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Das Querfrontnetzwerk um die Nachdenkseiten

Es existiert ein Querfrontnetzwerk, bestehend aus mehr oder weniger losen und verbandelten medialen Knotenpunkten. ‚Alternative Medien‚, die sich unabhängig nennen, aber nicht nur inhaltliche, sondern auch personelle Überschneidungen aufweisen, und weit weniger unabhängig agieren, als sie den Eindruck machen. Und wenn man nicht verbandelt ist – so wird zusammen aufgetreten, oder auch nacheinander, in Kampagnen wie ‚Stopp Ramstein‘ zusammengearbeitet, und so Desinformation betrieben und agitiert. Die Verbindungen zwischen alternativen Querfrontmedien, Medien mit starkem ideologischen und inhaltlichen Überschneidungen zwischen als links verstandenen Themen mit solchen vom rechtsextremen Rand, reichen von Personen wie Oskar Lafontaine, Willy Wimmer, Diether Dehm, Daniele Ganser, Reiner Braun, über KenFM und rtdeutsch, bis zu dem rechtsextremen Kopp-Verlag und Jürgen Elsässers Compact, Querdenken.TV von Michael Vogt, Nuoviso, Wissensmanufaktur und der Propagandaschau.

Die Nachdenkseiten, deren Macher sich in diesem eher braunem als rotem Sumpf offenbar wohlfühlen, und deren Ziel die politische Verrohung der Leserschaft sein muss, wähnte man vor Jahren schon immer wieder als ganz unten angekommen. Es wird aber immer wieder aufs Neue bewiesen, zu welchen Geschmacklosigkeiten man dort in der Lage ist. Sie, deren Macher sich aufs heftigste, und vor allem mit einer Hetze gegen ‚transatlantisch‘ gesteuerte ‚Antideutsche‚, gegen angebliche Rufmordkampagnen und Totschlagargumente zur Wehr setzen, bilden mit ihrem Personal ein trauriges Beispiel für gefährlich politische Verwahrlosung , miese journalistische Arbeit – und verschleierte Interessenslagen. Was seit der Ukrainekrise, der Krimannexion und den Kämpfen in der Ostukraine, Standard bei den Nachdenkseiten geworden ist, nämlich das apologetisieren der diktatorischen und aggressiven Politik Putins, wie auch paranoides, verschwörungswahnhafte Gerede von ‚transatlantischem Einfluss‘ und  ‚Antideutschen‘, ist bei den als Partner der Nachdenkseiten bezeichenbaren kleinen und größeren Knötchem im Querfrontnetzwerk, wie Gansers Siper, Sabine Schiffers Institut für Medienverantwortung, Ken Jebsens KenFM, WeltnetzTV von Diether Dehm, Eckart Spoo und Albrecht Müller, oder Putins rtdeutsch, gang und gäbe. -oder es stellt kein Problem dar. Gerade rtdeutsch als Haus- und Hofsender der russsichen Regierung, der vor allem Rechtsextremen und stalinistischen Aluhüten mit protoantisemitischer  Gedankenwelt ein Zuhause bietet und der Desinformation dient, ist hierbei besonders aggressiv. Und dort kommen die Stars der Querfront zusammen. Ob Müller, Ganser, Diether Dehm – all diese Konsorten dürfen bei rtdeutsch, neben Reichsbürgern, AfD’lern und Stalinisten (und oft einem bunten Mix aus den Genannten), ihren Brei absondern. Auch der Nachdenkseitenmitarbeiter Jens Berger lässt sich, wie auch der Chef es tut, gern für rtdeutsch interviewen. Wie auch der Mitarbeiter Paul Schreyer, der auch schon für Compact arbeitete und auf der Bühne stand. Die Aggressivität des Propagandasenders rtdeutsch wird seitens der Nachdenkseiten, zuförderst dem greisen großen Vorsitzendem Albrecht Müller – und folglich auch von den dort ebenfalls erscheinend Adepten Jens Berger und Jens Wernicke mehrmals mit dümmlichem whataboutism und Beschönigungen bestritten. Schenkt rtdeutsch ihnen doch Aufmerksamkeit in ihrem Kampf gegen die Demokratie.

Daniele Ganser, der gern als Verstärker für antiamerikanisches Geraune im Milieu der Gläubigen als Märchenerzähler gebucht wird, und eine bei den Nachdenkseiten oft interviewte Person ist, zu dessen Vorträgen dort verlinkt wird, darf mit Fug und Recht nicht nur als Verschwörungstheoretiker, sondern auch als Querfrontler bezeichnet werden. Als jemand, der nicht wählerisch ist, vor wem er spricht – oder so wählerisch, dass er ein aluhütiges Publikum, das ihm sein Leben finanziert, bevorzugt. Egal von welchem politischen Ufer – und egal, was sein sprachlicher Ausfluss für Folgen beim leicht beeinflussbarem Auditorium haben könnte. Sein Gerede kommt nicht nur bei wichteligen sich Links wähnenden, Stalinisten und Rechtsextremen gut an: er stylt seine Reden auch für diese, bespricht das pseudolinke Stopp-Rammstein-Publikum ebenso, wie zum Beispiel am 17.06.2016 das Publikum der als als Esoterik-Halbnazis bezeichenbaren Vorarlbergern, einem gedanklichen Wissensmanufaktur-Ableger eines Fans von Andreas Popp. Nach Michael Vogt, der als Rassist über das Thema ‚Stabilisierung durch Migrationswaffen‘ referierte, hielt der Truther Daniele Ganser, welcher in der anschließenden Podiumsdisksussion vom Moderator gedutzt wurde, seinen Vortrag ‚Verdeckte Kriegsführung‘ mit anschließender Diskussion mit Michael Vogt von QuerdenkenTV, Rico Albrecht von der Wissensmanufaktur, und Marcel Wojnarowicz von die Bandbreite, der auch mal bei Pegida auftritt. Ob sein Mitarbeiter Jens Wernicke mit am Start war?


Exkurs – Jens Wernicke, kleines Querfrontlicht

Der beim „Friedensinstitut“ Siper als freier Mitarbeiter genannte Jens Wernicke interviewt den Verschwörungsgeschichtlein unter die Bevölkerung streuenden Chef-Esoteriker von Siper, Daniele Ganser. Den der Interviewer auf seiner privaten Facebookhomepage übrigens auch mal als Freund bezeichnet. Und im Interview -bis zu einem Nachtrag des Chefadepten von  Müller, Jens Berger-  sein Mitarbeiterverhältnis verschweigt. Gewiss nicht ungewöhnlich für die Nachdenkseiten, erscheint dort doch auch mal ein Interview mit dem Chef Albrecht Müller, geführt von dem Mitarbeiter Jens Wernicke. Natürlich alles andere als ein kritisches Interview. Und natürlich ebenso kritisch, wie das mit dem anderen Chef. Wernicke hat noch ein paar andere Eisen im Feuer. Während er seine Stipendiatsstelle der Rosa-Luxemburg-Stiftung räumen musste, angeblich aufgrund konträrer Position zur Ukrainekrise und seiner obsessiven Israelkritik – ist er neben der freien Mitarbeit beim als Wissenschaftsclown auftretendem Daniele Ganser zusätzlich als freier Mitarbeiter bei Sabine Schiffers Institut für Medienverantwortung – einem ebenfalls dem Querfrontnetzwerk der Nachdenkseiten zurechenbarem Laden, und einem ähnlich serösem Institut, wie dem von Daniele Ganser. Naürlich führt Jens Wernicke auch mit dieser Chefin Interviews für die Nachdenkseiten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.  Auch für Tommy Hansens free 21 arbeitet wernicke – und für rtdeutsch. Wer nur ein bisschen stochert, der findet den aufstrebenden und gewiss total unabhängigen Journalisten Jens Wernicke auch noch andernorts. So zum Beispiel in einer Publikation, welche Daniele Ganser auf seiner Homepage verlinkt – ist drinnen doch ein mit ihm geführtes Interview. Auch dieses Interview wurde von Jens Wernicke geführt, die Zeitschrift heisst Zeitpunkt. Und auch hier steht Jens Wernicke gelistet, aufgeführt im Impressum, noch mit keiner ‚Firmeneemail‘, sondern mit dem privaten GMX-Account. Die Zusammenarbeit scheint also noch jung zu sein. Ein Mitarbeiter von Zeitpunkt interviewt also jemandem, bei dem er nebenbei auch noch arbeitet. Ganz, wie es der bei Facebookum Spenden bittende journalistische Gigant von seiner Arbeit bei den Nachdenkseiten gewohnt ist.


