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Albrecht Müller: Verschwörungsideologisches Mimimi und NS-Verharmlosung zu Pulse of Europe

Das durch die verwendete Sprache letztendliche Herunterspielen eines Vorgangs, der ein großes Menschheitsverbrechen einleitete, kann nur als widerwärtig bezeichnet werden.

Solche, deren Engagement es neben vielen anderen zunächst ist Zustimmung zu dem bestehenden Europa, neben all seiner Verbesserungswürdigkeit, zum Ausdruck zu bringen, die wegen immer deutlich spürbareren antidemokratischen Impulsen aktiv werden – und sei es nur, indem sie sich öffentlich aussprechen, werden vom greisen großen Vorsitzenden der Nachdenkseiten beleidigt. Mit einem nicht nur dümmlichen, sondern vor allem geschichtsvergessenen Vergleich zieht Albrecht Müller erneut, das Aluminium knistert, alle Register – und schwadroniert mal wieder von Gleichschaltung.

Anlass für diesen neuerlichen Ausfall ist Pulse of Europe – diese Demonstrationen lassen Müllers Galle schießen (er bezeichnet sie als PR-NGO). Denn solche, die Pulse of Europe unterstützen, seien -er benennt persönlich den Leipziger Pfarrer Michael Wolff, über dessen Rede er sich aufregt- „entweder gedankenlos, oder eingebunden“. Ein ganz banaler Indikator ist für die natürlich nie und nimmer in offenbar antisemitischen Strukturen denkende Spürnase, dass Michael Wolff nicht die Nachdenkseiten lese – Motiv der Unterstellung ist also Narzismus.

„Auch versteht er offensichtlich nichts von Ökonomie und er hört offenbar auch nicht zu, wenn andere sachverständig analysieren – etwa auf den NachDenkSeiten oder bei Makroskop.“

Müller kann nicht verknusen, dass Menschen für andere Ziele als das seine, welches sich mit „Eurasischer Union“ beschreiben lässt, sich engagieren. Diesen unterstellt er nicht nur Gedankenlosigkeit – nein, bei Müller sind sie alle vom Feind gekauft.  Er und seine Leserschaft, deren Mails er bei Gefallen oder Nichtgefallen, gönnerhaft großkotzig oder angegriffen und spinnert, veröffentlicht, sehen in einem der Initiatoren von Pulse of Europe nämlich eine „neoliberale Heuschrecke“ der es um „Kundenaqkuise“ gehe.

Seine wirren Gedanken sind mal wieder, ganz Kremlin, eingebettet in Apologien auf Putin. Der arme Putin nämlich würde quasi neben Trump und Erdogan gestellt- obwohl er doch einen Heiligenschein verdiene. Dass Putin, Erdogan und Trump als äussere Bedrohung der EU von verschiedenen Privatleuten in einer Reihe genannt werden – dies ist für Müller ein ebenso Zeichen für Gleichschaltung, wie die Rede bei Pukse of Europe, welche ein eipziger Pfarrer hielt. Widerlich, wie Müller agiert, zieht er zur Verteidigung seines Lieblingsautokraten Putin einmal wieder einem Begriff heran, der pikanterweise tatsächlich für das Subjekt des Verteidigungsgeblubbers genutzt werden kann. In Russland, wo Journalisten eingeschüchtert und umgebracht werden kann von solchen Prozessen gesprochen werden.

In Deutschland aber sitzt Michi Müller, verbreitet verschwörungsideologischen Irrsinn und hetzt gegen alles, was er als Elite oder mit ihr verbandelt empfindet und sammelt Spendenfett, während er das Wort für Diktatoren und Autokraten erhebt. Müller darf frei schreiben. Seine Mitarbeiter dürfen schreiben, sie dürfen ihre verschwörungsideologischen Büchlein veröffentlichen und diese auch bewerben. Unsere verbeserungswürdige Demokratie gibt ihnen, die sich als ihre Gegner geben, die Möglichkeit, sich ideologisch und ökonomisch auszutoben. Sie dürfen ihre Widerlichkeiten ins Netz schreiben – ohne eine Verhaftung und schlimmeres zu befürchten. Gleichwohl verkennen sie, dass Menschen in Syrien und Russland dies nicht können, den Irak und das Lybien der Vergangenheit verklären sie zu demokratischen Wohlfahrtsstaaten.  Während sie die Strukturen, die ihnen das Rederecht gewährleisten, attackieren, sich hierbei lustigerweise trotzdem als Opfer geben und was von McCarthy raunen.

Müller verwendet nicht einfach nur einen Begriff fehl – Müller stilisiert sich und seine Durchlaucht Putin zum Opfer – und scheißt im Gegenzug auf die Opfer des NS, zuvorderst Juden. Müller verharmlost so letztendlich ein Menschheitsverbrechen – und dies scheinbar zuvörderst aus narzisstischen Motiven.

Das Wort entstand 1933, als der Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens in der Machteroberungsphase in Deutschland eingeleitet wurde.

