben rechten Spinnereien.

Konnte bei KenFM vor kurzem erst ein Interview mit der Kopp-, und Compact-Autorin Friederike bewundert werden, war es noch am gleichen Tag der bei den gleichen Medienprodukten erscheinende Willy Wimmer, dessen Bericht von einem Galadinner mit Putin von dem autoritaristischen Publikum gewiss voller Freude aufgenommen wurde. Hierbei freute sich nicht nur KenFM darüber, „ganz oben“ angekommen zu sein – der ansonsten von Migtrationswaffen schwadronierende Wimmer konnte, wie Jebsen, neben der anhimmelden Stilisierung von Putin als starkem Mann wieder einmal reviosionistische Antiamerikanismen äussern. Dass hierbei auch im Unmaß Werbung für rt gemacht wird, darf nicht verwundern. Ist rt doch der ‚Sender‘ (in Deutschland nur ein Youtube-Kanal), welcher mit Wimmer, Jebsen, Müller, Hörstel und Konsorten absolut unkritisch umgeht und aus Desinformationsgründen genau diese Stimmen sendet.

…ich bin froh dass es diesen russischen Sender gibt. Das sieht man ja auch an einem Punkt der aus meiner Sicht widerlich ist. Wenn Sie im deutschen Fernsehen oder in deutschen Rundfunkanstalten irgendwelche Stimmen aus Moskau hören, dann sind das in der Regel Leute, die in amerikanischen Stiftungen arbeiten, da kann ich ja nur sagen, das kann man uns ja eigentlich nicht zumuten. Es gibt da 140 Millionen Russen, warum findet man da keine Gesprächspartner die auch einmal aus russischer Sicht und nicht aus amerikanisch filtrierter Sicht etwas sagen. Das ist ein tolles weites Feld und ich finde rt hat das verdient, weil die ähh Crew die da angetreten ist, irgendwie im westeuropäischen Sinne einen tollen BBC-Standard(..)erhalten hat, praktiziert. Das sind nette Typen, nicht jeden Abend Kleber und Slomka, macht Spass, die zu hören, und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen, die geben eine solche Weltsicht, wie es das deutsche Fernsehen auf allen Programmen nicht fertigbringt, dass man aus anderen Teilen der Welt seriöse Informationen bekommt, das kann man bei Aljazeera auch erleben, das kann man bei France24 auch sehen, das gibts bei aller Kritik auch bei der BBC, warum gibts das in Deutschland nicht? Wir haben wenn man sich an Ort und Stelle aufhält überall tolle Journalisten, warum – wir haben ja  Beispiele aus der ZDF-Geschichte im Zusammenhang mit Journalisten, die in Teheran tätig waren und in Bagdad gearbeitet haben, wenn man in deutschen Fernsehanstalten nur frust verbeitet und dise Leute rausekelt, wenn sie mal was vernünftiges sagen dürfen, dann spricht das mit Sicherheit gegen die deutschen Sender, aber spricht dafür, dass man sich die Informationen bei Aljazeera, rt oder bei den chinsesischen Staatssendern ähh holt. das muss man mit allem Nachdruck sagen und lieber ne gute Information als auf deutsches Fernsehen angewiesen zu sein.“ [Willy Wimmer bei KenFM 07:20 – 09:27]

Egal, wo – Wimmer wittert amerikanischen Einfluss. Auch migrantische Bewegungen seien letztendlich im großen Planspiel der USA enthalten, wie er in seinen Aussagen zu Flüchtlingen als Migrationswaffe spinnt. Und wer wurde eigentlich beim ZDF „rausgeekelt„?  Meint Wimmer eventuell Christoph Hörstel (der allerdings nicht beim ZDF war, sondern ARD)? Es ist nicht verwunderlich, dass Wimmer in allem die USA am Wirken sieht – und seine Deutschland von historischer Schuld entlastenden Revisionismen darauf aufbaut:

…wenn man den Mann und damit Russland diffamieren kann, dann ist das die alte amerikanische Leier – das kennen wir aus den Bombenangriffen aus dem zweiten Weltkrieg, man leuchtet einen an, ein Ziel, und das ist dann nicht ne Stadt oder ein Land, sondern das ist ein Mensch. Das haben wir vielfach  seit Ende des zweiten Weltkrieges gesehen, wir habens schon bei Wilhelmdem II. gesehen und das ist die angelsächsische Propagandaleier mit der wir es zu tun haben und wir sollen in den Krieg getrieben werden. Und das über einen Mann wo ich nur sagen kann suchen Sie den mal in Berlin.“ [Willy Wimmer bei KenFM 13:40 – 14:25]

Auch im Compact-Magazin wird Putin stets als Macher, als starker Mann für Europa dargestellt. Die offiziellen Inszenierungen von Putin, wie Sie aus dem russischen Fernsehen bekannt sind, verfangen nicht nur bei dem rassistischen Elsässer und dessen Publikum. Männer wie Putin haben in Deutschland, ebenso wie Orban, ihre autoritären Bewunderer. Was Else kann, kann Querfrontwilly schon lange. Dass in diesem Rahmen, der von der Darstellung Putins als starker Mann geprägt ist, auch geschmackloseste Revisionismen und Täter-Opfer-Umdeutungen ihren Platz haben, leuchtet ein:

Und das Problem was wir haben ist, die Russen sind auf die Amerikaner genauso hereingefallen in Zusammenhang mit der  NATO-Osterweiterung, wie die Deutschen 1917 auf die 14 Punkte von Wilson. Man hat dem vertraut, dem amerikanischen Präsidenten, und hat die Kriegsbemühungen eingestellt und hat Versailles und Adolf Hitler bekommen. Und in dem Zusammenhang muss man diese Dimension aufmachen und ausmachen, weil Michail Gorbatschow mit seinem Ziel gemeinsames Haus Europa eigentlich realistischer für den Frieden operiert, als das alle Kriegstreiber bei uns machen.“ [Minute 15:07 – ca. 16:20]

Es ist nur logisch, dass Wimmer den USA alles schlechte in die Schuhe schieben möchte, zur Not auch die eigene Dummheit, ein bei Deutschen nur allzu bekannter Entlastungskomplex. Was in Wirklichkeit zu Versailles führte, dies spart Wimmer aus, wenn er als logische Folge ‚Adolf Hitler‘ ausmacht. Die Rolle der deutschen Bevölkerung an Drittem Reich und Holocaust simplifiziert und personalisiertWimmer in ebensolchem Maße hinweg, wie er dümmliche Vergleiche anstellt. Wo ist zwischen Eurasischer Union von Wladiwostok bis Paris und „Gemeinsames Haus Europa“ schon der Unterschied – und wer wird denn von der Ukraine reden – wenn „der Westen“ Russland „umzingelt oder in die Zange nimmt. Und werbraucht die EU? Dass für Wimmer die USA an allem schuld sind, sogar an deutschen Gesetzentwürfen, leuchtet ein.

…ich finde wir müssen zuerst unsere eigenen Interessen definieren und wir müssten eigentlich in Berlin Institutionen haben, die nicht durchsetzt sind von Leuten die fremden Interessen dienen(…)Sie kriegen ja heute in Berlin keinen Gesetzentwurf mehr hin, der nicht von amerikanischen Anwaltskanzleien geschrieben worden ist(…)selbst Indien, als kolonial regiert, hatte eine home role, die Inder mussten sich das nicht gefallen lassen, was wir freiwillig hinnehmen…[17:02 – 18:40]

Wie – „selbst Indien als kolonial regiert„? Ist Deutschland etwa gar keine Kolonie? Es ist dieses Gerede, welches Nationalisten und Antiamerikanisten gleichermaßen anpricht.

