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Von der ‚Gleichschaltung‘ und dem ‚Totschlagargument‘

In diesem längeren Text soll aus gegebenem Anlass nochmals auf die schon länger laufenden thematischen Verquickungen und die gefährlich geistige Nähe von den Nachdenkseiten und Kanälen wie KenFM von Ken Jebsen hingewiesen werden.

Albrecht Müller ist offensichtlich der Meinung, dass Personen wie Jürgen Elsässer, Ken Jebsen oder Lars Mährholz keine(!) Antisemiten seien. Zu einem Gastbeitrag von Konstantin Wecker, der am 24. April 2014 bei den Nachdenkseiten erschien, fügte Müller einen kleinen Beisatz an, ganz am Ende des Textes: „Anzumerken bleibt, dass ich die Rolle von Jutta Ditfurth etwas kritischer sehe. Sie unterstellt manchen zu Recht und manchen zu Unrecht Antisemitismus, ohne Belege zu nennen, wie zum Beispiel hier“. Und unter Müllers „hier“ ist das 3SAT-Interview verlinkt, welches mit Jutta Ditfurth geführt wurde. Drei Namen nennt sie dort: Jürgen Elsässer, Ken Jebsen und Lars Mährholz. Allen diesen Personen ist Antisemitismus in Wort und Schrift nachweisbar. Auch wenn es bei einem von Ihnen laut einer Münchner Richerin nicht für das Prädikat ‚glühend‘ reichen soll, ist auf Erkenntnisse der Antisemitismusforschung bezogen, die Sache eindeutig. Aus diesem Grund allein löschte wohl Jebsen, der nun ebenso wie Elsässer verschiedene Menschen vor den Kadi ziehen will, sein offen antisemitisches Video „Zionistischer Rassismus“. Vielleicht eine Grundbedingung dafür, dass der Friedenswinter von Personen wie Sahra Wagenknecht aus der Parteikasse bezahlt wurde? Aber Herr Jebsen ist offensichtlich nicht in der Lage, den Begriff Antisemitismus in seinen verschiedenen Ausprägungen und der Bedeutung zu erfassen: Fast in jedem seiner allein dieses Jahr erschienenen Videos, in welchen er vor allem seiner Profilneurose freien Lauf zu lassen scheint, bringt Jebsen verschiedene Antisemitismen an. Sekundärer, israelbezogener, separatistischer: Überall ist etwas dabei. Daher ist der Einsatz von Müller für Jebsen bemerkenswert. Dass Müller in den hier genannten Texten keine wirklichen Zweifel daran lässt, dass er Antisemitismus einzig als Angriff und Totschlagargument begreift, anstatt sich über die Ursache dieser Etikettierung und womöglich eigene Unzulänglichkeiten des Denkens Gedanken zu machen, ist offenbar. Für Müller scheint alles Teil einer großen Verschwörung zu sein, die ihre Ursprünge, wie sollte es anders sein, in US-Amerika hat. Müller führt nicht weiter aus, wem Jutta Ditfurthzu Recht“ und zu „Unrecht“ Antisemitismus vorwarf. Da er aber nun inzwischen mit Jebsen an einem Tisch sitzt, sich über zwei Stunden interviewen ließ und die Montagsdemos/Friedenswinter schön schreibt und bewirbt -wie auch sein Mitarbeiter Jens Berger bei den Nachdenkseiten und dem Spiegelfechter, kann man sich wohl denken, wen Albrecht Müller als zu Unrecht Beschuldigten meint.

Auch Müllers Mitarbeiter Jens Berger scheint eine angeblich gewünschte Distanz zu Jebsen nur dem Schein nach aufrechterhalten zu wollen, verlinkte er doch schon öfters in diesem Jahr, auch nachdem sein Kompagnon Jörg Wellbrock zum Start der Montagsdemos zunächst einen kritischen Artikel verfaßte, zu dem Youtube-Kanal ‚KenFM‚ von Ken Jebsen. Es ist bemerkenswert – da streitet Müller nicht nur Antisemitismusvorwürfe gegenüber Jebsen, sondern zum Beispiel auch zu Werner Rügemer stets ab mit der Begründung, es seien Mechanismen der ‚Gleichschaltung‘. Natürlich eine von außen gesteuerte Gleichschaltung, die durch US-Amerika erfolgen soll, und Angriffe, die der Mundtotmachung dienen sollen. Mit dem Video von Ken Jebsen „Zionistischer Rassismus“, das bis zu dessen Löschen der ‚Dauerkracher“ bei KenFM war, hat sich niemand der ‚Analysten‘ von Spiegelfechter und Nachdenkseiten bisher beschäftigt. Berger thematisierte dies in seinen Verlinkungen zu Jebsen nie. Dafür ist man stets bemüht, das Problem des erstarkenden Antisemitismus kleinzureden, es als Abwehrmaßnahme des bösen Systems zu bezeichnen.

