Schlagwort-Archive: Ken Jebsen

Wichtelaufstellung und braune Wurzelsuppe

Am 23.06.2018 soll Sahra Wagenknecht bei einer Veranstaltung der kremlistischen Querfront -firmiert als neue Friedensbewegung- sprechen. Damit spricht sie bei einer Veranstaltung, deren Schirmherren wegen wirrer Verschwörungsideologie, antisemitischen Ausfällen und Flirts mit dem rechts(-esoterischen) Rand bekannt sind. Während Wagenknecht gern und notorisch jedes nationalistische Töpfchen mitnimmt, überlegt es sich die Königin der rotbraunen Herzen (und auch viele blaue Fliegen ihr zu) vielleicht ja aus publicity-Gründen doch noch einmal anders.

Die Stars und Sternchen der Friedensbewegung, allen voran Daniele Ganser und Ken Jebsen, genießen von rechts bis links große Zustimmung. Vor allem in esoterischen Kreisen kommen sie gut an – sie bauen ihre Reden und Vorträge nach einfachem Gut- und Böseschema auf, die gesamte Vortrags- und auch die dargebotene Denkweise ist als esoterisch zu bezeichnen. Ob die Tatsache eine Rolle spielt, dass sie ehemalige Waldorfschüler sind?

Ob es Vorträge an Waldorfschulen sind – oder ihre Interviewopfer und Co-Referenten bei Vortragsabenden aus dem Steinermilieu stammen: Neben der die Grundthematik bestimmenden ausgeprägten Hingabe zu russicher Friedenspolitik und Despotien weltweit, ist Waldorf bei Jebsen, der sich als Waldorfschüler als besonders widerspenstig inszeniert, immer mal wieder Thema. So wurde gerade jüngst ein KenFM-Waldorfmeeting inszeniert, das nach der üblichen Opferinszenierung von Jebsen und Ganser spätestens dann mein Auge nicht mehr trocken ließ, als der Waldorfschulenlehrer Thomas Meyer von den Katastrophen von Atlantis und Lemurien referierte. Wie der verwirrte Steiner ihn zum positiven geprägt hätten, dazu ließ er sich vorher aus. Dass in den Waldorfschulen rassistische -und auch NS-okkulte- Literatur zum Lehrmaterial gehört, dies ist zum Beispiel über das Buch Atlantis und die Rassen bekannt, die Verbindungen zwischen Nationalsozialismus und Antroposophie bzw Theosophie sind bekannt. Sehr gut werden die Inhalte des Büchleins, in dessen Genuss wohl auch Ganser und Jebsen gekommen sind, hier beschrieben. Die ganze Veranstaltung soll „im Rahmen von Steiner“ laufen, wie Jebsen während der Märchenstunde dem gut zahlenden Publikum erläutert. Ein anderer Referent, Elias Davidsson, vertritt die kranke und menschenverachtende These, dass es keine Anschläge durch Islamisten auf der ganzen Welt gegeben habe – alles sei inszeniert, auch der Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Einen guten Artikel zu der Veranstaltung gab es in der Jungle World und im Tagenanzeiger.

ganser narzisse.gif

„Wir müssen Hitler annehmen, um von ihm frei zu werden“

In wenigen Wochen gibt es, neben der Stop-Ramstein-Wichtelei, eine Veranstaltung besonderer Art, die für Sektenforscher interessant sein dürfte: Daniele Ganser, vor ein paar Wochen erschien auch ein mit ihm geführtes Interview in der rechtsradikalen Postille „Blaue Narzisse“, tritt neben Jebsen auch mit dem verqueren Familienaufsteller Franz Ruppert auf, der gewiss ein paar Lines vom guten Steinergeist zuviel nahm. Er steht für eine widerliche und kritisierte Ausformung von Familienaufstellungen, die immer wieder Menschen psychisch zugrunde richtet. Wie auch der „Friedensforscher“ Ganser, tritt Ruppert gewohnheitsmäßig mit seinen happeningmäßigen Aufstellungen vor großem Publikum auf, ganz so wie es seriös arbeitende Therapeuten machen. Daniele Ganser ist der Veranstalter dieses Events, bei dem seine Fans dann auch gleich ihren Frieden mit HItler schließen können.

Ruppert vertritt aubzulehnende Einstellungen, ähnlich solchen, die neben vielen anderen Esoterikern zum Beispiel auch von der Christlichen Wissenschaft vertreten werden: „Jede Krankheit hat eine seelische Ursache„. Franz Ruppert setzte sich für seinen ebenfalls schaustellernden Familienaufsteller-Kollegen Bert Hellinger ein und bezieht sich in seinen Ausführungen auf ihn. Nach Bert Helligers Aufstellungen und dem Einflößen von Schuld hatten sich auch durch die Aufstellung traumatisierte Menschen schon umgebracht. Texte von Franz Ruppert werden auch bei Rubikon veröffentlicht – bei Rubikon sitzt Daniele Ganer im Vorstand.

Ausführungen von Franz Ruppert sind teils NS-verharmlosend und stark täterentlastend, auch wird Täter-Opfer-Umkehr praktiziert. Der an der FH München lehrende Professor Klaus Weber äußert sich deutlich zu Ruppert, hier exemplarisch zu dem Buch Verwirrte Seelen:

„Ruppert widmet in seinem Buch Adolf Hitler und der Erklärung dessen persönlichen Schicksals mehr als 30 Seiten. Eingebettet ist diese Psychologisierung und Individualisierung des deutschen Faschismus in verharmlosende und die Deutschen entschuldende Floskeln zur Nazi-Zeit. So reiht Ruppert umstandslos unter diejenigen, die durch „das menschenverachtende Regime Hitlers und seiner Helfershelfer“ (252) verwirrt wurden, „Täter- wie Opferfamilien, in denen wir die Auswirkungen der schrecklichen Vergangenheit an den Verwirrtheitssymptomen der später Geborenen ablesen können“(…)Was Hellinger wie Ruppert in ihren Ausführungen zum deutschen Faschismus und bei ihrer Darstellung der jüdischen Opfer betreiben, ist das, was als Missbrauch der Opfer bezeichnet werden kann.(…)Rücksichtslos und sie auf eine Stufe mit den Tätern stellend beutet Ruppert die Erfahrungen von Juden dafür aus, um seine Theorien der familiär bedingten Traumatisierungen sowie der Ordnungssysteme, deren Verlassen psychisch krank mache, zu stützen.Mit der Objektivierung und Funktionalisierung der Opfer- Erfahrungen für die eigene Theorie und damit ihrem Missbrauch korrespondiert die permanente Entlastung der deutschen Täter. Fast durchweg schreibt Ruppert, wenn er den deutschen Faschismus thematisiert, über den „Zweiten Weltkrieg“ (252) bzw. über „Kriegssituationen“ (172). Damit liegt nahe, dass er in einem nächsten Schritt die Soldaten und deren Leiden besonders hervorhebt: „Kriegsfolgen sind die schwersten Traumafolgen. Selbst die Gruppe der Kriegsgewinner zahlt einen horrenden Preis an körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Schäden“ (ebd.). Nicht nur, dass Ruppert über die Kategorie des Leids und der seelischen Verletzungen Opfer- und Täterhandlungen auf eine Stufe stellt. Darüber hinaus „vergisst“ er über seine Thematisierung des Kriegs diejenigen, die gar nicht im Kriegszustand mit dem Deutschen Reich standen: die Juden. Das von ihnen Erlittene, das in kohärenter Sprache kaum zu fassen ist, weil die Erlebnisse selbst keine Kohärenz aufweisen, wird von Ruppert schlicht und einfach übergangen. Diesem „Vergessen“ der Überlebenden-Erfahrungen steht die Behauptung gegenüber, die deutschen Täter hätten schlimmeres erlebt als die Juden: die schwersten Traumafolgen.“(…)Ein weiterer Skandal ist es, dass Ruppert sich nicht scheut, historisch komplexe Zusammenhänge mit seinem Familienbindungsmodell erklären zu wollen. So stellt er Adolf Hitler als eine Person dar, dessen „menschliche Seele zerbrochen“ sei und der auch wegen seiner Familiengeschichte ein „emotional völlig gestörter Außenseiter und Sonderling“ gewesen sei. In seinem aktuellen Seminar an der Katholischen Stiftungsfachhochschule beschäftigt sich Ruppert mit Hitlers „Gefühlen“ und behauptet in seinem Vorlesungsskript, wir müssten „Hitler annehmen, um von ihm frei zu werden“. Sowohl diese Art psychologisierender und pathologisierender Erklärung eines komplexen historischen Phänomens als auch die Propagierung reaktionärer Ordnungsfeststellungen als Grundlage gesunder Bindungen zwischen Menschen zeigen, dass Ruppert eins vor allem nicht am Herzen liegt: Verständnis für Menschen, die Probleme in und mit ihrem Leben in dieser Gesellschaft haben. (Klaus Weber)

Professor Klaus Weber wurde übrigens für seine deutliche Analyse von Ruppert verklagt – und gewann. In einem hörenswerten Vortrag zu Reaktionärer Esoterik, in dem auch Rudolf Steiners Antroposophie behandelt wird, äußert sich die Referentin Claudia Barth auch zu Franz Ruppert.

Das problematische Vorbild von Franz Ruppert, Bert Hellinger, soll seine Aufstellungen vor Publikum von circa 50 Personen dargeboten haben. Franz Ruppert zieht seine Shows bislang mit 50 Teilnehmern durch- es ist wohl damit zu rechnen, dass er durch die Zusammenarbeit mit Jebsen und Ganser nun auch vor größerem Publikum seine Scharlatanerieaufführen kann. Ruppert doziert an der Katholischen Stiftungshochschule München, dort hat man wohl Verständnis für seine abzulehnenden Äußerungen – ob dort auch Ganser unterkommen kann?

Advertisements

Wirres, gefährliches Gerede von Antisemiten für Antisemiten

 

Man darf nicht vergessen, dass die Medien, die westlichen Medien, die wir ja zu konsumieren kriegen, die sind ähh neunzig Prozent äääh kontrolliert von sechs großen Mediengiganten und das sind alles anglosaxonische Zionistenorganisationen, die praktisch alles dasselbe sagen. Ich würde sagen, oft sage ich das auch oder schreibe darüber, dass der Rothschildclan nichts anderes ist als eine Mafia. Und vielleicht sollte man da noch einfügen ich bin überzeugt -sie wissen das-, dass ähh, dass – im Prinzip diese Mafia, diese Zionistenmafia, die Amerika schon seit hundert oder mehr Jahren dominiertisst also, die Medien werden von Ihnen beherrscht…die arbeiten zusammen mit den Großbanken, mit der Pharmazeutik und mit der Kriegsindustrie Peter König bei KenFM

Die wirren, antisemitischen Weltanschauungen von gefährlichen Spinnern.

Wilkommen bei KenFM.