Es „bedeutete Gleichschaltung im Wesentlichen dreierlei: Beseitigung demokratischer Strukturen zugunsten des ‚Führerprinzips‘, Implementierung antisemitischer Grundsätze, indem Juden aus leitenden Positionen entfernt oder gänzlich aus der Organisation verstoßen wurden, sowie ein vollständiger oder partieller Führungswechsel zugunsten von Anhängern des neuen Regimes.“[1] Entweder erfolgte die Gleichschaltung auf Anweisung oder in vorauseilendem Gehorsam (sogenannte Selbstgleichschaltung, z. B. Deutscher Hochschulverband, Deutscher Richterbund). Andere Verbände und Organisationen reagierten auf den Druck mit der ersatzlosen Selbstauflösung und Beendigung ihrer Tätigkeit.“ (Wikipedia)

Gleichschaltung war eine Vorstufe für den völkischen, deutschen Massenmord. Wer beständig mediale Vorgänge oder Äußerungen als von einer Gleichschaltung beeinflusst bezeichnet, der macht die NS-Verbrechen sprachlich klein. Doch auch gegen die Quelle, aus welcher die Information entnommen ist, haben Müller und seine Mitstreiter ideologische Einwände: Sie verurteilen Wikipedia als Quelle – sehen sie doch schon in Wikipedia, ganz verschwörungsideologisch wie sie sind, den Versuch illegitimer Beeinflussung – die natürlich, man könnte drauf kommen, unter anderem von halluzinierten ‚Antideutschen‘ ausginge. So wird auch die Wikipedia von ihnen als von feindlichen, im Ursprung nicht autochthonen Kräften zersetzt bezeichnet.

Müllers zusammenhanglose Tiraden -ein Zusammenhang ist wohl nur für Beobachter des Psychogramms in Textform, welches die Nachdenkseiten darstellen, und für die Fans ersichtlich- sind ganz offensichtlich von Narzismus getrieben. Sie stellen gutes Material für eine tiefenpsychologische Analyse dar. Eine ernsthafte Auseinandersetzung darf nicht ausbleiben bei der offenbarten vugaristischen, antisemitisch grundierten Denke, welche sich bei seinen Nachdenkseiten und den über Verlinkung Verbandelten beständig äußert;  von der Kommentarspalte des Facebookauftritts abgesehen.

Beispielhaft sei eine Artikelüberschrift gegeben: „Eine fremdbestimmte Partei wählt ihr fremdbestimmtes Spitzenpersonal. Und unsere Medien sind ohne kritischen Biss. Özdemir gehört zu den Atlantikern. Also halten wir den Mund.“ Alles ist enthalten – es werden äußere Bedrohungen konstruiert, die als feindlich verstandenen USA hättten angeblich Einfluss auf eine deutsche Partei, insinuiert Müller. Die Tradition, in welcher er sich hier bewegt, allerdings zu nennen: dies würde Müller widerrum als Angriff werten und hierbei wahrscheinlich von Instrumentalisierung sprechen, davon, dass die deutsche Geschichte für Angriffe gegen eine Gegenöffentlichkeit missbraucht würde. Müller bewegt sich, wenn er von Fremdbestimmung räsoniert, sprachlich in einer Linie mit Nazis – mit den historischen und den Neuen; und dies machen einige seiner Mitstreiter auch abseits von der sprachlichen Ebene, sehr aktiv. Die Angst vor Fremdbestimmung wurde erfolgreich instrumentalisiert – auch Müller spielt mit ihr.

Positive Aufmerksamkeit, welche Müller einfordert, kann er von dem Querfrontpublikum  erwarten, welches beständig erweitert wird; auch ins rechtsextreme Publlikum hinein.

Solche, die ihm negative Aufmerksamkeit zollen aber, welche Müller durchaus erregt, solche widerrum werden von ihm ebenfalls begrifflich als gleichgeschaltet belegt.

(Das Beitragsbild entstammt der Wikipedia)


Chronologie: Müller und die Gleichschaltung

Müller verwendet immer wieder den Begriff Gleichschaltung, dies macht er schon seit Jahren. 2011 zum Beispiel donnerte er „Der Antisemitismus-Vorwurf wird zur friedens- und gesellschaftspolitischen Gleichschaltung der Linken benutzt“ (ein Beispiel für sekundären Antisemitismus von links) und sah „Beispiele für die weit gehende Gleichschaltung vieler Medien auf der Linie von Merkel und Co.„. Im Jahr 2014 dann behauptete Müller, dass „Die US-nah organisierte Gleichschaltung wichtiger Leitmedien (Teil II zur Putin- Rede, Ukraine, etc.)“ existiere.

 

 

 

Alles Müller?

Bei den Nachdenkseiten, wir wissen es schon lange, wichtelt es sehr. Unter der Überschrift ‚Das versuchte Mobbing einer Art von Gesinnungspolizei‘ lässt Albrecht Müller es erneut krachen:

„Es häufen sich die Mails, in denen irgendwelche Menschen die NachDenkSeiten davor warnen, sich mit anderen Zeitgenossen sehen zu lassen. Intoleranz und Denunziantentum haben Hochkonjunktur(…) Im konkreten Fall geht es zweimal darum, dass die Redaktion der NachDenkSeiten darauf hingewiesen wird, dass ich, weil ich mit Willy Wimmer und Ken Jebsen spreche, den NachDenkSeiten schaden täte

Albrecht Müller, einer der Herausgeber der ‚Nachdenkseiten‚, tobt wieder einmal gegen die Kritiker, welche es wagen, die Nachdenkseiten und ihren wahrnehmbaren Querfrontkurs zu kritisieren. Dass Müller hier den psychosozialen Begriff ‚Mobbing‘ für Kritik an ihm und seiner Seite verwendet, ist wohl ein Indiz dafür, dass seine Äußerungen bestenfalls psychiatrisch zu betrachten sind, ernsthaft politisch kaum mehr. Erneut legt Müller eine Opferhaltung an den Tag, wie sie ungehöriger kaum sein könnte.