Jebsen:Ein Mann der Ihnen sehr, sehr nahe ist, ääh, zu einer Partei, die Ihnen auch unglaublich nahe ist, nämlich die Linke, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, haben ja schon vor geraumer Zeit auf den eigenen Homepages über Obergrenzen für Zuzug gesprochen, also auch wenn man fair gegenüber den Flüchtlingen sein will, weil die nämlich ihre Familien nachholen, dass man irgendwo eine Obergrenze formulieren muss, das wurde in der eigenen Partei bei den Linken ja auch vehement abgelehnt, bei mir kam sofort das Bild in den Kopf, da ist ein Rettungsboot, da sind Kinder schon an Bord und man möchte auch noch die Mütter und Väter an Bord holen, und dann sagt man aber: „Keine Obergrenze“ – da geht das Boot doch irgendwann unter. Wer sieht das denn realistisch, außer Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, und das sind Linke und werden dafür begossen?“ [20:20 20:57]

Dass bei Jebsen das Bild vom vollen Boot strapaziert wird, verwundert nicht – und wird das teils ausländerfeindliche Publikum freuen. Oskar, der schon vor Jahren vor Fremdarbeitern warnte und Sahra, die mit ihren Sprüchen von (u.a.) der „US-Kolonie Deutschland“ die Souveränazis erfreuen, sind in höchstem Maße querfrontkompatibel. Nun ja – wenigstens bezeichnet Jebsen diesmal Sahra Wagenknecht nicht als Oskar Lafontaines Hauptfrau, wie in einem älteren Video. Die folgende Perle von Wimmer ist angesichts der „dasBootistvoll„-Politik, die die Union in den Neunzigern fuhr, bemerkenswert.

…wir haben nur auch in diesem Fall in  den neunziger Jahren gesehen, Deutschland hatte die Konzepte mit einer solchen Entwicklung, die wir ja lange gesehen haben, dass die auf uns zukommt, jaäh,  Deutschland hatte zusammen mit den Holländern, den Dänen und anderen Konzepte entwickelt, wie man den südlichen Rand des Mittelmeeres würde entwickeln können, damit man Puffer schafft,und den Staaten eine Lebensperspektive gibt, inklusive den Überlegungen von Egon Bahr, den südlichen Sudan zur Kornkammer Afrikas zu machen. Das waren unsere Überlegungen um mit den Problemen fertig zu werden und die sind von den Amerikanern und den Israelis ’94 spätestens in die Ecke gejagt worden – und das ist unsere Crux, das wir nicht manns genug sind mit diesen Situationen fertig zu werden, wenn andere uns ins Handwerk pfuschen.“ [22:30 – 23:17]

Böse Amis, böse Israelis – jagen die doch alles in die Ecke. Deutsche aber, die dürfen überall „Kornkammern“ machen. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Wimmers Gesagtes ist nicht nur äußerst dämlich, antiamerikanisch, antiisraelisch. Es spiegelt auch den autoritären Charakter gut wieder. Die folgende Frage Jebsens und die Antwort Wimmers ließen Jebsen zu einer Einleitung dieses Interviews verleiten, die dessen Affektiertheit schön widerspiegelt: „Wie uns das Urgestein der CDU zum Ende verriet, wurde er bei seinem Empfang in Moskau auch auf KenFM angesprochen. Ganz oben kennt man uns…“ [KenFM auf Facebook zum Eintrag „from moscow with love]“.

Jebsen: „Herr Wimmer, ich weiß, dass die Amerikaner ähh natürlich ganz genau beobachten, was in deutschen Medien passiert und wer sich in deutschen Medien ähh wie und zu welchem Land äussert, ob das von der vorgegebenen Linie abweicht, von daher weiß ich, dass amerikanische Dienste Sie auf der Uhr haben. Wie ist es denn mit russischen NaChrichten und auch russischen Diensten ähh russischen Politikern? Nehmen die wahr , was Sie in deutschen Medien verbreiten, nehmen die wahr, wenn sie mit uns sprechen?“ Wimmer: „Ich weiß auf jeden Fall aus Gesprächen an diesem festlichen Abend -im Vorfeld- dass man sehr genau ähhm aus russicher Sicht beobachtet, welche Wirkung bestimmte Medien, ich sage jetzt mal aus der alternativen Szene, auf die Mainstreammedien haben, und ich habe klar gehört von einem Gesprächspartner, dass ähh KenFM als Modell für eine Netzverbreitung gesehen wird, die ääh argumentative Stärken aufweisen soll.“ [31:10 – 32:17]

Dass der von Jebsen, ebenso wie Wimmer, als Urgestein seiner Partei bezeichnete Albrecht Müller bei den Nachdenkseiten auf dieses Interview Wimmers hinwies, mit dessen Aussagen er sich nur in Bezug auf den Punkt der Wichtigkeit der Religion nicht gemein machen möchte, verwundert nicht mehr, nach allem, was Müller bisher so von sich gab.

Tags darauf ging es mit dem Thema der vom Angloamerikanischen Imperialismus bedrohten deutschen Souveränität in einer KenFM-Werbesendung mit dem spinnerten, antihedonistischen und homophoben Gerhard Wisnewski weiter, welcher nicht zum ersten Mal bei Kennieboy seinen Bullshit absondern durfte – und ebenfalls bei Kopp publiziert. Seine hochbrisanten Bücher, journallistische Meisterwerke für die Füße, waren schön auf einem Tischchen, hinter dem sie saßen, drapiert. Wisnewski schreibt unglaublich widerliche Hetzartikel – und unglaublich blöd. Ob er nun die Mondlandung in Frage stellt, Michelle Obama als Transvestit bezeichnet oder jedwedes terroristisches Attentat als falseflag-Aktion ominösen über den USA stehenden „wirkliche Machthabern“ zuordnet – Wisnewski beweist immer wieder neu, dass er nicht alle Latten am Zaun hat. Wenn er nicht von Jebsen interviewt wird, dann zum Beispiel von Michael Vogt – hier zum Thema ‚Flüchtlinge als Migratioswaffen‘, welches ja auch ein gern gesehens Thema von Jebsen, Hörstel, Wimmer und Co. ist. Welch dämliche Dinge Wisneski, der auch mal mit Compact-Chef Jürgen Elsässer und NRhZ-Autorin Fikentscher in den Iran auf Stipvisite zu Ahmadinedschad fährt, so schreibt  und redet, ist bemerkenswert. Das Publikum, welches Wisnewksi ansprechen kann, ist verschwörungsgläubig, schwulenfeindlich und  rassistisch gepolt, in Betracht kommende –Ismen außen vor gelassen. Das Interview bei KenFM wurde von Jebsen mit einem  Text eingeführt, der Wisnewski als knallharten Verfechter für die Gerechtigkeit, als journalisitschen Märtyrer darstellt, so wie Jebsen himself. Der dabei wieder einmal sein eigenes Schicksal ins Spiel bringt, welches er meint, nicht mit seinen nicht ins Jugendprogramm passenden, antisemitischen und antiamerikanischen Äusserungen erwirkt zu haben, sondern aufgrund der Reportage über heisse Eisen verwirkt bekam: „Wer dem Haussender, der Hauszeitung mit einer zu heißen Story kommt und es irgendwie schafft, diese gesendet oder ins Blatt zu bekommen, gerät sehr schnell selber ins Fadenkreuz derer, die im ganz großen Stil den Medienkrieg steuern und zu kontrollieren versuchen.“ Hierbei wurde Jebsen also Opfer von US-Amerikanern, von Zionisten – oder von von US-Amerikanern oder von Zionisten infiltrierten ‚Haussendern‚? Wisnweksi teilt mit Jebsen eine Leidenschaft, er bezeichnet einfach alles als inszeniert, egal ob Charlie Hebdo, 911 oder Bataclan, ob Migration, Mondlandung oder Klimawandel. Und verbreitet den gleichen und ähnlichen, gefährlichen Stuss wie Jebsen, zum Beispiel über angeblich nach 911 in den  Trümmern gefundene Ausweise. Dass Jebsen ihn diesem Werbeinterview zum Beispiel auf seine schwulenfeindlichen Äusserungen ansprechen würde – Fehlanzeige. Stattdessen wird Wisnewksi als soziologisch versierter, journalistischer Profi eingeführt, als knallharter Journalist, der der Wahrheit verpflichtet sei. Deutlich aber ist: Es zählt der Austausch von zwei 911-Truthern, einmal wieder wird Wisnewskis Shanksville-Story aufgewärmt. Die wohl, wie andere brandheisse Storys von Wisnewski nur aufgrund seines mangelhaften Englischverständnisses, bestehenden Ressentiments und blühender Phantasie entstand. Getreu dem Krankheitsbild wärem die beiden im Interview alle möglichen falseflag-Story, von RAF bis 911 auf. Und so lassen sie, man möchte ja bei dem „natürlichen Verbündeten“ Putin gut ankommen, die deutsch-russiche-Freundschaft hochleben, die natürlich durch das „angloamerikanische Imperium“ schon seit hundert Jahren bedroht und eingegrenzt würde. Die Hälfte des Interviews wird sich gegenseitig versichert, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet, für jeden der beiden Truther der Rauswurf ganz was tolles gewesen sei. Vom verbalen Auswurf der journalistischen Glazlichter, aufgurnd der Fülle an Dehmlichkeiten, hier nur zwei Ausschnitte:

