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Albrecht Müller: Verschwörungsideologisches Mimimi und NS-Verharmlosung zu Pulse of Europe

Das durch die verwendete Sprache letztendliche Herunterspielen eines Vorgangs, der ein großes Menschheitsverbrechen einleitete, kann nur als widerwärtig bezeichnet werden.

Solche, deren Engagement es neben vielen anderen zunächst ist Zustimmung zu dem bestehenden Europa, neben all seiner Verbesserungswürdigkeit, zum Ausdruck zu bringen, die wegen immer deutlich spürbareren antidemokratischen Impulsen aktiv werden – und sei es nur, indem sie sich öffentlich aussprechen, werden vom greisen großen Vorsitzenden der Nachdenkseiten beleidigt. Mit einem nicht nur dümmlichen, sondern vor allem geschichtsvergessenen Vergleich zieht Albrecht Müller erneut, das Aluminium knistert, alle Register – und schwadroniert mal wieder von Gleichschaltung.

Anlass für diesen neuerlichen Ausfall ist Pulse of Europe – diese Demonstrationen lassen Müllers Galle schießen (er bezeichnet sie als PR-NGO). Denn solche, die Pulse of Europe unterstützen, seien -er benennt persönlich den Leipziger Pfarrer Michael Wolff, über dessen Rede er sich aufregt- „entweder gedankenlos, oder eingebunden“. Ein ganz banaler Indikator ist für die natürlich nie und nimmer in offenbar antisemitischen Strukturen denkende Spürnase, dass Michael Wolff nicht die Nachdenkseiten lese – Motiv der Unterstellung ist also Narzismus.

„Auch versteht er offensichtlich nichts von Ökonomie und er hört offenbar auch nicht zu, wenn andere sachverständig analysieren – etwa auf den NachDenkSeiten oder bei Makroskop.“

Müller kann nicht verknusen, dass Menschen für andere Ziele als das seine, welches sich mit „Eurasischer Union“ beschreiben lässt, sich engagieren. Diesen unterstellt er nicht nur Gedankenlosigkeit – nein, bei Müller sind sie alle vom Feind gekauft.  Er und seine Leserschaft, deren Mails er bei Gefallen oder Nichtgefallen, gönnerhaft großkotzig oder angegriffen und spinnert, veröffentlicht, sehen in einem der Initiatoren von Pulse of Europe nämlich eine „neoliberale Heuschrecke“ der es um „Kundenaqkuise“ gehe.

Seine wirren Gedanken sind mal wieder, ganz Kremlin, eingebettet in Apologien auf Putin. Der arme Putin nämlich würde quasi neben Trump und Erdogan gestellt- obwohl er doch einen Heiligenschein verdiene. Dass Putin, Erdogan und Trump als äussere Bedrohung der EU von verschiedenen Privatleuten in einer Reihe genannt werden – dies ist für Müller ein ebenso Zeichen für Gleichschaltung, wie die Rede bei Pukse of Europe, welche ein eipziger Pfarrer hielt. Widerlich, wie Müller agiert, zieht er zur Verteidigung seines Lieblingsautokraten Putin einmal wieder einem Begriff heran, der pikanterweise tatsächlich für das Subjekt des Verteidigungsgeblubbers genutzt werden kann. In Russland, wo Journalisten eingeschüchtert und umgebracht werden kann von solchen Prozessen gesprochen werden.

In Deutschland aber sitzt Michi Müller, verbreitet verschwörungsideologischen Irrsinn und hetzt gegen alles, was er als Elite oder mit ihr verbandelt empfindet und sammelt Spendenfett, während er das Wort für Diktatoren und Autokraten erhebt. Müller darf frei schreiben. Seine Mitarbeiter dürfen schreiben, sie dürfen ihre verschwörungsideologischen Büchlein veröffentlichen und diese auch bewerben. Unsere verbeserungswürdige Demokratie gibt ihnen, die sich als ihre Gegner geben, die Möglichkeit, sich ideologisch und ökonomisch auszutoben. Sie dürfen ihre Widerlichkeiten ins Netz schreiben – ohne eine Verhaftung und schlimmeres zu befürchten. Gleichwohl verkennen sie, dass Menschen in Syrien und Russland dies nicht können, den Irak und das Lybien der Vergangenheit verklären sie zu demokratischen Wohlfahrtsstaaten.  Während sie die Strukturen, die ihnen das Rederecht gewährleisten, attackieren, sich hierbei lustigerweise trotzdem als Opfer geben und was von McCarthy raunen.

Müller verwendet nicht einfach nur einen Begriff fehl – Müller stilisiert sich und seine Durchlaucht Putin zum Opfer – und scheißt im Gegenzug auf die Opfer des NS, zuvorderst Juden. Müller verharmlost so letztendlich ein Menschheitsverbrechen – und dies scheinbar zuvörderst aus narzisstischen Motiven.

Das Wort entstand 1933, als der Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens in der Machteroberungsphase in Deutschland eingeleitet wurde.

Es „bedeutete Gleichschaltung im Wesentlichen dreierlei: Beseitigung demokratischer Strukturen zugunsten des ‚Führerprinzips‘, Implementierung antisemitischer Grundsätze, indem Juden aus leitenden Positionen entfernt oder gänzlich aus der Organisation verstoßen wurden, sowie ein vollständiger oder partieller Führungswechsel zugunsten von Anhängern des neuen Regimes.“[1] Entweder erfolgte die Gleichschaltung auf Anweisung oder in vorauseilendem Gehorsam (sogenannte Selbstgleichschaltung, z. B. Deutscher Hochschulverband, Deutscher Richterbund). Andere Verbände und Organisationen reagierten auf den Druck mit der ersatzlosen Selbstauflösung und Beendigung ihrer Tätigkeit.“ (Wikipedia)

Gleichschaltung war eine Vorstufe für den völkischen, deutschen Massenmord. Wer beständig mediale Vorgänge oder Äußerungen als von einer Gleichschaltung beeinflusst bezeichnet, der macht die NS-Verbrechen sprachlich klein. Doch auch gegen die Quelle, aus welcher die Information entnommen ist, haben Müller und seine Mitstreiter ideologische Einwände: Sie verurteilen Wikipedia als Quelle – sehen sie doch schon in Wikipedia, ganz verschwörungsideologisch wie sie sind, den Versuch illegitimer Beeinflussung – die natürlich, man könnte drauf kommen, unter anderem von halluzinierten ‚Antideutschen‘ ausginge. So wird auch die Wikipedia von ihnen als von feindlichen, im Ursprung nicht autochthonen Kräften zersetzt bezeichnet.

Müllers zusammenhanglose Tiraden -ein Zusammenhang ist wohl nur für Beobachter des Psychogramms in Textform, welches die Nachdenkseiten darstellen, und für die Fans ersichtlich- sind ganz offensichtlich von Narzismus getrieben. Sie stellen gutes Material für eine tiefenpsychologische Analyse dar. Eine ernsthafte Auseinandersetzung darf nicht ausbleiben bei der offenbarten vugaristischen, antisemitisch grundierten Denke, welche sich bei seinen Nachdenkseiten und den über Verlinkung Verbandelten beständig äußert;  von der Kommentarspalte des Facebookauftritts abgesehen.

Beispielhaft sei eine Artikelüberschrift gegeben: „Eine fremdbestimmte Partei wählt ihr fremdbestimmtes Spitzenpersonal. Und unsere Medien sind ohne kritischen Biss. Özdemir gehört zu den Atlantikern. Also halten wir den Mund.“ Alles ist enthalten – es werden äußere Bedrohungen konstruiert, die als feindlich verstandenen USA hättten angeblich Einfluss auf eine deutsche Partei, insinuiert Müller. Die Tradition, in welcher er sich hier bewegt, allerdings zu nennen: dies würde Müller widerrum als Angriff werten und hierbei wahrscheinlich von Instrumentalisierung sprechen, davon, dass die deutsche Geschichte für Angriffe gegen eine Gegenöffentlichkeit missbraucht würde. Müller bewegt sich, wenn er von Fremdbestimmung räsoniert, sprachlich in einer Linie mit Nazis – mit den historischen und den Neuen; und dies machen einige seiner Mitstreiter auch abseits von der sprachlichen Ebene, sehr aktiv. Die Angst vor Fremdbestimmung wurde erfolgreich instrumentalisiert – auch Müller spielt mit ihr.