„…dazu muss man aber natürlich sagen – und ich möchte das ebenfalls in Verbindung bringen mit Trump: Es gibt etwas wie etwas, was man in…den Medien, den nicht öffentlichen Medien, sondern eher in den Untergrundmedien, den Deep State nennt. Das ist eine Elite, viele nennen sie Illuminati andere nennen sie die Zionisten und Think Tanks die die Politik machen, die die Stränge ziehen.“ Peter König bei KenFM

Ken Jebsen lässt antisemitische Sprüche nicht nur zu, er interveniert nicht, er verstärkt die Aussagen der Interviewpartner mit seinen Fragen. Dies lässt ihn als den Antisemiten darstehen, als welcher er sich nun mal produziert. Er präsentiert Gäste mit antisemitischen Weltanschauungen – immer mit dem offenbaren Wunsch, dass gerade diese Gäste ihn wohl vom Vorwurf des Antisemitismus reinwaschen sollen, sind es doch in seiner traurigen Realität ebenfalls nur arme Opfer der vorgeblichen Political Correctness. Wutbürger eben. Und so versucht er ein ums andere Mal, wie ein böser Don Quijotte, im Rahmen seiner lächerlichen Youtube-Show gegen die fiesen Windmühlenflügel einer offenen Gesellschaft anzukämpfen. Dynamisch kann er hierbei nur auf solche mit ähnlich wirren Weltbild wirken.

Ich würde sagen, oft sage ich das auch oder schreibe darüber, dass der Rothschildclan nichts anderes ist als eine Mafia. Und vielleicht sollte man da noch einfügen ich bin überzeugt -sie wissen, dass  im Prinzip diese Mafia, diese Zionistenmafia, die Amerika schon seit hundert oder mehr Jahren dominiert…

Der angebliche Nicht-Antisemit Jebsen hat stets die Möglichkeit zur Intervention oder zu kritischen Nachfragen. Da er aber nur interessierte, die unerhörten Aussagen bekräftigende (und deutlich antisemitisch grundierte) ‚Fragen‘ stellt, niemals Kritik, muss der überhebliche Profilneurotiker sich nicht nur die Zuschreibung gefallen lassen, dass er antisemitische Aussagen tätige. Wer in retardierter Blasiertheit seit Jahren in dieselbe Kerbe schlägt – oder schlagen lässt, sich dabei beharrlich als Opfer darstellt und jede Möglichkeit zur Umkehr außer Acht lässt, der ist praktisch gesehen ein Wiederholungstäter – und mehr als ein Ignorant. Was seit Jahren als Ausrutscher gekennzeichnet werden soll, ist verzerrter Wahrnehmung zugrunde liegende Vorsätzlichkeit.

Antisemiten unter Antisemiten – auch Lejeune war schon mehrmals bei KenFM. Die Knallcharge Jebsen kann noch so sehr wettern: wer antisemitisches produziert, Antisemiten sich produzieren lässt und ein ebensolches Publikum ansprechen möchte – der ist als solcher zu kennzeichnen!

Ken Jebsen: „Diese Zionisten, wo kommen die denn eigentlich her, was machen die denn eigentlich, wo sind die vernetzt – das? Das sind ja nicht nur Menschen, oder zum kleinsten Teil Menschen nnit israelischem Pass.“  Peter König: „Ja, diese europäischen Zionisten, wie wir sie kennen, die dann auch ausgewandert sind in die USA, die kommen aus einem Teil der der Kasan hiess- der heute zum Teil von Russland und Kasachstan und ähh in dieser Gegend-  „Jebsen: „Hhmm“  Peter König: „-die haben dann sich dann vereinigt und haben dann hmm einige Verträge und Verhandlungen gemacht mit den Engländern um einen Teil des mittleren Ostens für sich zu gewinnen und das wurde dann Israel und deshalb im Prinzip haben die Anglosaxonen sehr enge Verbindungen mti diesen Zionisten. Es sind zum großen Teil nicht die Israelis die aus Israel kommen, sondern die Israelis die nicht aus Israel kommen, sondern aus Großeuropa, wenn sie wollen oder – oder Asien. Deshalb war ja der große Sponsor von Israel auch the UK…“

Soso. Zionisten stammen eigentlich ursprünglich aus Kasan. Und natürlich beherrscht das anglosaxonische Empire irgendwie mit diesen Illuminaten-Zionisten (warum sagt Fifi nicht einfach: Juden) die Welt. Wer das alles schon wahnsinnig findet, der sollte nicht weiterhören…es bleibt dabei: If it talks like a duck, if it walks like a duck…

 Jebsen: „Dann könnte ich behaupten, dass es ich hier praktisch um ne Mafia 2.0 handelt!“ König: „Absolut. Absolut. Ich würde sagen, oft sage ich das auch oder schreibe darüber, dass der Rothschildclan nichts anderes ist als eine Mafia. Und vielleicht sollte man da noch einfügen, ich bin überzeugt -sie wissen das-, dass ähh, dass – im Prinzip diese Mafia, diese Zionistenmafia, die Amerika schon seit hundert oder mehr Jahren dominiert, die hab- ähh die tanzen immer auf zwei Hochzeiten, Sie wissen das ja sicherlich, also das Außenministerium tanzt immer auf verschiedenen Hochzeiten, eines dieser Beispiele ist genau das was kaum einer weiß, die haben dem Hitler geholfen den Krieg gegen die Sowjetunion zu finanzieren…denn die Amerikaner wollten ja keine Sojetunion als Partner haben-  Jebsen: „Ja“ Peter König: „…und deswegen wollte man  die Sowjetunion bereits damals schon ausrotten!“ Jebsen: [interessiert] ja also… auch die Zionisten kann man benutzen, die CIA benutzen die Zionisten ja regelmäßig…“  17:00 -18:32

Wer benutzt nun wen? Da sollte man sich einig werden an der antisemitischen Front.

Den Finger am Abzug, die Todesliste aufgesetzt -die feuchten Träume des Ken Jebsen

„Das ist der Befreiungsschlag global, die Amerikaner haben es vorgemacht… und das ist meine Botschaft an den Deutschen, der dies sieht: erkenne die Zeichen der Zeit!…und wenn Donald Trump, ein Underdog, uns quasi über Bande den Auftrag erteilt gegen das Establishment zu wählen – was heisst das dann für Dich, Angela?

Liebhaber von Diktatoren weltweit, vor allem die Friedenstäubchen unter Ihnen, freuen sich über den Sieg ihres antisemitischen Idols, sprechen’ihr Volk‘ an und wähnen sich im Auftrag – quasi in antisemitischer Mission. So auch Jebsen, der schon im Auftrag unterwegs ist. Und der sich in seiner Ansprache folgerichtig an den Deutschen wendet. Jebsen möchte sein triumphal-peinliches Gebrüll über den Sieg seines Idols unbedingt noch an den Mann bringen. Und seine Gegner, also die echten Journalisten ohne Reichsbürgerkomplex und Antisemitenknacks, warnen. Sie sollten lieber schnell ihre Sachen packen und in die Boote gehen – der amerikanische Präsident schicke nämlich schon seine Häscher los, um Listen zu erstellen. Jebsen beweist also mal wieder, wie es in seinem wahnhaften Oberstübchen so aussieht. Und wovon er nachts so träumt.

„Guckt mal – das was  Ihr die letzten Monate gemacht habt, das war dermaßen antiamerikanisch . Das heist Ihr habt Euch jetzt gegen den mächtigsten Mann der Welt positioniert, das heisst wenn der jetzt ins Amt kommt, der schickt doch jetzt erst mal wenn er ein neues Land besucht seine Kollegen vom Secret Service rein und fragt: checkt doch mal wer im Vorfeld über mich berichtet hat – und wie die berichtet haben, und da seht Ihr alle echt scheisse aus, da sehr Ihr richtig schlecht aus.“(ca. 01:00)

In feinstem AfD-Sprech -und dem üblichen, größenwahnsinnigem Duktus- verkündet Jebsen, der vor seinem kleinen Filmchen noch eine größere Schlappe im Rechtsstreit mit der taz einstecken musste, er darf weiterhin als jemand bezeichnet werden, der wegen antisemitischer Äusserungen beim rbb rausgeflogen ist– das, was ihm als gekränktem Profilneurotiker gerade so durch den Kopf geht. Aufgepeitscht spricht er in die Kamera seines Notebooks und gibt denen, die es mitbekommen, den Horst. Die Mehrheit, die es sieht, wird wohl belustigt, angeekelt reagieren: Einige andere werden sein kleines Homevideo als Bestätigung ihrer kümmerlichen Intelligenz begreifen.

„Also, wenn das wirklich finanziell dick ausgestattete Establishment trotz Multimilliarden Dollar es nicht schafft ähhhm sich gegen das Volk durchzusetzen, was bisher ja immer funktioniert hat, dann funktioniert dieses Pyramidensystem nicht mehr und das hat natürlich  mit der freien Presse zu tun, die das Internet ja eben ist, also, das System, was ihr geschaffen habt um uns zu überwachen, das stellt Euch jetzt selbst ein Bein.“

Jebsen kann es bis heute nicht verkraften, dass seine in den Untiefen des worldwideweb geäusserten, antisemitischen Abscheulichkeiten dem Licht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Das schmerzt und beschäftigt ihn noch heute. Ist es aber doch auch der Ruf als Antisemit, auf dem er seine neue, alternative Medienkarriere aufbaut. Auch, wenn er seine Genese zu KenFM stets als Neugeburt bezeichnet -er heult noch immer. Was im Kopf eines gekränkt-machohaften Journalistendarstellers mit rezidivierendem Antisemitismus eben so abgeht. Antisemiten freuten sich schon immer weltweit, wenn andere geistig arme (bei materiell reichen freuen sie sich noch mehr, da tobt das Wutbürgerherz) Würstchen von ihrer Sorte die große Klappe beweisen.

„Das was ich zu sagen habe, das muss wirklich raus, das kann nicht länger warten“ – so beginnen bekanntlich die aufwühlensten Geständnisse. Und Jebsen muss einiges gestehen, unter anderem seine Haltung gegenüber Frauenfeinden und Antisemiten, so wie ihm? Und so lässt er in seiner Ansprache an ‚sein Volk‚  (hach ja – der Sieg von Undemokraten stachelte schon stets seine Fans zu öffentlicher Rede an) auch jede Menge Peinlichkeiten vom Stapel. Was sich bei ihm eben so aufstaute: Dass die Medien, welche immer lügen müssten, nun endlich eine Pleite einstecken müssten. Gegen das Volk natürlich. Bei Jebsen, der ohne Wahlanalyse seine Lügen rausplärren muss,  gehts ja nie kleiner. Dass die Mehrheit der Wähler aber nicht Trump, sondern Clinton wählten, und dass das amerikansiche Wahlsystem so seine Besonderheiten bietet – geschenkt! Jebsen will schreien, also macht er es auch. So wie andere ungezählte, wahnsinnige Diktatorenlover, die mit ihren Youtube-Shows ein Therapeutengespräch ersetzen möchten.

„Also, das ist mein Tipp an Euch: Bringt Euch echt in Sicherheit. Ja? Wenn ich der amerikanische Präsident wäre, ich bins Gottdseidank nicht, also, ich würde meine Jungs anweisen, dass…ich würd mir mal die Namen kommen lassen, wer war das – und dann würd ich das einfach mal abarbeiten.“

Dass der irre Jebsen in seinem -einzig für die wirre Gemeinde erstellten- Heimvideo auch noch in Besorgtbürgermanier Angela Merkel duzt, an diesem pöbelhaften Stilmittel hat der umtriebige ‚Markensoziologe‚, wie sich Mister Größenwahn in Folge mal wieder betitelt (Titelanmaßung – wieder mal so eine Gemeinsamkeit mit Reichsbürgern), gewiß lange gefeilt.