Angesichts des Laissez-faire-Verhaltens gegenüber solcher Figuren wie Jebsen, die keine Berührungspunkte zu antimuslimischen und antisemitsch auffälligen Hardcore-VT’lern wie Udo Ulfkotte haben, wirkt es auch nicht verwunderlich, dass sich Albrecht Müller mit Artikeln wie „Einige interessante Dokumente zum Kolonie-Status Europas“ beständig hervortut und deutlich als  Antiamerikanist auftritt. Obwohl all dies in den letzten Jahren unter Einbezug einer nicht kleinen ‚Gegenöffentlichkeit‘ geschah, welche Müller mit seinen medialen Erzeugnissen zusammenführen und stärken möchte, fielen diese antiamerikanischen und den Antisemitismus kleinredenden, müllerschen Eskapaden leider nur wenigen Menschen auf. Dies führte dazu, dass Albrecht Müllers Nachdenkseiten sich als musterlinke Aufklärungsseite verkaufen möchte, die mit diesem Status auch die Querfrontveranstaltungen rund um Montagswahnmacher und Friedenswinterfrierer, vor allem aber deren Hauptinterpreten wie Jebsen, Shahyar, Elsässer, und wie sie alle heißen mögen, gesellschaftlich ‚legalisieren‘ möchte. Gerade bei älterem ‚alternativen‘ Publikum sind die Nachdenkseiten bekannt. Für diejenigen Denkbefreiten, die hinter angeblichen linken Gallionsfiguren, Helden und Führern wie Dehm, Hunko, Wagenknecht und Gehrcke herlaufen möchten, hört sich dies bestimmt auch toll an: Wenn die Linke dabei ist, kann da ja nichts antisemitisches oder nationalistisches und verstörendes dahinterstecken, sonst hätte ja die NPD mobilisiert und nicht die Linke, so redet man dort. Und so verwundert es nicht, dass diejenigen, welche sich noch zu Anfang des Jahres als „nicht links, nicht rechts, sondern vorne“ verkaufen wollten, nun auf einmal ihre linken Wurzen finden, sich als Hippies bezeichnen und auf die Antifa und ‚die Antideutschen‘ schimpfen, weil diese ja gar nicht begriffen hätten, was es bedeute, links zu sein. Die Leute um Wagenknecht, Gehrcke, Hunko, Dehm -und wie die anderen geistigen Leichtgewichte heißen mögen-, die solcherart Hardcore-Antisemiten salonfähig machen, und hierbei selbst als solche schon länger als in dieser Beziehung ’schwierig‘ oder als ‚Antizionisten‘ gelten, verstehen die Problematik ihres Handelns ganz offensichtlich nicht.  Dieser Satz, den Gehrcke schrieb, muss sich für wirklich gegen Antisemitismus einsetzende Menschen, die auch geistig fassen können, was es mit Antisemitismus auf sich hat und diesen erkennen, wie Hohn anhören:

„Unsere Demonstration ist anti-faschistisch; ohne Wenn und Aber. Wir stehen in der Tradition des Schwurs von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg. Wir lehnen jede Form des Rechtsradikalismus ab, wir arbeiten mit Rechtsradikalen nicht zusammen(…)wir leisten Widerstand! Lasst es mich noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sagen Nein zu Antisemitismus, neuen Rechten, Reichsbürgern, Rassismus, Nationalismus und Faschismus(…)diesem Credo, vorgetragen auf der Berliner Demonstration am 13. Dezember, bin ich verpflichtet, diesem Credo ist Diether Dehm verpflichtet, Reiner Braun ebenso und auch Ken Jebsen und Lars Mährholz haben diesem Text zugestimmt “.