Auch wenn es Leser der Nachdenkseiten sind, welche per Email oder Brief, ihre Meinung kundtun – Müller ist es in seinem offensichtlichen Anflug von Wut egal. In diesem wahnhaft erscheinendem Text, der wohl mit erhöhtem Puls geschrieben wurde, lässt sich Albrecht Müller über ‚Leserbriefe‘ aus, welche die Redaktion der NDS erreichten. Hierbei veröffentlicht er auch mal Privatdaten aus ihm zugespielten Wortwechseln. In der Vergangenheit relativierte Müller in ähnlichem Bezug mehrmals den NS-bezogenen Begriff ‚Gleichschaltung‘, wenn er seinen -und den putinesken Querfrontkurs der vereinigten Friedenswichtel- kritisiert sieht. In diesem subsumiert er Kritiker an dem offenkundig verwerflichen Querfrontkurs unter dem Begriff ‚deutsche Gesinnungspolizei‘. Dies ist nicht nur unredlich, es zeigt sehr gut auf, dass es für Müller eine Art universeller Wahrheit gibt – in dessen Besitz er selbstverständlich ist. Andere Sichtweisen haben für ihn scheinbar nur die anderen, die bösen. Die ‚deutsche Gesinnungspolizei‘ eben. Historische Erfahrungswerte zählen für ihn offensichtlich nicht. Wie verzerrt Müllers Wahrnehmung ist, zeigt sich deutlich an der Bewerbung und Verteidigung Ken Jebsens und Willy Wimmers. Kritik für seinen Umgang mit solchen Gestalten kann er nicht verknusen. Also werden die Gegner mit dem Begriff ‚Gesinnungspolizei‚ belegt. Nachdem Müller in der Vergangenheit solche Stimmen als gleichgeschaltet attribuierte, und auch den Walserismus vom ‚Totschlagargument‘ gern mal bemühte, ist ‚Gesinnungspolizei‚ nun offenbar bei ihm angesagt. Schon in einem Text aus dem Dezember 2014, in welchem Müller zur ‚großen‘ Friedenswinterdemo aufrief, drückte er den Kritikern dieser Querfronterscheinungen die Etiketten ‚Gesinnungspolizei‚ und ‚McCarthy‚ auf. Hiervor war eben ‚gleichgeschaltet‚ Müllers bevorzugte Belegung von Kritikern. Wann er seine ausgemachten Gegner nur als Parasiten bezeichnet?

Mit wem darf man noch reden? Oder anders ausgedrückt: Ist der russische Sender RTDeutsch z.B. schlimmer als die Bild-Zeitung? Manipuliert RTDeutsch mehr als „Die Zeit“? Von der deutschen Gesinnungspolizei gibt es unterschwellige oder offen ausgesprochene Kontaktverbote. So weiß ich von einigen publizistisch tätigen Freunden, dass sie wie ich Bauchschmerzen bekommen, wenn eine Interview-Anfrage von RT Deutsch kommt. Wenn man mit einigermaßen etablierten Journalistinnen und Journalisten redet, kommt postwendend ein „Igittigitt

Den antisemitischen Gehalt der Aussagen Jebsens zu relativieren ist das eine – den desinformativen Haus- und Hofsender rt, wo staatlich anerkannte Antisemiten, VT’ler und Holocaustrelativierer sich die Bühne teilen, allen Ernstes mit der Zeit (oder sogar noch, bei aller fehlenden Sympathie, mit der Bild! zu vergleichen, offenbart die Beschränktheit Albrecht Müllers ein weiteres Mal. Wenn Müller die Kritik unter ‚igittigitt‘ zusammenfasst, so wird offenbar, dass es für ihn eine reine Geschmacksfrage ist, als wenn er braune Soßen bevorzugt.

Es ist aber keine Frage des Geschmacks, es ist eine des Anstands. Anstand, der Müller auch bei der Verächtlichmachung seiner Leser sichtlich abgeht.

Wir lassen zu, dass bei uns Medien wie die Bild-Zeitung und andere Medien des Springerkonzerns tätig sind, die zum Beispiel darauf festgelegt sind, dass sie die Politik Israels in jedem Fall unterstützen. In jedem Fall heißt, auch dann, wenn diese Politik unerträgliche und unmenschliche Folgen hat. Das färbt auch auf die Berichterstattung zur Politik der USA ab. Auch diese ist in den Springer Medien wie auch bei anderen keinesfalls so vielfältig, dass man ein korrektes Bild bekommt

In diesem Absatz macht Müller deutlich, was er von dem Existenzrecht Israels hält. Und er kennzeichnet auch einen Punkt, in dem bei Müller und Jebsen Übereinstimmung zu herrschen scheint.

Wenn ‚KenFM‚ die Antisemitismen der Hecht-Galinski (welche von ihr am laufenden Band fabriziert werden) verbreitet, so ist dies für den sich nun letztendlich als Querfrontler geoutet habenden Albrecht Müller, der in diesem neuesten Klowand-Artikel also in einem Streich Willy Wimmer (den PEGIDA-Versteher), Ken Jebsen und rtdeutsch gegen eine von ihm phantasierte Gesinnungspolizei verteidigt, wohl auch nur ein notwendiger Akt gegen den Kampagnenjournalismus und den ‚Aggressor‘ Israel.