„Angela, ähmm, ich sag jetzt mal Angela. Ähhhm- Du bist ein Vasall, Du kannst dem amerikanischen Präsidenten keine Bedingungen stellen, unter denen Du Zusammenarbeit anbietest, wenn der so macht (schnippt mit den Fingern) bist Du auch wieder raus aus dem Amt. Ich meine, dass Du im Amt bist, das hast Du ja, ääähh, zu verdanken, dass in Washington jemand gesagt hat: die können wir nehmen. Und wenn der so macht bist Du wieder weg. Auf dich kommts überhaupt nicht an, verstehst Du. Du bist ein Vasall der gar nichts zu sagen hat.“

Jebsen und sein antisemitischer Glaube an die große, amerikanische Weltverschwörung. Natürlich finanzierte der amerikanische-industrielle Komplex alle Nichtantisemiten – und alle Gegner von Trump! Wäre es nicht auch irgendwie traurig – man könnte sich bepissen vor Lachen bei diesem Wutvideo. Gut ist die Stelle, an der Jebsen gern den Computer in dessen eigene Kamera halten möchte: um ‚das Internet‘ zu präsentieren. Er weiß wohl um die Clickzahlen pegidesker, älterer Zuseherschaft. Es ist die Furcht vor Bedeutungslosigkeit, die immer wieder aus dem Schreihals dröhnt, der gern mal mit der im Milieu gut ankommenden Angst vor mangelnder deutscher Souveränität um sich wirft. Dass ausgerechnet Jebsen Angela Merkel Machtlosigkeit unterstellt – das hat schon was. Vielleicht lieber mal nen Kaffee weniger – und an die Herztabletten denken!

„Als Markensoziologe kann ich Euch sagen: Das ist die große Angst von Euch und Euren Finanzierern  ähhhm dem militärisch-industriellen Komplex: Das jetzt kein großer Krieg stattfindet, an dem Ihr alle satt verdienen könnt. Denn der Mann, Trump, hat in seiner ersten Rede gesagt er ist bereit mit jedem zu reden. Das heisst: dann redet er auch mit den Russen. Dann redet er möglicherweise auch mit den Indern. Dann redet er mit den Afrikanern. Dann redet er mit den Chinesen. Dann redet er mit Brasilien, dann redet er mit dem Iran. Dann redet er ja praktisch fast mit allen Menschen, statt allen Menschen erst mal zu sagen: wenn Ihr nicht nach unserer Pfeife tanzt, dann werfen wir Bomben auf Euch. Ist ja ein ganz verrückter Vogel. Und ihr hättet gern erstmal die andere Seite gehabt? Ja? Die erstmal sagt ’schiessen‘ und dann ‚fragen‘, das ist das was Ihr uns geraten habt. Wir mögen ziemlich blöd sein, aber so blöd sind wir nicht, und, dass wir das in dieser Weise äussern können, okay, das ist ist das Ergebnis das Resultat von dieser Kiste hier, von diesem Internet, okay? Das habt ihr geplant, um uns zu überwachen, aber ihr habt Euch selbst ein Bein gestellt. Und deswegen ist heute ein guter Tag. Und deswegen mein Tipp an die –hehehe– Regierung, ja. Und diese Presse, diese Regierungspresse: an Eurer Stelle würde ich mal ganz schnell meine Koffer packen und mich irgendwo hin verziehen.“

Die Akte Jebsen ist sichtlich prall gefüllt mit Antisemitismen, Demokratiehetze und pegidesken Todeswünschen, abgesehen von reichlicher Verwendung des pluralis majestis. Könnte ein guter Psychologe Abhilfe schaffen?

Bei Exportabel gibts übrigens auch Senf hierzu….

Das Evangelische Bildungswerk und der Antisemitismus: Ken Jebsen am 12.02. in Aachen

Was machen Journalisten, die ihre Truthereien und Israelobsessionen in einer Jugendsendung beim Öffentlichen Rundfunk auslebten – und wegen ihres fragwürdigen Verhaltens rausflogen? Sie dürfen in Einrichtungen der Evangelischen Kirche ihr fragwürdiges Gedankengut verbreiten und sich dort als Opfer und Lösung stilisieren…

„Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Demokratie oder Markt? – Was kostet uns der Casino-Kapitalismus?“ mit Ken Jebsen beginnt am 12. Februar 2016 um 18:00 Uhr im Haus der evangelischen Kirche in der Frére-Roger-Straße 8-10. Sie ist veranstaltet von der Aachener Aktionsgemeinschaft „Frieden jetzt!“ zusammen mit dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Aachen.“ (NRhZ)

Das Ganze soll stattfinden mit dem Evangelischen Bildungswerk Aachen als Mitorganisator: Für Jürgen Groneberg, den Leiter des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Aachen,hat die Veranstaltung eine wichtige Funktion, um in der derzeitigen Diskussion um Krieg, Ausbeutung und die damit zusammenhängenden Fluchtbewegungen Impulse beizusteuern. Der Leiter des Evangelischen Bildungswerkes begibt sich auf dünnes Eis, wenn er ankündigt, einen deutschlandweit bekannten Antisemiten einzuladen, der auch die Diskussion um ‚Flüchtlinge als Migrationswaffen‘ bedient, natürlich von den USA gesteuert, um Impulse zu einer Diskussion beizusteuern, die sich durch Hetze, Desinformation, Instrumentalisierung und das Verschieben von Grenzen des Sagbaren auszeichnet.

Sie wird zusammen mit der Aachener Aktionsgemeinschaft „Frieden jetzt“ durchgeführt, bei der Ansgar Klein herumspukt. Der Leiter des Evangelischen Bildungswerkes hat in seiner Eigenschaft als Organisator auch Bekanntschaft mit Ansgar Klein gemacht. Ob er sich mit dessen Aussagen wirklich eingehend beschäftigt hat? Frieden jetzt – das ist übrigens auch die Bezeichnung von dem rechtsextremen Ableger der Mahnwachen, der sich ideologisch um Jürgen Elsässer gescharrt hat. Die Stadt Aachen  kann sich also freuen, in der richtigen Gesellschaft gelandet zu sein.

Einen Eindruck davon, wie die querfrontigen Aachener Wahnmachenden im Jahr 2014 auftraten, vermittelt dieser Artikel

Ansgar  Klein: „Wir, die alte und die neue Friedensbewegung müsssen uns zusammenschließen, und wir müssen auf weitere Gruppen zugehen, auf umweltbewusste, antimilitaristische, und weitere, am Gemeinwohl interessierte Gruppierungen. Wir müssen gemeinsam eine machtvolle Bewegung entwickeln, gegen das neoliberale und militaristische System. Dieses System, das uns immer weniger Raum für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit lässt. Dass die da oben uns da unten das zutrauen, wird allein schon daran deutlich, dass einige Strippenzieher alles daransetzen, diese neue Bewegung zu diffamieren und zu diskreditieren. Mir liegt am Herzen, über diese Diffamierungen zu sprechen und sie als das zu entlarven was sie sind: Haltlose Verleumdungen. [Menge: Jubelt] Nicht nur viele Medien tun sich da hervor, leider auch immer noch viele Vertreter der alten Friedensbewegung und der linken. Selbst der  Bundesvorstand der linken hat Ende August einen Beschluss verfasst mit dem Titel: ‚Keine Unterstützung der rechtsextremen, antisemitischen und verschwörungstheoretischen Mahnwachen 2014‘.“

Ansgar Klein: „Der Begriff Verschwörungstheoretiker wird in der Regel im Zusammenhang mit den Attentaten vom 11. September 2001 auf das WTC und das Pentagon gebraucht. Diese Attentate mussten bekanntlich herhalten als Kriegsgrund für den Krieg in Afghanistan. Als Verschwörungstheoretiker werden diejenigen beschimpft, die es wagen, die offizielle Version der 9/11-Attentate anzuzweifeln. Dabei müsste jeder, der bis drei zählen kann, die offizielle Version in Frage stellen.“ [Menge: frenetischer Applaus]

Ansgar Klein: „Ich frage Euch, wieviele Hochhäuser des WTC sind nach dem Crash mit den beiden Jumbos in sich zusammengestürzt?“[Menge: „Dreeeeiiiii“] Ansgar Klein: “ Jaaaa! Ihr könnt bis drei zählen, Bravo. Es sind nicht nur die zwei Türme in sich zusammengesunken, in die je ein Jumbo geflogen ist, sondern völlig ohne äußere Einwirkung auch noch ein dritter Turm, das Hochhaus Nummer Sieben des WTC. Und das kommt in der offziellen Version mit keinem Wort vor. Und das ist nur eine der Unstimmigkeiten der offziellen Version. Wer jedoch die offizielle Version der 9/11-Attentate öffentlich anzweifelt, wird gefeuert, wie Ken Jebsen, den der RBB entlassen hat. Anderes Beispiel: Die Bandbreite, die uns mit ihren politischen Songs begeistern, die haben vor sieben Jahren mit ihrem Song ‚Selbst gemacht‘ die offizielle Version der 9/11-Attentate ebenfalls in Frage gestellt. Was ist passiert. Seitdem werden sie in die rechte Ecke gestellt und nicht mehr engagiert. Stellt Euch vor, unsere neue Bewegung würde den Zweifeln an dieser offiziellen Version zum Durchbruch verhelfen: Das darf wohl nicht geschehen. Deshalb wird die neue Bewegung diffamiert und diskreditiert.

Ansgar Klein präsentiert hier, ebenso wie es sein Schützling Ken Jebsen immer wieder macht, in einem Prozess der Selbstviktimisierung seiner Selbst und seiner Mündel, ein fabelhaft geschlossenes, strukturell antisemitisches Weltbild als Immunisierungsstrategie, nach dem jede Kritik gezielte Diffamierung durch die da oben ist. Die von ihm genannten Truther der Bandbreite, die auf keinen Fall rechtsextrem oder anschlussfähig sein sollen, traten zuletzt übrigens auf einer Pegida-Veranstaltung auf und wurden in der Vergangenheit unterstützt durch Dieter Dehm und Klaus Hartmann (LINKE./Freidenker). Es ist also ein klassischer Querfrontwust, der sich formiert hat – und sich in Aachen einfinden wird. Auch rechtsextreme Pegidisten und Endgame-Vertreter sind Ansgar Klein offensichtlich willkomen: Zum letztjährigen Hiroshimatag der Friedensinitiative Würselen war auch Frank Geppert zu Gast, der auch mit dem rechtsextremen Blood&Honour-Mitglied Sven Liebich und Kathrin Oertel verbandelt ist. Beworben wird die Veranstaltung unter anderem durch die „Würseler Initiative für den Frieden“. Einem Verein, in dem sich dubiose Gestalten der Wahnmacher-Friedensbewegung, auf deren Veranstatungen neben Jebsen auch die rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen oft als Antisemiten bezeichneten Jürgen Elsässer (Compact-Magazin) und Christoph Hörstel (Ex ARD, Neue Mitte) auftreten konnten, sammeln. Die Personen, welche hinter der Würseler Friedensinitiative stecken, sind auch bei „Frieden jetzt“ organisiert, z.B. der eben zitierte Ansgar Klein, der die Mär von Jebsen als einem Armen, Verfolgten des Imperiums aufrechterhält.