Positive Aufmerksamkeit, welche Müller einfordert, kann er von dem Querfrontpublikum  erwarten, welches beständig erweitert wird; auch ins rechtsextreme Publlikum hinein.

Solche, die ihm negative Aufmerksamkeit zollen aber, welche Müller durchaus erregt, solche widerrum werden von ihm ebenfalls begrifflich als gleichgeschaltet belegt.

(Das Beitragsbild entstammt der Wikipedia)


Chronologie: Müller und die Gleichschaltung

Müller verwendet immer wieder den Begriff Gleichschaltung, dies macht er schon seit Jahren. 2011 zum Beispiel donnerte er „Der Antisemitismus-Vorwurf wird zur friedens- und gesellschaftspolitischen Gleichschaltung der Linken benutzt“ (ein Beispiel für sekundären Antisemitismus von links) und sah „Beispiele für die weit gehende Gleichschaltung vieler Medien auf der Linie von Merkel und Co.„. Im Jahr 2014 dann behauptete Müller, dass „Die US-nah organisierte Gleichschaltung wichtiger Leitmedien (Teil II zur Putin- Rede, Ukraine, etc.)“ existiere.

 

 

 

Das Querfrontnetzwerk um die Nachdenkseiten

Es existiert ein Querfrontnetzwerk, bestehend aus mehr oder weniger losen und verbandelten medialen Knotenpunkten. ‚Alternative Medien‚, die sich unabhängig nennen, aber nicht nur inhaltliche, sondern auch personelle Überschneidungen aufweisen, und weit weniger unabhängig agieren, als sie den Eindruck machen. Und wenn man nicht verbandelt ist – so wird zusammen aufgetreten, oder auch nacheinander, in Kampagnen wie ‚Stopp Ramstein‘ zusammengearbeitet, und so Desinformation betrieben und agitiert. Die Verbindungen zwischen alternativen Querfrontmedien, Medien mit starkem ideologischen und inhaltlichen Überschneidungen zwischen als links verstandenen Themen mit solchen vom rechtsextremen Rand, reichen von Personen wie Oskar Lafontaine, Willy Wimmer, Diether Dehm, Daniele Ganser, Reiner Braun, über KenFM und rtdeutsch, bis zu dem rechtsextremen Kopp-Verlag und Jürgen Elsässers Compact, Querdenken.TV von Michael Vogt, Nuoviso, Wissensmanufaktur und der Propagandaschau.

Die Nachdenkseiten, deren Macher sich in diesem eher braunem als rotem Sumpf offenbar wohlfühlen, und deren Ziel die politische Verrohung der Leserschaft sein muss, wähnte man vor Jahren schon immer wieder als ganz unten angekommen. Es wird aber immer wieder aufs Neue bewiesen, zu welchen Geschmacklosigkeiten man dort in der Lage ist. Sie, deren Macher sich aufs heftigste, und vor allem mit einer Hetze gegen ‚transatlantisch‘ gesteuerte ‚Antideutsche‚, gegen angebliche Rufmordkampagnen und Totschlagargumente zur Wehr setzen, bilden mit ihrem Personal ein trauriges Beispiel für gefährlich politische Verwahrlosung , miese journalistische Arbeit – und verschleierte Interessenslagen. Was seit der Ukrainekrise, der Krimannexion und den Kämpfen in der Ostukraine, Standard bei den Nachdenkseiten geworden ist, nämlich das apologetisieren der diktatorischen und aggressiven Politik Putins, wie auch paranoides, verschwörungswahnhafte Gerede von ‚transatlantischem Einfluss‘ und  ‚Antideutschen‘, ist bei den als Partner der Nachdenkseiten bezeichenbaren kleinen und größeren Knötchem im Querfrontnetzwerk, wie Gansers Siper, Sabine Schiffers Institut für Medienverantwortung, Ken Jebsens KenFM, WeltnetzTV von Diether Dehm, Eckart Spoo und Albrecht Müller, oder Putins rtdeutsch, gang und gäbe. -oder es stellt kein Problem dar. Gerade rtdeutsch als Haus- und Hofsender der russsichen Regierung, der vor allem Rechtsextremen und stalinistischen Aluhüten mit protoantisemitischer  Gedankenwelt ein Zuhause bietet und der Desinformation dient, ist hierbei besonders aggressiv. Und dort kommen die Stars der Querfront zusammen. Ob Müller, Ganser, Diether Dehm – all diese Konsorten dürfen bei rtdeutsch, neben Reichsbürgern, AfD’lern und Stalinisten (und oft einem bunten Mix aus den Genannten), ihren Brei absondern. Auch der Nachdenkseitenmitarbeiter Jens Berger lässt sich, wie auch der Chef es tut, gern für rtdeutsch interviewen. Wie auch der Mitarbeiter Paul Schreyer, der auch schon für Compact arbeitete und auf der Bühne stand. Die Aggressivität des Propagandasenders rtdeutsch wird seitens der Nachdenkseiten, zuförderst dem greisen großen Vorsitzendem Albrecht Müller – und folglich auch von den dort ebenfalls erscheinend Adepten Jens Berger und Jens Wernicke mehrmals mit dümmlichem whataboutism und Beschönigungen bestritten. Schenkt rtdeutsch ihnen doch Aufmerksamkeit in ihrem Kampf gegen die Demokratie.

Daniele Ganser, der gern als Verstärker für antiamerikanisches Geraune im Milieu der Gläubigen als Märchenerzähler gebucht wird, und eine bei den Nachdenkseiten oft interviewte Person ist, zu dessen Vorträgen dort verlinkt wird, darf mit Fug und Recht nicht nur als Verschwörungstheoretiker, sondern auch als Querfrontler bezeichnet werden. Als jemand, der nicht wählerisch ist, vor wem er spricht – oder so wählerisch, dass er ein aluhütiges Publikum, das ihm sein Leben finanziert, bevorzugt. Egal von welchem politischen Ufer – und egal, was sein sprachlicher Ausfluss für Folgen beim leicht beeinflussbarem Auditorium haben könnte. Sein Gerede kommt nicht nur bei wichteligen sich Links wähnenden, Stalinisten und Rechtsextremen gut an: er stylt seine Reden auch für diese, bespricht das pseudolinke Stopp-Rammstein-Publikum ebenso, wie zum Beispiel am 17.06.2016 das Publikum der als als Esoterik-Halbnazis bezeichenbaren Vorarlbergern, einem gedanklichen Wissensmanufaktur-Ableger eines Fans von Andreas Popp. Nach Michael Vogt, der als Rassist über das Thema ‚Stabilisierung durch Migrationswaffen‘ referierte, hielt der Truther Daniele Ganser, welcher in der anschließenden Podiumsdisksussion vom Moderator gedutzt wurde, seinen Vortrag ‚Verdeckte Kriegsführung‘ mit anschließender Diskussion mit Michael Vogt von QuerdenkenTV, Rico Albrecht von der Wissensmanufaktur, und Marcel Wojnarowicz von die Bandbreite, der auch mal bei Pegida auftritt. Ob sein Mitarbeiter Jens Wernicke mit am Start war?