Wisnewski: „…weil es schon immer ein Anliegen war, ähhm, Deutschland und die Osteuropäer nicht zu nah zusammenkommen zu lassen und ettwa ihre Synergiekräfte entfalten zu lassen-„ Jebsen: „Sehen wir im Moment.“ Wisnewski: „Ja, eben, deswegen auch diese ständig hochgepeitscht Feindschaft gegenüber Russland, die absolut künstlich ist, denn eigentlich sind Deutschland und Russland natürliche Verbündete, ne.“ Jebsen: „Schon aufgrund der ääh Nähe.“ Wisneski: „Aufgrund der Nähe-„ Jebsen: „-also, auf dem Landweg zu erreichen-„ Wisnewski: „-sie sind Nachbarn auf diesem Kontinent, und ähhm, ganz verkürzt fomuliert, sagt man eigenlitch hat man immer gesagt Russland hat die Rohstoffe und wir haben das Knowhow. Und das zusammen ist unschlagbar, das muss man sich mal vorstellen. Es ist nicht so, wie uns das heute präsentiert wird, die bösen Russen und wir vertragen uns nie mit denen, das ist absolut künstlich und das wird seit etwa hundert Jahren künstlich aufrecht erhalten, in Wirklichkeit sind Deutsche und Russen natürliche Verbündete.“ Jebsen: „Aber damit auch atürliche Konkurrenten des angloamerikanischen Empires.“ Wisnewski: „Korrekt.“ Jebsen: „Ja, also wir sprechen hier über die Herzlandtheorie, Mackinder.“ Wisnewski: „Das ist die größte Bedrohung für das angloamerikanische Imperium, mit die gößte, das Deutschland und Russland zusammenkommen könnten, das ist deren Alptraum-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Und deswegen tun sie alles seit hundert Jahren dafür, dass das nicht passieren kann.“  Jebsen: „Hmm.“  [26:55-28:06]

Immer wieder wird der gleiche Stuss aufgewärmt. Natürlich – Deutschland und Russland seien natürliche Verbündete im Weltenkampf mit dem angloamerikanischen Empire. Sogar Nachbarn. Polen, die Ukraine und Weissrussland spinnen sich die Aluhüte, wie auch mancher Politiker der Linken(.), gerne weg. Jeder, der etwas gegen die fiesen Pläne des bösen Imperiums unternimmt, wird mundtot gemacht. So wie Wisnewski und Jebsen, die Experten.

Jebsen: „Was wir in den Medien – das verstehen ja viele  Leute gar nicht, was Medien sind, ich empfehle ja immer Marshall McLuhan als Autor. aber – was wir in den Medien dann  erleben ist , derjenige, in diesem Fall das Imperium, die die Medien kontrollieren durch die entsprechenden Alphajournalisten, die wir spätestens seit der Anstalt auch kennen, ja – Uwe Krüger sei hier empfohlen auch, ähhm, das was die verkünden, das ist die Wahrheit, und alle anderen müssten sich dann dagegen durchsetzen, egal, wie unsinnig die Behauptung ist. Das ist ja das, wie die Medien arbeiten. Ich kann irgendetwas behaupten, ich hätte auch sagen können der Weihnachtsmann war am Set und wenn ich dann sag: es gibt den Weihnachtsmann nicht, dann muss ich, muss ich beweisen, dass die anderen totalen Käse erzählt haben, obwohl jeder sagt, ja das muss Käse sein. Warum ist das so?“ Wisnewski: „Das ist einfach die Medienmacht, die Arroganz der Medienmacht, ähh, wer am lautesten schreibt, hat Recht.“ Jebsen: „Und wer zuerst das tut.“ Wisnewski: „Ja.“ Jebsen: „Hmm.“ Wisnewski: „Ich sage ja immer, die schlimmste Verschwörungstheorie haben ja die Medien selber aufgestellt, und George W. Bush über Osama Bin Laden und seine 14 Räuber, die angeblich in der Lage waren, die Supermacht USA total kalt zu erwischen, in ihrem eigenen Luftraum vier Jets zu kontrollieren – ja, bin ich denn bei Alice im Wunderland oder wo, ja, hallo!“ Jebsen: (lacht) „Mit nem Telefon!“ Wisnewski: „Und, ähhm, ähhh, das heisst, die verkaufen uns die schlimmste aller Verschwörungstheorien-„ Jebsen: „Ja.“ Wsnewski: „-und behaupten, wir würden ohne Beweise arbeiten und selber Verschwörungstheorien aufstellen-“ Jebsen: „Nur, weil wir nicht gutgläubig sind.“ Wisnewksi: „Das ist eben Mittelalter, sag ich dann immer, das ist Mittelalterlogik, was von oben kommt stimmt. Punkt.“ Jebsen: „Aber das funktioniert ja dahingehend, dass wenn man sagt, das glaube ich nicht, dass man ja dann isoliert wird das ist ja das Mittel, mit Isolation und sozialer Isolation kaltstellen dann auch wirtschaftliche Zerstörung letztendlich, arbeitet man ja…wie kommt das denn beim Publikum an?(…) “ Wisnewski: „Also, ich es gibt beides. Alco. Ich dachte ja, ich kenne das nur aus den Geschichtsbüchern. Also, Verleumdung, Denunziation, Ausgrenzung, wirtschaftliche Zerstörung, Rufmord. Wir haben ja sogar in Deutschland Gesetze gegen sowas, ein Paragraph heisst politische Verdächtigung-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Aufgrund der Erfahrungen des Dritten Reiches hat man gesagt wir wolen nicht mehr,, dass in der neuen  Bundesrepublik Leute verleumdet uund politisch verdächtigt werden können und so ihre Existenz zerstört werden kann, denunziert werden können, das nennen wir politische Verdächtigung und machen das strafbar. Das wissen die wenigsten.“ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Das wissen die wenigsten Leute, dass es diesen Paragraphen gibt. Und trotzdem wird das dauernd ausgeübt, dieses Instrument der politischen verdächtigung, ja, ohne dass sich jemand so richtig dagegen wehren kann, und es gab die Leute, die mir auf die Schultern geklopft haben, und es gab die anderen, die haben die Straßenseite gewechselt. Und deswegen sage ich, ich dachte das   kenne ich nur aus ähhm dystopischen Romanen wie George Orwell oder aus der Vergangenheit, ja, von totalitären Diktaturen wie Stalinismus oder Drittes Reich.“ Jebsen: „Hm, ähhm, gabs einen Moment wo sie gemerkt haben, ich bin so ein bißchen hier Kafka, der Prozess?“ [40:17 43:34]

Alles arme, wahrheitssuchende Opfer also, die sich fühlen müssen, wie in einer Diktatur, wie im Dritten Reich. Und dies alles wird also ausgelöst von ein paar Alphajournalisten, die dem Imperium dienen. Für Jebsen muss es sein, als unterhalte er sich mit sich selbst. Peinlincher können die von Wisnewski vorgenommenen Verharmlosungen von Drittem Reich und Stalinismus nicht ausfallen. Aus genau solchen Gründen würde auch ich die Straßenseite wechseln, sollten sie mir begegnen (oder mit einer zusammengerollten Jungle-World auflauern?) .Jebsen und Co, die Saubermänner vom Dienst, drehen völlig frei. Wer seine selbst vergurkte berufliche Existenz höheren Mächten und einem ominösen Imperium, hinter dem diese „bestimmte Eliten“ zu verorten sein sollen, anlastet, sollte eben ruhiger treten.

Zum Ende des Interviews mit Wisnewski weist Jebsen, ähnlich wie bei dem letzten Wisnweski-Interview im vorigen Jahr, auf eine Buchpublikation des Pinocchio Wisnewski hin. Zufall? Oder stellt KenFM inzwischen auch eine Werbeplattform für Kopp, Compact und Co. dar? Es ist auffällig, dass vor einem Jahr eine Wisnewski-Bucherscheinung bei KenFM auf gleiche Weise beworben wurde. Auch Ken Jebsen muss sich finanzieren. Und, vielleicht ist bei dem an dämlichen Truthereien, demokratieschädlichem, israelfeindlichem, an dümmlichen Antisemitismen und Antiamerikanismen interessiertem Publikum nicht soviel an Spenden abzupumpen?