So sieht also das ’nein‘ zu Antisemitismus aus: Man läßt sich von deutschlandweit bekannten, antisemitisch ruchbaren ‚Persönlichkeiten‘ interviewen und nutzt ihre Onlinepräsenz für das Zelebrieren des eigenen fehlverstandenen Dissidententums. Andere Aufrufende, wie Albrecht Müller, ein Gründer und Betreiber der Nachdenkseiten, bezeichnen berechtigte Antisemitismusvorwürfe gegen Einzelpersonen schon seit Jahren als Gleichschaltung‘, und gehen mit dem Wortgebrauch auch nicht sparsam um, die Suchfunktion bei den Nachdenkseiten ergibt einhundertdreißig(!) Treffer für Gleichschaltung; während seine Mitarbeiter in den Videohinweisen der Nachdenkseiten Links zu Kanälen von antisemitisch Auffälligen setzen. So läßt sich an der ‚politischen Intelligenz‚ dieser Personen aus meiner Sicht gehörig zweifeln, vor allem an ihrer Beurteilungsfähigkeit für Dinge wie Antisemitismus, von der sie selbst keine Ahnung zu haben scheinen, außer eben, das sie keine Antisemiten sein möchten und die nicht verstandenen Kategorisierungen ablehnen. Die heutige Verlinkung von Jens Berger zu Dieter Dehms Stellungnahme macht das deutlich. Für Dieter Dehm fängt Antisemitismus wohl erst bei dem Geruch nach Menschenfleisch an, er sagt „Antisemitismus ist dem Massenmord vorbehalten und muß dem Massenmord vorbehalten bleiben. Wer nach einem Jahr der youtube-Berieselung durch Ken Jebsen noch nicht die Problematik seiner Aussagen verstanden hat, und sogar ihm Interviews gibt oder Demoaufrufe über seinen Kanal produzieren lässt, der hat den Schuss nicht gehört und ist wohl taub ‚auf diesem Ohr‘.

Ken Jebsen, der diesem Beschluss zugestimmt haben soll, handelt entsprechend: Er verleugnet, seine Aussagen je getätigt zu haben, die aber in Form seines viralen und erst kürzlich von seinem Kanal gelöschten Videos wie in Stein gemeißelt sind. Er will von so etwas nie gewusst haben und stellt sich blöd.

Gehrcke sollte, wie die anderen ‚Friedenswinterdissidenten‘, sein Parteibuch abgeben und die ‚rostbraune Partei‘ Deutschlands gründen, die ein echter Wahlerfolg werden könnte. All diese, die nun in einen Jesuskomplex verfallen und eine Opferhaltung an den Tag legen, wie Antisemiten es gerne tun, sollten ihr eigenes Ding aufmachen. Sie könnte sich auch die ‚Opferpartei Deutschlands‘ nennen. Ihre angebeteten Führer wie z.B. Jebsen und Shahyar könnten in dieser dann die Stellung einnehmen, die ihnen laut derer Aussage wohl von der bösen Gesellschaft, die unter der medialen Gleichschaltung leide, schon lange verwehrt würde. Es ist ein Drama, dass diese ‚problematischen’Personen, von denen sich einige schon in den Debatten um die ‚Toilettenaffäre‚ so unrühmlich hervorbrachten und durch den angekündigten Boykott frisch gefällter Beschlüsse auffielen, nun weiterhin die Partei zugrunde richten. Und weiterhin, so wie schon die ganze letzte Zeit, auch die neuesten Beschlüsse zu der Thematik als nichtig für sie erachten.

Herr Karl kommentierte eine heute von Jens Berger, der auch den problematischen Spiegelfechter betreibt, vorgenommene Verlinkung und Veröffentlichung eines dehmlichen Statements bei den Nachdenkseiten folgendermaßen: ‚Und wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann: Die NachDenkSeiten veröffentlichen allen Ernstes Diether Dehms bescheuerten Text „Vorsicht Faschist!“. Diesmal ohne Anmerkungen‘.

Für Albrecht Müller und rund um die NDS schien die medial-politischeThematisierung von Antisemitismus schon immer eine Bedrohung darzustellen, nicht die Existenz desselben. „Der Antisemitismus wird zur gesellschaftspolitischen Gleichschaltung benutzt“ – dies fantasierte Müller schon im Jahr 2011, die Kritik an Augstein für dessen Verteidigung von Günther Grass, und dem Umgang mit der Thematik an sich, wurde von ihm als ‚Hatz‘ beschrieben. „Kritik an Israels Regierung = Antisemitismus“, dies schmierte Müller in seine Website wie an eine Toilettenwand. Es ist überhaupt bemerkbar – Müller verwendet gern diesen Telegraphenstil, in dem er seine Schlussfolgerungen auf das wesentliche verkürzt präsentiert, so als seien es naturwissenschaftliche Merksätze.