Das über die im Artikel genannten Figuren und Sachzusammenhänge sich ergebende lose Netzwerk argumentiert vor allem antiamerikanisch, antisemitisch und antieuropäisch. Rassismen, die eher der Rechten zuzuordnen sind, wie zum Beispiel das rassistische Ängste bedienende Gerede von Migrationswaffen, wird auf ähnliche Art ebenso von ‚Linken‘ geäussert und von ‚Linken‘ gefeiert. Dass der ideologische Kitt der Querfront Verschwörungsglauben ist, wird beispielsweise an dem Gerede über ‚Migrationswaffen‘ deutlich, wie es zum Beispiel Willy Wimmer bei Compact betreibt, aber auch Albrecht Müller zieht nach. Cui bono, rufen linke und rechte Querfrontler zusammen, denn jemand muss traurigerweise im Denken solcher Gläubigen davon profitieren, dass Menschen auf der Flucht sind. Ob da vom großen transatlantischen Partner aus Europa geschwächt werden soll – oder wie es die Querfrontpartner vom rechten Ufer erzählen, Europas Bevölkerung ausgetauscht, umvolkt werden soll, wie es besonders wirre Zeitgenossen nennen: Linke, wie auch rechte Querfrontler, suchen den Sündenbock besonders gern bei Amerika, Israel – und deren eingebildeten Verbündeten. Besonders prägnant wird die Kittwirkung ‚Antiamerikanismus und Antisemitismus‘ bei den von Querfrontlern in der Breite vertretenen Ansichten zu 9/11, die einen katalytischen Effekt haben, bei dem sich linke, wie rechte Querfrontler, in der Vorstellung eines von den USA absichtlich herbeigeführtem Unglücks zusammenfinden. Diese Vorstellung bildet für vieleVerschwörungsgläubige, welche genannte problematische Medien konsumieren, die Rahmung, innerhalb der sich das paranoide und protoantisemittische Denken über geopolitische Zusammenhänge abspielt, befeuert durch ‚alternative Medien‚ der Querfront. Warum die Nachdenkseiten als Knotenpunkt im Querfrontnetzwerk, trotz aller dort vertetenen Absurditäten und Hetze, nicht außer Acht gelassen und deren Bedeutung nicht unterschätzt werden sollte, liegt auch in dem Umstand begründet, dass über den netzwerkenden Macher zum Beispiel auch im Jahr 2015 die jetzige Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu den von den NDS ausgestatteten Pleisweiler Gesprächen als Rednerin erschien.

 

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Hart und dehmlich: Ein Hauch von Friedenswinter

Das hier wiedergegebene ist nur ein gaaaanz kleiner Abriss aus zwei Minuten Schwachsinn von Dieter Dehm, den er im Gespräch mit der Bandbreite am UZ-Pressefest schon vor Jahren losließ. Ebenfalls im Video zu sehen ist der seltsame Onkel (Klaus Hartmann) von den Freidenkern, an deren Stand das Gespräch lief – und der im August 2015 anlässlich der Friedenstournee Dortmund eine bemerkenswert antisemitische Hetzrede hielt, die dem hier abgesonderten Stuss von Dehm in nichts nachsteht:

Dieter Dehm: „Das ist so widerwärtig dass ich diesen Flügel der Antideutschen, die das vertreten (Auftrittsverbote für die ‚Bandbreite‘) wirklich nicht unter links laufen lassen kann. Das sind keine Linken, das sind Leute die von innen her das Rot aus den Wangen der Linken saugen.“ [13:40 – 14:00]

Die ganze Kampagne ging los…zum neunten September…seitdem geht diese Kampagne los und in diesem Punkt ich weiß nicht ob der CIA drin war, ich kenn nicht, ich bin da für vieles offen, aber wenn darüber nicht diskutiert werden darf entsteht in Kopf ein Tabu…wer da im Vorhinein Argumente ausklammert betreibt das Geschäft am Ende derjenigen die die Freiheit des Geistes und die Freiheit der Kunst behindern wollen… [Dieter Dehm im Gespräch mit der Bandbreite 29:30-30:05]

Dieter Dehm sprach sich nicht für Jutta Ditfurth und die Freiheit des Geistes aus…

Der Springerverlag ist abonniert auf Netanjahu, der Spiegel ist inzwischen abonniert auf Netanjahu, das heißt die herrschenden Mainstream vertreten den Staatsterrorismus der israelischen Regierung, und unter diesem Aspekt muss man sehen wie klein unsere Möglichkeiten sind als Kräfte der Aufklärung. Und wenn wir die kleinen Kräfte noch weiter reduzieren, wie soll in dieser Republik noch ein Widerwort ertönen“ [30:30-31]

Das gesamte Gespräch enthält vielsagende Selbstauskünfte z.B. von Dieter Dehm, der von dem Häuptling der Freidenker eine serbische „geübte Brigade“ als Türsteher für von ihm organisierte Bandbreite-Veranstaltungen vermittelt bekam:

Dehm: Und da kam also eine Ordnertruppe aus -“ Klaus Hartmann: „- aus Serbien…eine geübte Brigade…„. [Ca. Minute 12:00]

Es ist die Sprache der Friedensfreunde: Feinde, Gegner, Brigaden, Agenten. Was an vom Ressentiment durchtränkten Hass gegen Kritiker von Friedenswinter und Co. geäußert wurde, findet hier vorgangsweise seinen Niederschlag: Alle gekauft, alles Agenten, alles böse Antideutsche und Kriegstreiber. Parasitäre Eigenschaften werden ‚den Feinden‘ zugedichtet. Der Verschwörungswahn, die Paranoia ist schon damals so weit gewesen, dass von innerlinker (von neoliberalen Kräften eingefädelte) Spaltung gesprochen wird, von einer Verschwörung. Von der nicht nur Dehm phantasiert. Es fehlt, neben der kryptoantisemitischen Argumentationsstruktur, nur das Wörtchen ‚Dolchstoßlegende‘. Die Charaktere, die hier als Hauptakteure ihre Wahnweltbilder und die Unfähigkeit offenbaren, einzig mit dämonisierender Unterstellung und Verschwörungsgeraune auf (innerlinke) Kritik zu reagieren, sind im übrigen Friedenswinter- und KenFM-Darsteller. Auch vor Jahren schon propagierten sie also die Querfront. Auch vor Jahren schon pflegten sie den sekundär-antisemitisch geprägten Opfermythos.

Lustig ist Dieter Dehm, der fordert, dass die Linke zum Bilderbergertreffen hin mobilisieren müsse.

Truther unter sich: ‚Angloamerikanische Weltherrschaft‘!

I.

Ken Jebsen und sein Team sind momentan ausgesprochen produktiv, um dessen ‚alternative‘ Sicht auf die Dinge dem begeisterten Aluhutpublikum zu unterbreiten. KenFM hat diesmal wieder einen besonderen Gast – Gerhard Wisnewski. Auch Gerhard Wisnewski glänzt, wie andere Interviewgäste Jebsens, durch seine Eigenschaft als Autor des Kopp Verlags, wo er die biedere Kundschaft bestimmt hervorragend mit kruden Geschichten von Weltherrschaft unterhält. Wobei ihm der Ruf als einst seriösem Journalisten, der durch seine Aufklärungsarbeit in Ungnade fiel, beim leichtgläubigen Publikum, das sich mit dem des krautgefundetem Jebsen gewiß überschneidet, bestimmt beim Absatz seiner Bücher hilft. Und so wirkt dieses Interview dann auch wie ein Werbevideo.

Bei Jebsen wird sich, wie so oft (auch hier im Blog schon erwähnt) bestätigt in der gegenseitigen Sichtweise, dass, aufgrund der Brisanz ihrer ‚Berichte‚, diese zwei Truther ungerechtfertigt behandelt würden, weshalb es natürlich auch in diesem Interview zu Tiraden gegen die ‚Mainstreammedien‚ kommt, neben dem üblichen Verschwörungsquark. Logisch, wollen die bösen ‚MSM‚ doch von keinem der beiden mehr Material senden.

Natürlich wird alles nur ein Trick der ‚Dienste‘ sein, die ja laut Jürgen Elsässer, auch Gegendemonstranten für den Friedenswinter bezahlten, um diese hehren Menschen ‚mundtot‘ zu machen. Jürgen Elsässer trat übrigens ebenso wie Jebsen auf den Mahnwachen als Redner auf, Jebsen moderierte auch seine ‚Compact-Konferenzen‚, während Elsässer mehrmals bei KenFM interviewt wurde.