Ken Jebsen, Albrecht Müller und Konsorten beweisen immer wieder aufs neue, dass die Zuordnung in ein Querfrontnetzwerk, wie in der Studie der Otto-Brenner-Stiftung vorgenommen, richtig ist. Klar ist – wer den gefährlichen, demokratiefeindlichen Schwachsinn glaubt, welchen KenFM, Wimmer, Wisnewski und Co. verbreiten, dem ist nicht mehr zu helfen. Und muss auch nicht bedauert werden. 

Jebsen und seine Kollegen

Jebsen hat viele Kollegen. Nach eigenem Bekunden zählt Jebsen ebenso Anders Breivik zu seinen Kollegen, wie auch den islamischen Staat. Jebsen schätzt auch Albrecht Müller von den Nachdenkseiten, auch dessen Zögling Jens Berger. So sehr, dass Jebsen den überaus dämlichen Satz Bergers es geht darum, die Linke Gegenöffentlichkeit zu zerstören“ in seiner Anschauungsstunde des gelebten Ressentiments zitiert .

Was verstehen Jens Berger und Albrecht Müller eigentlich unter einer ‚linken Gegenöffentlichkeit‚? Macht die Rechtsoffenheit deren angebliche ‚linke Gegenöffentlichkeit‘, die nun auch die ‚besorgten Bürger gegen Asylmissbrauch‚ osmotisch vereinen möchte, aus? Oder ist es der bei den Nachdenkseiten immer wieder vorgebrachte Antiamerikanismus? Ist es der Antisemitismus, der sich immer wieder im Glauben an weltumspannende und wirkmächtige Verschwörergruppen, wie im Gerede von Kampagnen, äußert? Was auch der Grund für das Ausscheiden Wolfgang Liebs, eines langjährigen Mitstreiters Müllers bei den NDS, war.

Jebsen sind auf internationaler Ebene ‚Zionisten‘ (eine ‚erweiterbare‘ Gruppe, im antisemitischen Wahnweltbild anwendbar auf fast jeden, generell aber auf US-Amerikaner, Israelis, der ‚Elite‚ zugeordnete Persönlichkeiten) als Hassgruppe am liebsten (dürfte er mit den Kollegen von IS teilen), auf nationaler Ebene bevorzugt er die ominösen Antideutschen, die ihn und seine Familie angeblich mit der JungleWorld unterm Arm geklemmt bedrohten (und die er natürlich ebenfalls als von Zionisten instruiert betrachtet); seine Mitstreiter von der Straße bevorzugen als Wahnbild auch gern die Homolobby und ‚linksgrünversiffte Kinderschänder‚, welche für sie, die Möchtegern-Bewahrer des Völkchens, natürlich alles ‚Antideutsche‚ darstellen. Wie aufgeklärt solche Linken, taub und blind gegenüber Antisemitismus, sind, und wie sie nationalistischen Aufläufen gegenüberstehen, dies äußert sich in dem gemeinsam mit Pegidisten und anderen durchgeknallten geteiltem Wahnbild vom Volksfeind, den so oft mit Geifer vorm Mund herbei phantasierten ‚Antideutschen‚.

Es spinnen die spendenfinanzierten Alternativ-Karrieristen, denen es vor allem um Krautfunder und ‚Unterstützer‘ geht, ein Schauermärchen nach dem anderen über böse Kampagnen, die ihre (linken!) Kritiker angeblich mit Waffenlobby, NATO, Verfassungsschutz, und wem nicht alles sonst, gegen sie führten. Es ist ein intellektuelles Trauerspiel, welches sich offenbart, wenn diskursunfähige, angeblich unabhängige ‚Journalisten‚, deren Einkommen tatsächlich spendenbasiert ist, einen wunderschönen, großen Aluhut aus dem Schrank nehmen, ums Publikum zu beglücken.

Dass Jebsen ‚die Kollegen vom IS‚ als solche betrachtet, ist kein Zufall. Basiert doch die Haltung seiner Community auf Katastrophismus, welchen er und seine ‚Kollegen‚ kräftig entfachen. So hat Jebsen wieder Vorlagen, vor deren Hintergrund er seine Antisemitismen unter die Leichtgläubigen bringen kann, wenn er Verschwörungsglauben bedient. Wie andere seiner Kollegen, zum Beispiel jene von den Nachdenkseiten, auch.

Die einfache Weltsicht eines verbitterten alten Mannes

Jetzt komme ich noch zu einem Element das ganz wichtig ist, diese Stigmatisierung von der ich am Anfang geredet habe die hat etwas damit zu tun dass die andere Seite sag ich mal, anders als 1980, damals war es auch schon andeutungsweise aber heute die Medien fast völlig in der Hand hat.

Die Querfrontler begnügen sich mit dekomplexen Sichtweisen. Zum einen, da der gemeinsame Nenner griffig und einfach zu fassen sein muss. Zum anderen, da diese Denkweisen nur kindliche Dualismen und einfache Schwarzweiss-Schemata zulassen. Die Freund-Feind-Zuweisungen und paranoiden Vermutungen, welche in zahlreichen von Wichteln beklatschten Reden diverser Querfrontinterpreten enthalten sind, geben hiervon Zeugnis. Je paranoider der vorgebrachte Verschwörungsglaube, desto größer ist der Applaus. Und – am besten ziehen natürlich die publikumsträchtigen Hetzereien, welche die ‚konservativen‘ und linken politisch Verwahrlosten gleichsam hinter dem Ofen hervorlocken. Wie auch bei Pegida bilden Männer, besonders alte und verbitterte, die Mehrheit der Redner. Ob bei den zahlreichen Wichtelevents, oder in den ‚alternativen‘ Youtube-Kanälchen. exemplarisch für einen solchen verbitterten alten Mann, der jegliche Trennschärfe verloren hat (wenn er sie je besaß) und sich als links bezeichnet, soll sich dieser Text den Müllereien der jüngsten Zeit widmen.

Ein besonders krasses Ergebnis politischer Verwahrlosung stellt Albrecht Müllers im folgenden abgezeichnete, paranoide Logorrhoe dar. Seine bei dem Querfrontevent Stopp Ramstein gehaltene Schwurbelei ist die eines verbitterten, alten Mannes, der sein politisches Wohl immer mehr in den Reihen derjenigen sucht, die ein dekomplexes Weltbild pflegen. Müllers Dekomplexizität – ist sie schon immer da gewesen? Seine Rede steckt voller militärisch anmutender Übertragungen: Rudolf Scharping sei zum Beispiel bei einem USA-Besuch umgedreht worden. Er redet hier wie einer, der zu viele James-Bond-Romane gelesen hat. Müllers Denken scheint verzerrt – er ist auf der eine Seite, natürlich die Gute. Auf dieser ist er mit den anderen Aufgewachten, die er mehrmals so benennt. Auf der anderen Seite ist so eine Art amerikanisches Mordor und dessen Schergen.  [Hervorhebungen wurden natürlch durch durch den Verfasser gesetzt]