Die Interpretationen, welche die genannten und ungenannten Abweichler, Antiamerikaner, ‚Antizionisten‘ und Antisemiten gegenüber Ihren Kritikern in Medien, Politik und Gesellschaft anbringen, sind indes leicht erklärbar. Um es kurz zu fassen – die Kritik sprengt offenbar den Rahmen ihres Verständnisses, die einen wirken intellektuell traurigerweise nicht hierzu in der Lage, die anderen haben offensichtlich einen ideologisch versperrten Deutungsrahmen. Allen gemein ist, dass sie aufgrund dessen ihre Kritiker einzig einer fremden Macht zuordnen können. Das, was sie nicht verstehen können, ordnen sie demnach einer Verbiegung der ihnen anders geläufigen Begriffe zu. Ihr Opfergestus ist zu einem Ritus verkommen, einer gesellschaftlichen Angelegenheit für alle sich als Opfer und Verfolgte fühlenden. Ein Opferritus wird zelebriert.

Zum einen spielen hierbei die Antiamerikanismen ein, welche man als deutscher wohl leider ‚mit der Muttermilch‘ einsaugt (vom verrufenen RockandRoll und Bubblegum, über die die Kinder und Jugendlichen bedrohenden Comics bis zu den so gewerteten Unkulturen unserer Tage. Die Entstehung all dieser Dinge wurde allzu gern den ‚doofen Amis‘, oder dem dekadenten Westen, angelastet), der durch psychologische Mechanismen erklärbare sekundäre und israelbezogene Antisemitismus nun ebenso. Die Kritik an diesen ‚Sichtweisen‘ und Erklärungsmodellen wird von den Kritisierten offenbar nicht verstanden, und so wird sie umgedeutet in feindliche Angriffe auf die „vernünftige“ Erklärung des Zustands der Welt. Sie fühlen sich angegriffen, mundtot gemacht – und fürchten die Isolation als Spinner.

Wobei zwischen denen, die sich anschließen – und denen, die diese Veranstaltungen losbrachen und hypten, ein Unterschied besteht. Die einen fühlen sich als ‚linke‘, die anderen verkündeten aus Werbezwecken, sie wollten eben dieses nicht sein. Als dann die sich als links Empfindenden sich nur unter der Prämisse dem Ringelpiez mit Anfassen anschließen wollten, wenn sich zu ‚Antifaschismus‘ bekannt würde, wurden eigene ‚Modelle von Antifaschismus‘ ersonnen. Es gab wohl einige hohle Lippenbekenntisse – und für die Antizionsiten der Linkspartei scheint der Käse gegessen.

“Vieles spricht dafür, dass der Antisemitismus-Vorwurf – neben anderem – dazu benutzt wird, jegliche politische Alternative zur herrschenden Ideologie und Politik auszuschalten.“ Diesen Satz warf Albrecht Müller schon im Jahr 2011 der damaligen Vizevorsitzenden der Linkspartei, Halina Wawzyniak , vor. Halina Wawzyniak kritisierte schon damals zuvor den Text von Müller. Und am 10. November erschien auf den Nachdenkseiten ein Beitrag für den Albrecht Müller verantwortlich zeichnet. Er trägt den Titel: ‚Besorgte Reflexion über die Grenzen dessen, was Bürger noch öffentlich mitteilen dürfen‚. In diesem geht es um die Erfahrungen einer Leserin mit der ‚Zensur‘ in den Foren von SPON, FAZ und ‚ähnlichen Medien‘, angesichts der Tatsache, dass Meinungen zur MH17 und anderen Dingen bezüglich Themen, die Russland betreffen, zensiert würden. Angemerkt werden muß, dass Albrecht Müller Monate zuvor seine Leserschaft zu einem Shitstorm auf die ‚Mainstreammedien‚ (MSM) aufforderte, der merklich wurde. Hierzu riefen nicht nur die NDS auf, sondern auch die Montagswahnmacher und Nazi-Anonymous von Mario Rönsch.Garniert werden diese Unterstellungen mit der Frage, ob, wenn „solche Lapsen, Dramatisierungen, Dämonisierungen & manichäisch strukturierten Beschuldigungen..in deutschen Medien hinsichtlich der israelischen Regierung und Bevölkerung laufen“ würden – ob dann nicht „auf ein entsprechendes internationales Echo hin die Staatsanwaltschaft aktiv“ würde und auf den „Straftatbestand der Volksverhetzung wegen Antisemitismus“ ermitteln würde. Es gibt sie immer wieder, unangemessene Vergleiche, Opferstilisierung und -Rhetorik und ‚verschwörungstheoretische‘ Unterstellungen. Mit Antisemitismus möchte man sich nicht beschäftigen, es sei denn, man kann ungebührliche Vergleiche absetzen.