Ken Jebsen, der Mann, der mit dem Hetzvideo Rassistischer Zionismus [siehe Beitragsbild] unter deutschen Antisemiten von links bis rechts Berühmtheit erlangte, hält also einen Vortrag im Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Aachen. Die Veranstaltung wird unter anderem in der NRhZ beworben, deren Macher auch schon mit dem Rassisten Jürgen Elsässer in den Iran fuhren – der in seinem Magazin Compact gegen Flüchtlinge und vor allem die Kanzlerin hetzt  – und nicht nur zu diesem Anlaß über die Toten der niedergeschlagenen Demokratie sich verächtlich machten: Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.“ Einer, der ebenfalls mit in den Iran fuhr, war Gerhard Wisnewski, der noch vor wenigen Wochen bei Ken Jebsen, dem Stargast vom 12.02., reden durfte, nachdem er beim Querdenken-Kongress des rechtsextremen Michael Vogt über Migranten als Waffe sprach – und der Ende Januar noch die neue Ausgabe der rechtsextremistischen, rassistischen Compact vorstellte. Ebenfalls bei der lustigen Iran-Reistruppe dabei waren Elias Davidsson, Jürgen Elsässer und Gerhard Wisnewski, alles ehemalige Interviewgäste von Ken Jebsen. Und auch Elias Davidsson ist, wie auch Ansgar Klein, mit der Aachener Mahnwache verbandelt. Elias Davidsson ist, wie Ansgar Klein, ein Truther, dessen Sendungsbewusstsein bis in ein als ‚links‘ begreifendes Milieu hineinreicht. So erscheinen seine Ergüsse zum Thema 9/11 dann auch bei Ossietzky, unter anderem herausgegeben von Eckart Spoo und Ulla Jelpke (LINKE).  Eckart Spoo macht unter anderem mit Dieter Dehm und Albrecht Müller von den Nachdenkseiten auch das kremlinhaft beeinflusste Videoportal Weltnetz. Als Mitveranstalter kommender Veranstaltungen im Bildungswerk Aachen, ebenfalls eingebettet in die ‚Friedenstage‘, wird bei der Kritischen Aachener Zeitung die Arbeiterfotografie (die identischen Kräfte, wie hinter der Neuen Rheinischen Zeitung: Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann) genannt, die ebenfalls an der Veranstaltung mit Ken Jebsen teilnehmen wollen. Auf diesem Flyer für Frieden jetzt wird sogar die Arbeiterfotografie als Mitorganisator der Veranstaltungen mit Mausfeldt und Rügemer aufgeführt.

Aachen

Das Aachener Erwachsenenbildungswerk also lässt jemanden einen Vortrag in deren Räumen abhalten, der auch mal Flüchtlinge als Migrationswaffen bezeichnet. Der ungeniert aus dem Ruf als Antisemit ein Geschäft macht. Der als nahezu steuerfreies Einkommensmodell von den Spenden der verwirrten Fans lebt. Der mit der gerichtsfest als Antisemitin bezeichenbaren Evelyn Hecht-Galinski zusammenarbeitet.

Es reicht nicht, von Erinnerung zu reden, an ein Wachhalten der Erinnerung zu gemahnen, wenn in der Alltagspraxis diese Mahnungen keinen Wert haben. Keine ethischen und moralischen Grundsätze das Handeln bestimmen. Ohne Auswirkung auf das Handeln bleibt alles Gerede von „Erinnerung“ eben nur das: Gerede. Die Aachener Kirche will also in diesen angespannten Zeiten solche Leute in ihr Haus lassen? Menschen, deren Geschäftsmodell auf Hetze und der Verdummung von  Menschen beruht. Die den Lügenpressemythos, die Dummheit und das Ressentiment bedienen. Die pauschal ‚die Eliten‘ als Schuldigen für alles und jeden bezeichnen. Die Friedensinitiative aus Würselen, welche als Veranstalter aufschlägt, besteht aus Kräften, denen friedliche Absichten fern sind. Frieden wird hier instrumentalisiert: Es werden monokausal solche benannt, die an Krieg Schuld seien. Und das ist laut diesen Leuten denkbar einfach und denkbar einseitig. Amerika, Israel, die Zionisten, der Westen, die Transatlantiker, ‚Gutmenschen‘. Was ist mit der Evangelischen Kirche Aachen, was ist mit dem evangelischen Erwachsenenbildungswerk Aachen los?

Dass die Kirche, die traditionell Themen wie Frieden, Gerechtigkeit, Abrüstung beackern möchte, sich hierfür auch mit Initiativen zusammensetzt, welche solche Ziele verfolgen, liegt auf der Hand.  Sie sollte allerdings ihre Partner mit stärkerem Bedacht wählen. Es findet keine Auseinandersetzung mit den Personen statt, welche im von den Co-Organisatoren gesteckten Rahmen referieren.  Dass die Evangelische Kirche in Deutschland, kurz nach dem Holocaustgedenktag, eine Veranstaltung mit einem der bekanntesten, das antisemitische und antiamerikansiche Ressentiment unter die Leute bringenden Verschwörungsideologen Deutschlands durchführen wird (dem auch wegen antisemitisch auffassbarer Äusserungen gekündigt wurde – und der sich seitdem als Opfer aufführt), ist starker Tobak.  Christlicher Glaube und Antisemitismus – zwei Dinge, die in Deutschland nicht durch die Institution Kirche miteinander verbunden werden sollten. Genau dies aber geschieht hier. Noch zusätzlich aufgeladen durch die mit dem Namen des Trägers zu erwartende ‚Bildung‘.

Am 12.02.2016 wird im Bildungswerk Aachen also einem eitlen Selbstdarsteller Raum geboten, jemandem, der eifrig Desinformation betreibt – und sich mit seinen antisemitischen und antiamerikanischen Denkfiguren gezielt an Kinder und Jugendliche wendet. Diese Veranstaltung soll der Auftakt zu einer ganzen Serie werden. Wenn solchen Figuren eine Bühne im so genannten Erwachsenenbildungswerk geboten wird, so wird nicht nur der Zweck eines der größten Bildungsträger in Deutschland ad Absurdum geführt. Jebsen und den anderen, fragwürdigen Gestalten, wird so der Anspruch eingeräumt, dass sie Bildung vermitteln könnten. Dass dort etwas zu lernen sei. Dass sie, wie von Jürgen Ronneberg zu dem Jebsen-Vortrag angekündigt, „wichtige Impulse“ zu aktuellen Diskussion setzen könnten. Das Gegenteil aber ist der Fall: Jebsen pauschalisiert und vereinfacht, ist antisemitischen Deutungsmustern verfallen und grenzt sich nicht von Rechtsextremen und Rassisten ab; so trat er unter anderem bei der PEGIDA-ähnlichen Veranstaltung „Wir sind Deutschland“ auf. Sein einziger Beitrag zur Flüchtlingsdebatte ist mit dem Wort Migrationswaffe und den Rassisten, welche in seinem Format sprechen dürfen , (zum Beispiel Gerhard Wisnewski) ein Benzinkanister. Sein Programm besteht aus einer Aneinanderreihung wirrer Phrasen und unrichtigen, von ihm so genannten Fakten. Wahres und Falsches in Kette gereiht. Er bedient den Lügenpressemythos.

Die Aachener Antifa thematisierte den geplanten Vortrag bereits am 01.02.2016.  Auch Otmar Steinbicker und Jutta Ditfurth haben schon hierüber informiert. Involvierte Kirchenvertreter, bzw. Vertreter/Veranstalter des Evangelischen Bildungswerkes Aachen wissen Bescheid, können sich also nicht durch Unwissenheit herausreden. Dass diese Veranstaltung dennoch weiterhin stattfinden soll, sollte unglaublich sein. Ist es aber nicht. Das Evangelische Bildungswerk Aachen ist weiterhin interessiert an der Veranstaltung und bezieht sich auf ‚Meinungsfreiheit‘ und die Möglichkeit der Information. Dies bezieht sie auch auf die kommenden, ebenfalls im Rahmen einer Kooperation mit den Wahnmachern aus Aachen von „Frieden jetzt“ stattfindenden Veranstaltungen mit Werner Rügemer und Rainer Mausfeldt.

Herrscher und Vasallen
8. April 2016, 19 Uhr
Aachen, Haus der evangelischen Kirche
Hören Sie den Vortrag von Dr. Werner Rügemer, Publizist und Referent aus Köln, über die schrittweise Eroberung Europas seit dem ersten Weltkrieg.

Der zu Hetzartikeln gegen Amerika und Israel neigende Werner Rügemer (~die USA sind der Kettenhund Israels~ so sagt er) darf dann zwei Monate später am selben Ort eine Veranstaltung mit dem Titel ‚Herrscher und Vasallen‘ führen. Wer die Ergüsse von Rügemer, die NRhZ und die Arbeiterfotografie kennt, der weiß, wer für die Clique dort Herrscher, und wer Vasall, ist. Das arme, besiegte, besetzte Deutschland – und die bösen, finsteren, imperialistischen USA. Eingebettet in den Rahmen, dass es seit dem ersten Weltkrieg nur um das Darniederhalten Deutschlands ging, darf Rügemer also in kirchlichem Umfeld die Mär vom Opferdeutschland und dem bösen Westen, also den ‚imperialistischen USA‘ spinnen. Und vom bösen Israel natürlich: „“So bedeutet die Anerkennung des Existenzrechts Israels die Anerkennung eines zusätzlich gefährlichen Vasallenstaates, der als Kettenhund der westlichen Mächte noch eigene und unkontrollierbare Strategien verfolgt“ (Rügemer). Werner Rügemer steht wie die anderen hier genannten Personen ebenfalls zu KenFM in Beziehung.

Das Treiben des Evangelischen Bildungswerks zu Aachen bedeutet vor dem aktuellen sozialpolitischem Hintergrund nichts anderes, als das Spielen mit Feuer an einer Zündschnur. Ob auch die Kirche mit Hilfe Ken Jebsens ihre ‚Klickraten‘ vergrößern möchte? Anzapfen können die vulgären Antisemiten rund um Ken Jebsen, Werner Rügemer und die NRhZ jedenfalls neues Publikum. Publikum, welches durch den seriös daherkommenden Austragungsrahmen in kirchlichem Umfeld eventuell darüber weggetäuscht wird, dass hier die Crème de la Crème der selbsternannten Antizionisten und völkischen Antikapitalisten auftreten wird. So wird diesen Gestalten, die ihr Dasein unter anderem durch Spenden und die politische Unaufgeklärtheit ihrer Opfer fristen, neues Publikum vermittelt. Das Evangelische Bildungswerk Aachen macht damit einem anderen Glauben als den, der in  Kirchen eigentlich Raum haben sollte, Platz, nämlich dem an die böse Elite, des einen alles unterjochenden Prozents. Es öffnet sich wirren Verschwörungsideologen und Verschwörungsgläubigen, Antiamerikanisten und Antisemiten. Geschäftemachern, die es sich von den Ängsten und Ressentiments ihres Publikums gut gehen lassen. Und dies alles im Rahmen von Veranstaltungen, die angeblich dem Frieden dienlich sein sollen.

Aachener, evangelikale Christen – Menschen überhaupt – sollten sich fremdschämen!

Jutta Ditfurth: „Das illustriert die „Luther-Dekade“, in der keine Auseinandersetzung von Seiten der Evangelische Kirche mit dem glühenden, mörderischen Judenhass ihres Kirchengründers Martin Luther zu vernehmen war. Er hatte in seinen Werken zu Pogromen, zum Niederbrennen von Synagogen, zum Aufschlitzen der Kehlen jüdischer Gelehrter (seiner Konkurrenz) aufgerufen.