„Sprach mich eben einer, einer [schwer verständlich] von Ken Jebsen an, dass es wahrscheinlich außer mir einer von zwei Sozialdemokraten hier sind und ich wollte einfach mal Fragen gibt’s noch andere…toll. Und jetzt kann ich sehr schön den Bogen spannen, wenn ich jetzt auf der Hofgartenwiese in Bonn gewesen wäre, 1981, und ich hätte gefragt, da wäre das jeder zweite gewesen. Und das ist das ganze Elend das wir heute erleben, dass Menschen die für den Frieden demonstrieren und die etwas tun dass Frieden einkehrt und von den Deutschland nicht weiter äähhh Krieg nicht von Deutschland weiter betrieben wird, dass solche Menschen stigmatisiert werden, auf die Seite geschoben werden, verachtet werden und eben dann Gegenstand eines solchen Buches sind wie etwa Vorsicht Volk, dass muss man sich mal vorstellen. Und diese Stigmatisierung, diese Verächtlichmachung war einer der Grunde, warum ich mich für die neue Friedensbewegung im besonderen interessiert habe und warum ich auch hier stehe. [03:50] Ich habe vor anderthalb Jahren im April mitbekommen wie das losging, wie man gegen Menschen, die sich in Mahnwachen trafen oder die sich in Friedensgruppen trafen und die da demonstrierten, wie man die anging wegen Lächerlichkeiten, weil die den Begriff FED falsch verstanden haben oder was auch immer es war eine totale Aggression und es ging so weit, jetzt seit anderthalb Jahren ja, dass Leute wie Sie -wie wir- die Ihr hier seid auf ihr Anklagebank gehoben worden gesetzt worden sind und das finde ich so skandalös und da habe ich mir jetzt halt mal Gedanken gemacht wer eigentlich auf diese Anklagebank gehört. Da gehören zum Beispiel hin alle die, die diese Kriege in Syrien und Afghanistan gemacht haben und die Menschen hunderttausendfach getötet haben. Auf die Anklagebank gehören die Propagandisten der Militäreinsätze, das ist ja unglaublich wie selbstverständlich bei uns schon und unhinterfragt militärische Aktionen als ein Beitrag zu der Politik gewertet werden. Man muss ja jedesmal fragen hast Du noch alle Tassen im Schrank, wenn Leute so selbstverständlich davon ausgehen dass Militäreinsätze etwas bringen…. [Applaus]…ach so, auf die Anklagebank gehört der George Bush, der hat alleine durch diesen verlogene gründeten Irakmilitäreinsatz auch hunderttausende umgebracht und ist der eigentliche Vater des is, des islamischen Staates, zusammen mit den Saudis. [Applaus] Liebe Freundinnen und Freunde, wie sind in den letzten Jahren, in den letzten 25 Jahren, massiv betrogen worden und manchmal mache ich mir selbst den Vorwurf, obwohl ich 1999 wach war und obwohl ich mit wahrscheinlich auch vielen unter Euch gegen Tieffluglärm gekämpft habe – und übrigens mit Euch allen mit Erfolg,das willi ch euch mal sagen, man hat auch Erfolg wenn man demonstriert und wenn man opponiert. Also, obwohl ich damals schon wach war als SPD Bundestagsabgeordneter [06:20] , habe ich dann den Wechsel von gemeinsamer Sicherheit in Europa und Verständigung und nicht nur den Warschauer Pakt in Europa sondern auch die NATO loszuwerden, dass das von heute auf morgen stillschweigend umgedreht worden ist, das habe ich auch ein Stück weit verschlafen, obwohl es eigentlich schon früh erkennbar war und es erkennbar war wie deutsche Politiker umgedreht worden sind und ich will Euch drei Beispiele einfach mal sagen. 1991 gabs eine Wahl in Rheinland Pfalz und da kandidierte Rudolf Scharping und in Wahlkampf hat der gesagt ‚wir in Rheinland Pfalz wollen nicht weiter der Flugzeugträger der USA in Europa sein‘ [07:18] können Sie sich daran noch erinnern? Und dann ist er nach Amerika gefahren 1992 war das wohl oder schon 1991. Und kam wieder und war umgedreht. Wir haben damals eine Debatte gehabt in der Landesgruppe der SPD und des Saarlands in Bonn. Und er hat freimütig bekannt dass er sich an die Forderungen des SPD-Grundsatzprogramms wo drinstand dass wir gemeinsame Sicherheit mit Russland wollen, wo drin stand, dass wir sogar das Ende der NATO wollen, daran hat er sich nicht mehr halten wollen, so wirksam ist die Massage, die man in Washington erfährt (07:44]
[aus dem Publikum: das passiert immer wieder] und jetzt der zweite Fall, der zweite Fall des Umdrehens. Im Oktober 1998 haben sich auch wieder viele von uns gefreut, dass die Wahl für rotgrün gewonnen war. Und dann ist Joschka Fischer und Gerhard Schröder nach Washington gefahren und sie kamen wieder, haben übrigens den Vorsitzenden der SPD betrogen, das ist einer der Gründe, warum Oskar Lafontaine nicht mehr dabei ist. Sie haben dem Blinden versprochen dass sie mitmachen beim Bomben in Jugoslawien. So geht das bei uns. Kriegseinsätze – und dieser Einsatzort Bundeswehr in Jugoslawien war ein Sündenfall größten Ausmaßes, da ist nämlich [Applaus] da ist die Bundeswehr zum allerersten Mal out of area, außerhalb des NATO-Gebiets wie es heißt und überhaupt kriegerisch tätig geworden. Umgefüllt worden von einer Verteidigungsarmee zu einer Armee der Militäreinsätze. Das ist doch die gravierende Veränderung die in den letzten 25 Jahren stattgefunden hat. Der dritte Fall, der dritte Fall ist der von der Angela Merkel, es gibt unendlich viele andere noch, die mit der gelben – schwarzgelben Koalition vereinbart dass es keine Atonwaffen mehr geben soll bei uns, ja und es wurde auch beschlossen und dann lässt sie sich einfach Hhhmm nun ja, durch zqudern, sitzen. Plötzlich einmal ist sie nicht mehr dagegen und das ganze geschieht wie wir wissen auch in Rheinland Pfalz auf einem Flughafen und die deutsche Bundeswehr wird sogar an den Trägern mit äähh also am Tragen dieser Atomwaffen mit beteiligt. Dagegen gegen diese Veränderung, hin zu Kriegseinsätzen und weg von der gemeinsamen Sicherheit, dagegen demonstrieren wir heute und ganz konkret gegen de Nutzung von Ramstein für die Koordinierung für die elektronische Koordinierung des Drohneneinsatzes. Und dagegen zu demonstrieren lohnt sich wirklich. Jetzt komme ich noch zu einem Element das ganz wichtig ist, diese Stigmatisierung von der ich am Anfang geredet habe die hat etwas damit zu tun dass die andere Seite sag ich mal anders als 1980 damals war es auch schon andeutungsweise aber heute die Medien fast völlig Inder Hand hat. Und auch Medien von denen wir alle meinen, auch meine Freunde meinen dass die immer noch irgendwie fortschrittlich sind. Die Frankfurter Rundschau, die taz, die süddeutsche, auch die sind in diesen entscheidenden Fragen eingenordet auf Militäreinsätze. Ein unglaublicher Vorgang [11:00]. Und wenn man mal verstanden hat, welche Bedeutung die Meinungsmache für die politischen Entscheidungen hat, wenn man das mal verstanden hat, dann muss man wissen, dann weiß man dass man bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung ansetzen muss wenn man was ändern will. Dazu gehört ne Demonstration, dazu gehört aber auch äh sich einzumischen in wenns geht und halt eben auch gegenmedien zu schaffen. Das ist das, was ich seit zwölf Jahren tue, eben mit den Nachdenkseiten. Wir machen mit diesem Instrument den Versuch zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. Und wir sind nicht alleine, wir sind nicht alleine, es gibt Euch und es gibt sie und es gibt andere Medien, die sich daran beteiligen. Und da benenne ich jetzt heute früh ist es auch schon von von dem oder heute Mittag benannt worden, der Konstantin Wecker und es wäre zu nennen Weltnetz und ich nenne ganz bewusst den Ken Jebsen und seine Truppe [frenetischer Applaus] ich habe mich sehr damit beschäftigt, weil das bis in mein bis in unsere eigenen Reihen hineinwirkt, diese Stigmatisierung. Zu der süddeutschen habe ich mal geschrieben habe ich mal gesagt der redet zu schnell. Wir können nicht so schnell reden. Da sind wie wirklich benachteiligt. Aber, ich hab mich damit beschäftigt und ich finde: Selbst wenn es Differenzen da und dort gibt, die habe ich auch mit Willy Wimmer oder mit Norbert Blüm.“ [Applaus] [12:47]

Und das amerikanische Mordor ist natürlich böse, die einflussreichen Fühler reichen nach Good ol‘ Germany, einzig verschont geblieben von den Einflüsterungen des Bösen sind Müller und seine Mitstreiter.  Und Mordor, das ist sooo böse, dass zum Beispiel Rudolf Scharping eine Massage erhalten haben soll, die so wohltuend gewesen sei, dass er seine Politik, anders als ursprünglich beabsichtigt, geändert habe. Er sei den USA gewissermaßen hörig. Auch Angela Merkel wirft er genau dies vor: Umgedreht. Es mutet irre an. Multikausalität bereitet Müller Kopfschmerzen  – er hat es lieber einfach. Und andere Meinungen gehören verboten, gehören auf die Anklagebank. Wenn es nicht so ernst wäre – es könnte lustig sein. Und so präsentiert er dem johlenden Publikum zu was für grausamen Hirnverrenkungen er in der Lage ist. Die Propagandisten der Militäreinsätze gehören auf die Anklagebank? Wer ist für Müller ein Propagandist der Militäreinsätze – Müller verdeutlicht in seinem vorgetragenen Schwarzweissdenken immer wieder, dass alle, die gegen die Querfront-Friedensbewegung sind, Agenten der Rüstungsindustrie seien. Und alle, die von diesen kritisiert würden, sind nur arme Opfer. Genau betrachtet sind Müllers Reden zu diesem Thema, wie die von Jebsen auch, in die Länge gezogene Opferrituale. Müller – ein Opfer, Jebsen – ein Opfer. Wie die Friedensbewegung auch – den er diese Überzeugung gern aussprechen lässt und verlinkt.