Nun stehen die Nachdenkseiten in Bezug auf Seriösität auf einer Stufe mit ‚Propagandaschau‘, ‚Weltnetz“ – hinter dem Portal ‚Weltnetz‚ stehen wahrscheinlich, Verlinkungen und Themata lassen hierauf schließen, maßgeblich die gleichen bis ‚ähnlichen‘ Verantwortlichen wie hinter den Nachdenkseiten-, KenFM und vielen anderen. Und sogar mit Reichsbürgern hat Albrecht Müller die geäußerte Phrase gemein, dass Deutschland nicht souverän sei, welche aber auch zu gut in die Thematik von ‚Gleichschaltung‘ und ‚mundtotmachen‘ passt. KenFM übernimmt inzwischen auch ‚Gastbeiträge‘ seiner Verteidiger und Fürsprecher mit ins Programm auf, so dass Albrecht Müllers neuerlicher Auswurf über die ‚Geichschaltung‘ -und im vorhinein durch SIE manipulierte Berichte- über einem Beitrag der Frau erscheint, die Henryk M. Broder gerichtsfest als Antisemitin bezeichnen darf.

Ach ja, und bei rtdeutsch, dem Haus- und Hofkanal der VT’ler, Wahnmacher und vereinigten Aluhüte, wurde diese Woche Eva Hermann interviewt. Thema: Rufmord. Widerlich!

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Udo Ulfkotte bei KenFM: ‚Wir sind eine Kolonie der Amerikaner‘

Udo Ulfkotte bei KenFM: ‚Wir sind eine Kolonie der Amerikaner‘  (1)

Jebsen: „Ist das eine Verschwörungstheorie? Oder können Sie das beweisen“? Ulfkotte: „Nö“

KenFM ist ein Promokanal für solche, die gerne von Verschwörungen lamentieren. Ken Jebsen macht dies oft, und offensichtlich gern. Bei KenFM, dem offiziellen Kanal der Montagsquerfront, versammeln sich alle möglichen fragwürdigen Interviewpartner. Mit diesen wird dann, dies ist gerade bei den letzten Interviews augenfällig, stets ein Gefälligkeitsgspräch geführt, in welchem sich gegenseitig in seinen geistigen Versteigungen gestützt wird. Letzte Beispiele hierfür stellen das Interview mit Martin Lejeune (2) oder Ramsis Kilani (3) dar. Genau dies ist in dem neu erschienenen Interview Jebsen-Ulfkotte  erneut bemerkbar. Gegenseitig werden Ressentiments bestätigt. Ken Jebsen betreibt Cherry-Picking, sucht sich für sich brauchbare Äusserungen Ulfkottes heraus, welche Jebsens bisherigen Äusserungen stützen können – und in die Argumentationsweise der ‚Mahnwachen‘-Bewegung passen:

Ulfkotte lebte ein beschauliches Leben mit seiner Landwirtschaft im Westerwald, wären da nicht die hinterlistigen Kollegen. Über die Ulfkotte in seinem neuesten Bestseller ‚auspackt‘. Ken Jebsen dient ihm den Ruf des „Nestbeschmutzers“ an, auch fragt er ihn, ob er Verschwörungstheoretiker sei. Es ist lustig, der stets in Konditionen von Verschwörungen denkende Jebsen, der sich selbst immer wieder mal als whistleblower bezeichnet, führt erneut ein selbstbestätigendes Gespräch. Quintessenz des Gesprächs ist zusammengefasst, dass es eine „Gleichschaltung“ (neben ‚zionistischer Weltherschaft‘, 9/11 und ‚Israelkritik‘ gewiss eines seiner Lieblingsthemen) gebe. Ulfkotte habe selbst „desinformiert“ und habe „Propaganda gemacht“. So bringt er sich in den Ruf des weisen Aussteigers der verkündigt: „Das muss sich ändern“. Ken Jebsen, der sich selbst immer wieder als zu Unrecht in Gnade gefallenen Journalisten aufspielt, dem als (es ist eben in Mode) whistleblower übel mitgespielt worden sei, interviewt also wieder einmal einen ‚Whistleblower‘. Diese unzulässige Ausdehnung des Begriffs auf sich hat Jebsen schon öfters vollzogen – er will sich offenbar im Abglanz Snowdens sonnen.