Müllers Haut scheint –durch anhaltende Kritik an seiner Tätigkeit– immer dünner zu werden. So wie auch die seines Schützlings Ken Jebsen, der im März erneut gegen Jutta Ditfurth und Monty Schädel hetzte, und dabei wieder mal seinen Messias-Komplex durchblitzen ließ – auch bezeichnete er den Rechtsextremismus als ‚kleinstes Problem‘ in Deutschland. Wer sich mit solchen umgibt, sie verteidigt und bewirbt, die rechten Terror und Umtriebe kleinreden, auch in diesem Umfeld fischen, dessen Handlungen sprechen für sich.

Wann gibts denn bei den NDS endlich mal was gegen die ‚olivgrünen‚, ‚antideutschen‚ ‚Linksgrünversifften‚, kann man sich da fragen, angesichts der Personen und Meinungen, mit denen Müller sich so gemein macht.

Update: Da Müllers verschwörungswahnhafter Text bestimmt voll auf dessen Linie ist, wurde er inzwischen auch bei KenFM als ‚Gastbeitrag‘ veröffentlicht. Bei Facebook lässt sich in der Kommentarspalte auch Rüdiger Lenz aus.

Von der ‚Gleichschaltung‘ und dem ‚Totschlagargument‘

In diesem längeren Text soll aus gegebenem Anlass nochmals auf die schon länger laufenden thematischen Verquickungen und die gefährlich geistige Nähe von den Nachdenkseiten und Kanälen wie KenFM von Ken Jebsen hingewiesen werden.

Albrecht Müller ist offensichtlich der Meinung, dass Personen wie Jürgen Elsässer, Ken Jebsen oder Lars Mährholz keine(!) Antisemiten seien. Zu einem Gastbeitrag von Konstantin Wecker, der am 24. April 2014 bei den Nachdenkseiten erschien, fügte Müller einen kleinen Beisatz an, ganz am Ende des Textes: „Anzumerken bleibt, dass ich die Rolle von Jutta Ditfurth etwas kritischer sehe. Sie unterstellt manchen zu Recht und manchen zu Unrecht Antisemitismus, ohne Belege zu nennen, wie zum Beispiel hier“. Und unter Müllers „hier“ ist das 3SAT-Interview verlinkt, welches mit Jutta Ditfurth geführt wurde. Drei Namen nennt sie dort: Jürgen Elsässer, Ken Jebsen und Lars Mährholz. Allen diesen Personen ist Antisemitismus in Wort und Schrift nachweisbar. Auch wenn es bei einem von Ihnen laut einer Münchner Richerin nicht für das Prädikat ‚glühend‘ reichen soll, ist auf Erkenntnisse der Antisemitismusforschung bezogen, die Sache eindeutig. Aus diesem Grund allein löschte wohl Jebsen, der nun ebenso wie Elsässer verschiedene Menschen vor den Kadi ziehen will, sein offen antisemitisches Video „Zionistischer Rassismus“. Vielleicht eine Grundbedingung dafür, dass der Friedenswinter von Personen wie Sahra Wagenknecht aus der Parteikasse bezahlt wurde? Aber Herr Jebsen ist offensichtlich nicht in der Lage, den Begriff Antisemitismus in seinen verschiedenen Ausprägungen und der Bedeutung zu erfassen: Fast in jedem seiner allein dieses Jahr erschienenen Videos, in welchen er vor allem seiner Profilneurose freien Lauf zu lassen scheint, bringt Jebsen verschiedene Antisemitismen an. Sekundärer, israelbezogener, separatistischer: Überall ist etwas dabei. Daher ist der Einsatz von Müller für Jebsen bemerkenswert. Dass Müller in den hier genannten Texten keine wirklichen Zweifel daran lässt, dass er Antisemitismus einzig als Angriff und Totschlagargument begreift, anstatt sich über die Ursache dieser Etikettierung und womöglich eigene Unzulänglichkeiten des Denkens Gedanken zu machen, ist offenbar. Für Müller scheint alles Teil einer großen Verschwörung zu sein, die ihre Ursprünge, wie sollte es anders sein, in US-Amerika hat. Müller führt nicht weiter aus, wem Jutta Ditfurthzu Recht“ und zu „Unrecht“ Antisemitismus vorwarf. Da er aber nun inzwischen mit Jebsen an einem Tisch sitzt, sich über zwei Stunden interviewen ließ und die Montagsdemos/Friedenswinter schön schreibt und bewirbt -wie auch sein Mitarbeiter Jens Berger bei den Nachdenkseiten und dem Spiegelfechter, kann man sich wohl denken, wen Albrecht Müller als zu Unrecht Beschuldigten meint.