Ach ja – das Buch ‚Vorsicht Volk aus dem Verbrecherverlag, über welches sich Müller so gern aufregt, dessen nüchterne Betrachtung hat ihn arg getroffen.

Wie diverse verrückte andere, aufgewachte Redner, die hin und wieder eine Demo der Montagsquerfront beglücken, fordert auch Albrecht Müller ein Gericht, vor das die von ihm so bezeichneten NATO-Verbrecher gestellt werden könnten. Zu den NATO-Verbrechern zählt Albrecht Müller, der sich in wütenden Schriften und durch Outings unschuldiger, kritischer Stimmen gegen Hinweise auf sein aktives Querfronttreiben wehren möchte, zetert nun wie ein beleidigtes Kind. Müller will nicht Querfront sein.  Er verteidigt sich lediglich dagegen, nicht rechtsextrem zu sein. Was ihm ja auch niemand vorwarf – eher, dass er die Vulgär-‚Kapitalismuskritischen‘ an ein Bündnis mit Rechtsextremen heranführt: ‚um denen da oben‘ zu schaden. Dass er Antisemitismen fördert – und offenbar auch fordert. Dass er solchen eine Stimme gibt, die Antisemitismus als Konstrukt begreifen, dass Ihnen und ihrer ‚Revolution‘ schaden solle.

Und wenn Müller etwas nicht selbst ausspricht, so setzt er Verlinkungen zu seinem Schützling Ken Jebsen, mit dessen Auswürfen er sich augenscheinlich  konform zeigt, Kritik daran bügelt er mit den gleichen verschwörungsgläubigen Ansätzen ab, mit denen er die ganze Welt erklärt. Müller und sein Bekanntenkreis dulden generell keine Kritik, wie beispielsweise die Satiresenf-Bloggerin Karin Burger am eigenen Leib erfahren durfte. Da sie aufgrund einer kritischen Nachfrage dem bösen NATO-Agenten-Rüstungsindustrie-Netzwerk zugerechnet wurde -wohl auch so eine Umgedrehte– wurde ihr Emailwechsel und ihre Identität -natürlich ohne ihr Einverständnis) von Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten veröffentlicht. Und damit einem Shitstorm von Ken Jebsens Fans ausgesetzt. Aber auch andere Blogger wurden schon Müllers Opfer.

In der jüngsten Ausgabe von Jebsens Selbsthilfegruppe verbitterter alter und junger Männer, die ihre Opferrituale gemeinsam aufführen, sitzt Albrecht Müller mit dem Antisemiten Peter König, der hinter allem Übel der Welt eine zionistische Weltverschwörung wittert. Hiermit hat Albrecht Müller wahrscheinlich keine Probleme, stört er sich doch auch nicht am Antisemitismus Jebsens – und findet er doch viele politische Schnittmengen mit populären deutschsprachigen -und auch internationalen- Antisemiten.  Der benannte Peter König, eigentlich kein Name, den man  kennen muss, lebte bereits in einem Einzelinterview bei Jebsen seinen Antisemitismus aus:

„…die Medien, ja ja, ich wollte überhaupt zu den Mitteln kommen. Es gibt im Prinzip drei Hauptinstrumente, die der Westen braucht. Das eine haben Sie gerade erwähnt, das sind die Medien. DIe Medien, die uns täglich ähh Nachrichten verbreiten, die zum Großen Teil Lügen sind, oder manipulierte Nachrichten sind, wir müssen uns bewusst sein, dass wir im Westen 90% der Nachrichten die wir kriegen im Westen sind von zionistisch-angloamerikanischen Medienkorporationen beherrscht…“

Ach ja – die zionistisch-angloamerikanischen Medienkooperationen aber auch. Ob es diese dekomplex-antisemitische Ansicht auf die Welt ist, die Albrecht Müller überzeugte, sich zusammen mit Peter König in Jebsens dreistündige  Pseudo-Talkshow zu setzen. ODer reicht ein bißchen Zuneigung bereits aus? Bei jemandem, der sich als Kooperationspartner von rtdeutsch bezeichnet und Texte von Autoren wie Willy Wimmer auf seiner Homepage veröffentlicht, die so auch bei Elsässers Compact stehen, ist das nicht so leicht zu sagen.

Was Müller aber wirklich auf die Bühne zu treiben scheint, das ist auch der Applaus der Menge, in dem er badet – es muss ein gutes Gefühl für diesen offenbar verbitterten alten Mann sein, wenn er Zuspruch erfährt. Auch, wenn der Zuspruch von Antisemiten, Antiamerikanern, politisch Verwirrten und Verwahrlosten kommt. Von solchen, die menschliches Leid, wie das der Flüchtlinge, instrumentalisieren.  Und sie als Waffe bezeichnen. Die sogar Nazis zu der Stopp-Ramstein-Demo lockten. Gegen den zum gemeinsamen Feind erklärten Gegner ist kein Mittel zu widerlich, auch Albrecht Müller nicht, der an anderer Stelle auch schon Willy Wimmer, der ebenfalls Flüchtlinge zu Migrationswaffen erklärt, die von den bösen Amerikanern geschickt würden – nebst IS, die Politik Viktor Orbans loben ließ. Und neben dem Antisemiten Peter König und Ken Jebsen, der gegen jeden klagt, der ihn Antisemiten nennt, sitzt also Albrecht Müller. Und redet dummes Zeug:

Müller: „Aber da war ja die Sache mit der Friedensbewegung.Und wenn Sie erlauben komme ich da nochmal drauf zurück, (Giannas: Wo ist sie) Ja – wo ist sie. ich glaube, da müssen wir auch nochmal gucken, es hängt viele mit dem anderen, mit den USA zusammen und überhaupt mit der Militarisierubg insgesamt, die Friedensbewegung hat ja mal versucht ihr Haupt zu erheben, im April oder März 2014 und dann sofort eine richtige Aggression gegen diese Leute los das äähh haben Sie erlebt hier in Berlin, das haben andere Leute im Land draußen erlebt ich habe das zunächst beobachtet und wunderte mich nur über die Aggressivität und – weil ich persönlich bin mit der Friedensbewegung in den 50er Jahren großgeworden, das gabs da auch schon mal gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und äh deshalb freue ich mich über jeden, der für Frieden demonstriert und gegen Krieg demonstriert und da habe ich mich gewundert, wieso diese Aggression gegen Idee Leute die da in Berlin demonstrieren und vielleicht mal ein falsches Wort zur FED gesagt haben oder sowas, warum diese Aggression. Und das zog sich durch durch das ganze Jahr 2014 und dann äh hat man ja immerhin den Friedenswinter und die Demonstration am 13. Dezember hingekriegt auch ohne – ohne dieses Was sofort als Etikett verteilt worden ist – Querfront. Also man kann Linke kritische friedensbewegte Leute sofort diskreditieren, wenn man ihnen das Etikett anhängt dass sie eigentlich rechts sind. Oder dass sie beides sind.“ Jebsen: „Würden Sie mal den Begriff Querfront erklären für alle die ihn nicht kennen?Müller: „Ja, gut. Das ist halt n äh alter Begriff, der wiederbelebt worden ist und eben sagt dass es eine Front von Rechten, in diesem Fall wird gesagt von den Reichsbürgern oder was mit den Linken, die jetzt da demonstriert haben, Mahnwachen und dergleichen mehr -„ Jebsen: „Friedenswinter-„ Müller: „Friedenswinter – dass es diese Querfront gibt. Und eigentlich sagte ich ich äh will damit sagen das ist ein Agitationserfolg dieser Gegner des Friedens und der Befürworter von militärischen kriegerischen Interventionen und ich dachte mit dem Friedenswinter sei das erledigt. Weil das also mit Herrn Drewermann als Hauptredner und keinem Rechten und damals haben Leute aus Berlin haben mir geschrieben wir waren da mit Fotos und haben und äh alles stimmte nicht was die die Frankfurter Rundschau, die taz und alle möglichen geschrieben haben im Dezember, stimmte alles nicht aber ich dachte trotzdem das ist irgendwie erledigt und jetzt kommt die Otto-Brenner-Stu- äh Stiftung mit einer Studie raus wo genau das Etikett wieder verteilt wird und sofort kommen wieder all die Journalisten wieder und die gleichen Medien und verbreiten das, ja. Die Studie selber ist zurückgezogen, vorläufig zurückgezogen mit massiven Fehlern, mit bösartigen Unterstellungen-„ Jebsen: „Sie kommen ja auch drin vor.“ Müller: „Ich komme auch drin vor, bei mir geht es so: Albrecht Müller, der dem ein Interview gegeben hat, von dem man sagt er sei Antisemit und Verschwörungstheoretiker, so ist die Beweislage einer solchen Studie aber es hat natürlich immer dann die Wirkung wenn andere das aufgreifen, dann geht es weiter. Und selbst wenn jetzt die Otto-Brenner-Stiftung die Studie ganz zurückziehen muss, was ich hoffe, dann wird immer noch hängenbleiben, was taz; die zeit, die Berliner Zeitung, der Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau und der Deutschlandfunk verbreitet haben. Das ist dann unter den Leuten und das setzt sich ja fort, schon der zweite Beitrag bei Telepolis von einem Peter Nowak.“ [01:17:41]  Jebsen: „Aber Herr Müller, die Frage die die doch klar ist, die Gazetten die Sie genannt haben – die Medien die Sie genannt haben, die sind ja sowohl von erzkonservativ bis äähh links außen, das ist doch merkwürdig. Also, man muss doch, also ich habe mir die Frage gestellt wer kann denn gegen die Friedensbewegung sein? Wer ist gegen die Friedensbewegung? Das sind genau so ähnliche Leute wie damals sag ich mal die gegen den Atomausstieg waren, gewesen sind. Leute, die was davon gehabt hätten, wenn wir weiter Atomkraft betrieben – betreiben würden. Menschen die gegen die Friedensbewegung sind brauchen Krieg, das kann nur die Rüstungsindustrie sein, die da involviert ist.“ Müller: „Richtig, aber die Macher im Hintergrund wissen dass man so eine Bewegung nur aushebeln kann, nicht wenn man von ganz rechts, also von der rheinischen Post oder vom Bayernkurier jetzt dagegen angeht, sondern man muss Leute finden die etwas ein fortschrittlicheres Image haben, um so eine Bewegung auszuhebeln. Das konnten Sie prima studieren bei der Agenda 2010 musste man Erhard Eppler und Günther Grass gewinnen die das befürwortet haben die Agenda 2010. Und beim ähh für den Jugoslawienkrieg musste man Joschka Fischer, ein Grüner, der auch mal links war und der war also dafür und Rudolf Scharping, da hat man keine reaktionären Militärs genommen, sondern diese progressiven Leute. Damit schafft man es besser, diese Meinung zu verändern. Und genauso ist es jetzt wieder geschehen, es sind ja fast keine reaktionären Zeitungen, Medien ‚ dabei gewesen-„ Jebsen: „Was ist denn eine odewie – wie gefährlich ist so etwas, wenn wenn wenn die Bevölkerung nicht mehr die Möglichkeit hat, an den Kiosk zu gehen und eine andere Meinung zu dem zu lesen was auf der Straße passiert, sondern wenn das homogen ist. Ist das gefährlich für eine Demokratie?“ Müller: „Hmm natürlich ist, das hebelt ja alles aus, es hebelt eine differenzierte Diskussion aus, es hebelt das Nachdenken über gute Lösungen aus, es hebelt im konkreten Fall äähh die Chance aus, gegen die Militarisierung jedes Konfliktes anzugehen. Das ist doch das Hauptproblem. Wir müssen doch Konflikte, die es immer gibt und die es gegeben hat, die müssten wir doch friedlich lösen. Da müssen doch wir uns verständigen darauf. Wir müssen die Konflikte in Europa dadurch lösen dass wir sagen jawohl wir wollen eine gemeinsame Sicherheit dieses Europas hier und Russlands und möglichst weit und wir verständigen und darauf. Und alle diese Dinge die natürlich der Rüstungsindustrie nicht entgegenkommen die werden torpediert und es wird ääähh eine Gegenpropaganda gemacht. [01:14:00 – 01:20:00 KenFM Positionen].

Müller und die Querfront – die Querfront und Müller. Er sprang auf einen Zug mit auf, der steigende Klickzahlen verspricht. Und seien wir ehrlich – mit den schon seit Jahren stattfindenden Verlinkungen, nicht nur zu KenFM, fuhr Müller schon eine Zeit lang mit, inzwischen führt er vorne aktiv bei.  Dem ganzen könnte auch eine Marktanalyse zugrunde liegen – etwas in der Art wie ‚wer spendet am meisten‘. Ist dies der Grund, warum er sich wie ein alter Gönner gebiert, wenn er Ken Jebsen als Redner lobt?

Er, der niemals antisemitische, antiamerikanische oder EU-feindliche Töne sich eingestehen wollte, aber eben diese Stimmen fördert und umhegt? Hat Journalistenhatz Recht – und wir können uns demnächst über die Müller-Jebsen-PArtei freuen? Die könnte dann mit Hörstels neuer Mitte koalieren. Für Müller muss der mediale Rummel um die Querfront und die durch KenFM-User neu hinzugekommenen Klickzahlen die Perspektiven zusätzlich verzerrt haben. In Jebsens Laberrunde lüftet Müller das Geheimnis, warum er länger nicht mehr von Gleichschaltung redet: Weil sich NDS-Leser über das verharmlosend verwendete Vokabular geärgert hätten (diese ehemaligen Leser hat Müller bestimmt schon länger verprellt). Ehrlichkeit kann erfrischend sein. Müller geht es nicht um die Sache – ihm geht’s um Klicks…


 

Exkurs zu Querfrontwilly – dem Scharnier im Querfrontnetzwerk:

Willy Wimmer ist so etwas wie ein Freund von Albrecht Müller, sie teilen außerdem die gleichen antiamerikanischen Grundeinstellungen. Bei den NDS werden immer wieder Texte von Willy Wimmer veröffentlicht. Analog zu Compact und KenFM, wo Wimmer ebenfalls umworben wird. Zu ersterem würde Müller jegliche Beziehung oder Gemeinsamkeit abstreiten, bei zweitem würde Müller sich über die Hubereien der von ihm phantasierten Gesinnungspolizei aufregen. In einem neuen Text von Wimmer bei den NDS echauffiert er sich über ‚Protokollbesuche‘, welche die Kanzlerin in Freital oder Heidenau ableiste – und über die Bezeichnung der besorgten Bürger als Mob. Analog hierzu weist er auf die Politiker Cameron oder Orban hin, die ein anderes BIld abgäben und Gesetzen Geltung verschafften. Christoph Hörstel, der auf derselben Veranstaltung wie Jebsen gegen Flüchtline hetzte und diese ebenfalls als Waffe bezeichnete, freute sich zu dieser Gelegenheit übrigens ebenfalls über Willy Wimmers Wirken.

In der KenFM-Gesprächsrunde Positionen, an der Müller und Wimmer beteiligt waren, ließ Wimmer seine revisionistischen Sprüche los. Auch Daniele Ganser, der von Linken wie rechten Querfrontlern bejubelt wird, beteiligte sich an den relativierenden Spielchen. Die USA spielten Deutschland schon seit 1878 (oder so) übel mit, implizierend, dass womöglich die ganzen Schandflecken der deutschen Historie nicht auf deren Mist gewachsen seien. Mit solchen Sprüche ist Wimmer kompatibel zu Müller (Die EU ist eine Kolonie der US-Amerikaner) wie auch zu Jürgen Elsässer, der offen gegen die USA und ‚Rothschild‚ hetzt.

Albrecht Müller hatte diverse Gelegenheiten, eigene Schritte rückwirkend kritisch zu betrachten. Tut er nicht. Zu tief sitzt die Überzeugung. Stattdessen regt er sich immer wieder über eine halluzinierte Gedankenpolizei auf, spricht von ‚Gleichschaltung‘ und Totschlagargumenten – und veröffentlicht auf seiner Seite NAchdenkseiten nur Dinge, die siene Meinung unterstützen. Wenn hierbei auch andere Thematiken und Sichtweisen Eingang finden, dann weil ihm diese egal sind, oder weil er sie auch hat.