In diesem Gespräch werden keine kritischen Fragen gestellt – keine Fragen zu Ulfkottes Muslimhetze, kein Wort zu Ulfkottes fragwürdigen Büchern wie „Warum der Islam rückständig ist“ oder „Bürgerkrieg in Deutschland“. Komisch. Redet Jebsen nicht ansonsten auch über ‚Islamophobie‘, welche geschürt werde? Warum stellt er dem Mann mit dem Schürhaken keine Frage? Jebsen wird über das komplette Interview keine Frage zu diesem Komplex stellen – dafür aber zu anderen, ihm wohlgefälligeren, querfrontkompatibleren Themen, zum Beispiel zu dem Komplex ‚Amerikanische Weltherschaft“.

Lustig: Bei Minute 0:15:55 versucht Jebsen offensichtlich, ein Statement zu Israel zu bekommen. Zum wahrscheinlichen Bedauerns Jebsens aber geht Ulfkotte hierauf nicht weiter ein, thematisiert nicht Israel. „Wie ist denn das Verhältnis der deutschen Journalisten generell zu dem was wir hier  sehr gut können, Sie haben Israel angesprochen, also, Waffen zu exportieren und dann auszublenden, was mit diesen waffen geschieht?“

Jebsen findet in dem Interview aber dafür Raum, sich und KenFM wieder einmal als Dorn im Auge der Mächtigen zu präsentieren. Als Ulfkotte von Berichten über uranversetzte Munition redet, findet er eine Stelle um zu betonen: „Wir selber haben, als wir noch beim Öffentlichen Rundfunk waren, selber eine 4-Stunden Sendung zum Thema Depleted Uranium gemacht, und das was wir an Bildern gesendet haben, hat enorme Wellen geschlagen, später auch in meiner beruflichen Karriere, weil das hat mit dazu beigetragen, dass man gesagt hat, dieser Mann spricht über Dinge die wollen wir hier nicht haben im Öffentlich Rechtlichen“ (20:15) Jebsen ist wie ein Chamleön – was seine Gsprächspatner auch sind oder haben – er will es offensichtlich auch. Hat er denn nicht eher wegen seines paranoiden Gewäschs über 9/11 und ‚Zionisten‚,  und einer Email, deren Inhalt Henryk M. Broder öffentlich machte, keine Aufträge mehr für eine Jugendsendung bekommen? Sagt er das nicht selbst immer?

Ab Minute 55:00 schweifen Jebsen und Ulfkotte über Macht von Think-Tanks aus: Jebsen zählt auf: „Bilderbergerkonferenz, Aspen-Institut„. Ulfkotte: „Rothschild“ gehört auch dazu, oder ~und Rockefeller~?

Rockefeller und Rothschild dürfen natürlich nie fehlen!

Bei 1:12:00 kommt Ken Jebsen auf den Einfluss gewichtiger Personen auf die Presselandschaft zu sprechen. Ob, wie Scholl-Latour einmal gesagt habe (den sich Jebsen brüstet, fast noch vor die Kamera bekommen zu haben), nur fünf Menschen diese beherrschten, fragt Jebsen Ulfkotte nach seiner Schätzung.  Ulfkotte gibt die hochprofesionell wirkende Schätzung von achtzig einflussreichen Menschen weltweit an. Profis unter sich. Gut, dass wir nun Bescheid wissen!

Es gibt noch eine märchenhafte Frage, und eine Antwort zu dem von Jebsen gerne übertrieben dargestellten amerikanischen Einfluss auf die Presselandschaft. Jebsen:Ist Kai Diekmann als Chef der Bildzeitung und Vorstand der Antlantikbrücke (bricht ab) – hat Kai Diekmann ein Sonderrolle in Deutschland“. Die habe er ganz sicher. Ulfkotte: „Die Bundeskanzlerin könnte sehr schnell am Ende sein, wenn Kai Diekmann eine Geschichte über ihre Vergangenheit veröffentlichen könnte(…)ich glaube ich bin subjektiv davon überzeugt, dass es Material über Angela Merkel gibt, weil sie gerade in der Russland-Politik einen völlig anderen Kurs fährt als Schröder oder Helmut Kohl, der mit Jelzin befreundet war, als die es gemacht haben – da nehm ich an, dass es etwas gibt und Kai Diekamnn hätte die Macht die Kanzlerin von heute auf morgen zu stürzen“ . Hätte der beschriebene (und ja hier nicht erstmals kritisierte, wohl aber ‚kreativ gedachte‘) Einfluss der Bild nicht auch ohne Konstruktion von Verschwörungsgeschichten auskommen können?