K(r)oppzeug

 „…und wenn wir uns die Situation heute anschauen…der Westen steht für Mord und Totschlag…und wofür steht die russiche Föderation? Fürs Völkerrecht, für die Familienwerte und für die Stärkung des Glaubens…“ [Willy Wimmer bei KenFM, „From Moskau with love“ 27:44 – 28:05]

Ken Jebsen, Albrecht Müller von den Nachdenkseiten oder Willy Wimmer stellen auf diesem Blog oft behandelte Figuren dar – aufgrund ihrer Scharnierstellungen im Querfrontnetzwerk und/oder des hohen zweifelhaften Outputs, mit dem regressive Verschwörungsgläubige bedient werden. Die bei KenFM wie bei den Nachdenkseiten, Kopp und Compact am laufenden Band ausgespienen Geschmacklosigkeiten erscheinen in ansteigender Schlagzahl. Da die verschiedenen Beiträge bezugnehmend von einzelnen Querfrontcharakteren (nicht nur den Genannten) immer wieder gekäut werden, wartet auf den Verschwörungsjunkie und Rezipienten von abstrusen Verschwörungstheorien und unseriösen Kremlin-Medienprodukten eine Menge Stoff. Ken Jebsen möchte sich, wohl da er sich so mehr Spender aus dem linken Lager verspricht, als politisch links stilisieren. Ganz kapiert hat er nur noch nicht, dass das Teilen rechtsextremer Hetzvideos hierbei nicht behilflich ist. Eindeutig rechsextremistisch (neben der Hirnverbranntheit) geht es bei dem Angebot von Kopp und Compact ebenfalls zu: Während bei Compact, betrieben vom als glühenden Antisemiten bezeichneten Jürgen Elsässer, mit Faschisten wie Götz Kubitschek) zusammengearbeitet wird und zur Gesundung von deutschem Völkchen und Elsässers Geldbeutel Tagungen durchgeführt werden, wurde bei Kopp Eva Hermann angestellt, die die Tagesschau quasi freiwillig verließ, und über den Segen „Neuer Germanischer Medizin“ aufgeklärt, neben Werken über Naziflugscheiben. Gemein ist Compact und Kopp: Es wird rechtsextreme Literatur verlegt und versendet, gefährlicher völkischer Nonsens verbreitet, die Pegida-Kultur angeheizt. Auch Ken Jebsen arbeitete für Elsässers Compact und wurde dort publiziert, wie er ihn auch für KenFM interviewte.

Bei Ken Jebsen, der sich kurz nach Ausbruch der Wahnmacher-Montagsdemos und dem Aufspringen mancher linker Politiker auf diesen Zug immer wieder, absolut unglaubhaft, als links inszeniert, finden Autoren, welche bei den letztgenannten Medienunternehmen unterkommen, trotzdem eine Bühne. Auf diese Bühne wird dann eventuell, zum Beispiel, in den Nachdenkseiten verwiesen. Jürgen Elsässer, Udo Ulfkotte, Christoph Hörstel, Friederike Beck, Willy Wimmer (btw: Albrecht Müller von den Nachdenkseiten verehrt Willy Wimmer geradezu), Gerhard Wisnewski. Sie alle eint neben chronischem Hang zur Logorrhoe die publikatorische Zugehörigkeit zu Kopp oder Compact, neben rechten Spinnereien.

Konnte bei KenFM vor kurzem erst ein Interview mit der Kopp-, und Compact-Autorin Friederike bewundert werden, war es noch am gleichen Tag der bei den gleichen Medienprodukten erscheinende Willy Wimmer, dessen Bericht von einem Galadinner mit Putin von dem autoritaristischen Publikum gewiss voller Freude aufgenommen wurde. Hierbei freute sich nicht nur KenFM darüber, „ganz oben“ angekommen zu sein – der ansonsten von Migtrationswaffen schwadronierende Wimmer konnte, wie Jebsen, neben der anhimmelden Stilisierung von Putin als starkem Mann wieder einmal reviosionistische Antiamerikanismen äussern. Dass hierbei auch im Unmaß Werbung für rt gemacht wird, darf nicht verwundern. Ist rt doch der ‚Sender‘ (in Deutschland nur ein Youtube-Kanal), welcher mit Wimmer, Jebsen, Müller, Hörstel und Konsorten absolut unkritisch umgeht und aus Desinformationsgründen genau diese Stimmen sendet.

…ich bin froh dass es diesen russischen Sender gibt. Das sieht man ja auch an einem Punkt der aus meiner Sicht widerlich ist. Wenn Sie im deutschen Fernsehen oder in deutschen Rundfunkanstalten irgendwelche Stimmen aus Moskau hören, dann sind das in der Regel Leute, die in amerikanischen Stiftungen arbeiten, da kann ich ja nur sagen, das kann man uns ja eigentlich nicht zumuten. Es gibt da 140 Millionen Russen, warum findet man da keine Gesprächspartner die auch einmal aus russischer Sicht und nicht aus amerikanisch filtrierter Sicht etwas sagen. Das ist ein tolles weites Feld und ich finde rt hat das verdient, weil die ähh Crew die da angetreten ist, irgendwie im westeuropäischen Sinne einen tollen BBC-Standard(..)erhalten hat, praktiziert. Das sind nette Typen, nicht jeden Abend Kleber und Slomka, macht Spass, die zu hören, und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen, die geben eine solche Weltsicht, wie es das deutsche Fernsehen auf allen Programmen nicht fertigbringt, dass man aus anderen Teilen der Welt seriöse Informationen bekommt, das kann man bei Aljazeera auch erleben, das kann man bei France24 auch sehen, das gibts bei aller Kritik auch bei der BBC, warum gibts das in Deutschland nicht? Wir haben wenn man sich an Ort und Stelle aufhält überall tolle Journalisten, warum – wir haben ja  Beispiele aus der ZDF-Geschichte im Zusammenhang mit Journalisten, die in Teheran tätig waren und in Bagdad gearbeitet haben, wenn man in deutschen Fernsehanstalten nur frust verbeitet und dise Leute rausekelt, wenn sie mal was vernünftiges sagen dürfen, dann spricht das mit Sicherheit gegen die deutschen Sender, aber spricht dafür, dass man sich die Informationen bei Aljazeera, rt oder bei den chinsesischen Staatssendern ähh holt. das muss man mit allem Nachdruck sagen und lieber ne gute Information als auf deutsches Fernsehen angewiesen zu sein.“ [Willy Wimmer bei KenFM 07:20 – 09:27]

Egal, wo – Wimmer wittert amerikanischen Einfluss. Auch migrantische Bewegungen seien letztendlich im großen Planspiel der USA enthalten, wie er in seinen Aussagen zu Flüchtlingen als Migrationswaffe spinnt. Und wer wurde eigentlich beim ZDF „rausgeekelt„?  Meint Wimmer eventuell Christoph Hörstel (der allerdings nicht beim ZDF war, sondern ARD)? Es ist nicht verwunderlich, dass Wimmer in allem die USA am Wirken sieht – und seine Deutschland von historischer Schuld entlastenden Revisionismen darauf aufbaut:

…wenn man den Mann und damit Russland diffamieren kann, dann ist das die alte amerikanische Leier – das kennen wir aus den Bombenangriffen aus dem zweiten Weltkrieg, man leuchtet einen an, ein Ziel, und das ist dann nicht ne Stadt oder ein Land, sondern das ist ein Mensch. Das haben wir vielfach  seit Ende des zweiten Weltkrieges gesehen, wir habens schon bei Wilhelmdem II. gesehen und das ist die angelsächsische Propagandaleier mit der wir es zu tun haben und wir sollen in den Krieg getrieben werden. Und das über einen Mann wo ich nur sagen kann suchen Sie den mal in Berlin.“ [Willy Wimmer bei KenFM 13:40 – 14:25]

Auch im Compact-Magazin wird Putin stets als Macher, als starker Mann für Europa dargestellt. Die offiziellen Inszenierungen von Putin, wie Sie aus dem russischen Fernsehen bekannt sind, verfangen nicht nur bei dem rassistischen Elsässer und dessen Publikum. Männer wie Putin haben in Deutschland, ebenso wie Orban, ihre autoritären Bewunderer. Was Else kann, kann Querfrontwilly schon lange. Dass in diesem Rahmen, der von der Darstellung Putins als starker Mann geprägt ist, auch geschmackloseste Revisionismen und Täter-Opfer-Umdeutungen ihren Platz haben, leuchtet ein:

Und das Problem was wir haben ist, die Russen sind auf die Amerikaner genauso hereingefallen in Zusammenhang mit der  NATO-Osterweiterung, wie die Deutschen 1917 auf die 14 Punkte von Wilson. Man hat dem vertraut, dem amerikanischen Präsidenten, und hat die Kriegsbemühungen eingestellt und hat Versailles und Adolf Hitler bekommen. Und in dem Zusammenhang muss man diese Dimension aufmachen und ausmachen, weil Michail Gorbatschow mit seinem Ziel gemeinsames Haus Europa eigentlich realistischer für den Frieden operiert, als das alle Kriegstreiber bei uns machen.“ [Minute 15:07 – ca. 16:20]

Es ist nur logisch, dass Wimmer den USA alles schlechte in die Schuhe schieben möchte, zur Not auch die eigene Dummheit, ein bei Deutschen nur allzu bekannter Entlastungskomplex. Was in Wirklichkeit zu Versailles führte, dies spart Wimmer aus, wenn er als logische Folge ‚Adolf Hitler‘ ausmacht. Die Rolle der deutschen Bevölkerung an Drittem Reich und Holocaust simplifiziert und personalisiertWimmer in ebensolchem Maße hinweg, wie er dümmliche Vergleiche anstellt. Wo ist zwischen Eurasischer Union von Wladiwostok bis Paris und „Gemeinsames Haus Europa“ schon der Unterschied – und wer wird denn von der Ukraine reden – wenn „der Westen“ Russland „umzingelt oder in die Zange nimmt. Und werbraucht die EU? Dass für Wimmer die USA an allem schuld sind, sogar an deutschen Gesetzentwürfen, leuchtet ein.

…ich finde wir müssen zuerst unsere eigenen Interessen definieren und wir müssten eigentlich in Berlin Institutionen haben, die nicht durchsetzt sind von Leuten die fremden Interessen dienen(…)Sie kriegen ja heute in Berlin keinen Gesetzentwurf mehr hin, der nicht von amerikanischen Anwaltskanzleien geschrieben worden ist(…)selbst Indien, als kolonial regiert, hatte eine home role, die Inder mussten sich das nicht gefallen lassen, was wir freiwillig hinnehmen…[17:02 – 18:40]

Wie – „selbst Indien als kolonial regiert„? Ist Deutschland etwa gar keine Kolonie? Es ist dieses Gerede, welches Nationalisten und Antiamerikanisten gleichermaßen anpricht.