Exkurs – Jens Wernicke, kleines Querfrontlicht

Der beim „Friedensinstitut“ Siper als freier Mitarbeiter genannte Jens Wernicke interviewt den Verschwörungsgeschichtlein unter die Bevölkerung streuenden Chef-Esoteriker von Siper, Daniele Ganser. Den der Interviewer auf seiner privaten Facebookhomepage übrigens auch mal als Freund bezeichnet. Und im Interview -bis zu einem Nachtrag des Chefadepten von  Müller, Jens Berger-  sein Mitarbeiterverhältnis verschweigt. Gewiss nicht ungewöhnlich für die Nachdenkseiten, erscheint dort doch auch mal ein Interview mit dem Chef Albrecht Müller, geführt von dem Mitarbeiter Jens Wernicke. Natürlich alles andere als ein kritisches Interview. Und natürlich ebenso kritisch, wie das mit dem anderen Chef. Wernicke hat noch ein paar andere Eisen im Feuer. Während er seine Stipendiatsstelle der Rosa-Luxemburg-Stiftung räumen musste, angeblich aufgrund konträrer Position zur Ukrainekrise und seiner obsessiven Israelkritik – ist er neben der freien Mitarbeit beim als Wissenschaftsclown auftretendem Daniele Ganser zusätzlich als freier Mitarbeiter bei Sabine Schiffers Institut für Medienverantwortung – einem ebenfalls dem Querfrontnetzwerk der Nachdenkseiten zurechenbarem Laden, und einem ähnlich serösem Institut, wie dem von Daniele Ganser. Naürlich führt Jens Wernicke auch mit dieser Chefin Interviews für die Nachdenkseiten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.  Auch für Tommy Hansens free 21 arbeitet wernicke – und für rtdeutsch. Wer nur ein bisschen stochert, der findet den aufstrebenden und gewiss total unabhängigen Journalisten Jens Wernicke auch noch andernorts. So zum Beispiel in einer Publikation, welche Daniele Ganser auf seiner Homepage verlinkt – ist drinnen doch ein mit ihm geführtes Interview. Auch dieses Interview wurde von Jens Wernicke geführt, die Zeitschrift heisst Zeitpunkt. Und auch hier steht Jens Wernicke gelistet, aufgeführt im Impressum, noch mit keiner ‚Firmeneemail‘, sondern mit dem privaten GMX-Account. Die Zusammenarbeit scheint also noch jung zu sein. Ein Mitarbeiter von Zeitpunkt interviewt also jemandem, bei dem er nebenbei auch noch arbeitet. Ganz, wie es der bei Facebookum Spenden bittende journalistische Gigant von seiner Arbeit bei den Nachdenkseiten gewohnt ist.


Das über die im Artikel genannten Figuren und Sachzusammenhänge sich ergebende lose Netzwerk argumentiert vor allem antiamerikanisch, antisemitisch und antieuropäisch. Rassismen, die eher der Rechten zuzuordnen sind, wie zum Beispiel das rassistische Ängste bedienende Gerede von Migrationswaffen, wird auf ähnliche Art ebenso von ‚Linken‘ geäussert und von ‚Linken‘ gefeiert. Dass der ideologische Kitt der Querfront Verschwörungsglauben ist, wird beispielsweise an dem Gerede über ‚Migrationswaffen‘ deutlich, wie es zum Beispiel Willy Wimmer bei Compact betreibt, aber auch Albrecht Müller zieht nach. Cui bono, rufen linke und rechte Querfrontler zusammen, denn jemand muss traurigerweise im Denken solcher Gläubigen davon profitieren, dass Menschen auf der Flucht sind. Ob da vom großen transatlantischen Partner aus Europa geschwächt werden soll – oder wie es die Querfrontpartner vom rechten Ufer erzählen, Europas Bevölkerung ausgetauscht, umvolkt werden soll, wie es besonders wirre Zeitgenossen nennen: Linke, wie auch rechte Querfrontler, suchen den Sündenbock besonders gern bei Amerika, Israel – und deren eingebildeten Verbündeten. Besonders prägnant wird die Kittwirkung ‚Antiamerikanismus und Antisemitismus‘ bei den von Querfrontlern in der Breite vertretenen Ansichten zu 9/11, die einen katalytischen Effekt haben, bei dem sich linke, wie rechte Querfrontler, in der Vorstellung eines von den USA absichtlich herbeigeführtem Unglücks zusammenfinden. Diese Vorstellung bildet für vieleVerschwörungsgläubige, welche genannte problematische Medien konsumieren, die Rahmung, innerhalb der sich das paranoide und protoantisemittische Denken über geopolitische Zusammenhänge abspielt, befeuert durch ‚alternative Medien‚ der Querfront. Warum die Nachdenkseiten als Knotenpunkt im Querfrontnetzwerk, trotz aller dort vertetenen Absurditäten und Hetze, nicht außer Acht gelassen und deren Bedeutung nicht unterschätzt werden sollte, liegt auch in dem Umstand begründet, dass über den netzwerkenden Macher zum Beispiel auch im Jahr 2015 die jetzige Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu den von den NDS ausgestatteten Pleisweiler Gesprächen als Rednerin erschien.

 

K(r)oppzeug

 „…und wenn wir uns die Situation heute anschauen…der Westen steht für Mord und Totschlag…und wofür steht die russiche Föderation? Fürs Völkerrecht, für die Familienwerte und für die Stärkung des Glaubens…“ [Willy Wimmer bei KenFM, „From Moskau with love“ 27:44 – 28:05]

Ken Jebsen, Albrecht Müller von den Nachdenkseiten oder Willy Wimmer stellen auf diesem Blog oft behandelte Figuren dar – aufgrund ihrer Scharnierstellungen im Querfrontnetzwerk und/oder des hohen zweifelhaften Outputs, mit dem regressive Verschwörungsgläubige bedient werden. Die bei KenFM wie bei den Nachdenkseiten, Kopp und Compact am laufenden Band ausgespienen Geschmacklosigkeiten erscheinen in ansteigender Schlagzahl. Da die verschiedenen Beiträge bezugnehmend von einzelnen Querfrontcharakteren (nicht nur den Genannten) immer wieder gekäut werden, wartet auf den Verschwörungsjunkie und Rezipienten von abstrusen Verschwörungstheorien und unseriösen Kremlin-Medienprodukten eine Menge Stoff. Ken Jebsen möchte sich, wohl da er sich so mehr Spender aus dem linken Lager verspricht, als politisch links stilisieren. Ganz kapiert hat er nur noch nicht, dass das Teilen rechtsextremer Hetzvideos hierbei nicht behilflich ist. Eindeutig rechsextremistisch (neben der Hirnverbranntheit) geht es bei dem Angebot von Kopp und Compact ebenfalls zu: Während bei Compact, betrieben vom als glühenden Antisemiten bezeichneten Jürgen Elsässer, mit Faschisten wie Götz Kubitschek) zusammengearbeitet wird und zur Gesundung von deutschem Völkchen und Elsässers Geldbeutel Tagungen durchgeführt werden, wurde bei Kopp Eva Hermann angestellt, die die Tagesschau quasi freiwillig verließ, und über den Segen „Neuer Germanischer Medizin“ aufgeklärt, neben Werken über Naziflugscheiben. Gemein ist Compact und Kopp: Es wird rechtsextreme Literatur verlegt und versendet, gefährlicher völkischer Nonsens verbreitet, die Pegida-Kultur angeheizt. Auch Ken Jebsen arbeitete für Elsässers Compact und wurde dort publiziert, wie er ihn auch für KenFM interviewte.

Bei Ken Jebsen, der sich kurz nach Ausbruch der Wahnmacher-Montagsdemos und dem Aufspringen mancher linker Politiker auf diesen Zug immer wieder, absolut unglaubhaft, als links inszeniert, finden Autoren, welche bei den letztgenannten Medienunternehmen unterkommen, trotzdem eine Bühne. Auf diese Bühne wird dann eventuell, zum Beispiel, in den Nachdenkseiten verwiesen. Jürgen Elsässer, Udo Ulfkotte, Christoph Hörstel, Friederike Beck, Willy Wimmer (btw: Albrecht Müller von den Nachdenkseiten verehrt Willy Wimmer geradezu), Gerhard Wisnewski. Sie alle eint neben chronischem Hang zur Logorrhoe die publikatorische Zugehörigkeit zu Kopp oder Compact, neben rechten Spinnereien.

Konnte bei KenFM vor kurzem erst ein Interview mit der Kopp-, und Compact-Autorin Friederike bewundert werden, war es noch am gleichen Tag der bei den gleichen Medienprodukten erscheinende Willy Wimmer, dessen Bericht von einem Galadinner mit Putin von dem autoritaristischen Publikum gewiss voller Freude aufgenommen wurde. Hierbei freute sich nicht nur KenFM darüber, „ganz oben“ angekommen zu sein – der ansonsten von Migtrationswaffen schwadronierende Wimmer konnte, wie Jebsen, neben der anhimmelden Stilisierung von Putin als starkem Mann wieder einmal reviosionistische Antiamerikanismen äussern. Dass hierbei auch im Unmaß Werbung für rt gemacht wird, darf nicht verwundern. Ist rt doch der ‚Sender‘ (in Deutschland nur ein Youtube-Kanal), welcher mit Wimmer, Jebsen, Müller, Hörstel und Konsorten absolut unkritisch umgeht und aus Desinformationsgründen genau diese Stimmen sendet.