Jebsen: „Gibt es solche Akten auch über Herrn Gauck“? Ulfkotte: „Ja sicher, ich bin subjektiv davon überzeugt“. Jebsen:  „Aber wer lenkt denn dann diese Republik“? Ulfkotte:  „Naja, die einflussreichsten Familien, jetzt kommen wir auf das Feld der angeblichen Verschwörungstheorie, ich bin überzeugt davon dass die Politik im Hintergrund wie an einem seidenen Faden die deutsche Politik in Wahrheit in Washington gemacht wird und ganz sicher nicht in der Bundesrepubkik Deutschland“. Jebsen: „Also was sie andeuten, man kann deutsche Politiker und damit die deutsche Regierung und den Kurs durch die deutsche Presse manipulieren, deren Mitglieder aber oft in amerikanischen Thinktanks sitzen“ ? Ulfkotte: „Ja“. Jebsen: „Wie gehen sie damit um. Also entscheiden wir noch, ob wir in einen KRiege mit Russland eintreten, wie immer der aussieht“? Ulfkotte: „Nein, das eintscheiden wir nicht mehr(…)es ist bei allen Umfragen nicht gewollt dass deutsche Soldaten nach Afghanistan geschickt wurden…wir sind eine Kolonie der Amerikaner, wir sind ganz bestimmt nicht diese angebliche Demokratie“.

Bei 1:19:00: Jebsen: „Es müsste doch den Bürgern langsam dämmern, aber vor allem es müsste doch den Journalisten und Machthabern langsam dämmern, dass die Bevölkerung in Größe das nicht mehr glaubt“. Ulfkotte: „Sie (die Journalisten) haben keine Zukunft außerhalb des Systems“. In Folge träumt Ulfkotte nun einmal wieder von seinem Steckenpferd, dem Zusammenbruch des Systems. Jebsen fragt nun die nächste Buch-Promo-Frage: Und zwar nach dem bösen Euro – ob er denn wirklich von Kohl und Mitterand erdacht wurde, ob er eine gute Idee war? (1:20:00). Ulfkotte bezieht sich in seiner Antwort auf Informationen aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau, dass der Euro auf einer Bilderberger-Konferenz „entwickelt“ worden sei, um von der Regierung gegen den ‚Mehrheitswillen des Volkes durchgedrückt‘ zu werden. Nach Recherchen ist allerdings kein solcher Artikel bei der Frankfurter Rundschau zu finden. Aus diesem Grunde ist auch die seltsame Beantwortung der Frage Jebsens, ob Ulfkotte dies beweisen könne, interessant: „Ist das eine Verschwörungstheorie oder können Sie das beweisen“? Ulfkotte: „Nö“.

1:28:30 Weiterhin versteht Ulfkotte nicht „wenn die öffentlich rechtlichen so einschimpfen über die Propaganda Putins…weil, wir haben ja die selben Staatssender“.

Jebsen: „Sie sagen ja, Deutschland ist eine amerikanische Aussenkolonie. War das (Presse) schon immer Propaganda, und sie haben es einfach nicht gemerkt. Hat sich denn der Journalismus mit dem Schlüsseldatum 11. September nochmal geändert – seitdem ist ja der Begriff „embedded“ in aller Munde“? Ulfkotte:

Jebsen: „Ist Diekmann ein Journalist, ist er ein Demokrat, ist er ein Thinktank-Mitarbeiter?“ Ulfkotte: „Er ist ein positiv formulierter Puppenspieler.“ Jebsen:Handelt er auch im Auftrag, ist er selbst eine Puppe“?  Ulfkotte: „Er selbst wird das nicht so sehen dass er im Auftrag handelt, aber ich sehe ihn nicht als den unabhängigen an, der er nach aussen zu sein scheint. Er ist selbstverständlich sehr proamerikanisch und macht dort Dinge, die die Mehrheit der Deutschen nicht versteht. Die Mehrheit der Deutschen will beispielsweise keine -die Türkeit nicht in der EU- haben“. Jebsen: „Er schon“, Ulfkotte:Er schon, selbstverständlich, er ist nicht derjenige der auf der Seite der Mehrheit der Deutschen steht, sondern der amerikanische Interessen glasklar vertritt aus meiner Sicht.“