Jebsen:Ein Mann der Ihnen sehr, sehr nahe ist, ääh, zu einer Partei, die Ihnen auch unglaublich nahe ist, nämlich die Linke, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, haben ja schon vor geraumer Zeit auf den eigenen Homepages über Obergrenzen für Zuzug gesprochen, also auch wenn man fair gegenüber den Flüchtlingen sein will, weil die nämlich ihre Familien nachholen, dass man irgendwo eine Obergrenze formulieren muss, das wurde in der eigenen Partei bei den Linken ja auch vehement abgelehnt, bei mir kam sofort das Bild in den Kopf, da ist ein Rettungsboot, da sind Kinder schon an Bord und man möchte auch noch die Mütter und Väter an Bord holen, und dann sagt man aber: „Keine Obergrenze“ – da geht das Boot doch irgendwann unter. Wer sieht das denn realistisch, außer Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, und das sind Linke und werden dafür begossen?“ [20:20 20:57]

Dass bei Jebsen das Bild vom vollen Boot strapaziert wird, verwundert nicht – und wird das teils ausländerfeindliche Publikum freuen. Oskar, der schon vor Jahren vor Fremdarbeitern warnte und Sahra, die mit ihren Sprüchen von (u.a.) der „US-Kolonie Deutschland“ die Souveränazis erfreuen, sind in höchstem Maße querfrontkompatibel. Nun ja – wenigstens bezeichnet Jebsen diesmal Sahra Wagenknecht nicht als Oskar Lafontaines Hauptfrau, wie in einem älteren Video. Die folgende Perle von Wimmer ist angesichts der „dasBootistvoll„-Politik, die die Union in den Neunzigern fuhr, bemerkenswert.

…wir haben nur auch in diesem Fall in  den neunziger Jahren gesehen, Deutschland hatte die Konzepte mit einer solchen Entwicklung, die wir ja lange gesehen haben, dass die auf uns zukommt, jaäh,  Deutschland hatte zusammen mit den Holländern, den Dänen und anderen Konzepte entwickelt, wie man den südlichen Rand des Mittelmeeres würde entwickeln können, damit man Puffer schafft,und den Staaten eine Lebensperspektive gibt, inklusive den Überlegungen von Egon Bahr, den südlichen Sudan zur Kornkammer Afrikas zu machen. Das waren unsere Überlegungen um mit den Problemen fertig zu werden und die sind von den Amerikanern und den Israelis ’94 spätestens in die Ecke gejagt worden – und das ist unsere Crux, das wir nicht manns genug sind mit diesen Situationen fertig zu werden, wenn andere uns ins Handwerk pfuschen.“ [22:30 – 23:17]

Böse Amis, böse Israelis – jagen die doch alles in die Ecke. Deutsche aber, die dürfen überall „Kornkammern“ machen. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Wimmers Gesagtes ist nicht nur äußerst dämlich, antiamerikanisch, antiisraelisch. Es spiegelt auch den autoritären Charakter gut wieder. Die folgende Frage Jebsens und die Antwort Wimmers ließen Jebsen zu einer Einleitung dieses Interviews verleiten, die dessen Affektiertheit schön widerspiegelt: „Wie uns das Urgestein der CDU zum Ende verriet, wurde er bei seinem Empfang in Moskau auch auf KenFM angesprochen. Ganz oben kennt man uns…“ [KenFM auf Facebook zum Eintrag „from moscow with love]“.

Jebsen: „Herr Wimmer, ich weiß, dass die Amerikaner ähh natürlich ganz genau beobachten, was in deutschen Medien passiert und wer sich in deutschen Medien ähh wie und zu welchem Land äussert, ob das von der vorgegebenen Linie abweicht, von daher weiß ich, dass amerikanische Dienste Sie auf der Uhr haben. Wie ist es denn mit russischen NaChrichten und auch russischen Diensten ähh russischen Politikern? Nehmen die wahr , was Sie in deutschen Medien verbreiten, nehmen die wahr, wenn sie mit uns sprechen?“ Wimmer: „Ich weiß auf jeden Fall aus Gesprächen an diesem festlichen Abend -im Vorfeld- dass man sehr genau ähhm aus russicher Sicht beobachtet, welche Wirkung bestimmte Medien, ich sage jetzt mal aus der alternativen Szene, auf die Mainstreammedien haben, und ich habe klar gehört von einem Gesprächspartner, dass ähh KenFM als Modell für eine Netzverbreitung gesehen wird, die ääh argumentative Stärken aufweisen soll.“ [31:10 – 32:17]

Dass der von Jebsen, ebenso wie Wimmer, als Urgestein seiner Partei bezeichnete Albrecht Müller bei den Nachdenkseiten auf dieses Interview Wimmers hinwies, mit dessen Aussagen er sich nur in Bezug auf den Punkt der Wichtigkeit der Religion nicht gemein machen möchte, verwundert nicht mehr, nach allem, was Müller bisher so von sich gab.

Tags darauf ging es mit dem Thema der vom Angloamerikanischen Imperialismus bedrohten deutschen Souveränität in einer KenFM-Werbesendung mit dem spinnerten, antihedonistischen und homophoben Gerhard Wisnewski weiter, welcher nicht zum ersten Mal bei Kennieboy seinen Bullshit absondern durfte – und ebenfalls bei Kopp publiziert. Seine hochbrisanten Bücher, journallistische Meisterwerke für die Füße, waren schön auf einem Tischchen, hinter dem sie saßen, drapiert. Wisnewski schreibt unglaublich widerliche Hetzartikel – und unglaublich blöd. Ob er nun die Mondlandung in Frage stellt, Michelle Obama als Transvestit bezeichnet oder jedwedes terroristisches Attentat als falseflag-Aktion ominösen über den USA stehenden „wirkliche Machthabern“ zuordnet – Wisnewski beweist immer wieder neu, dass er nicht alle Latten am Zaun hat. Wenn er nicht von Jebsen interviewt wird, dann zum Beispiel von Michael Vogt – hier zum Thema ‚Flüchtlinge als Migratioswaffen‘, welches ja auch ein gern gesehens Thema von Jebsen, Hörstel, Wimmer und Co. ist. Welch dämliche Dinge Wisneski, der auch mal mit Compact-Chef Jürgen Elsässer und NRhZ-Autorin Fikentscher in den Iran auf Stipvisite zu Ahmadinedschad fährt, so schreibt  und redet, ist bemerkenswert. Das Publikum, welches Wisnewksi ansprechen kann, ist verschwörungsgläubig, schwulenfeindlich und  rassistisch gepolt, in Betracht kommende –Ismen außen vor gelassen. Das Interview bei KenFM wurde von Jebsen mit einem  Text eingeführt, der Wisnewski als knallharten Verfechter für die Gerechtigkeit, als journalisitschen Märtyrer darstellt, so wie Jebsen himself. Der dabei wieder einmal sein eigenes Schicksal ins Spiel bringt, welches er meint, nicht mit seinen nicht ins Jugendprogramm passenden, antisemitischen und antiamerikanischen Äusserungen erwirkt zu haben, sondern aufgrund der Reportage über heisse Eisen verwirkt bekam: „Wer dem Haussender, der Hauszeitung mit einer zu heißen Story kommt und es irgendwie schafft, diese gesendet oder ins Blatt zu bekommen, gerät sehr schnell selber ins Fadenkreuz derer, die im ganz großen Stil den Medienkrieg steuern und zu kontrollieren versuchen.“ Hierbei wurde Jebsen also Opfer von US-Amerikanern, von Zionisten – oder von von US-Amerikanern oder von Zionisten infiltrierten ‚Haussendern‚? Wisnweksi teilt mit Jebsen eine Leidenschaft, er bezeichnet einfach alles als inszeniert, egal ob Charlie Hebdo, 911 oder Bataclan, ob Migration, Mondlandung oder Klimawandel. Und verbreitet den gleichen und ähnlichen, gefährlichen Stuss wie Jebsen, zum Beispiel über angeblich nach 911 in den  Trümmern gefundene Ausweise. Dass Jebsen ihn diesem Werbeinterview zum Beispiel auf seine schwulenfeindlichen Äusserungen ansprechen würde – Fehlanzeige. Stattdessen wird Wisnewksi als soziologisch versierter, journalistischer Profi eingeführt, als knallharter Journalist, der der Wahrheit verpflichtet sei. Deutlich aber ist: Es zählt der Austausch von zwei 911-Truthern, einmal wieder wird Wisnewskis Shanksville-Story aufgewärmt. Die wohl, wie andere brandheisse Storys von Wisnewski nur aufgrund seines mangelhaften Englischverständnisses, bestehenden Ressentiments und blühender Phantasie entstand. Getreu dem Krankheitsbild wärem die beiden im Interview alle möglichen falseflag-Story, von RAF bis 911 auf. Und so lassen sie, man möchte ja bei dem „natürlichen Verbündeten“ Putin gut ankommen, die deutsch-russiche-Freundschaft hochleben, die natürlich durch das „angloamerikanische Imperium“ schon seit hundert Jahren bedroht und eingegrenzt würde. Die Hälfte des Interviews wird sich gegenseitig versichert, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet, für jeden der beiden Truther der Rauswurf ganz was tolles gewesen sei. Vom verbalen Auswurf der journalistischen Glazlichter, aufgurnd der Fülle an Dehmlichkeiten, hier nur zwei Ausschnitte:

Wisnewski: „…weil es schon immer ein Anliegen war, ähhm, Deutschland und die Osteuropäer nicht zu nah zusammenkommen zu lassen und ettwa ihre Synergiekräfte entfalten zu lassen-„ Jebsen: „Sehen wir im Moment.“ Wisnewski: „Ja, eben, deswegen auch diese ständig hochgepeitscht Feindschaft gegenüber Russland, die absolut künstlich ist, denn eigentlich sind Deutschland und Russland natürliche Verbündete, ne.“ Jebsen: „Schon aufgrund der ääh Nähe.“ Wisneski: „Aufgrund der Nähe-„ Jebsen: „-also, auf dem Landweg zu erreichen-„ Wisnewski: „-sie sind Nachbarn auf diesem Kontinent, und ähhm, ganz verkürzt fomuliert, sagt man eigenlitch hat man immer gesagt Russland hat die Rohstoffe und wir haben das Knowhow. Und das zusammen ist unschlagbar, das muss man sich mal vorstellen. Es ist nicht so, wie uns das heute präsentiert wird, die bösen Russen und wir vertragen uns nie mit denen, das ist absolut künstlich und das wird seit etwa hundert Jahren künstlich aufrecht erhalten, in Wirklichkeit sind Deutsche und Russen natürliche Verbündete.“ Jebsen: „Aber damit auch atürliche Konkurrenten des angloamerikanischen Empires.“ Wisnewski: „Korrekt.“ Jebsen: „Ja, also wir sprechen hier über die Herzlandtheorie, Mackinder.“ Wisnewski: „Das ist die größte Bedrohung für das angloamerikanische Imperium, mit die gößte, das Deutschland und Russland zusammenkommen könnten, das ist deren Alptraum-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Und deswegen tun sie alles seit hundert Jahren dafür, dass das nicht passieren kann.“  Jebsen: „Hmm.“  [26:55-28:06]

Immer wieder wird der gleiche Stuss aufgewärmt. Natürlich – Deutschland und Russland seien natürliche Verbündete im Weltenkampf mit dem angloamerikanischen Empire. Sogar Nachbarn. Polen, die Ukraine und Weissrussland spinnen sich die Aluhüte, wie auch mancher Politiker der Linken(.), gerne weg. Jeder, der etwas gegen die fiesen Pläne des bösen Imperiums unternimmt, wird mundtot gemacht. So wie Wisnewski und Jebsen, die Experten.