Mit diesem, für KenFM-Verhältnisse erfreudig kurzen Interview mit Gerhard Wisnewski, wurde wieder einmal ein ‚feines Häufchen‚ für die Gemeinde der antiamerikanischen Verschwörungsläubigen gesetzt: Eingeführt wird Wisnewski als aufrechter 911-Truther, der sich nichts sagen lasse. Es wird einmal wieder die Thematik der Bedrohung durch die “angloamerikanische Weltherrschaft“ aufgegriffen und vor dieser gewarnt, Erscheinungen wie PEGIDA werden als von Eliten instrumentalisiert und gesteuert bezeichnet, natürlich gerade von Jebsen, der die Wahnmacherbewegung als sabotiert auffasst und PEGIDA zu deren Gegenspieler stilisiert. Auch in einer anderen Produktion von KenFM, nämlich Pedram ShahyarsRebellunion‚, wird der Stuss verbreitet, dass PEGIDA Amerika, dem Westen und dem Kapitalismus nütze, von ‚Eliten‘ gesteuert sei – viele Wahnsinnige, eine Message. Auf wirklich bestehende Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen dem Kreml und der Finanzierung rechtsextremer Parteien in Europa, wird natürlich nicht eingegangen.

Auch nicht darauf, dass sich die Fans dieser Wutbürgerbewegungen teils stark überschneiden, wie auch deren Sprecher. So sprach zum Beispiel Jürgen Elsässer auf den Wahnmacherveranstaltungen ‚Montagsdemos‘, eine Mitarbeiterin des Kompakt-Magazins sprach auf einer PEGIDA-Veranstaltung. Dass Ken Jebsen hier jemanden unkritisch hinterfragt sprechen lässt, der von einer ‚bunten Flüchtlingswelle‚ auch redet, oder die abzulehnende europäische Identität einer für ihn annehmbareren ‚deutschen Identität‘ gegenüberstellt, macht den ‚Kämpfer‘ gegen Fremdenfeindlickeit, der er einst gewesen sein will, mehr als unglaubwürdig. Auf den nationalsozialistischen Gehalt so mancher Mahnwachen und Organisatoren wurde natürlich nicht verwiesen bei den von Jebsen angestellten Vergleichen zwischen PEGIDA und Wahnmachern, ebensowenig auf das Werben von NPD’lern für die Wahnmacher natürlich nicht.

Am verblüffendsten erscheint in diesem, nach Jebsens Einführung thematisch vorhersehbarem Interview , wie sogar die Entstehung eines in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutierten Buches, nämlich „The Clash of Civilization„,“ von Samuel Huntington, den Weltverschwörerern angelastet wird. Auch wenn man kein Freund der dort vertretenen Thesen ist, und den Inhalt als kritisch bewertet – die Behauptungen, die Jebsen wie Wisnewski hier ohne jeden Beleg anstellen, sind haarsträubend, absurd und wirken gefährlich paranoid. Jedes Ereignis wird sich für die wahnsinnige Weltsicht passend gemacht. So kann man bei Minute 4:50 hören, dass Wisnewski dieses Buch als Steuerungsversuch empfindet, Ken Jebsen bezeichnet es ebenfalls als Kontrollinstrument. Wer sich nicht alles erzählen lässt und zu eigener Recherche in der Lage ist, muss zu dem Schluss kommen, dass dieses Gerede ebensowenig originell ist, wie es stark paranoid und ressentimentgeladen wirkt.

Gerhard Wisnewskis Aussagen entbehren nicht nur den Tatsachen, und erweisen sich dem skeptischen Hörer, der sich nicht alles von besseren Gebrauchtwagen-Verkäufern Glauben machen lässt, als paranoides Hirngespinst – er outet sich dem aufmerksamen Hörer als Europagegner und Nationalist, wenn er sagt:

„(…) was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher eine deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft“.

Ken Jebsen outet sich als unfähig, ein kritisches Interview zu hören – es geht hier gut vernehmbar nur um das Bestätigen der eigenen Sichtweise. Abgesehen hiervon macht sich dieses Interview wie eine Werbeveranstaltung für wirre Bücher und krude Weltanschauung aus. Wisnewksi sieht sich also einer „kritischen Bürgerbewegung“ zugehörig, die sich auf das Wiedererlangen einer „deutschen Identität“ kaprizieren würde – für jeden klar zu vernehmen innerhalb der ersten vier Minuten des Interviews. (Dessen Transkript mit weiteren Anmerkungen unter dem nächsten Absatz, unter Punkt II.,zu finden ist.)

Im weiteren Verlauf des Interviews verstärkt sich der Eindruck des hier gesagten, wenn Wisnewski auch sein Unbehagen vor einer ‚angloamerikanischen Eroberung des Globus‘ deutlich macht,  Wisnewski eine Bedrohung der deutschen Identität wittert. Viele Autoren, die eine Bedrohung deutscher Identiät wittern, lassen sich von Jebsen interviewen, unter anderem Udo Ulfkotte oder der schon erwähnte Jürgen Elsässer. Auch Wolfgang Gehrcke, ein Mitglied der LINKE-Bundestagsfraktion, nutzte Ken Jebsens Kanal schon für einen dort produzierten Werbespot für den Friedenswinter und gab ihm ein Interview. Dieter Dehm beispielsweise lief einträchtig neben Ken Jebsen bei dem Friedenswintermarsch mit, und versuchte, ihm bei kritischen Fragen eines SPON-Teams hilfreich beizuspringen.

II.

Transkript des gesamten Interviews, weitere Anmerkungen stehen zwischen den Absätzen:

Ken Jebsen: „Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der UDSSR und damit dem Ende des kalten Krieges, glaubten viele Menschen an einen grundlegenden Wandel, an eine bessere Welt, die die globalen Probleme gemeinsam lösen würde, an eine Welt, die auf Kooperation setzen würde und endlich Schluss machen würde mit der Konfrontation, das Ende aller Kriege. Der Wunsch nach internationaler friedlicher Zusammenarbeit hielt nicht lang, denn spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde vor allem den Bürgern des Westens ein eues Feindbild verkauft, der Islam.  Es ging bei der Jagd auf Osama Bin-Laden und die neunzehn Räuber Tage, nachdem man ihn als Hauptschuldigen willkürlich bestimmt hatte, schon lange nicht mehr darum, ob und wie es ihm gelungen war, die amerikanische Luftraumüberwachung zu überlisten, es ging nicht um das Land, aus dem er kam, Saudi-Arabien, alles drehte sich fortan um die Religion, der Osama Bin-Laden angehörte. Seit dem 11. September 2001 wird unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung eine gruppenbezogenen Menschenfeidnlichkeit verkauft, die sich auf die zweitgrößte Weltreligion, den Islam, konzentriert. Alles Zufall? Oder das bewußte Erfinden eines neuen Feindbildes? Eines Feindbildes, mit dem die letzte Supermacht, die USA, neue Ressourcenkriege rechtfertigen kann? Der Schluss liegt nahe (ach ja?), und bringt uns ganz aktuell zu einer neuen Voksbewegung in Deutschland, die für die meisten so überraschend kam wie der 11.09 für die USA…


 Dass Jebsen hier allen Ernstes in Truther-Manier einen absolut unangemessenen Vergleich bringt, zeichnet ihn aus: Alles gesteuert, alles gelenkt, Presse und Politik ferngesteuert – und freie Journalisten wie er können Ihre Meinung nicht anbringen – doofer Mainstream! Also wird hier wieder einmal ein anderer ‚gefallener‘ Journalist zur Selbstbestätigung interviewt. Auch hier soll es wohl wieder diesen ein wenig seriöser für das doofe Publikum machen, wenn man erwähnt, dass dieser einmal bei ‚den etablierten Medien‘ arbeitete.