Auch Müllers Mitarbeiter Jens Berger scheint eine angeblich gewünschte Distanz zu Jebsen nur dem Schein nach aufrechterhalten zu wollen, verlinkte er doch schon öfters in diesem Jahr, auch nachdem sein Kompagnon Jörg Wellbrock zum Start der Montagsdemos zunächst einen kritischen Artikel verfaßte, zu dem Youtube-Kanal ‚KenFM‚ von Ken Jebsen. Es ist bemerkenswert – da streitet Müller nicht nur Antisemitismusvorwürfe gegenüber Jebsen, sondern zum Beispiel auch zu Werner Rügemer stets ab mit der Begründung, es seien Mechanismen der ‚Gleichschaltung‘. Natürlich eine von außen gesteuerte Gleichschaltung, die durch US-Amerika erfolgen soll, und Angriffe, die der Mundtotmachung dienen sollen. Mit dem Video von Ken Jebsen „Zionistischer Rassismus“, das bis zu dessen Löschen der ‚Dauerkracher“ bei KenFM war, hat sich niemand der ‚Analysten‘ von Spiegelfechter und Nachdenkseiten bisher beschäftigt. Berger thematisierte dies in seinen Verlinkungen zu Jebsen nie. Dafür ist man stets bemüht, das Problem des erstarkenden Antisemitismus kleinzureden, es als Abwehrmaßnahme des bösen Systems zu bezeichnen.

Angesichts des Laissez-faire-Verhaltens gegenüber solcher Figuren wie Jebsen, die keine Berührungspunkte zu antimuslimischen und antisemitsch auffälligen Hardcore-VT’lern wie Udo Ulfkotte haben, wirkt es auch nicht verwunderlich, dass sich Albrecht Müller mit Artikeln wie „Einige interessante Dokumente zum Kolonie-Status Europas“ beständig hervortut und deutlich als  Antiamerikanist auftritt. Obwohl all dies in den letzten Jahren unter Einbezug einer nicht kleinen ‚Gegenöffentlichkeit‘ geschah, welche Müller mit seinen medialen Erzeugnissen zusammenführen und stärken möchte, fielen diese antiamerikanischen und den Antisemitismus kleinredenden, müllerschen Eskapaden leider nur wenigen Menschen auf. Dies führte dazu, dass Albrecht Müllers Nachdenkseiten sich als musterlinke Aufklärungsseite verkaufen möchte, die mit diesem Status auch die Querfrontveranstaltungen rund um Montagswahnmacher und Friedenswinterfrierer, vor allem aber deren Hauptinterpreten wie Jebsen, Shahyar, Elsässer, und wie sie alle heißen mögen, gesellschaftlich ‚legalisieren‘ möchte. Gerade bei älterem ‚alternativen‘ Publikum sind die Nachdenkseiten bekannt. Für diejenigen Denkbefreiten, die hinter angeblichen linken Gallionsfiguren, Helden und Führern wie Dehm, Hunko, Wagenknecht und Gehrcke herlaufen möchten, hört sich dies bestimmt auch toll an: Wenn die Linke dabei ist, kann da ja nichts antisemitisches oder nationalistisches und verstörendes dahinterstecken, sonst hätte ja die NPD mobilisiert und nicht die Linke, so redet man dort. Und so verwundert es nicht, dass diejenigen, welche sich noch zu Anfang des Jahres als „nicht links, nicht rechts, sondern vorne“ verkaufen wollten, nun auf einmal ihre linken Wurzen finden, sich als Hippies bezeichnen und auf die Antifa und ‚die Antideutschen‘ schimpfen, weil diese ja gar nicht begriffen hätten, was es bedeute, links zu sein. Die Leute um Wagenknecht, Gehrcke, Hunko, Dehm -und wie die anderen geistigen Leichtgewichte heißen mögen-, die solcherart Hardcore-Antisemiten salonfähig machen, und hierbei selbst als solche schon länger als in dieser Beziehung ’schwierig‘ oder als ‚Antizionisten‘ gelten, verstehen die Problematik ihres Handelns ganz offensichtlich nicht.  Dieser Satz, den Gehrcke schrieb, muss sich für wirklich gegen Antisemitismus einsetzende Menschen, die auch geistig fassen können, was es mit Antisemitismus auf sich hat und diesen erkennen, wie Hohn anhören:

„Unsere Demonstration ist anti-faschistisch; ohne Wenn und Aber. Wir stehen in der Tradition des Schwurs von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg. Wir lehnen jede Form des Rechtsradikalismus ab, wir arbeiten mit Rechtsradikalen nicht zusammen(…)wir leisten Widerstand! Lasst es mich noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sagen Nein zu Antisemitismus, neuen Rechten, Reichsbürgern, Rassismus, Nationalismus und Faschismus(…)diesem Credo, vorgetragen auf der Berliner Demonstration am 13. Dezember, bin ich verpflichtet, diesem Credo ist Diether Dehm verpflichtet, Reiner Braun ebenso und auch Ken Jebsen und Lars Mährholz haben diesem Text zugestimmt “.