…ich bin froh dass es diesen russischen Sender gibt. Das sieht man ja auch an einem Punkt der aus meiner Sicht widerlich ist. Wenn Sie im deutschen Fernsehen oder in deutschen Rundfunkanstalten irgendwelche Stimmen aus Moskau hören, dann sind das in der Regel Leute, die in amerikanischen Stiftungen arbeiten, da kann ich ja nur sagen, das kann man uns ja eigentlich nicht zumuten. Es gibt da 140 Millionen Russen, warum findet man da keine Gesprächspartner die auch einmal aus russischer Sicht und nicht aus amerikanisch filtrierter Sicht etwas sagen. Das ist ein tolles weites Feld und ich finde rt hat das verdient, weil die ähh Crew die da angetreten ist, irgendwie im westeuropäischen Sinne einen tollen BBC-Standard(..)erhalten hat, praktiziert. Das sind nette Typen, nicht jeden Abend Kleber und Slomka, macht Spass, die zu hören, und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen, die geben eine solche Weltsicht, wie es das deutsche Fernsehen auf allen Programmen nicht fertigbringt, dass man aus anderen Teilen der Welt seriöse Informationen bekommt, das kann man bei Aljazeera auch erleben, das kann man bei France24 auch sehen, das gibts bei aller Kritik auch bei der BBC, warum gibts das in Deutschland nicht? Wir haben wenn man sich an Ort und Stelle aufhält überall tolle Journalisten, warum – wir haben ja  Beispiele aus der ZDF-Geschichte im Zusammenhang mit Journalisten, die in Teheran tätig waren und in Bagdad gearbeitet haben, wenn man in deutschen Fernsehanstalten nur frust verbeitet und dise Leute rausekelt, wenn sie mal was vernünftiges sagen dürfen, dann spricht das mit Sicherheit gegen die deutschen Sender, aber spricht dafür, dass man sich die Informationen bei Aljazeera, rt oder bei den chinsesischen Staatssendern ähh holt. das muss man mit allem Nachdruck sagen und lieber ne gute Information als auf deutsches Fernsehen angewiesen zu sein.“ [Willy Wimmer bei KenFM 07:20 – 09:27]

Egal, wo – Wimmer wittert amerikanischen Einfluss. Auch migrantische Bewegungen seien letztendlich im großen Planspiel der USA enthalten, wie er in seinen Aussagen zu Flüchtlingen als Migrationswaffe spinnt. Und wer wurde eigentlich beim ZDF „rausgeekelt„?  Meint Wimmer eventuell Christoph Hörstel (der allerdings nicht beim ZDF war, sondern ARD)? Es ist nicht verwunderlich, dass Wimmer in allem die USA am Wirken sieht – und seine Deutschland von historischer Schuld entlastenden Revisionismen darauf aufbaut:

…wenn man den Mann und damit Russland diffamieren kann, dann ist das die alte amerikanische Leier – das kennen wir aus den Bombenangriffen aus dem zweiten Weltkrieg, man leuchtet einen an, ein Ziel, und das ist dann nicht ne Stadt oder ein Land, sondern das ist ein Mensch. Das haben wir vielfach  seit Ende des zweiten Weltkrieges gesehen, wir habens schon bei Wilhelmdem II. gesehen und das ist die angelsächsische Propagandaleier mit der wir es zu tun haben und wir sollen in den Krieg getrieben werden. Und das über einen Mann wo ich nur sagen kann suchen Sie den mal in Berlin.“ [Willy Wimmer bei KenFM 13:40 – 14:25]

Auch im Compact-Magazin wird Putin stets als Macher, als starker Mann für Europa dargestellt. Die offiziellen Inszenierungen von Putin, wie Sie aus dem russischen Fernsehen bekannt sind, verfangen nicht nur bei dem rassistischen Elsässer und dessen Publikum. Männer wie Putin haben in Deutschland, ebenso wie Orban, ihre autoritären Bewunderer. Was Else kann, kann Querfrontwilly schon lange. Dass in diesem Rahmen, der von der Darstellung Putins als starker Mann geprägt ist, auch geschmackloseste Revisionismen und Täter-Opfer-Umdeutungen ihren Platz haben, leuchtet ein:

Und das Problem was wir haben ist, die Russen sind auf die Amerikaner genauso hereingefallen in Zusammenhang mit der  NATO-Osterweiterung, wie die Deutschen 1917 auf die 14 Punkte von Wilson. Man hat dem vertraut, dem amerikanischen Präsidenten, und hat die Kriegsbemühungen eingestellt und hat Versailles und Adolf Hitler bekommen. Und in dem Zusammenhang muss man diese Dimension aufmachen und ausmachen, weil Michail Gorbatschow mit seinem Ziel gemeinsames Haus Europa eigentlich realistischer für den Frieden operiert, als das alle Kriegstreiber bei uns machen.“ [Minute 15:07 – ca. 16:20]

Es ist nur logisch, dass Wimmer den USA alles schlechte in die Schuhe schieben möchte, zur Not auch die eigene Dummheit, ein bei Deutschen nur allzu bekannter Entlastungskomplex. Was in Wirklichkeit zu Versailles führte, dies spart Wimmer aus, wenn er als logische Folge ‚Adolf Hitler‘ ausmacht. Die Rolle der deutschen Bevölkerung an Drittem Reich und Holocaust simplifiziert und personalisiertWimmer in ebensolchem Maße hinweg, wie er dümmliche Vergleiche anstellt. Wo ist zwischen Eurasischer Union von Wladiwostok bis Paris und „Gemeinsames Haus Europa“ schon der Unterschied – und wer wird denn von der Ukraine reden – wenn „der Westen“ Russland „umzingelt oder in die Zange nimmt. Und werbraucht die EU? Dass für Wimmer die USA an allem schuld sind, sogar an deutschen Gesetzentwürfen, leuchtet ein.

…ich finde wir müssen zuerst unsere eigenen Interessen definieren und wir müssten eigentlich in Berlin Institutionen haben, die nicht durchsetzt sind von Leuten die fremden Interessen dienen(…)Sie kriegen ja heute in Berlin keinen Gesetzentwurf mehr hin, der nicht von amerikanischen Anwaltskanzleien geschrieben worden ist(…)selbst Indien, als kolonial regiert, hatte eine home role, die Inder mussten sich das nicht gefallen lassen, was wir freiwillig hinnehmen…[17:02 – 18:40]

Wie – „selbst Indien als kolonial regiert„? Ist Deutschland etwa gar keine Kolonie? Es ist dieses Gerede, welches Nationalisten und Antiamerikanisten gleichermaßen anpricht.

Jebsen:Ein Mann der Ihnen sehr, sehr nahe ist, ääh, zu einer Partei, die Ihnen auch unglaublich nahe ist, nämlich die Linke, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, haben ja schon vor geraumer Zeit auf den eigenen Homepages über Obergrenzen für Zuzug gesprochen, also auch wenn man fair gegenüber den Flüchtlingen sein will, weil die nämlich ihre Familien nachholen, dass man irgendwo eine Obergrenze formulieren muss, das wurde in der eigenen Partei bei den Linken ja auch vehement abgelehnt, bei mir kam sofort das Bild in den Kopf, da ist ein Rettungsboot, da sind Kinder schon an Bord und man möchte auch noch die Mütter und Väter an Bord holen, und dann sagt man aber: „Keine Obergrenze“ – da geht das Boot doch irgendwann unter. Wer sieht das denn realistisch, außer Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, und das sind Linke und werden dafür begossen?“ [20:20 20:57]

Dass bei Jebsen das Bild vom vollen Boot strapaziert wird, verwundert nicht – und wird das teils ausländerfeindliche Publikum freuen. Oskar, der schon vor Jahren vor Fremdarbeitern warnte und Sahra, die mit ihren Sprüchen von (u.a.) der „US-Kolonie Deutschland“ die Souveränazis erfreuen, sind in höchstem Maße querfrontkompatibel. Nun ja – wenigstens bezeichnet Jebsen diesmal Sahra Wagenknecht nicht als Oskar Lafontaines Hauptfrau, wie in einem älteren Video. Die folgende Perle von Wimmer ist angesichts der „dasBootistvoll„-Politik, die die Union in den Neunzigern fuhr, bemerkenswert.