Jebsen: Die Rede ist von PEGIDA. Was ist PEGIDA, was will diese Bewegung offiziell, und wie wird sie möglicherweise instrumentakisiert, um die Bürger zu täuschen? Und wenn ja, für welche Ziele? All diese Fragen klären wir nun mit Gerhard Wisnewski . Guten Tag nach München…Herr Wisnewski, Sie haben Jahre für die etablierten Medien gearbietet, zum Beispiel die Bildzeitung, die Abendzeitung, oder den Stern, das sind alles Printprodukte, aber Sie haben auch als Filmemacher gearbeitet, Reportagen gemacht. 2003 wurde Ihnen das zum Verhängnis, denn Sie flogen in die USA, um den  Fall 911 genauer zu untersuchen, offene Fragen zu klären. Ein Jahr vor dem Commissonreport. Dabei besuchten Sie auch Shanksville, also den Ort, wo seinerzeit eines der vier entführten Flugzeuge abgestürzt sein soll. Sie sprachen für den WDR mit dem Bürgermeister von Shanksville, und der konnt eIhenn deisen Absturz nicht wirklich bestätigen, statt dessen sagte er Ihnen gegenüber, dass ihn Shanksville in großes Loch im Boden zu sehen war, mehr nicht. Danach wurde dieser ORt abgesperrt, auch für die Presse. Ist das korrekt?“ Wisnewski: „GenauJebsen: Klassische Flugzeugabstürze sehen ja anders aus, wie wir spätestens seit dre Ukraine wissen. Sie haben diesen Bericht damals trotzdem gesendet im WDR, und wurden kurz darauf vom WDR freigestellt, ist das auch so richtig?“ Wisnewski: Ja, in etwam also ich war ja freier Mitarbeiter, und bekam dort aber keine Aufträge mehr, das heisst, man verhängte ein Beschäftigungsverbot über mich, das heisst, die Redakteure dort durften mich nicht mehr beschäftigen.“ Jebsen: „Seither gelten Sie als Journalist, mit dem man besser nicht spricht. Wir tun das dennoch und möchten an dieer Stelle auf eine Buchserie hinweisen, die Sie jedes Jahr um ein weiteres Werk ergänzen, nämlich Verheimlicht, vertuscht und vergessen‘. Das ist ein alternativer Jahresrückblick also über Dinge sprechen Sie da, die wir so in den Mainstreammedien nicht lesen. Herr Wisnewski, lassen SIe uns über PEGIDA sprechen, was hat diese Abkürzung denn überhaupt zu bedeuten?“ Wisnewski: „Ja, also, wenn ich das richtig sehe heisst das ja Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, und da fangen für mich natürlich schon die Fragen an, denn hier sind ja zwei Begriffe drin, die man hinterfragen sollte, einmal ist da ja etwas drin, was wir die letzte Zeit gar nicht mehr haben wollten in der kritischen Bürgerbewegung, nämlich eine Europäische Identität an erster Stelle, wir wollten eigentlich wieder eher ’ne deutsche Identität haben, nun wird uns hier also plötzlich eine europäische Identität verkauft im Kampf gegen diese angebliche islamische oder islamistische Bedrohung sollen wir also Europa zum Vaterland erklären, denn ein Patriot ist ja nun mal ein Vaterlandsliebender und vor dem Hintergrund dieser bunten Flüchtlingswelle soll es also hier ausschliesslich um den Islam gehen, also patriotische Europäer gegen die  Islamisierung des Abendlandes und das kann ja so auch nicht richtig sein, denn nicht alle Flüchtlinge sind ja, gehören dieser Religion an, denn das ist ja eine bunte Mischung, und der Islam dürfte da sogar in der Minderheit sein, wenn ich das richtig sehe.“


 Aus dem Gesagten von Wisnewski kann hier ganz klar gelesen werden, dass er die Problematik von PEGIDA in ihrer angeblichen Ausrichtung vor europäischem Hintergrund sieht und weniger vor deren Rassismus und Muslimfeindlichkeit, wenn Wisnewski von einer bunten Flüchtlingswelle redet, bei dem der Islam in der Minderheit sei. Einziger Makel scheint hier der Faktor der ‚Fernlenkung‚ zu sein, wie das europäische Element. Auf Anfrage bei Wisnewski, vor allem aber Jebsen, bezüglich der problematischen Aussagen und ihrer Implikationen, würde bestimmt zornig protestiert und geleugnet! Auch darf nie vergessen werden, dass Ken Jebsen unter anderem mit Jürgen Elässer zusammenarbeitete. Ebenso,wie seine israelfeindlichen, den Nationalsozialismus verharmlosenden und nach Dafürhalten vieler teilweise offen antisemitischen Aussagen nicht vergessen werden sollten: Zum Beispiel redete er von Nationalzionisten, die Israel besetzt hätten wie ’33 die Nationalsozialisten Deutschland.


Jebsen: „Lassen Sie uns mal bei der Islamisierung anfangen, seit wann spielt Religion denn wieder eine Rolle als neues Feindbild?“ Wisnewski: „Ja, das ist ja eigentlich ganz absurd gewesen, wenn man sich an das Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erinnert, das zwanzigste Jahrhundert war ja das Jahrhundert des großen Fortschritts, des High-Tech, des Anythinggoes in der Technik, auch der technischen Aufklärung, der wissenschaftlichen Aufklärung von vielen, vielen Fragen, und am Ende dieses Jahrhunderts kam plötzlich ein dubioser Harvard-Professor daher, names Samuel Huntington (Anmerkung: Wisnewski spricht ‚Samuel‘ deutsch aus, und ‚Huntington englisch, mögliche psychologische Bedeutung liegt implizit), und erklärte uns nach dem Fall der Sowjetunion, nachdem also das alte Feindbild weg war, erklärte er uns, es werde in Zukunft wieder zu Religionskonflikten kommen und zu Religionskriegen. Und man sah sich also verblüfft auf den Straßen um und dachte, ja wo nimmt der Mann das denn eigentlich her, denn um diese Zeit, ähh, viele werden sich gar nicht mehr daran erinnern, auch die jüngeren wissen vielleicht gar nicht, dass Ende des zwanzigsten Jahrhunderts von irgendwelchen Religionskriegen zwischen West und Islam aber auch vielen anderen Parteien überhaupt keine Rede sein konnte, das ganze war also absolut aus der Luft gegriffen. Jebsen: „Die Fage, war es aus der Luft gegriffen oder war dieser Herr Huntington nicht jemand, der im Auftrag gehandelt hat, weil sein Buch „Clash of civilizations“ wurde ja zum Weltbestseller. War das eine Prophezeiung eines wirklich genialen PRofessors oder war das eher ein Programm?“ Wisnewski:Nein, aus meiner Sicht, also die Welt hat das, und auch  die journalistische Welt als Prophezeiung gesehen und ihn als genialen Seher sozusagen, aus meiner Sicht ist das natürlich ein Programm gewesen denn hier ging es einfach um die psychologische Vorbereitung auf den nächsten großen Konflikt den man anzetteln wollte, man musste ja den alten Feind dringend ersetzen aus vielen Gründen, ersteinmal um die Rüstungsindustrie  am Laufen zu halten, um die Bevölkerung unter Spannung zu halten, aber man wollte natürlich auch mit der Eroberung des Globus weitermachen, die Sowjetunion, den Warschauer Pakt hatte man aufgelöst und man wollte jetzt den nächsten großen Brocken angehen und das ist die islamische Welt mit all diesen Ländern die vom Islam sozuagen in Anführungszeichen beherrscht werden.“ Jebsen: „Das heisst es ging es eher darum dieses Machtvakuum zu füllen, bevor der nächste große Gegner China sich da breit machen würde. Wisnewski: „Ja, das auch, aber es war ja so, also man muss ja eins sehen,  es geht nur um die Weltherrschaft, in der ganzen Geopolitik geht es nur darum, dass sich das angloamerikanische Imperium über den Globus verbreiten will, und das wurde eben übersehen nach dem Fall der Sowjetunion, als man diese Visionen hatte vom Ende der Geschichte, hat man vergessen worum es eigentlich ging, nämlich darum dass die gesamte Welt unter eine herrschaft gestellt werden soll und der nächste große Brocken auf diesem Weg ist nun einmal die islamische Welt.“ Jebsen: „Dann ist Ihrer Meinung nach dieer Kampf gegen den Terror nur ein Fake, nur vorgeschoben?“ Winsweski: Ja, absolut, der Terror wird auch zu großen Teilen künstlich konstruiert, ich habe ja schon 1992 zusammen mit zwei Kollegen ein Buch über den Terrorismus hier in Deutschland geschrieben und das haben wir genannt das „RAF-Phantom“, also wir haben eigentlich diesen Begriff kreiert des Phantom-Terrorismus, des inszenierten Terrorismus der  politisch instrumentalisiert und konstruiert wird um bestimmte Interessen zu verfolgen, und -ähhh- darum war ich auch am 11. September 2001 sozusagen wie aus dem Häuschen, weil ich nun feststellte, das gleiche spielt sich  nun auf globaler Ebene ab.Jebsen: „Viele -äh- lassen sich ja da instrumentalisieren weil man sie einschüchtert, die sagen dann, ja gut, da muss man vorrübergehend mal in den sauren Apfel beissen,  man muss erhöhten Rüstungsausgabe zustimmen, man muss erhöhter Überwachung zustimmen, weil ja der Terror von außen einen bedroht, aberwenn sie sich anschauen was nach 911 vor allem in den USA passiert ist, dann ist das ein Wegkehren von Bürgerrechten, ist den Amerikanern das klar? Wisnewski: „Ja, ich glaube, das ist tatsächlich vielen Amerikanern klar, so wie es auch in Deutschland viele kritische Bevölkerungsteile gibt, aber die bekommen einfach keine Stimme, sie machen sich Luft im Internet natürlich, da haben sie ihre Stimme, aber sie finden ja nicht statt in den Mainstreammedien, und ich kann nur sagen, der Terrorismus, oder diesen Terrorismus, der uns angeboten wird in den Medien, als echt oder als echtes Ereignis, wer den mit Gegenterror und SIcherheitsgesetzen und Aufrüstung bekämpfen möchte, der schließt einen Pakt mit dem Teufel.  Jebsen: „Die Deutschen sind ja sehr europakritisch und wollen sich nicht von Brüssen bevormunden lassen, das hat ja auch mit der Finanzkrise zu tun, und bei PEGIDA gehen ja jetzt Menschen auf die Straße, die dann unter Umständen unter diesem Europagedanken noch was ganz anderes untergeschoben bekommen. Ist diesen Menschen denn klar, dass sie hier möglicherweise über die Hintertür manipuliert werden.“ Wisnewski: „Nee, das lgaube ich nicht, dass denen das klar ist, ich glaube natürlich, dass viele Menschen die Hoffnung haben, das endlich mal was passiert, das sich endlich mal was ändert, dass endlich mal jemand auf die Straße geht, und diesem Bedürfnis wird ein Ventil verschafft, mit solchen aus meiner Sicht inszenierten Demonstrationen und diesem Bedürfnis werden neue Motive oder Implikationen aufgepfropft, da gibt es auf einmal eine europäische Identität, wir sind nicht patriotische Deutsche in diesem Fall, sondern patriotische Europäer, und plötzlich es gibt nicht einen bunten Flüchtlingshaufen, sondern den Islamismus, gegen den wir vorgehen sollen. Und das wird uns hier verkauft und da werden wir praktisch drunter versammelt unter diesem Label, man muss sich ja die Schlagzeile ansehen…und diese Schlagzeile, dieses Motto ist entscheidend, und damit marschieren diese Leute für Dinge mit, die so nicht richtig sind und die sie so auch nicht haben wollen.“ Jebsen: Das erinnert mich ganz stark an Edward Bernays und Propaganda, dass man über Bande eben Werbung macht für Dinge, die man so nicht aussprechen würde, weil da wären viele dagegen. Also, viele sind jetzt auf der Straße, die aber auch Probleme haben mit diesem starken Europa, aber sie merken es nicht, wer steht denn Ihrer Meinung nach hinter PEGIDA? Wisnewski:Ja, das ist ja das nächste Problem, wir haben nicht nur diesen Slogan mit diesen beiden Inhalten Europäisches Vaterland und gegen den Islam allein, sondern wir haben ja außerdem noch, wenn ich den Medienberichten trauen darf, einen kriminellen an der Spitze dieser Bewegung…das ist ne neue Qualität, früher ist man gesellschaftlich anerkannten hochstehenden in Anführungszeichen Personen  hinterhergelaufenbei solchen Bewegungen, wie beispielsweise Heinrich Böll oder Willy Brandt (?), und anderen und heute läuft also das Volk einem offen kriminellen hinterher…die Medien schreiben es überall, und das sollte man auch als gesellschaftliche Implikation nicht unterschätzen….