So sieht also das ’nein‘ zu Antisemitismus aus: Man läßt sich von deutschlandweit bekannten, antisemitisch ruchbaren ‚Persönlichkeiten‘ interviewen und nutzt ihre Onlinepräsenz für das Zelebrieren des eigenen fehlverstandenen Dissidententums. Andere Aufrufende, wie Albrecht Müller, ein Gründer und Betreiber der Nachdenkseiten, bezeichnen berechtigte Antisemitismusvorwürfe gegen Einzelpersonen schon seit Jahren als Gleichschaltung‘, und gehen mit dem Wortgebrauch auch nicht sparsam um, die Suchfunktion bei den Nachdenkseiten ergibt einhundertdreißig(!) Treffer für Gleichschaltung; während seine Mitarbeiter in den Videohinweisen der Nachdenkseiten Links zu Kanälen von antisemitisch Auffälligen setzen. So läßt sich an der ‚politischen Intelligenz‚ dieser Personen aus meiner Sicht gehörig zweifeln, vor allem an ihrer Beurteilungsfähigkeit für Dinge wie Antisemitismus, von der sie selbst keine Ahnung zu haben scheinen, außer eben, das sie keine Antisemiten sein möchten und die nicht verstandenen Kategorisierungen ablehnen. Die heutige Verlinkung von Jens Berger zu Dieter Dehms Stellungnahme macht das deutlich. Für Dieter Dehm fängt Antisemitismus wohl erst bei dem Geruch nach Menschenfleisch an, er sagt „Antisemitismus ist dem Massenmord vorbehalten und muß dem Massenmord vorbehalten bleiben. Wer nach einem Jahr der youtube-Berieselung durch Ken Jebsen noch nicht die Problematik seiner Aussagen verstanden hat, und sogar ihm Interviews gibt oder Demoaufrufe über seinen Kanal produzieren lässt, der hat den Schuss nicht gehört und ist wohl taub ‚auf diesem Ohr‘.

Ken Jebsen, der diesem Beschluss zugestimmt haben soll, handelt entsprechend: Er verleugnet, seine Aussagen je getätigt zu haben, die aber in Form seines viralen und erst kürzlich von seinem Kanal gelöschten Videos wie in Stein gemeißelt sind. Er will von so etwas nie gewusst haben und stellt sich blöd.

Gehrcke sollte, wie die anderen ‚Friedenswinterdissidenten‘, sein Parteibuch abgeben und die ‚rostbraune Partei‘ Deutschlands gründen, die ein echter Wahlerfolg werden könnte. All diese, die nun in einen Jesuskomplex verfallen und eine Opferhaltung an den Tag legen, wie Antisemiten es gerne tun, sollten ihr eigenes Ding aufmachen. Sie könnte sich auch die ‚Opferpartei Deutschlands‘ nennen. Ihre angebeteten Führer wie z.B. Jebsen und Shahyar könnten in dieser dann die Stellung einnehmen, die ihnen laut derer Aussage wohl von der bösen Gesellschaft, die unter der medialen Gleichschaltung leide, schon lange verwehrt würde. Es ist ein Drama, dass diese ‚problematischen’Personen, von denen sich einige schon in den Debatten um die ‚Toilettenaffäre‚ so unrühmlich hervorbrachten und durch den angekündigten Boykott frisch gefällter Beschlüsse auffielen, nun weiterhin die Partei zugrunde richten. Und weiterhin, so wie schon die ganze letzte Zeit, auch die neuesten Beschlüsse zu der Thematik als nichtig für sie erachten.

Herr Karl kommentierte eine heute von Jens Berger, der auch den problematischen Spiegelfechter betreibt, vorgenommene Verlinkung und Veröffentlichung eines dehmlichen Statements bei den Nachdenkseiten folgendermaßen: ‚Und wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann: Die NachDenkSeiten veröffentlichen allen Ernstes Diether Dehms bescheuerten Text „Vorsicht Faschist!“. Diesmal ohne Anmerkungen‘.

Für Albrecht Müller und rund um die NDS schien die medial-politischeThematisierung von Antisemitismus schon immer eine Bedrohung darzustellen, nicht die Existenz desselben. „Der Antisemitismus wird zur gesellschaftspolitischen Gleichschaltung benutzt“ – dies fantasierte Müller schon im Jahr 2011, die Kritik an Augstein für dessen Verteidigung von Günther Grass, und dem Umgang mit der Thematik an sich, wurde von ihm als ‚Hatz‘ beschrieben. „Kritik an Israels Regierung = Antisemitismus“, dies schmierte Müller in seine Website wie an eine Toilettenwand. Es ist überhaupt bemerkbar – Müller verwendet gern diesen Telegraphenstil, in dem er seine Schlussfolgerungen auf das wesentliche verkürzt präsentiert, so als seien es naturwissenschaftliche Merksätze.

Die Interpretationen, welche die genannten und ungenannten Abweichler, Antiamerikaner, ‚Antizionisten‘ und Antisemiten gegenüber Ihren Kritikern in Medien, Politik und Gesellschaft anbringen, sind indes leicht erklärbar. Um es kurz zu fassen – die Kritik sprengt offenbar den Rahmen ihres Verständnisses, die einen wirken intellektuell traurigerweise nicht hierzu in der Lage, die anderen haben offensichtlich einen ideologisch versperrten Deutungsrahmen. Allen gemein ist, dass sie aufgrund dessen ihre Kritiker einzig einer fremden Macht zuordnen können. Das, was sie nicht verstehen können, ordnen sie demnach einer Verbiegung der ihnen anders geläufigen Begriffe zu. Ihr Opfergestus ist zu einem Ritus verkommen, einer gesellschaftlichen Angelegenheit für alle sich als Opfer und Verfolgte fühlenden. Ein Opferritus wird zelebriert.