…wir haben nur auch in diesem Fall in  den neunziger Jahren gesehen, Deutschland hatte die Konzepte mit einer solchen Entwicklung, die wir ja lange gesehen haben, dass die auf uns zukommt, jaäh,  Deutschland hatte zusammen mit den Holländern, den Dänen und anderen Konzepte entwickelt, wie man den südlichen Rand des Mittelmeeres würde entwickeln können, damit man Puffer schafft,und den Staaten eine Lebensperspektive gibt, inklusive den Überlegungen von Egon Bahr, den südlichen Sudan zur Kornkammer Afrikas zu machen. Das waren unsere Überlegungen um mit den Problemen fertig zu werden und die sind von den Amerikanern und den Israelis ’94 spätestens in die Ecke gejagt worden – und das ist unsere Crux, das wir nicht manns genug sind mit diesen Situationen fertig zu werden, wenn andere uns ins Handwerk pfuschen.“ [22:30 – 23:17]

Böse Amis, böse Israelis – jagen die doch alles in die Ecke. Deutsche aber, die dürfen überall „Kornkammern“ machen. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Wimmers Gesagtes ist nicht nur äußerst dämlich, antiamerikanisch, antiisraelisch. Es spiegelt auch den autoritären Charakter gut wieder. Die folgende Frage Jebsens und die Antwort Wimmers ließen Jebsen zu einer Einleitung dieses Interviews verleiten, die dessen Affektiertheit schön widerspiegelt: „Wie uns das Urgestein der CDU zum Ende verriet, wurde er bei seinem Empfang in Moskau auch auf KenFM angesprochen. Ganz oben kennt man uns…“ [KenFM auf Facebook zum Eintrag „from moscow with love]“.

Jebsen: „Herr Wimmer, ich weiß, dass die Amerikaner ähh natürlich ganz genau beobachten, was in deutschen Medien passiert und wer sich in deutschen Medien ähh wie und zu welchem Land äussert, ob das von der vorgegebenen Linie abweicht, von daher weiß ich, dass amerikanische Dienste Sie auf der Uhr haben. Wie ist es denn mit russischen NaChrichten und auch russischen Diensten ähh russischen Politikern? Nehmen die wahr , was Sie in deutschen Medien verbreiten, nehmen die wahr, wenn sie mit uns sprechen?“ Wimmer: „Ich weiß auf jeden Fall aus Gesprächen an diesem festlichen Abend -im Vorfeld- dass man sehr genau ähhm aus russicher Sicht beobachtet, welche Wirkung bestimmte Medien, ich sage jetzt mal aus der alternativen Szene, auf die Mainstreammedien haben, und ich habe klar gehört von einem Gesprächspartner, dass ähh KenFM als Modell für eine Netzverbreitung gesehen wird, die ääh argumentative Stärken aufweisen soll.“ [31:10 – 32:17]

Dass der von Jebsen, ebenso wie Wimmer, als Urgestein seiner Partei bezeichnete Albrecht Müller bei den Nachdenkseiten auf dieses Interview Wimmers hinwies, mit dessen Aussagen er sich nur in Bezug auf den Punkt der Wichtigkeit der Religion nicht gemein machen möchte, verwundert nicht mehr, nach allem, was Müller bisher so von sich gab.

Tags darauf ging es mit dem Thema der vom Angloamerikanischen Imperialismus bedrohten deutschen Souveränität in einer KenFM-Werbesendung mit dem spinnerten, antihedonistischen und homophoben Gerhard Wisnewski weiter, welcher nicht zum ersten Mal bei Kennieboy seinen Bullshit absondern durfte – und ebenfalls bei Kopp publiziert. Seine hochbrisanten Bücher, journallistische Meisterwerke für die Füße, waren schön auf einem Tischchen, hinter dem sie saßen, drapiert. Wisnewski schreibt unglaublich widerliche Hetzartikel – und unglaublich blöd. Ob er nun die Mondlandung in Frage stellt, Michelle Obama als Transvestit bezeichnet oder jedwedes terroristisches Attentat als falseflag-Aktion ominösen über den USA stehenden „wirkliche Machthabern“ zuordnet – Wisnewski beweist immer wieder neu, dass er nicht alle Latten am Zaun hat. Wenn er nicht von Jebsen interviewt wird, dann zum Beispiel von Michael Vogt – hier zum Thema ‚Flüchtlinge als Migratioswaffen‘, welches ja auch ein gern gesehens Thema von Jebsen, Hörstel, Wimmer und Co. ist. Welch dämliche Dinge Wisneski, der auch mal mit Compact-Chef Jürgen Elsässer und NRhZ-Autorin Fikentscher in den Iran auf Stipvisite zu Ahmadinedschad fährt, so schreibt  und redet, ist bemerkenswert. Das Publikum, welches Wisnewksi ansprechen kann, ist verschwörungsgläubig, schwulenfeindlich und  rassistisch gepolt, in Betracht kommende –Ismen außen vor gelassen. Das Interview bei KenFM wurde von Jebsen mit einem  Text eingeführt, der Wisnewski als knallharten Verfechter für die Gerechtigkeit, als journalisitschen Märtyrer darstellt, so wie Jebsen himself. Der dabei wieder einmal sein eigenes Schicksal ins Spiel bringt, welches er meint, nicht mit seinen nicht ins Jugendprogramm passenden, antisemitischen und antiamerikanischen Äusserungen erwirkt zu haben, sondern aufgrund der Reportage über heisse Eisen verwirkt bekam: „Wer dem Haussender, der Hauszeitung mit einer zu heißen Story kommt und es irgendwie schafft, diese gesendet oder ins Blatt zu bekommen, gerät sehr schnell selber ins Fadenkreuz derer, die im ganz großen Stil den Medienkrieg steuern und zu kontrollieren versuchen.“ Hierbei wurde Jebsen also Opfer von US-Amerikanern, von Zionisten – oder von von US-Amerikanern oder von Zionisten infiltrierten ‚Haussendern‚? Wisnweksi teilt mit Jebsen eine Leidenschaft, er bezeichnet einfach alles als inszeniert, egal ob Charlie Hebdo, 911 oder Bataclan, ob Migration, Mondlandung oder Klimawandel. Und verbreitet den gleichen und ähnlichen, gefährlichen Stuss wie Jebsen, zum Beispiel über angeblich nach 911 in den  Trümmern gefundene Ausweise. Dass Jebsen ihn diesem Werbeinterview zum Beispiel auf seine schwulenfeindlichen Äusserungen ansprechen würde – Fehlanzeige. Stattdessen wird Wisnewksi als soziologisch versierter, journalistischer Profi eingeführt, als knallharter Journalist, der der Wahrheit verpflichtet sei. Deutlich aber ist: Es zählt der Austausch von zwei 911-Truthern, einmal wieder wird Wisnewskis Shanksville-Story aufgewärmt. Die wohl, wie andere brandheisse Storys von Wisnewski nur aufgrund seines mangelhaften Englischverständnisses, bestehenden Ressentiments und blühender Phantasie entstand. Getreu dem Krankheitsbild wärem die beiden im Interview alle möglichen falseflag-Story, von RAF bis 911 auf. Und so lassen sie, man möchte ja bei dem „natürlichen Verbündeten“ Putin gut ankommen, die deutsch-russiche-Freundschaft hochleben, die natürlich durch das „angloamerikanische Imperium“ schon seit hundert Jahren bedroht und eingegrenzt würde. Die Hälfte des Interviews wird sich gegenseitig versichert, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet, für jeden der beiden Truther der Rauswurf ganz was tolles gewesen sei. Vom verbalen Auswurf der journalistischen Glazlichter, aufgurnd der Fülle an Dehmlichkeiten, hier nur zwei Ausschnitte:

Wisnewski: „…weil es schon immer ein Anliegen war, ähhm, Deutschland und die Osteuropäer nicht zu nah zusammenkommen zu lassen und ettwa ihre Synergiekräfte entfalten zu lassen-„ Jebsen: „Sehen wir im Moment.“ Wisnewski: „Ja, eben, deswegen auch diese ständig hochgepeitscht Feindschaft gegenüber Russland, die absolut künstlich ist, denn eigentlich sind Deutschland und Russland natürliche Verbündete, ne.“ Jebsen: „Schon aufgrund der ääh Nähe.“ Wisneski: „Aufgrund der Nähe-„ Jebsen: „-also, auf dem Landweg zu erreichen-„ Wisnewski: „-sie sind Nachbarn auf diesem Kontinent, und ähhm, ganz verkürzt fomuliert, sagt man eigenlitch hat man immer gesagt Russland hat die Rohstoffe und wir haben das Knowhow. Und das zusammen ist unschlagbar, das muss man sich mal vorstellen. Es ist nicht so, wie uns das heute präsentiert wird, die bösen Russen und wir vertragen uns nie mit denen, das ist absolut künstlich und das wird seit etwa hundert Jahren künstlich aufrecht erhalten, in Wirklichkeit sind Deutsche und Russen natürliche Verbündete.“ Jebsen: „Aber damit auch atürliche Konkurrenten des angloamerikanischen Empires.“ Wisnewski: „Korrekt.“ Jebsen: „Ja, also wir sprechen hier über die Herzlandtheorie, Mackinder.“ Wisnewski: „Das ist die größte Bedrohung für das angloamerikanische Imperium, mit die gößte, das Deutschland und Russland zusammenkommen könnten, das ist deren Alptraum-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Und deswegen tun sie alles seit hundert Jahren dafür, dass das nicht passieren kann.“  Jebsen: „Hmm.“  [26:55-28:06]

Immer wieder wird der gleiche Stuss aufgewärmt. Natürlich – Deutschland und Russland seien natürliche Verbündete im Weltenkampf mit dem angloamerikanischen Empire. Sogar Nachbarn. Polen, die Ukraine und Weissrussland spinnen sich die Aluhüte, wie auch mancher Politiker der Linken(.), gerne weg. Jeder, der etwas gegen die fiesen Pläne des bösen Imperiums unternimmt, wird mundtot gemacht. So wie Wisnewski und Jebsen, die Experten.

Jebsen: „Was wir in den Medien – das verstehen ja viele  Leute gar nicht, was Medien sind, ich empfehle ja immer Marshall McLuhan als Autor. aber – was wir in den Medien dann  erleben ist , derjenige, in diesem Fall das Imperium, die die Medien kontrollieren durch die entsprechenden Alphajournalisten, die wir spätestens seit der Anstalt auch kennen, ja – Uwe Krüger sei hier empfohlen auch, ähhm, das was die verkünden, das ist die Wahrheit, und alle anderen müssten sich dann dagegen durchsetzen, egal, wie unsinnig die Behauptung ist. Das ist ja das, wie die Medien arbeiten. Ich kann irgendetwas behaupten, ich hätte auch sagen können der Weihnachtsmann war am Set und wenn ich dann sag: es gibt den Weihnachtsmann nicht, dann muss ich, muss ich beweisen, dass die anderen totalen Käse erzählt haben, obwohl jeder sagt, ja das muss Käse sein. Warum ist das so?“ Wisnewski: „Das ist einfach die Medienmacht, die Arroganz der Medienmacht, ähh, wer am lautesten schreibt, hat Recht.“ Jebsen: „Und wer zuerst das tut.“ Wisnewski: „Ja.“ Jebsen: „Hmm.“ Wisnewski: „Ich sage ja immer, die schlimmste Verschwörungstheorie haben ja die Medien selber aufgestellt, und George W. Bush über Osama Bin Laden und seine 14 Räuber, die angeblich in der Lage waren, die Supermacht USA total kalt zu erwischen, in ihrem eigenen Luftraum vier Jets zu kontrollieren – ja, bin ich denn bei Alice im Wunderland oder wo, ja, hallo!“ Jebsen: (lacht) „Mit nem Telefon!“ Wisnewski: „Und, ähhm, ähhh, das heisst, die verkaufen uns die schlimmste aller Verschwörungstheorien-„ Jebsen: „Ja.“ Wsnewski: „-und behaupten, wir würden ohne Beweise arbeiten und selber Verschwörungstheorien aufstellen-“ Jebsen: „Nur, weil wir nicht gutgläubig sind.“ Wisnewksi: „Das ist eben Mittelalter, sag ich dann immer, das ist Mittelalterlogik, was von oben kommt stimmt. Punkt.“ Jebsen: „Aber das funktioniert ja dahingehend, dass wenn man sagt, das glaube ich nicht, dass man ja dann isoliert wird das ist ja das Mittel, mit Isolation und sozialer Isolation kaltstellen dann auch wirtschaftliche Zerstörung letztendlich, arbeitet man ja…wie kommt das denn beim Publikum an?(…) “ Wisnewski: „Also, ich es gibt beides. Alco. Ich dachte ja, ich kenne das nur aus den Geschichtsbüchern. Also, Verleumdung, Denunziation, Ausgrenzung, wirtschaftliche Zerstörung, Rufmord. Wir haben ja sogar in Deutschland Gesetze gegen sowas, ein Paragraph heisst politische Verdächtigung-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Aufgrund der Erfahrungen des Dritten Reiches hat man gesagt wir wolen nicht mehr,, dass in der neuen  Bundesrepublik Leute verleumdet uund politisch verdächtigt werden können und so ihre Existenz zerstört werden kann, denunziert werden können, das nennen wir politische Verdächtigung und machen das strafbar. Das wissen die wenigsten.“ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Das wissen die wenigsten Leute, dass es diesen Paragraphen gibt. Und trotzdem wird das dauernd ausgeübt, dieses Instrument der politischen verdächtigung, ja, ohne dass sich jemand so richtig dagegen wehren kann, und es gab die Leute, die mir auf die Schultern geklopft haben, und es gab die anderen, die haben die Straßenseite gewechselt. Und deswegen sage ich, ich dachte das   kenne ich nur aus ähhm dystopischen Romanen wie George Orwell oder aus der Vergangenheit, ja, von totalitären Diktaturen wie Stalinismus oder Drittes Reich.“ Jebsen: „Hm, ähhm, gabs einen Moment wo sie gemerkt haben, ich bin so ein bißchen hier Kafka, der Prozess?“ [40:17 43:34]

Alles arme, wahrheitssuchende Opfer also, die sich fühlen müssen, wie in einer Diktatur, wie im Dritten Reich. Und dies alles wird also ausgelöst von ein paar Alphajournalisten, die dem Imperium dienen. Für Jebsen muss es sein, als unterhalte er sich mit sich selbst. Peinlincher können die von Wisnewski vorgenommenen Verharmlosungen von Drittem Reich und Stalinismus nicht ausfallen. Aus genau solchen Gründen würde auch ich die Straßenseite wechseln, sollten sie mir begegnen (oder mit einer zusammengerollten Jungle-World auflauern?) .Jebsen und Co, die Saubermänner vom Dienst, drehen völlig frei. Wer seine selbst vergurkte berufliche Existenz höheren Mächten und einem ominösen Imperium, hinter dem diese „bestimmte Eliten“ zu verorten sein sollen, anlastet, sollte eben ruhiger treten.

Zum Ende des Interviews mit Wisnewski weist Jebsen, ähnlich wie bei dem letzten Wisnweski-Interview im vorigen Jahr, auf eine Buchpublikation des Pinocchio Wisnewski hin. Zufall? Oder stellt KenFM inzwischen auch eine Werbeplattform für Kopp, Compact und Co. dar? Es ist auffällig, dass vor einem Jahr eine Wisnewski-Bucherscheinung bei KenFM auf gleiche Weise beworben wurde. Auch Ken Jebsen muss sich finanzieren. Und, vielleicht ist bei dem an dämlichen Truthereien, demokratieschädlichem, israelfeindlichem, an dümmlichen Antisemitismen und Antiamerikanismen interessiertem Publikum nicht soviel an Spenden abzupumpen?

Ken Jebsen, Albrecht Müller und Konsorten beweisen immer wieder aufs neue, dass die Zuordnung in ein Querfrontnetzwerk, wie in der Studie der Otto-Brenner-Stiftung vorgenommen, richtig ist. Klar ist – wer den gefährlichen, demokratiefeindlichen Schwachsinn glaubt, welchen KenFM, Wimmer, Wisnewski und Co. verbreiten, dem ist nicht mehr zu helfen. Und muss auch nicht bedauert werden. 

Die einfache Weltsicht eines verbitterten alten Mannes

Jetzt komme ich noch zu einem Element das ganz wichtig ist, diese Stigmatisierung von der ich am Anfang geredet habe die hat etwas damit zu tun dass die andere Seite sag ich mal, anders als 1980, damals war es auch schon andeutungsweise aber heute die Medien fast völlig in der Hand hat.