 Wisnewski erläutert nun, dass Kriminelle wie Bachmann, der Organisator von PEGIDA, sehr anfällig für Anwerbeversuche von Verfassungsschutz oder Geheimdiensten seien. Im nächsten Absatz rühmt sich Jebsen, KenFM habe Verbindungen von PEGIDA zur BILD nachgewiesen, was natürlich Blödsinn ist. Von der Tatsache, dass bei BILD auch antimuslimische Richtungen bei Autoren festzustellen sind, bis zu einem Nachweis, ist es ein weiter Weg, Jebsen möchte sich wohl wieder einmal als ‚investigativen Journalisten‘ präsentieren. Und dass ein Autor der BILD muslimfeindliche Texte verfasst, ist kein Geheimnis. Im Gegenteil, lösten doch seine Artikel schon mediale Diskussionen aus.


Jebsen: „Herr Wisnewski, KenFM konnte ja als erstes Presseerzeugnis eine Verbindung zwischen Lutz Bachmann und der Springerpresse nachweisen, denn Bachmann rühmt sich auf seiner Homepage damit, gute Kontakte zu Springer zu haben und so also auch besonders, ich zitiere jetzt mal ’schnell und flexibel auf teilweise ausgefallene Wünsche reagieren zu können‘, Ist PEGIDA ein Elitenprojekt? Wisnewski: „Ja, das sehe ich so, ich denke, wie ich schon sagte, man möchte hier den Volkszorn auffangen und in eine gewünschte Richtung lenken, man will ihm so ein bißchen einen Schubs Richtung Europa geben und einen anderen Schubs gegen den Islam, und will diese Kräfte damit erstmal lenken aber auch neutralisieren, in dem sie zum Ausdruck kommen dürfen endlich einmal auf der Straße… Jebsen: „Die Friedensbewegung wurde ja von der Presse in den letzten Wochen und Monaten sehr stark bekämpft, dann taucht PEGIDA auf und wird wohlwollend aufgenommen. Ich stelle mir die  Frage, womit das zu tun hat. also, die Friedensbewegung hat sich ganz klar gegen die NATO ausgeprochen und ein Herr Drewermann, der in -vor Schloß Bellevue- sprach, hat auch die Auflösung der NATO gefordert, bei PEGIDA sehen wir das alles noch nicht, aber glauben Sie, dass man dieser Bewegung unterschieben könnte, wenn man für sein Abendland kämpft, wenn man gegen die Islamisierung kämpft, kommt man nicht umhin, dass man die NATO auch weiterhin in den Gebieten arbeiten lässt, wo der Islam zu Hause ist? „ Wisnweski: „Ja, das glaube ich unbedingt, denn diese PEGIDA-Bewegung ist eben ein Teil dieses Kampfes der Kulturen, der schon vor zwanzig Jahren sozusagen programmiert und angekündigt wurde von Samuel  Huntington und SEINEM Establishement in den USA, die PEGIDA-Bewegung gehört in diesen Kampf der Kulturen hinein, sie ist sozusagen eine der Erfüllungen dieser Prohezeiungen, jetzt gibt es richtig Zoff auf unseren Straßen zwischen Europäern und Muslimen und es geht gegen die Muslime und die Muslime regen sich wiederüber die Europäer und den Westen auf, es geht hier um einen dialektischen Prozess der sozusagen angeschoben werden sollte, man will die beiden Seiten so aufheizen dass sich endlich gegeneinander losgehen, und allen Strategen des Kampfes der Kulturen wird diese PEGIDA-Bewegung sehr gut gefallen.“


Sehr lustig, was? Auf der einen Seite soll es sowas wie einen Kampf der Kulturen nicht geben, auf der anderen Seite betont Wisnewski im Lauf des Interviews schon einmal seine Hoffnung für den Kampf um ‚deutsche Identität‚, und dass PEGIDAS PRoblem sei, dass sich nicht gegen eine „bunte Flüchtlingswelle“ gestellt würde, auch ‚Volkszorn‘ wird betont. Nun also soll PEGIDA zur Erfüllung von Samuel Huntingtons Theorie werden, natürlich gesteuert und kontrolliert, am besten noch durch die NATO. Truther unter sich! Je paranoider die Frage, desto paranoider die Antwort. Aber so ist das eben: Beim zu schnellen Sprechen kommt hier wohl einer mit dem Denken nicht hinterher. Und bei dem Denken wurde schon lange falsch abgebogen. Im nächsten Absatz behauptet Wisnewski dann etwas sehr truthermäßiges, nämlich dass die richtigen Arten zu Denken und Analsyen anzustellen, unterdrückt würden.


Jebsen: Herr Wisnewski, final eine Frage, welche Chancen hat der Ottonormalbürger der immer noch ARD und ZDF guckt und die BILD-Zeitung liest oder die FAZ, welche Chancen hat so ein Bürger, dieses Spiel überhaupt zu enttarnen? Wisnewski: „Eigentlich überhaupt keine Chancen, weil die entscheidenenden Informationen werden dort vorenthalten und es werden auch die entscheidenden Möglichkeiten den Menschen vorenthalten, auf eine -wie sage ich das jetzt- auf eine gültige Weise zu denken und diese Informationen auf eine gültige Weise zu analysieren, dass auch wirklich etwas dabei herauskommt, denn diesen Meinungen geht es eigentlich nur darum, die Leute auch in diese Richtung zu  lenken, in die sie laufen sollen, nämlich mit voller Wucht gegen den Islam aufzutreten.“ Jebsen: „Gibt es Ihrer Meinung nach überhaupt noch so etwas wie eine linke oder rechte Presse, kann man das  überhaupt  so noch sagen? Wisnewski: „Das ist sehr schwierig, weil das eben imm erwieder wechselt von Fall zu Fall, von Thema zu Thema, die linke Presse kann auch äußerst rechte Positionen vertreten in Anführungszeichen und umgekehrt, das ist alles in Auflösung begriffen diese ganzen Strukturen und Grenzen zwischen den verschiedenen politischen Lagern, deswegen ist das also für mich nur noch sehr schwammig erfassbar. was eigentlich links und rechts sein soll.“ Jebsen: Her Wisnewski, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch und biete Ihnen hier nochmal die Möglichkeit auf Ihr aktuelles Buch hinzuweisen.“ Wisnewski: „Ach so, ja…“


Soso – gültige Arten zu denken und zu analysieren werden also unterdrückt. Welche Arten zu denken dies sein sollen, kann man sich, beschäftigt man sich kritisch mit diesen Personen, denken. An dieser Stelle ist das Interview vorbei – die Werbung, die Wisnewski bei KenFM für seine ‚Bücher‘ machen darf, schreit nicht nach Transkription, im Gegensatz zu den anderen Fragwürdigkeiten.