Zum einen spielen hierbei die Antiamerikanismen ein, welche man als deutscher wohl leider ‚mit der Muttermilch‘ einsaugt (vom verrufenen RockandRoll und Bubblegum, über die die Kinder und Jugendlichen bedrohenden Comics bis zu den so gewerteten Unkulturen unserer Tage. Die Entstehung all dieser Dinge wurde allzu gern den ‚doofen Amis‘, oder dem dekadenten Westen, angelastet), der durch psychologische Mechanismen erklärbare sekundäre und israelbezogene Antisemitismus nun ebenso. Die Kritik an diesen ‚Sichtweisen‘ und Erklärungsmodellen wird von den Kritisierten offenbar nicht verstanden, und so wird sie umgedeutet in feindliche Angriffe auf die „vernünftige“ Erklärung des Zustands der Welt. Sie fühlen sich angegriffen, mundtot gemacht – und fürchten die Isolation als Spinner.

Wobei zwischen denen, die sich anschließen – und denen, die diese Veranstaltungen losbrachen und hypten, ein Unterschied besteht. Die einen fühlen sich als ‚linke‘, die anderen verkündeten aus Werbezwecken, sie wollten eben dieses nicht sein. Als dann die sich als links Empfindenden sich nur unter der Prämisse dem Ringelpiez mit Anfassen anschließen wollten, wenn sich zu ‚Antifaschismus‘ bekannt würde, wurden eigene ‚Modelle von Antifaschismus‘ ersonnen. Es gab wohl einige hohle Lippenbekenntisse – und für die Antizionsiten der Linkspartei scheint der Käse gegessen.

“Vieles spricht dafür, dass der Antisemitismus-Vorwurf – neben anderem – dazu benutzt wird, jegliche politische Alternative zur herrschenden Ideologie und Politik auszuschalten.“ Diesen Satz warf Albrecht Müller schon im Jahr 2011 der damaligen Vizevorsitzenden der Linkspartei, Halina Wawzyniak , vor. Halina Wawzyniak kritisierte schon damals zuvor den Text von Müller. Und am 10. November erschien auf den Nachdenkseiten ein Beitrag für den Albrecht Müller verantwortlich zeichnet. Er trägt den Titel: ‚Besorgte Reflexion über die Grenzen dessen, was Bürger noch öffentlich mitteilen dürfen‚. In diesem geht es um die Erfahrungen einer Leserin mit der ‚Zensur‘ in den Foren von SPON, FAZ und ‚ähnlichen Medien‘, angesichts der Tatsache, dass Meinungen zur MH17 und anderen Dingen bezüglich Themen, die Russland betreffen, zensiert würden. Angemerkt werden muß, dass Albrecht Müller Monate zuvor seine Leserschaft zu einem Shitstorm auf die ‚Mainstreammedien‚ (MSM) aufforderte, der merklich wurde. Hierzu riefen nicht nur die NDS auf, sondern auch die Montagswahnmacher und Nazi-Anonymous von Mario Rönsch.Garniert werden diese Unterstellungen mit der Frage, ob, wenn „solche Lapsen, Dramatisierungen, Dämonisierungen & manichäisch strukturierten Beschuldigungen..in deutschen Medien hinsichtlich der israelischen Regierung und Bevölkerung laufen“ würden – ob dann nicht „auf ein entsprechendes internationales Echo hin die Staatsanwaltschaft aktiv“ würde und auf den „Straftatbestand der Volksverhetzung wegen Antisemitismus“ ermitteln würde. Es gibt sie immer wieder, unangemessene Vergleiche, Opferstilisierung und -Rhetorik und ‚verschwörungstheoretische‘ Unterstellungen. Mit Antisemitismus möchte man sich nicht beschäftigen, es sei denn, man kann ungebührliche Vergleiche absetzen.

Nun stehen die Nachdenkseiten in Bezug auf Seriösität auf einer Stufe mit ‚Propagandaschau‘, ‚Weltnetz“ – hinter dem Portal ‚Weltnetz‚ stehen wahrscheinlich, Verlinkungen und Themata lassen hierauf schließen, maßgeblich die gleichen bis ‚ähnlichen‘ Verantwortlichen wie hinter den Nachdenkseiten-, KenFM und vielen anderen. Und sogar mit Reichsbürgern hat Albrecht Müller die geäußerte Phrase gemein, dass Deutschland nicht souverän sei, welche aber auch zu gut in die Thematik von ‚Gleichschaltung‘ und ‚mundtotmachen‘ passt. KenFM übernimmt inzwischen auch ‚Gastbeiträge‘ seiner Verteidiger und Fürsprecher mit ins Programm auf, so dass Albrecht Müllers neuerlicher Auswurf über die ‚Geichschaltung‘ -und im vorhinein durch SIE manipulierte Berichte- über einem Beitrag der Frau erscheint, die Henryk M. Broder gerichtsfest als Antisemitin bezeichnen darf.

Ach ja, und bei rtdeutsch, dem Haus- und Hofkanal der VT’ler, Wahnmacher und vereinigten Aluhüte, wurde diese Woche Eva Hermann interviewt. Thema: Rufmord. Widerlich!