Die Querfrontler begnügen sich mit dekomplexen Sichtweisen. Zum einen, da der gemeinsame Nenner griffig und einfach zu fassen sein muss. Zum anderen, da diese Denkweisen nur kindliche Dualismen und einfache Schwarzweiss-Schemata zulassen. Die Freund-Feind-Zuweisungen und paranoiden Vermutungen, welche in zahlreichen von Wichteln beklatschten Reden diverser Querfrontinterpreten enthalten sind, geben hiervon Zeugnis. Je paranoider der vorgebrachte Verschwörungsglaube, desto größer ist der Applaus. Und – am besten ziehen natürlich die publikumsträchtigen Hetzereien, welche die ‚konservativen‘ und linken politisch Verwahrlosten gleichsam hinter dem Ofen hervorlocken. Wie auch bei Pegida bilden Männer, besonders alte und verbitterte, die Mehrheit der Redner. Ob bei den zahlreichen Wichtelevents, oder in den ‚alternativen‘ Youtube-Kanälchen. exemplarisch für einen solchen verbitterten alten Mann, der jegliche Trennschärfe verloren hat (wenn er sie je besaß) und sich als links bezeichnet, soll sich dieser Text den Müllereien der jüngsten Zeit widmen.

Ein besonders krasses Ergebnis politischer Verwahrlosung stellt Albrecht Müllers im folgenden abgezeichnete, paranoide Logorrhoe dar. Seine bei dem Querfrontevent Stopp Ramstein gehaltene Schwurbelei ist die eines verbitterten, alten Mannes, der sein politisches Wohl immer mehr in den Reihen derjenigen sucht, die ein dekomplexes Weltbild pflegen. Müllers Dekomplexizität – ist sie schon immer da gewesen? Seine Rede steckt voller militärisch anmutender Übertragungen: Rudolf Scharping sei zum Beispiel bei einem USA-Besuch umgedreht worden. Er redet hier wie einer, der zu viele James-Bond-Romane gelesen hat. Müllers Denken scheint verzerrt – er ist auf der eine Seite, natürlich die Gute. Auf dieser ist er mit den anderen Aufgewachten, die er mehrmals so benennt. Auf der anderen Seite ist so eine Art amerikanisches Mordor und dessen Schergen.  [Hervorhebungen wurden natürlch durch durch den Verfasser gesetzt]

„Sprach mich eben einer, einer [schwer verständlich] von Ken Jebsen an, dass es wahrscheinlich außer mir einer von zwei Sozialdemokraten hier sind und ich wollte einfach mal Fragen gibt’s noch andere…toll. Und jetzt kann ich sehr schön den Bogen spannen, wenn ich jetzt auf der Hofgartenwiese in Bonn gewesen wäre, 1981, und ich hätte gefragt, da wäre das jeder zweite gewesen. Und das ist das ganze Elend das wir heute erleben, dass Menschen die für den Frieden demonstrieren und die etwas tun dass Frieden einkehrt und von den Deutschland nicht weiter äähhh Krieg nicht von Deutschland weiter betrieben wird, dass solche Menschen stigmatisiert werden, auf die Seite geschoben werden, verachtet werden und eben dann Gegenstand eines solchen Buches sind wie etwa Vorsicht Volk, dass muss man sich mal vorstellen. Und diese Stigmatisierung, diese Verächtlichmachung war einer der Grunde, warum ich mich für die neue Friedensbewegung im besonderen interessiert habe und warum ich auch hier stehe. [03:50] Ich habe vor anderthalb Jahren im April mitbekommen wie das losging, wie man gegen Menschen, die sich in Mahnwachen trafen oder die sich in Friedensgruppen trafen und die da demonstrierten, wie man die anging wegen Lächerlichkeiten, weil die den Begriff FED falsch verstanden haben oder was auch immer es war eine totale Aggression und es ging so weit, jetzt seit anderthalb Jahren ja, dass Leute wie Sie -wie wir- die Ihr hier seid auf ihr Anklagebank gehoben worden gesetzt worden sind und das finde ich so skandalös und da habe ich mir jetzt halt mal Gedanken gemacht wer eigentlich auf diese Anklagebank gehört. Da gehören zum Beispiel hin alle die, die diese Kriege in Syrien und Afghanistan gemacht haben und die Menschen hunderttausendfach getötet haben. Auf die Anklagebank gehören die Propagandisten der Militäreinsätze, das ist ja unglaublich wie selbstverständlich bei uns schon und unhinterfragt militärische Aktionen als ein Beitrag zu der Politik gewertet werden. Man muss ja jedesmal fragen hast Du noch alle Tassen im Schrank, wenn Leute so selbstverständlich davon ausgehen dass Militäreinsätze etwas bringen…. [Applaus]…ach so, auf die Anklagebank gehört der George Bush, der hat alleine durch diesen verlogene gründeten Irakmilitäreinsatz auch hunderttausende umgebracht und ist der eigentliche Vater des is, des islamischen Staates, zusammen mit den Saudis. [Applaus] Liebe Freundinnen und Freunde, wie sind in den letzten Jahren, in den letzten 25 Jahren, massiv betrogen worden und manchmal mache ich mir selbst den Vorwurf, obwohl ich 1999 wach war und obwohl ich mit wahrscheinlich auch vielen unter Euch gegen Tieffluglärm gekämpft habe – und übrigens mit Euch allen mit Erfolg,das willi ch euch mal sagen, man hat auch Erfolg wenn man demonstriert und wenn man opponiert. Also, obwohl ich damals schon wach war als SPD Bundestagsabgeordneter [06:20] , habe ich dann den Wechsel von gemeinsamer Sicherheit in Europa und Verständigung und nicht nur den Warschauer Pakt in Europa sondern auch die NATO loszuwerden, dass das von heute auf morgen stillschweigend umgedreht worden ist, das habe ich auch ein Stück weit verschlafen, obwohl es eigentlich schon früh erkennbar war und es erkennbar war wie deutsche Politiker umgedreht worden sind und ich will Euch drei Beispiele einfach mal sagen. 1991 gabs eine Wahl in Rheinland Pfalz und da kandidierte Rudolf Scharping und in Wahlkampf hat der gesagt ‚wir in Rheinland Pfalz wollen nicht weiter der Flugzeugträger der USA in Europa sein‘ [07:18] können Sie sich daran noch erinnern? Und dann ist er nach Amerika gefahren 1992 war das wohl oder schon 1991. Und kam wieder und war umgedreht. Wir haben damals eine Debatte gehabt in der Landesgruppe der SPD und des Saarlands in Bonn. Und er hat freimütig bekannt dass er sich an die Forderungen des SPD-Grundsatzprogramms wo drinstand dass wir gemeinsame Sicherheit mit Russland wollen, wo drin stand, dass wir sogar das Ende der NATO wollen, daran hat er sich nicht mehr halten wollen, so wirksam ist die Massage, die man in Washington erfährt (07:44]
[aus dem Publikum: das passiert immer wieder] und jetzt der zweite Fall, der zweite Fall des Umdrehens. Im Oktober 1998 haben sich auch wieder viele von uns gefreut, dass die Wahl für rotgrün gewonnen war. Und dann ist Joschka Fischer und Gerhard Schröder nach Washington gefahren und sie kamen wieder, haben übrigens den Vorsitzenden der SPD betrogen, das ist einer der Gründe, warum Oskar Lafontaine nicht mehr dabei ist. Sie haben dem Blinden versprochen dass sie mitmachen beim Bomben in Jugoslawien. So geht das bei uns. Kriegseinsätze – und dieser Einsatzort Bundeswehr in Jugoslawien war ein Sündenfall größten Ausmaßes, da ist nämlich [Applaus] da ist die Bundeswehr zum allerersten Mal out of area, außerhalb des NATO-Gebiets wie es heißt und überhaupt kriegerisch tätig geworden. Umgefüllt worden von einer Verteidigungsarmee zu einer Armee der Militäreinsätze. Das ist doch die gravierende Veränderung die in den letzten 25 Jahren stattgefunden hat. Der dritte Fall, der dritte Fall ist der von der Angela Merkel, es gibt unendlich viele andere noch, die mit der gelben – schwarzgelben Koalition vereinbart dass es keine Atonwaffen mehr geben soll bei uns, ja und es wurde auch beschlossen und dann lässt sie sich einfach Hhhmm nun ja, durch zqudern, sitzen. Plötzlich einmal ist sie nicht mehr dagegen und das ganze geschieht wie wir wissen auch in Rheinland Pfalz auf einem Flughafen und die deutsche Bundeswehr wird sogar an den Trägern mit äähh also am Tragen dieser Atomwaffen mit beteiligt. Dagegen gegen diese Veränderung, hin zu Kriegseinsätzen und weg von der gemeinsamen Sicherheit, dagegen demonstrieren wir heute und ganz konkret gegen de Nutzung von Ramstein für die Koordinierung für die elektronische Koordinierung des Drohneneinsatzes. Und dagegen zu demonstrieren lohnt sich wirklich. Jetzt komme ich noch zu einem Element das ganz wichtig ist, diese Stigmatisierung von der ich am Anfang geredet habe die hat etwas damit zu tun dass die andere Seite sag ich mal anders als 1980 damals war es auch schon andeutungsweise aber heute die Medien fast völlig Inder Hand hat. Und auch Medien von denen wir alle meinen, auch meine Freunde meinen dass die immer noch irgendwie fortschrittlich sind. Die Frankfurter Rundschau, die taz, die süddeutsche, auch die sind in diesen entscheidenden Fragen eingenordet auf Militäreinsätze. Ein unglaublicher Vorgang [11:00]. Und wenn man mal verstanden hat, welche Bedeutung die Meinungsmache für die politischen Entscheidungen hat, wenn man das mal verstanden hat, dann muss man wissen, dann weiß man dass man bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung ansetzen muss wenn man was ändern will. Dazu gehört ne Demonstration, dazu gehört aber auch äh sich einzumischen in wenns geht und halt eben auch gegenmedien zu schaffen. Das ist das, was ich seit zwölf Jahren tue, eben mit den Nachdenkseiten. Wir machen mit diesem Instrument den Versuch zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. Und wir sind nicht alleine, wir sind nicht alleine, es gibt Euch und es gibt sie und es gibt andere Medien, die sich daran beteiligen. Und da benenne ich jetzt heute früh ist es auch schon von von dem oder heute Mittag benannt worden, der Konstantin Wecker und es wäre zu nennen Weltnetz und ich nenne ganz bewusst den Ken Jebsen und seine Truppe [frenetischer Applaus] ich habe mich sehr damit beschäftigt, weil das bis in mein bis in unsere eigenen Reihen hineinwirkt, diese Stigmatisierung. Zu der süddeutschen habe ich mal geschrieben habe ich mal gesagt der redet zu schnell. Wir können nicht so schnell reden. Da sind wie wirklich benachteiligt. Aber, ich hab mich damit beschäftigt und ich finde: Selbst wenn es Differenzen da und dort gibt, die habe ich auch mit Willy Wimmer oder mit Norbert Blüm.“ [Applaus] [12:47]