Für ergänzende Kommentare interessierter Leser wird gedankt.

Von der ‚Gleichschaltung‘ und dem ‚Totschlagargument‘

In diesem längeren Text soll aus gegebenem Anlass nochmals auf die schon länger laufenden thematischen Verquickungen und die gefährlich geistige Nähe von den Nachdenkseiten und Kanälen wie KenFM von Ken Jebsen hingewiesen werden.

Albrecht Müller ist offensichtlich der Meinung, dass Personen wie Jürgen Elsässer, Ken Jebsen oder Lars Mährholz keine(!) Antisemiten seien. Zu einem Gastbeitrag von Konstantin Wecker, der am 24. April 2014 bei den Nachdenkseiten erschien, fügte Müller einen kleinen Beisatz an, ganz am Ende des Textes: „Anzumerken bleibt, dass ich die Rolle von Jutta Ditfurth etwas kritischer sehe. Sie unterstellt manchen zu Recht und manchen zu Unrecht Antisemitismus, ohne Belege zu nennen, wie zum Beispiel hier“. Und unter Müllers „hier“ ist das 3SAT-Interview verlinkt, welches mit Jutta Ditfurth geführt wurde. Drei Namen nennt sie dort: Jürgen Elsässer, Ken Jebsen und Lars Mährholz. Allen diesen Personen ist Antisemitismus in Wort und Schrift nachweisbar. Auch wenn es bei einem von Ihnen laut einer Münchner Richerin nicht für das Prädikat ‚glühend‘ reichen soll, ist auf Erkenntnisse der Antisemitismusforschung bezogen, die Sache eindeutig. Aus diesem Grund allein löschte wohl Jebsen, der nun ebenso wie Elsässer verschiedene Menschen vor den Kadi ziehen will, sein offen antisemitisches Video „Zionistischer Rassismus“. Vielleicht eine Grundbedingung dafür, dass der Friedenswinter von Personen wie Sahra Wagenknecht aus der Parteikasse bezahlt wurde? Aber Herr Jebsen ist offensichtlich nicht in der Lage, den Begriff Antisemitismus in seinen verschiedenen Ausprägungen und der Bedeutung zu erfassen: Fast in jedem seiner allein dieses Jahr erschienenen Videos, in welchen er vor allem seiner Profilneurose freien Lauf zu lassen scheint, bringt Jebsen verschiedene Antisemitismen an. Sekundärer, israelbezogener, separatistischer: Überall ist etwas dabei. Daher ist der Einsatz von Müller für Jebsen bemerkenswert. Dass Müller in den hier genannten Texten keine wirklichen Zweifel daran lässt, dass er Antisemitismus einzig als Angriff und Totschlagargument begreift, anstatt sich über die Ursache dieser Etikettierung und womöglich eigene Unzulänglichkeiten des Denkens Gedanken zu machen, ist offenbar. Für Müller scheint alles Teil einer großen Verschwörung zu sein, die ihre Ursprünge, wie sollte es anders sein, in US-Amerika hat. Müller führt nicht weiter aus, wem Jutta Ditfurthzu Recht“ und zu „Unrecht“ Antisemitismus vorwarf. Da er aber nun inzwischen mit Jebsen an einem Tisch sitzt, sich über zwei Stunden interviewen ließ und die Montagsdemos/Friedenswinter schön schreibt und bewirbt -wie auch sein Mitarbeiter Jens Berger bei den Nachdenkseiten und dem Spiegelfechter, kann man sich wohl denken, wen Albrecht Müller als zu Unrecht Beschuldigten meint.

Auch Müllers Mitarbeiter Jens Berger scheint eine angeblich gewünschte Distanz zu Jebsen nur dem Schein nach aufrechterhalten zu wollen, verlinkte er doch schon öfters in diesem Jahr, auch nachdem sein Kompagnon Jörg Wellbrock zum Start der Montagsdemos zunächst einen kritischen Artikel verfaßte, zu dem Youtube-Kanal ‚KenFM‚ von Ken Jebsen. Es ist bemerkenswert – da streitet Müller nicht nur Antisemitismusvorwürfe gegenüber Jebsen, sondern zum Beispiel auch zu Werner Rügemer stets ab mit der Begründung, es seien Mechanismen der ‚Gleichschaltung‘. Natürlich eine von außen gesteuerte Gleichschaltung, die durch US-Amerika erfolgen soll, und Angriffe, die der Mundtotmachung dienen sollen. Mit dem Video von Ken Jebsen „Zionistischer Rassismus“, das bis zu dessen Löschen der ‚Dauerkracher“ bei KenFM war, hat sich niemand der ‚Analysten‘ von Spiegelfechter und Nachdenkseiten bisher beschäftigt. Berger thematisierte dies in seinen Verlinkungen zu Jebsen nie. Dafür ist man stets bemüht, das Problem des erstarkenden Antisemitismus kleinzureden, es als Abwehrmaßnahme des bösen Systems zu bezeichnen.

Angesichts des Laissez-faire-Verhaltens gegenüber solcher Figuren wie Jebsen, die keine Berührungspunkte zu antimuslimischen und antisemitsch auffälligen Hardcore-VT’lern wie Udo Ulfkotte haben, wirkt es auch nicht verwunderlich, dass sich Albrecht Müller mit Artikeln wie „Einige interessante Dokumente zum Kolonie-Status Europas“ beständig hervortut und deutlich als  Antiamerikanist auftritt. Obwohl all dies in den letzten Jahren unter Einbezug einer nicht kleinen ‚Gegenöffentlichkeit‘ geschah, welche Müller mit seinen medialen Erzeugnissen zusammenführen und stärken möchte, fielen diese antiamerikanischen und den Antisemitismus kleinredenden, müllerschen Eskapaden leider nur wenigen Menschen auf. Dies führte dazu, dass Albrecht Müllers Nachdenkseiten sich als musterlinke Aufklärungsseite verkaufen möchte, die mit diesem Status auch die Querfrontveranstaltungen rund um Montagswahnmacher und Friedenswinterfrierer, vor allem aber deren Hauptinterpreten wie Jebsen, Shahyar, Elsässer, und wie sie alle heißen mögen, gesellschaftlich ‚legalisieren‘ möchte. Gerade bei älterem ‚alternativen‘ Publikum sind die Nachdenkseiten bekannt. Für diejenigen Denkbefreiten, die hinter angeblichen linken Gallionsfiguren, Helden und Führern wie Dehm, Hunko, Wagenknecht und Gehrcke herlaufen möchten, hört sich dies bestimmt auch toll an: Wenn die Linke dabei ist, kann da ja nichts antisemitisches oder nationalistisches und verstörendes dahinterstecken, sonst hätte ja die NPD mobilisiert und nicht die Linke, so redet man dort. Und so verwundert es nicht, dass diejenigen, welche sich noch zu Anfang des Jahres als „nicht links, nicht rechts, sondern vorne“ verkaufen wollten, nun auf einmal ihre linken Wurzen finden, sich als Hippies bezeichnen und auf die Antifa und ‚die Antideutschen‘ schimpfen, weil diese ja gar nicht begriffen hätten, was es bedeute, links zu sein. Die Leute um Wagenknecht, Gehrcke, Hunko, Dehm -und wie die anderen geistigen Leichtgewichte heißen mögen-, die solcherart Hardcore-Antisemiten salonfähig machen, und hierbei selbst als solche schon länger als in dieser Beziehung ’schwierig‘ oder als ‚Antizionisten‘ gelten, verstehen die Problematik ihres Handelns ganz offensichtlich nicht.  Dieser Satz, den Gehrcke schrieb, muss sich für wirklich gegen Antisemitismus einsetzende Menschen, die auch geistig fassen können, was es mit Antisemitismus auf sich hat und diesen erkennen, wie Hohn anhören:

„Unsere Demonstration ist anti-faschistisch; ohne Wenn und Aber. Wir stehen in der Tradition des Schwurs von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg. Wir lehnen jede Form des Rechtsradikalismus ab, wir arbeiten mit Rechtsradikalen nicht zusammen(…)wir leisten Widerstand! Lasst es mich noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sagen Nein zu Antisemitismus, neuen Rechten, Reichsbürgern, Rassismus, Nationalismus und Faschismus(…)diesem Credo, vorgetragen auf der Berliner Demonstration am 13. Dezember, bin ich verpflichtet, diesem Credo ist Diether Dehm verpflichtet, Reiner Braun ebenso und auch Ken Jebsen und Lars Mährholz haben diesem Text zugestimmt “.