Jebsen: „Was wir in den Medien – das verstehen ja viele  Leute gar nicht, was Medien sind, ich empfehle ja immer Marshall McLuhan als Autor. aber – was wir in den Medien dann  erleben ist , derjenige, in diesem Fall das Imperium, die die Medien kontrollieren durch die entsprechenden Alphajournalisten, die wir spätestens seit der Anstalt auch kennen, ja – Uwe Krüger sei hier empfohlen auch, ähhm, das was die verkünden, das ist die Wahrheit, und alle anderen müssten sich dann dagegen durchsetzen, egal, wie unsinnig die Behauptung ist. Das ist ja das, wie die Medien arbeiten. Ich kann irgendetwas behaupten, ich hätte auch sagen können der Weihnachtsmann war am Set und wenn ich dann sag: es gibt den Weihnachtsmann nicht, dann muss ich, muss ich beweisen, dass die anderen totalen Käse erzählt haben, obwohl jeder sagt, ja das muss Käse sein. Warum ist das so?“ Wisnewski: „Das ist einfach die Medienmacht, die Arroganz der Medienmacht, ähh, wer am lautesten schreibt, hat Recht.“ Jebsen: „Und wer zuerst das tut.“ Wisnewski: „Ja.“ Jebsen: „Hmm.“ Wisnewski: „Ich sage ja immer, die schlimmste Verschwörungstheorie haben ja die Medien selber aufgestellt, und George W. Bush über Osama Bin Laden und seine 14 Räuber, die angeblich in der Lage waren, die Supermacht USA total kalt zu erwischen, in ihrem eigenen Luftraum vier Jets zu kontrollieren – ja, bin ich denn bei Alice im Wunderland oder wo, ja, hallo!“ Jebsen: (lacht) „Mit nem Telefon!“ Wisnewski: „Und, ähhm, ähhh, das heisst, die verkaufen uns die schlimmste aller Verschwörungstheorien-„ Jebsen: „Ja.“ Wsnewski: „-und behaupten, wir würden ohne Beweise arbeiten und selber Verschwörungstheorien aufstellen-“ Jebsen: „Nur, weil wir nicht gutgläubig sind.“ Wisnewksi: „Das ist eben Mittelalter, sag ich dann immer, das ist Mittelalterlogik, was von oben kommt stimmt. Punkt.“ Jebsen: „Aber das funktioniert ja dahingehend, dass wenn man sagt, das glaube ich nicht, dass man ja dann isoliert wird das ist ja das Mittel, mit Isolation und sozialer Isolation kaltstellen dann auch wirtschaftliche Zerstörung letztendlich, arbeitet man ja…wie kommt das denn beim Publikum an?(…) “ Wisnewski: „Also, ich es gibt beides. Alco. Ich dachte ja, ich kenne das nur aus den Geschichtsbüchern. Also, Verleumdung, Denunziation, Ausgrenzung, wirtschaftliche Zerstörung, Rufmord. Wir haben ja sogar in Deutschland Gesetze gegen sowas, ein Paragraph heisst politische Verdächtigung-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Aufgrund der Erfahrungen des Dritten Reiches hat man gesagt wir wolen nicht mehr,, dass in der neuen  Bundesrepublik Leute verleumdet uund politisch verdächtigt werden können und so ihre Existenz zerstört werden kann, denunziert werden können, das nennen wir politische Verdächtigung und machen das strafbar. Das wissen die wenigsten.“ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Das wissen die wenigsten Leute, dass es diesen Paragraphen gibt. Und trotzdem wird das dauernd ausgeübt, dieses Instrument der politischen verdächtigung, ja, ohne dass sich jemand so richtig dagegen wehren kann, und es gab die Leute, die mir auf die Schultern geklopft haben, und es gab die anderen, die haben die Straßenseite gewechselt. Und deswegen sage ich, ich dachte das   kenne ich nur aus ähhm dystopischen Romanen wie George Orwell oder aus der Vergangenheit, ja, von totalitären Diktaturen wie Stalinismus oder Drittes Reich.“ Jebsen: „Hm, ähhm, gabs einen Moment wo sie gemerkt haben, ich bin so ein bißchen hier Kafka, der Prozess?“ [40:17 43:34]

Alles arme, wahrheitssuchende Opfer also, die sich fühlen müssen, wie in einer Diktatur, wie im Dritten Reich. Und dies alles wird also ausgelöst von ein paar Alphajournalisten, die dem Imperium dienen. Für Jebsen muss es sein, als unterhalte er sich mit sich selbst. Peinlincher können die von Wisnewski vorgenommenen Verharmlosungen von Drittem Reich und Stalinismus nicht ausfallen. Aus genau solchen Gründen würde auch ich die Straßenseite wechseln, sollten sie mir begegnen (oder mit einer zusammengerollten Jungle-World auflauern?) .Jebsen und Co, die Saubermänner vom Dienst, drehen völlig frei. Wer seine selbst vergurkte berufliche Existenz höheren Mächten und einem ominösen Imperium, hinter dem diese „bestimmte Eliten“ zu verorten sein sollen, anlastet, sollte eben ruhiger treten.

Zum Ende des Interviews mit Wisnewski weist Jebsen, ähnlich wie bei dem letzten Wisnweski-Interview im vorigen Jahr, auf eine Buchpublikation des Pinocchio Wisnewski hin. Zufall? Oder stellt KenFM inzwischen auch eine Werbeplattform für Kopp, Compact und Co. dar? Es ist auffällig, dass vor einem Jahr eine Wisnewski-Bucherscheinung bei KenFM auf gleiche Weise beworben wurde. Auch Ken Jebsen muss sich finanzieren. Und, vielleicht ist bei dem an dämlichen Truthereien, demokratieschädlichem, israelfeindlichem, an dümmlichen Antisemitismen und Antiamerikanismen interessiertem Publikum nicht soviel an Spenden abzupumpen?

Ken Jebsen, Albrecht Müller und Konsorten beweisen immer wieder aufs neue, dass die Zuordnung in ein Querfrontnetzwerk, wie in der Studie der Otto-Brenner-Stiftung vorgenommen, richtig ist. Klar ist – wer den gefährlichen, demokratiefeindlichen Schwachsinn glaubt, welchen KenFM, Wimmer, Wisnewski und Co. verbreiten, dem ist nicht mehr zu helfen. Und muss auch nicht bedauert werden. 

„Bestimmte Eliten“ ganz compact

Neuester Interviewpartner bei KenFM ist Friederike Beck, die ansonsten bei Compact, Kopp oder EigentümlichFrei, der neurechten AfD-Postille von André Lichtschlag, schreibt. Friederike Beck wird  dem Publikum von Jebsen einleitend als „investigative Journalistin“ vorgestellt“, die „ausgesprochen neutral“ arbeiten würde. Bei KenFM finden sie alle eine Stimme, egal ob als rassistisches CDU-Mitglied, als pseudowissenschaftlicher Schweizer Gaukler oder als noch weitgehend Unbekannter. Neutral aber sind sie alle nicht. Der sich inzwischen als links bezeichnende Ken Jebsen, der vor keinen zwei Jahren noch mit Jürgen Elsässer  gemeinsam auf der Bühne stand, nimmt das aber nicht so genau.

Im Beitragsbild sitzt die (bestimmt sehr neutrale) Friederike Beck in ihrer Eigenschaft als Compact-Autorin mit Jürgen Elsässer bei einer Veranstaltung des Querfrontblättchens am Pult – eine Eigenschaft, die sie für Jebsen gewiss sympathisch macht, hatte der doch vor nicht allzu langer Zeit den gleichen Job. Jürgen Elsässer – ist das nicht der Typ, mit dem Jebsen angeblich gaaar nichts mehr zu tun haben will? Er hat aber noch sooo viel mit ihm zu tun –  so sitzt Jebsen nicht nur mit Elsässer oder dem bei Kennie wie bei Kopp erscheinenden Willy Wimmer im Querfront-Netzwerk, es werden auch die gleichen katastrophisch-paranoiden Themen beackert. Wenn Friederike Beck bei Kopp davon schwadroniert, „wie ein Zusammenschluss von Stiftungen der superreichen Weltelite und durch sie finanzierte und mit Steuergeldern geförderte NGOs die Migration nach Europa leiten“ würde, so unterscheidet sich dies von dem von Jebsen verbreiteten, und letztendlich rassistischem Schwachsinn, dass gegen Deutschland von Eliten eine Migrationswaffe eingesetzt würde, nur wenig. Warum denn auch, wird doch das gleiche ressentimentbehaftete Publikum angesprochen.

Auch bei dem anderen ‚Partner‘ im losen Querfrontnetzwerk darf Friederike Beck erscheinen – bei der NRhZ, derjenigen Publikation, bei der auch Anneliese Fikentscher oder die Alibijüdin Evelyn Hecht-Galinski  wirken. Anneliese Fikentscher, das ist die, die mit Jürgen Elsässers Querfrontdelegation zum Händeschütteln mit Ahmadinedschad in den Iran fuhr, unter anderem mit Gerhard Wisnewski, einem als durchgeknallt geltenden Autor von ebenfalls beim Kopp-Verlag erscheinenden Verschwörungsbüchlein; der gleichfalls als hochkarätiger Interviewgast bei KenFM zugegen war.

Das Interview ist erwartbar irre. Der IS wurde zum Beispiel von den USA erschaffen, organisiere sich über Organhandel und sei als „Marke“ mit dem Namen IS nur deshalb eingeführt worden, damit militärische Operationen gegen  ihn erleichtert würden, denn: Bei Osama Bin-Laden habe es das Problem gegeben, dass er Saudi gewesen sei (autsch). Es werden an dieser Stelle nur zwei Perlen dieses hochkarätigen Interviews wiedergegeben:

Jebsen: „Wie verlogen ist denn ihrer Meinung nach diese ganze Kampf gegen den Terror-Debatte?“ Beck: „Tja, das ist natürlich ein weites Feld, ich glaube wenn man sich anguckt wo geopolitische Itneressen bestehen und ähhh anguckt, wo ähhh wo dann Terrorismus auftritt, dass es da sehr äähmm große Übereinstimmungen gibt. Also, ich meine der IS, das weiß man ja, die Finanzquellen ähhm die Finanzquellen kommen aus den Golfstaaten, die Waffen äähmm sehr häufig aus äähm aus US-Quelle -„ Jebsen: „Ja.“ Beck: „Wenn man die Waffenstatistiken ähhm anschaut, da ist kurz bevor der arabische Frühling ausbrach, also das war Ende 2010, da sehen Sie die Säule nach oben steigen, da wird einem ganz anders, da wurde ähh da wurde exportiert zum Beispiel nach Saudi-Arabien, da fragte man sich, wen wollen die denn damit eigentlich belämpfen, und ähhm es sieht – es sieht schon so aus, also, es gibt ja Langzeitziele, die, die dann umgesetzt werden mit Hilfe, man braucht ja einen Vorwand, um rein völkerrechtlich jetzt irgendwo intervenieren zu können,  und da denke ich halt schon, dass es – dass es da die Langzeitziele ähh gab, eben genaue Grenzziehungen im mittleren Osten, die ja wie geostrategische Konezepte schon lange auf der Schublade liegen, und deswegen glaube ich nicht daran, dass es ne ganz spontane Geschichte ist sondern es, wenn man halt guckt was im Vorfeld des arabischen Frühlings halt auch passierte und was da für Waffenexporte waren und äähhh, da fällt man halt doch vom Glauben ab, da glaube ich ehrlich gesagt eher dass es um die Verwirklichung geopolitischer und geostrategischer Ziele, dass man da-das gezielt gefördert hat, das ist natürlich sehr gewagt, klar, es geht so in Richtung – aber man kann sehr viele Mosaiksteinchen da doch liefern.“ Jebsen: „Frau Beck, so gewagt ist es nicht, wenn  man sich das Buch nochmal von Brezinski vornimmt, und dann auch guckt wann es erschienen ist, also ich meine jetzt nicht the great chessboard, sondern von Amerika die einzige Vorherrschaft und so weiter und wie man die auch hält, da wird ganz explizit auch beschrieben nicht nur was im nahen Osten mit Syrien zu geschehen hat sondern auch was mit der Ukraine zu geschehen hat, also, das ist praktisch wie ein Fahrplan, und Geopolitiker denken natürlich wie beim Schach über eine lange Distanz, übrigens, ich möchte an dieser Stelle nochmal auf einen Aufsatz aus dem Jahr 2012 in der FAZ hinweisen, da gabs einen Arbeitstitel von einem Historiker aus Passau „Und Ihr denkt es geht um einen Diktator“, der beschreibt das was ich hier gerade sage nochmal sehr genau, es ist also keine Verschwörungstheorie. Ich möchte nochmal auf den Anfang beim Kampf gegen den Terror kommen, 11. September, wird ja dann gerne vergessen, äähh, seit dem 11. September werden ja im Rahmen des Kampfes gegen den Terror im Westen gerade immer mehr Bürgerrechte massiv beschnitten oder einfach abgeschafft, vorrübergehend sag ich mal, sind das denn ihrer Meinung nach Kollateralschäden an der Demokratie, oder würden Sie es eher als Teil der Übung beschreiben, wenn es darum geht, die Freiheit hier im Westen einzuschränken?“ Beck: „Ich glaube das ist ein ganzer Korb von Gründen, und das ist ja auch das gute daran, man kann mit dieser Marke IS die man jetzt eingeführt hat, kann man sowohl Innenpolitik betreiben in den einzelnen ääh EU-Staaten oder auch in den Vereinigten Staaten, also Stichwort halt die Sicherheitsgsetze immer mehr verschärfen, bürgerliche Freiheiten immer mehr einschränken, ähhm, sowieso Divide et Impera halt veranstalten, das ist ja eine der ältesten Regeln, also wenn man ähhm wenn man jetzt ääh zum Beispiel die Muslime, die ja nun hier in Europa sind äähm sozusagen ständig im Fokus hat und die ausspielt gegen andere Gruppen innerhalb der Gesellschaft dann haben wir natürlich bald n schönen,  ne wunderbare Bürgerkriegskonstellation auch, die man halt ohne diesen ääh ohne diese Strategie der Spannung nicht hätte, also man hat also einen ganzen Korb von Ergebnissen davon, die scheints eben bestimmten Eliten halt gefallen.“ [Circa 18:55 – 22:20, Hervorhebungen durch den Autor]

Wer mögen nur diese gewissen Eliten sein, die so etwas machen? Sind es reptiloide Machthaber? Die vielbeschworenen Transatlantiker? Die von Querfrontlern so oft herbeiphantasierten Antideutschen? Oder doch nur steinreiche Zionisten mit US-Pass? Friederike Beck bleibt nebulös und spricht von bestimmten Eliten. Sie kann sich aber sicher sein, dass Jebsen und das Publikum, wie auch der Arbeitgeber bei Compact, als ominöse bestimmte Elite schon die Richtigen vermuten werden.

Jebsen: „Frau Beck, wenn Donald Trum Präsident wird und davon gehen wir hier stark aus, was wird sich ändern?“ Beck: „Ja, also ich muss jetzt was sagen, was Sie wahrscheinlich enttäuschen wird, und zwar ääh ich habe mir sehr genau seine Videos angeschaut und mir ist besonders eins aufgefallen, er ist natürlich was so seine Meinung über Frauen angeht und was sein poltriges Auftreten anbelangt ziem-ziemlich grauselig, aber äähhm, man muss auch sozusagen mal von diesen emotionalen Sachen wegkommen und sich ganz nüchtern diesen Typen angucken und vor allen Dingen mal die deutsche Perspektive beziehungsweise die europäische Perspektive einnehmen, was, was ist sozusagen für uns denn gut, ähhm und was momentan gerade gemacht wird ist ja ein neuer Graben mitten in Europa, es wird Containment massiv gegen Russland gemacht, die NATO geht immer weiter ähhm ähm Richtung Osten, ins Baltikum, nach Polen, es laufen Militärtransporte, es werden Truppen dorthin geschickt und erhöht, die Manöverzahl wird angehoben undso weiter. Und ein Interview äähh oder ein -eine Einlassung von Trump hat mir  besonders gut gefallen, und zwar sagte er irgendwo also er kommt mit dem Putin klar,  er setzt sich einfach mal mit dem an den Tisch, er redet einfach mit- also guckt ihm ihm in die Augen und redet mit ihm von Mann zu Mann.“ Jebsen:  „Ja.“ [lacht] Beck: „Also da nehme ich gern in Kauf was er jetzt über Frauen sagt oder auch ein paar Sachen über mexikanische Einwanderer, weil, also man muss es ja mal nüchtern sehen, also wir, wir  als Deutsche oder wir als Europäer können ja absolut kein Interesse daran haben, dass hier weiter ein neuer kalter Krieg oder gar ein heisser Krieg betrieben wird und äähm eine Strategie der Spannung, sondern in unserem Interesse, gerade im Zentrum Europas, gerade in deutschem Interesse wäre ja, dass wir zum Beispiel endlich mal diese Sanktionen aufheben, und endlich mal wieder das gemeinsame Haus Europa anschauen und ausbauen,  und natürlich mit Russland die Eurasische Gemeinschaft ein bisschen mehr betonen, natürlich auch durchaus mit Blick auf den Westen weiterhin,  doch da läge natürlich ne ganz große Chance und natürlich, wenn wenn da so ein Trump käme und sagt, ach, mit dem Putin kom ich ja klar und das mit dem Putin regel ich  mal von Mann zu Mann und ich sehe mir das an, und diese NATO-Politik die jetzt momentan gemacht wird, wo imme rmehr auf Konfrontation gegangen wird, also dann wär ich einfach für Trump, auch als Frau.“ Jebsen: „Ich bin da jetzt gar nicht enttäuscht, ich sehe das ähnlich, weil ich gucke mir ja an wer da alternativ ist, da fällt mir auf, die Sanders hat kaum ne Chance und der Sohn von Paul sowieso nicht und Frau Hillary Clinton halte ich für wirklich grauenhaft und total verlogen, das mag ich ja an dem Trampel Trump, dass er ganz offen sagt ja auch zur Konkurrenz, ich – ich weiß wie das Geschäft läuft, ich habe euch alle gekauft, sagt er ganz offen bei Fox-News, und ich habe ein Riesenmedienimperium um mich zu verteidigen…also der Typ geht schon nach vorne, ist auf jeden Fall unterhaltsam.“ [23:11 – 26:13]

Was macht man als rinker Querfrontler, der sich immer wieder als links inszenieren möchte, so? Man äußert seine Vorliebe für rechte Politiker mit rassistischen Ausfallerscheinungen. Wenn man nicht gerade bei ausländerfeindlichen, rechtsextremen Massenaufläufen, wie bei „Wir sind Deutschland“, redet. Friederike Beck ist, wie Jebsen auch, ein gutes Beispiel für einen der lechtsrinken Querfrontler, die, wie Jebsen oder inzwischen auch die Nachdenkseiten, ein zwischen rechts und links changierendes, von Ressentiment, Katastrophismus und Glauben getriebenes Publikum anzapfen. Welches vor allem die eigenen Vorurteile bestätigt sehen möchte, und zu diesem Zweck bereit ist, alles zu glauben.

Jebsen und seine Kollegen

Jebsen hat viele Kollegen. Nach eigenem Bekunden zählt Jebsen ebenso Anders Breivik zu seinen Kollegen, wie auch den islamischen Staat. Jebsen schätzt auch Albrecht Müller von den Nachdenkseiten, auch dessen Zögling Jens Berger. So sehr, dass Jebsen den überaus dämlichen Satz Bergers es geht darum, die Linke Gegenöffentlichkeit zu zerstören“ in seiner Anschauungsstunde des gelebten Ressentiments zitiert .

Was verstehen Jens Berger und Albrecht Müller eigentlich unter einer ‚linken Gegenöffentlichkeit‚? Macht die Rechtsoffenheit deren angebliche ‚linke Gegenöffentlichkeit‘, die nun auch die ‚besorgten Bürger gegen Asylmissbrauch‚ osmotisch vereinen möchte, aus? Oder ist es der bei den Nachdenkseiten immer wieder vorgebrachte Antiamerikanismus? Ist es der Antisemitismus, der sich immer wieder im Glauben an weltumspannende und wirkmächtige Verschwörergruppen, wie im Gerede von Kampagnen, äußert? Was auch der Grund für das Ausscheiden Wolfgang Liebs, eines langjährigen Mitstreiters Müllers bei den NDS, war.

Jebsen sind auf internationaler Ebene ‚Zionisten‘ (eine ‚erweiterbare‘ Gruppe, im antisemitischen Wahnweltbild anwendbar auf fast jeden, generell aber auf US-Amerikaner, Israelis, der ‚Elite‚ zugeordnete Persönlichkeiten) als Hassgruppe am liebsten (dürfte er mit den Kollegen von IS teilen), auf nationaler Ebene bevorzugt er die ominösen Antideutschen, die ihn und seine Familie angeblich mit der JungleWorld unterm Arm geklemmt bedrohten (und die er natürlich ebenfalls als von Zionisten instruiert betrachtet); seine Mitstreiter von der Straße bevorzugen als Wahnbild auch gern die Homolobby und ‚linksgrünversiffte Kinderschänder‚, welche für sie, die Möchtegern-Bewahrer des Völkchens, natürlich alles ‚Antideutsche‚ darstellen. Wie aufgeklärt solche Linken, taub und blind gegenüber Antisemitismus, sind, und wie sie nationalistischen Aufläufen gegenüberstehen, dies äußert sich in dem gemeinsam mit Pegidisten und anderen durchgeknallten geteiltem Wahnbild vom Volksfeind, den so oft mit Geifer vorm Mund herbei phantasierten ‚Antideutschen‚.

Es spinnen die spendenfinanzierten Alternativ-Karrieristen, denen es vor allem um Krautfunder und ‚Unterstützer‘ geht, ein Schauermärchen nach dem anderen über böse Kampagnen, die ihre (linken!) Kritiker angeblich mit Waffenlobby, NATO, Verfassungsschutz, und wem nicht alles sonst, gegen sie führten. Es ist ein intellektuelles Trauerspiel, welches sich offenbart, wenn diskursunfähige, angeblich unabhängige ‚Journalisten‚, deren Einkommen tatsächlich spendenbasiert ist, einen wunderschönen, großen Aluhut aus dem Schrank nehmen, ums Publikum zu beglücken.

Dass Jebsen ‚die Kollegen vom IS‚ als solche betrachtet, ist kein Zufall. Basiert doch die Haltung seiner Community auf Katastrophismus, welchen er und seine ‚Kollegen‚ kräftig entfachen. So hat Jebsen wieder Vorlagen, vor deren Hintergrund er seine Antisemitismen unter die Leichtgläubigen bringen kann, wenn er Verschwörungsglauben bedient. Wie andere seiner Kollegen, zum Beispiel jene von den Nachdenkseiten, auch.