Alte Sozialdemokraten, die Querfront und der Kreml

Ein Beitrag bei Deutschlandradio-Kultur von dem NZZ-Autor Jörg Himmelreich, der sich mit möglichen geopolitischen Absichten Russlands unter Putin beschäftigt, wird von Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten (1) mit folgender Bemerkung kommentiert:
„Allein dieser konfliktverschärfende Beitrag wäre schon Beleg genug dafür, dass es richtig ist, wenn Russland versucht, seine eigene Gegenöffentlichkeit in Deutschland und in anderen Ländern des Westens aufzubauen. Der Autor ist offensichtlich eingebunden in das transatlantische Netz…)

( 1) http://www.nachdenkseiten.de/?p=24114#h16

Albrecht Müller, der ja mit dem Aufbau seiner eigenen „Gegenöffentlichkeit“ beschäftigt ist, findet es also richtig, wenn „Russland versucht, eine eigene Gegenöffentlichkeit“ in der BRD und „anderen Ländern des Westens“ aufzubauen. Hinweise auf mögliche Absichten vermeintlicher Lobbyisten sind wohl das eine. Politischen Lobbyismus einer anderen Nation aber auf deutschem Boden dann zu befürworten, ist keine schlüssige Argumentation.

Es ist nun fraglich, was Müller unter einer „Gegenöffentlichkeit“ von ihm (also den NDS „der kritischen Website) und von ‚Russland‘ versteht? Sind beide die gleichen ‚Gegenöffentlichkeiten‘? Gibt es Überschneidungen mit der Gegenöffentlichkeit des Front National, die ja auch von ‚Russland‘ (aka Putinokratie) aufgebaut wurde? Gehört Müllers Gegenöffentlichkeit gar auch zu den russischen Aufbauplänen, von denen er hier schwelgt?

Auf jeden Fall sieht Müller diese ‚Aufbaupläne‘ unkritisch. Es ist schon komisch. Eine Internetseite, die früher eher klassisch sozialdemokratische Themen behandelte, macht sich nun also zu einem Sprachrohr des Kreml und verteidigt die expansive ‚Politik‘ in Bezug auf die Ukraine. Also: US-Imperialismus ist böse, sagt der Albi, russischer Imperialismus dagegen knorke: Ist klar, geht ja gegen die bösen Amis…

Ein Hinweis auf mögliche Absichten eines Autoren, die er unterstellt, ist wohl das eine. Aber die von Müller favorisierte, wohl wirklich so von ihm empfundene ‚Gegenseite‘, deren aggressiver Politik und Propagandatechniken er erfrischend unkritisch gegenübersteht, auch noch über den Klee zu loben, dies ist angesichts der Förderung des FN in Frankreich durch den Kreml mehr als fragwürdig (und mal im Ernst – welche Demokratie- und Europagegner werden sonst noch gesponsert?) Oder hält Müller Amerika wirklich einzig für das Reich des Bösen – Russland aber für das des Guten? Es scheint ganz so, christlich-dualistisch durch und durch.

Resümee: Die NDS verlinken zu Querfrontkanälen (KenFM, Antikriegs.tv) und der Betreiber ruft zu den Querfrontmahnwachen auf. Der mit den NDS personell verbandelte Spiegelfechter spricht sich inzwischen ebenfalls für die Querfrontmahnwachen aus, das Publikum dort verlinkt fleißig zu KenFM; nebenbei werden dort Antisemitismen am laufenden Band gepostet. Es gibt wohl bei der Leserschaft viele Fans des Kremlkurses, scheinbar resultierend aus Vorbehalten gegenüber den USA. Ob Müller also aus Konformitätsgründen mit der Querfrontwelle mitgeht? Oder erhofft er sich allen Ernstes politisch-sozialen Fortschritt durch den Umstand, dass eine Autokratur á la Putin gesellschaftlichen Einfluß in Deutschland (und Resteuropa) gewinnt? Ansonsten würde er sich nicht dermaßen unkritisch bezüglich demokratiefeindlicher Propaganda geben (aber halt, es ist wohl das böse Imperium der USA, dass den Aufstieg der Nachdenkseiten aufhält, also muss das auch böse sein), die wohl vor allem Unfrieden säen soll. Und – kommt es Müller nicht eigentlich komisch vor, dass eine Nation in einer anderen eine „Gegenöffentlichkeit“ haben soll? Schließlich echauffiert sich Müller auch über eine „US-nahe Gleichschaltung“ deutscher Medien, diesen Erguss, der sich natürlich überhaupt nicht aggressiv anhört, hat er in selbigem Artikel verlinkt (2). Abgesehen von der unglaublichen Verharmlosung der NS-Zeit kann man sich angesichts dieser doppelmoralischen Haltung fragen, wann Müller eigentlich aufhörte zu denken. Wann spricht er also bei rtdeutsch? Seine Leser würden es ihm wohl danken…

Nachtrag – nun ist es also passiert. Tääätäää: Albrecht Müller kann sich nun bald zum Führer der Querfront aufschwingen: Er hatte sein erstes Interview bei rtdeutsch kurz nach Onlinestellung dieses Beitrags. Es ist so komisch, wie es beängstigend ist…natürlich gab es das ewig gleiche Gewäsch – es gäbe keine Meinungspluralität, die armen NDS würden kleingehalten, da sie zu kritisch seien und rtdeutsch würde nun das Gleiche erfahren. Es ist so billig: Da niemand mit ihm spricht, außer rt, verteidigt er rt und nutzt die gebotene Fläche. Seine Fans werden bestimmt jubeln, es war absehbar. Nun ist wohl auch der Kurs seiner Adepten beim Spiegelfechter erklärt.

(2) Siehe auch bei Herr Karl
http://herrkarlsblog.blogspot.de/2014/11/jens-berger-und-die-zuruckhaltende.html?m=1