So sieht also das ’nein‘ zu Antisemitismus aus: Man läßt sich von deutschlandweit bekannten, antisemitisch ruchbaren ‚Persönlichkeiten‘ interviewen und nutzt ihre Onlinepräsenz für das Zelebrieren des eigenen fehlverstandenen Dissidententums. Andere Aufrufende, wie Albrecht Müller, ein Gründer und Betreiber der Nachdenkseiten, bezeichnen berechtigte Antisemitismusvorwürfe gegen Einzelpersonen schon seit Jahren als Gleichschaltung‘, und gehen mit dem Wortgebrauch auch nicht sparsam um, die Suchfunktion bei den Nachdenkseiten ergibt einhundertdreißig(!) Treffer für Gleichschaltung; während seine Mitarbeiter in den Videohinweisen der Nachdenkseiten Links zu Kanälen von antisemitisch Auffälligen setzen. So läßt sich an der ‚politischen Intelligenz‚ dieser Personen aus meiner Sicht gehörig zweifeln, vor allem an ihrer Beurteilungsfähigkeit für Dinge wie Antisemitismus, von der sie selbst keine Ahnung zu haben scheinen, außer eben, das sie keine Antisemiten sein möchten und die nicht verstandenen Kategorisierungen ablehnen. Die heutige Verlinkung von Jens Berger zu Dieter Dehms Stellungnahme macht das deutlich. Für Dieter Dehm fängt Antisemitismus wohl erst bei dem Geruch nach Menschenfleisch an, er sagt „Antisemitismus ist dem Massenmord vorbehalten und muß dem Massenmord vorbehalten bleiben. Wer nach einem Jahr der youtube-Berieselung durch Ken Jebsen noch nicht die Problematik seiner Aussagen verstanden hat, und sogar ihm Interviews gibt oder Demoaufrufe über seinen Kanal produzieren lässt, der hat den Schuss nicht gehört und ist wohl taub ‚auf diesem Ohr‘.

Ken Jebsen, der diesem Beschluss zugestimmt haben soll, handelt entsprechend: Er verleugnet, seine Aussagen je getätigt zu haben, die aber in Form seines viralen und erst kürzlich von seinem Kanal gelöschten Videos wie in Stein gemeißelt sind. Er will von so etwas nie gewusst haben und stellt sich blöd.

Gehrcke sollte, wie die anderen ‚Friedenswinterdissidenten‘, sein Parteibuch abgeben und die ‚rostbraune Partei‘ Deutschlands gründen, die ein echter Wahlerfolg werden könnte. All diese, die nun in einen Jesuskomplex verfallen und eine Opferhaltung an den Tag legen, wie Antisemiten es gerne tun, sollten ihr eigenes Ding aufmachen. Sie könnte sich auch die ‚Opferpartei Deutschlands‘ nennen. Ihre angebeteten Führer wie z.B. Jebsen und Shahyar könnten in dieser dann die Stellung einnehmen, die ihnen laut derer Aussage wohl von der bösen Gesellschaft, die unter der medialen Gleichschaltung leide, schon lange verwehrt würde. Es ist ein Drama, dass diese ‚problematischen’Personen, von denen sich einige schon in den Debatten um die ‚Toilettenaffäre‚ so unrühmlich hervorbrachten und durch den angekündigten Boykott frisch gefällter Beschlüsse auffielen, nun weiterhin die Partei zugrunde richten. Und weiterhin, so wie schon die ganze letzte Zeit, auch die neuesten Beschlüsse zu der Thematik als nichtig für sie erachten.

Herr Karl kommentierte eine heute von Jens Berger, der auch den problematischen Spiegelfechter betreibt, vorgenommene Verlinkung und Veröffentlichung eines dehmlichen Statements bei den Nachdenkseiten folgendermaßen: ‚Und wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann: Die NachDenkSeiten veröffentlichen allen Ernstes Diether Dehms bescheuerten Text „Vorsicht Faschist!“. Diesmal ohne Anmerkungen‘.

Für Albrecht Müller und rund um die NDS schien die medial-politischeThematisierung von Antisemitismus schon immer eine Bedrohung darzustellen, nicht die Existenz desselben. „Der Antisemitismus wird zur gesellschaftspolitischen Gleichschaltung benutzt“ – dies fantasierte Müller schon im Jahr 2011, die Kritik an Augstein für dessen Verteidigung von Günther Grass, und dem Umgang mit der Thematik an sich, wurde von ihm als ‚Hatz‘ beschrieben. „Kritik an Israels Regierung = Antisemitismus“, dies schmierte Müller in seine Website wie an eine Toilettenwand. Es ist überhaupt bemerkbar – Müller verwendet gern diesen Telegraphenstil, in dem er seine Schlussfolgerungen auf das wesentliche verkürzt präsentiert, so als seien es naturwissenschaftliche Merksätze.

Die Interpretationen, welche die genannten und ungenannten Abweichler, Antiamerikaner, ‚Antizionisten‘ und Antisemiten gegenüber Ihren Kritikern in Medien, Politik und Gesellschaft anbringen, sind indes leicht erklärbar. Um es kurz zu fassen – die Kritik sprengt offenbar den Rahmen ihres Verständnisses, die einen wirken intellektuell traurigerweise nicht hierzu in der Lage, die anderen haben offensichtlich einen ideologisch versperrten Deutungsrahmen. Allen gemein ist, dass sie aufgrund dessen ihre Kritiker einzig einer fremden Macht zuordnen können. Das, was sie nicht verstehen können, ordnen sie demnach einer Verbiegung der ihnen anders geläufigen Begriffe zu. Ihr Opfergestus ist zu einem Ritus verkommen, einer gesellschaftlichen Angelegenheit für alle sich als Opfer und Verfolgte fühlenden. Ein Opferritus wird zelebriert.

Zum einen spielen hierbei die Antiamerikanismen ein, welche man als deutscher wohl leider ‚mit der Muttermilch‘ einsaugt (vom verrufenen RockandRoll und Bubblegum, über die die Kinder und Jugendlichen bedrohenden Comics bis zu den so gewerteten Unkulturen unserer Tage. Die Entstehung all dieser Dinge wurde allzu gern den ‚doofen Amis‘, oder dem dekadenten Westen, angelastet), der durch psychologische Mechanismen erklärbare sekundäre und israelbezogene Antisemitismus nun ebenso. Die Kritik an diesen ‚Sichtweisen‘ und Erklärungsmodellen wird von den Kritisierten offenbar nicht verstanden, und so wird sie umgedeutet in feindliche Angriffe auf die „vernünftige“ Erklärung des Zustands der Welt. Sie fühlen sich angegriffen, mundtot gemacht – und fürchten die Isolation als Spinner.

Wobei zwischen denen, die sich anschließen – und denen, die diese Veranstaltungen losbrachen und hypten, ein Unterschied besteht. Die einen fühlen sich als ‚linke‘, die anderen verkündeten aus Werbezwecken, sie wollten eben dieses nicht sein. Als dann die sich als links Empfindenden sich nur unter der Prämisse dem Ringelpiez mit Anfassen anschließen wollten, wenn sich zu ‚Antifaschismus‘ bekannt würde, wurden eigene ‚Modelle von Antifaschismus‘ ersonnen. Es gab wohl einige hohle Lippenbekenntisse – und für die Antizionsiten der Linkspartei scheint der Käse gegessen.