Zum Beispiel verlinkte Willy Wimmer, verantwortlicher hierrfür Albrecht Müller, in einem bei den NDS erschienen Text zu einem Holocaustleugner und dem Zeitgeist-Verlag, ebenfalls in brauner Soße schwimmend. Albrecht Müller ficht das nicht an. Einwände bezeichnet er als gesteuert – und von Kritikern an ihm oder seinen Freunden veröffentlicht er auch mal die Emailadressen oder den Emailverkehr. Hochhuth ist übrigens auch bei Compact gern veröffentlichter Gastautor, er beteiligte sich, ebenso wie Wimmer, an den ‚Compact-Live‚-Konferenzen.

Wenn in der Compact ein Aufruf steht, so könnte er inzwischen eben auch ebenso gut in den Nachdenkseiten veröffentlicht stehen – ob ‚Souveränität für Deutschland‘, oder ‚Freiheit für Deutschland‘. Handelt es sich nun um mehr ‚Souveränität‘ für Deutschland, ein ‚raus aus der NATO‘ – oder eben Artikel zur Gesinnungspolizei. Die Nachdenkseiten sind ein Stückchen mehr rechtsoffen geworden- und entsprechende Leserkommentare bekommen sie auch, einfach auf dem Nachdenkseiten-Facebookkanal zu besichtigen. Da wird sich über Gutmenschen aufgeregt, über die Verwendung politisch-korrekter Sprache (Ich kauf immer noch Mohrenköpfe, mimimi) über die Verwendung des Wortes Antisemitismus als ‚Totschlaginstrument‘. Warum auch nicht. Es werden dort ja auch Linke-Politiker mit ihren Texten oder Buchneurscheinungen beworben, die nichts anders sagen. ‚Sekundärer Antisemitismus ist ein Konstrukt, Antisemitismus ein Totschlaginstrument, das als Waffe eingesetzt würde, um Menschen mundtot zu machen‘. Und so freuen sich die NDS über gestiegene Zugriffszahlen.

Willy Wimmer: man kann wenn man Herr Pohlmann so hört, kann man bestimmt mit Fug und Recht eins sagen: Joseph Goebbels hat mit der (äääh) deutschen Presse (Hhhmm) größere Schwierigkeiten gehabt, als die NATO mit dem was wir jeden Morgen lesen können.“ ( KenFM-Positionen#1 Minute: 37:50)

Es sind weniger die ausgesprochenen, irre anmutenden Vorwürfe. Es sind die dahinter im Raum stehenden, zwischen den Zeilen seiner Rede verborgenen Anschuldigungen, die sich in seinen Querfrontkurs einfügen.


 

Zu dieser Querfront gehören  neben Jebsen, Müller, Willy Wimmer auch der in diesem Text schon genannte rechtsextreme Antisemit Christoph Hörstel, der hinter den Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte quer durch Deutschland den Verfassungsschutz vermutet und Angst hat, dass er vom deutschen Staat per Chemtrails mit Barium, Aluminium etc. vergiftet wird. Hörstel wurde auch schon von Jebsen interviewt. Es ist eine feine Clique, die da über ein paar Schnittstellen verbunden ist. Und der von Müller gepriesene Jebsen stellt einen Knoten dar, über den die Galionsfiguren der antisemitischen und antiamerikanischen Querfront verbunden sind. Christoph Hörstel, Lars Mährholz, Albrecht Müller, Martin Lejeune, Udo UlfkotteEvelyn Hecht-Galinski. Und viele weitere. Auch Christoph Hörstel bezeichnete Menschen als Waffen, auch WIlly Wimmer und Ken Jebsen stiessen in dieses Horn. Und Reiner Braun macht den Wichteln bei senen Reden Angst davor, dass sie mit Flüchtlingen, die natürlich auch noch das neoliberale System mitstützen würden, konkurrieren müssen. Und so versuchten sie auch den einen oder anderen besorgten Bürger anzusprechen, der sich gegen Ramstein und dei bösen Amis wendet, weil sie ihm diese menschlichen Flüchtlingswaffen auf den ressentimentgenährten deutschen Pelz hetzen.

Auch Jebsen will nicht Querfront sein. Auch wenn er Antisemitismen am laufenden Band absondert, auch wenn er Antisemiten fördert, sich mit Ihnen auf eine Bühne stellt. Auch wenn Rendite Querfront mit all Ihren Simplizismen verkörpert. In Berlin, am dritten deutschlandweiten Wahnmachertreffen, trat er unter anderem mit Christoph Hörstel auf. Christoph Hörstel ist einer der deutschen ‚Top‘-Antisemiten, der vor allem auf iranischen Radiosendern gegen Israel und Amerika jetzt. Oder der durch Deutschland tingelt, um dort vor AfD-Rentnern und anderen rassistischen Antisemiten in Bürgergemeinschaftshäusern selbiges zu tun. Seine Obsession gilt, wie die von Jebsen, vor allem den USA und Israel, aber natürlich auch den ‚Eliten‘.

Jebsen also möchte kein Antisemit und nicht Querfront sein, tritt aber mit Hörstel, beziehungsweise auf derselben Bühne wie er auf.  Hörstel, der neben dem Erfolg seines Parteiprojekt ‚Neue Mitte‘ Horst Mahler-like von Nürnberg-artigen Gerichten, neuen Verfassungen und Völkerbündnissen träumt. Jebsen hatte Hörstel natürlich auch schon zu Gast in seiner Sendung – Themen waren neben vielen anderem Irrsinn natürlich Israel und die USA.

Albrecht Müller muss sich nicht über Querfrontverweise seiner Person beschweren. Albrecht Müller zelebriert in dieser Rede nichts anderes als diverse andere Querfrontler. Er macht sich abermals zum Opfer: Alle, die gegen die Friedensbewerung anschrieben, seien böse. Alle, die sich gegen ihn, Ken Jebsen und die anderen Interpreten der Wahnmichel stellen, stellen in seinen Augen wohl Verräter dar, einen neoliberale Agenten. Was nur die Enkelkinder hiervon halten? Und wie Müller mit neoliberalen Agenten verfährt, das ist am schon genannten Beispiel der Satirebloggerin Karin Burger zu sehen, die von Müller bei den NDS mit Arbeitsplatz und Emailadresse geoutet wurde. Auch hier legte Müller, als auch sein nach seinen eigenen Worten zu schließende, aluhuttragende Kumpel Professor Maus einen Beweis dafür ab, dass sie sich die Weltsicht so einfach wie möglich machen. Auch Müllers Rede in Ramsein ist ein Zeugnis dieser dekomplexitären Denkweisen. Ist es das Alter – oder war Müllers Denken schon immer in so eine formelhafte Schwarz-Weiss-Sicht gepresst? Es ist auf jeden Fall erschreckend, wie solche Leute, die in ihrem Leben nicht ohne politische Verantwortung waren und es noch sind, reden.

Albrecht Müllers Nachdenkseiten sind inzwischen ja auch Kooperationspartner von rtdeutsch. Erscheint ein Text von Müller bei rtdeutsch, wo es im Gegensatz zu den Nachdenkseiten eine Kommentarfunktion gibt, so wird deutlich, dass Müllers in diesem Umfeld veröffentlichte Paranoia auch bei solchen ansetzt, mit denen der ‚linke‘ Albrecht Müller wahrscheinlich so gar nichts zu tun haben möchte. Dort werden seine Gedanken von homophoben Reichsbürgern bejubelt, wie an den Kommentaren zu sehen ist. Auch in der leider inzwischen wohl aufgrund von Klagen (hat da jemand gelsässert?) zurückgenommenen Studie der Otto-Brenner-Stiftung fanden die Nachdenkseiten Erwähnung. Um dort den gleichen Raum einzunehmen wie Compact, muss Albrecht Müller aber noch etwas werkeln. Er verkündet
bei Jebsen, dass 300.000 tägliche Klicks auf die NDS sein Ziel sind. Woher diese Klicks kommen, das ist Müller egal.

Und so pflegen die Querfrontler weiter ihre Opferrituale, feiern sich in klassischer Täter-Opfer-Umkehr als stigmatisierte Opfer – und sprechen besorgte Bürger an. Sammeln Spenden. Seien wir auf die Müller-Jebsen-Partei gespannt

Edit: …natürlich heißt die Satiresenf-Bloggerin Karin Burger – nicht, wie ursprünglich geschrieben stand, Karin Müller. Der Fehler wurde ausgebessert.