Wähnen sich Jebsen und Ulfkotte wirklich auf der Seite ‚der Mehrheit der Deutschen‘? Was für eine Selbstüberschätzung! Dies finde ich interessant, da es einiges über die Selbstverliebtheit der beiden aussagt, auch sagt es einiges über deren sich wohl hieraus ableitende Legitimation, ihr Selbstverständnis über ihr Handeln aus. Jebsen hat in diesem Interview einmal mehr bewiesen, dass er kein guter Journalist ist, sondern beständig nur nach Bestätigung seiner wirren Thesen zu suchen scheint (und an seinem ‚Weggang‘ bei den ÖR noch heute knabbert und nach für sich verträglicheren Gründen sucht). Eine Eigenschaft, die er sich wohl mit vielen seiner Interviewgäste teilt. Wieder einmal wurde ein langes Interview wohl vor allem nur aus Publicity, Selbstverliebtheit und der Suche nach Bestätigung heraus gemacht. Ken Jebsen, der sich als ‚freier Journalist‘ bezeichnet, obwohl er über die Spendenbereitschaft seiner Fans am Tropf hängt, kann nun offensichtlich seine Zielgruppe über die eher konservativen und auch teils ausländerfeidnlichen Ressentiments aufsitzenden Ulfkotte-Fans erweitern, Ulfkottes ‚Glanz‘ hingegen kann noch stärker in die ‚Friedenswinter‘-Bewegung abstrahlen, und diese Gruppe mit Argumenten für ihr Tun -und vor allem ihr Versagen– unterfüttern.

Zum Ende des Interviews sagt Ulfkotte etwas, was die Bedenken der Fans in einem einzigen Satz bündelt: „Da draussen verfällt der Putz an den Wänden, die Schulen werden maroder, die Polizei rationiert das Benzin…wem dient das Ganze einigen wenigen reichen Familien!“ Auch Jebsen hat noch etwas beizutragen, nämlich: „Als Politiker kann ich das Briefing am Kiosk lesen“.

Dass Ulfkotte nach seinen letzten Bestsellern für niemanden mehr etwas „gutschreiben“ kann, der Vorwurf, den er an viele Journalisten richtet, kann man annehmen. Nachdem er nun also wohl keine Gelder und Geschenke mehr annimmt, hat er dieses Buch geschrieben, mit dem er offenbar eine größere Zielgruppe erreicht, als mit seiner Muslimhetze. Die vor diesem Werk veröffentlichten Bücher machten unter anderem Angst vor Einwanderern und muslimischen Mitbürgern. ‚Islamophobie‘? Hat Jebsen nicht schon öfters was zu diesem Thema vom Stapel gelassen? Man könnte ja in diesem Fall vermuten, dass Jebsen die Gelegenheit nutzte, einem antimuslimischen Hetzer ein paar Fragen hierzu zu stellen. Hat er aber nicht getan: Anderthalb Stunden Interview – und an keiner Stelle sprach Jebsen ihn hierauf an. Dafür aber versuchte er wieder einmal, das Gespräch in eine für ihn brauchbare Richtung (Weltverschwörung, Israel, amerikanischer Einfluss) zu lenken. Dass Jebsen hier also lediglich, wie schon gesagt, ein Gefälligkeitsinterview veranstaltete, von dem sich beide „Journalisten“ Klicks und Aufmerksamkeit erhoffen können, dies erscheint überdeutlich. Ulfkotte bekommt so gesteigerte Aufmerksamkeit im pseudolinken Friedenswinterlager – Jebsen macht sich weiterhin bei Ressentimentgeladenen aller Art bekannt, und profitiert so ebenfalls von Ulfkottes Publicity. Neues war nicht dabei, dass Deutschland eine amerikanische Kolonie sei, war schon von Albrecht Müller zu erfahren. Und auch, dass die Rockefellers und Rothschilds irgendwie mit allem zu tun haben, dies hat der geflissentliche KenFM-Fan bestimmt schon aus den ‚Alternativen Medien‘ erfahren

(1) https://www.youtube.com/watch?v=bm_hWenGJKg&list=UUr6VVXep3Fs5EOtjMK3i2AQ

(2) https://nazienkel.wordpress.com/2014/11/25/das-antizionistische-dreamteam-jebsen-lejeune-teil-1/

(3) https://nazienkel.wordpress.com/2014/11/23/jebsen-rockt-mal-wieder/