“Vieles spricht dafür, dass der Antisemitismus-Vorwurf – neben anderem – dazu benutzt wird, jegliche politische Alternative zur herrschenden Ideologie und Politik auszuschalten.“ Diesen Satz warf Albrecht Müller schon im Jahr 2011 der damaligen Vizevorsitzenden der Linkspartei, Halina Wawzyniak , vor. Halina Wawzyniak kritisierte schon damals zuvor den Text von Müller. Und am 10. November erschien auf den Nachdenkseiten ein Beitrag für den Albrecht Müller verantwortlich zeichnet. Er trägt den Titel: ‚Besorgte Reflexion über die Grenzen dessen, was Bürger noch öffentlich mitteilen dürfen‚. In diesem geht es um die Erfahrungen einer Leserin mit der ‚Zensur‘ in den Foren von SPON, FAZ und ‚ähnlichen Medien‘, angesichts der Tatsache, dass Meinungen zur MH17 und anderen Dingen bezüglich Themen, die Russland betreffen, zensiert würden. Angemerkt werden muß, dass Albrecht Müller Monate zuvor seine Leserschaft zu einem Shitstorm auf die ‚Mainstreammedien‚ (MSM) aufforderte, der merklich wurde. Hierzu riefen nicht nur die NDS auf, sondern auch die Montagswahnmacher und Nazi-Anonymous von Mario Rönsch.Garniert werden diese Unterstellungen mit der Frage, ob, wenn „solche Lapsen, Dramatisierungen, Dämonisierungen & manichäisch strukturierten Beschuldigungen..in deutschen Medien hinsichtlich der israelischen Regierung und Bevölkerung laufen“ würden – ob dann nicht „auf ein entsprechendes internationales Echo hin die Staatsanwaltschaft aktiv“ würde und auf den „Straftatbestand der Volksverhetzung wegen Antisemitismus“ ermitteln würde. Es gibt sie immer wieder, unangemessene Vergleiche, Opferstilisierung und -Rhetorik und ‚verschwörungstheoretische‘ Unterstellungen. Mit Antisemitismus möchte man sich nicht beschäftigen, es sei denn, man kann ungebührliche Vergleiche absetzen.

Nun stehen die Nachdenkseiten in Bezug auf Seriösität auf einer Stufe mit ‚Propagandaschau‘, ‚Weltnetz“ – hinter dem Portal ‚Weltnetz‚ stehen wahrscheinlich, Verlinkungen und Themata lassen hierauf schließen, maßgeblich die gleichen bis ‚ähnlichen‘ Verantwortlichen wie hinter den Nachdenkseiten-, KenFM und vielen anderen. Und sogar mit Reichsbürgern hat Albrecht Müller die geäußerte Phrase gemein, dass Deutschland nicht souverän sei, welche aber auch zu gut in die Thematik von ‚Gleichschaltung‘ und ‚mundtotmachen‘ passt. KenFM übernimmt inzwischen auch ‚Gastbeiträge‘ seiner Verteidiger und Fürsprecher mit ins Programm auf, so dass Albrecht Müllers neuerlicher Auswurf über die ‚Geichschaltung‘ -und im vorhinein durch SIE manipulierte Berichte- über einem Beitrag der Frau erscheint, die Henryk M. Broder gerichtsfest als Antisemitin bezeichnen darf.

Ach ja, und bei rtdeutsch, dem Haus- und Hofkanal der VT’ler, Wahnmacher und vereinigten Aluhüte, wurde diese Woche Eva Hermann interviewt. Thema: Rufmord. Widerlich!

Nazihipster und Pseudohippies

Wird heutzutage über Rechtsextreme geredet, so assoziieren viele diese polititsche Kategorisierung automatisch mit einem bestimmten Aussehen: Viele sehen auch heute noch, wenn von ‚Rechten‘ die Rede ist, Glatzköpfe in Bomberjacken und Springerstiefeln vor ihrem geistigen Auge. Mehr oder weniger solche Figuren, wie man nun bei den letzten ‚Hooligan‘-Demos in Köln, Hannover und Leipzig betrachten konnte. Mit dieser Einschätzung aber irren sich diese unkritischen Linken, und diese Fehleinschätzungen ziehen einen Berg voll Problemen für die Emanzipierte Linke nach sich.

Ganz im Sinne Carl Schmitts habe sich nämlich in der Rechten schon seit langer Zeit andere Strömungen und Strukturen herausgearbeitet, welche sich tatsächlich eher linker Organisationsstrukturen bedienen, die Optik hat sich stark abgewandelt und erinnert eher an die Dresscodes, welche Ottonormalverbraucher von Autonomen und Antifa kennt. Es wurde erfolgreich kopiert – und nun möchte man auch fleißig wiederholen. Dies entspricht zum einen taktischem Vorgehen – zum anderen möchten bestimmt auch Rechtsextreme einmal stylisch aussehen, und immerhin gilt nationalistisch ja in weiten Kreisen als unsexy. Aus diesen Assoziationszusammenhängen möchten diese Taktiker ausbrechen. Wurde z.B. Hiphop früher noch als ‚Negermusik‘ verachet, machen weisse Rechtsextreme inzwischen auch (betont) Rap, und das betont schlecht. Natürlich in Abgrenzung zu dem Hiphop, der im Gegensatz immer noch ‚Negermusik‘ für sie darstellt. Dies ist natürlich dämlich, aber dies ist Rechtsextremen wohl egal. Es geht vermehrt um Attraktivität bei der Mitgliederwerbung und Sendung, und so haben sich auch die Kameraden geöffnet. Durch die Orientierung an linken Bewegungsansätzen und damit verbundenen Erfolgsgeschichten, kopieren die Rechten nun was das Zeug hält. Häuser werden besetzt, Grafittis gesprayt (Casa Pound in Rom) – auch das Verhältnis zu Drogen beispielsweise hat sich verändert.

Diese Änderungen bei der Rechten sollten auch eine Neubewertung linken Selbstverständnisses zur Folge haben: Wenn linke Dresscodes und Strukturen kopiert werden, so am ehesten deswegen, weil hierauf eher Erfolgsmodelle fußten, als bei dem Vorgehen der ‚klassischen‘ Rechtesextremen.

Dies erschwert die Abgrenzung unkritisch eingestellter Menschen zu diesen für sie solcherart ‚getarnten Nationalisten‘ ungemein, wenn sie unsensibel gegenüber Antisemitismus und Antiamerikanismus sind. Oft wurden Phrasen laut in Bezug zu den aktuellen Montagsmahnwachen á la „dort stehen auch bunte Leute mit Dreadlocks und Irokesen herum, also kann es ja nicht so schlimm sein“. Die Tatsache, dass auch Nazis inzwischen nicht mehr so aussehen, wie Stiefelnazis in den 80’er und 90’er Jahren, ist wohl noch nicht bei der großen Masse angekommen. Und sollte es angekommen sein, wird es, wie man an dem Beispiel Montagsmahnwachen sehen kann, gerne verdrängt. Also wähnen sich viele, dich sich solcherart den Querfrontzusammenhängen hingeben, in einer antiimperialistischen Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.

Gab es in der Linken schon immer autoritäre, und – gerade unter den Antiimperialisten-, problematische Strömungen, so werden deren Schnittmengen mit Vertretern solcher neurechten Gruppen offensichtlich größer: Solange es gegen Amerika geht, solange es um ‚Israelkritik‘ geht, solange die Bedrohung autochthoner Entwicklung durch äußere Strukturen (FED, CIA, EU, Israel) gefürchtet wird. Auch die Begeisterung und Faszination für den autokratischen aund agressiven Kurs Putins scheint viele autoritäre Linke und Rechte zu einen. Gerade ältere Linke scheinen sich noch in einem Zustand chronischer und bedingungsloser Russophilie zu befinden, ohne zu realisieren, dass sich das politische System änderte und Putin alles andere als ein Vertreter eines milden und gefälligen Staatssozialismus ist, den es in dieser fantastischen Form ohnehin nie gab. Gegenlautende Berichte? Natürlich alles antirussische Propaganda des Westens. Solange es um die Ausbeutung durch als Feinde verortete äußere Strukturen geht, treffen sich verschiedenste Gruppierungen in diesen Querfrontzusammenhängen. Beispiele hierfür können in jüngerer Zeit Aufläufe von Linken und Rechten bei den Pro-Palästinademos im Sommer 2014 sein – oder die oft besprochenen Montagsmahnwachen der ‚Friedensbewegung 2014‘. Bei diesen treffen sich Zinskritiker, Anhänger der Lehren Gesells, Vertreter von Gruppen wie ‚Nein zum heim‘, autoritäre Putinfans und Schwulenhasser mit MdB’s der Linken, wie z.B. Dieter Dehm. Um nur einige zu nennen. Natürlich, und dies ist bedenklich, haben diese Vorgänge innerhalb der Linken keinen Parteiausschluss zur Folge gehabt, obwohl sich Dehm hiermit sogar über interne Beschlüsse hinwegsetzte.

Es gibt in diesem Jahr wahrscheinlich keine für die Querfrontrechten willkommenere Entwicklung, als die inszenierten Montagsmahnwachen aus dem Frühjahr 2014, welche viele Anknüpfungspunkte für diese aufzeigte, einige waren aktiv an der Planung beteiligt. Und nun rufen unter anderem viele Vertreter der Linken zu solcherlei Veranstaltungen auf. Das ‚böse Imperium, soviel ist klar, stellen in jedem Fall die ‚US-Amerikaner‘ und ihre ‚angelsächsischen Verbündeten‘ (ebenso wie die ‚Faschisten in der Ukraine) dar, gegen die die Nazihipster, und ihre neu gewonnenen Freunde ohne Trennschärfe, heftig aufbegehren wollen.