Und das amerikanische Mordor ist natürlich böse, die einflussreichen Fühler reichen nach Good ol‘ Germany, einzig verschont geblieben von den Einflüsterungen des Bösen sind Müller und seine Mitstreiter.  Und Mordor, das ist sooo böse, dass zum Beispiel Rudolf Scharping eine Massage erhalten haben soll, die so wohltuend gewesen sei, dass er seine Politik, anders als ursprünglich beabsichtigt, geändert habe. Er sei den USA gewissermaßen hörig. Auch Angela Merkel wirft er genau dies vor: Umgedreht. Es mutet irre an. Multikausalität bereitet Müller Kopfschmerzen  – er hat es lieber einfach. Und andere Meinungen gehören verboten, gehören auf die Anklagebank. Wenn es nicht so ernst wäre – es könnte lustig sein. Und so präsentiert er dem johlenden Publikum zu was für grausamen Hirnverrenkungen er in der Lage ist. Die Propagandisten der Militäreinsätze gehören auf die Anklagebank? Wer ist für Müller ein Propagandist der Militäreinsätze – Müller verdeutlicht in seinem vorgetragenen Schwarzweissdenken immer wieder, dass alle, die gegen die Querfront-Friedensbewegung sind, Agenten der Rüstungsindustrie seien. Und alle, die von diesen kritisiert würden, sind nur arme Opfer. Genau betrachtet sind Müllers Reden zu diesem Thema, wie die von Jebsen auch, in die Länge gezogene Opferrituale. Müller – ein Opfer, Jebsen – ein Opfer. Wie die Friedensbewegung auch – den er diese Überzeugung gern aussprechen lässt und verlinkt.

Ach ja – das Buch ‚Vorsicht Volk aus dem Verbrecherverlag, über welches sich Müller so gern aufregt, dessen nüchterne Betrachtung hat ihn arg getroffen.

Wie diverse verrückte andere, aufgewachte Redner, die hin und wieder eine Demo der Montagsquerfront beglücken, fordert auch Albrecht Müller ein Gericht, vor das die von ihm so bezeichneten NATO-Verbrecher gestellt werden könnten. Zu den NATO-Verbrechern zählt Albrecht Müller, der sich in wütenden Schriften und durch Outings unschuldiger, kritischer Stimmen gegen Hinweise auf sein aktives Querfronttreiben wehren möchte, zetert nun wie ein beleidigtes Kind. Müller will nicht Querfront sein.  Er verteidigt sich lediglich dagegen, nicht rechtsextrem zu sein. Was ihm ja auch niemand vorwarf – eher, dass er die Vulgär-‚Kapitalismuskritischen‘ an ein Bündnis mit Rechtsextremen heranführt: ‚um denen da oben‘ zu schaden. Dass er Antisemitismen fördert – und offenbar auch fordert. Dass er solchen eine Stimme gibt, die Antisemitismus als Konstrukt begreifen, dass Ihnen und ihrer ‚Revolution‘ schaden solle.

Und wenn Müller etwas nicht selbst ausspricht, so setzt er Verlinkungen zu seinem Schützling Ken Jebsen, mit dessen Auswürfen er sich augenscheinlich  konform zeigt, Kritik daran bügelt er mit den gleichen verschwörungsgläubigen Ansätzen ab, mit denen er die ganze Welt erklärt. Müller und sein Bekanntenkreis dulden generell keine Kritik, wie beispielsweise die Satiresenf-Bloggerin Karin Burger am eigenen Leib erfahren durfte. Da sie aufgrund einer kritischen Nachfrage dem bösen NATO-Agenten-Rüstungsindustrie-Netzwerk zugerechnet wurde -wohl auch so eine Umgedrehte– wurde ihr Emailwechsel und ihre Identität -natürlich ohne ihr Einverständnis) von Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten veröffentlicht. Und damit einem Shitstorm von Ken Jebsens Fans ausgesetzt. Aber auch andere Blogger wurden schon Müllers Opfer.

In der jüngsten Ausgabe von Jebsens Selbsthilfegruppe verbitterter alter und junger Männer, die ihre Opferrituale gemeinsam aufführen, sitzt Albrecht Müller mit dem Antisemiten Peter König, der hinter allem Übel der Welt eine zionistische Weltverschwörung wittert. Hiermit hat Albrecht Müller wahrscheinlich keine Probleme, stört er sich doch auch nicht am Antisemitismus Jebsens – und findet er doch viele politische Schnittmengen mit populären deutschsprachigen -und auch internationalen- Antisemiten.  Der benannte Peter König, eigentlich kein Name, den man  kennen muss, lebte bereits in einem Einzelinterview bei Jebsen seinen Antisemitismus aus:

„…die Medien, ja ja, ich wollte überhaupt zu den Mitteln kommen. Es gibt im Prinzip drei Hauptinstrumente, die der Westen braucht. Das eine haben Sie gerade erwähnt, das sind die Medien. DIe Medien, die uns täglich ähh Nachrichten verbreiten, die zum Großen Teil Lügen sind, oder manipulierte Nachrichten sind, wir müssen uns bewusst sein, dass wir im Westen 90% der Nachrichten die wir kriegen im Westen sind von zionistisch-angloamerikanischen Medienkorporationen beherrscht…“

Ach ja – die zionistisch-angloamerikanischen Medienkooperationen aber auch. Ob es diese dekomplex-antisemitische Ansicht auf die Welt ist, die Albrecht Müller überzeugte, sich zusammen mit Peter König in Jebsens dreistündige  Pseudo-Talkshow zu setzen. ODer reicht ein bißchen Zuneigung bereits aus? Bei jemandem, der sich als Kooperationspartner von rtdeutsch bezeichnet und Texte von Autoren wie Willy Wimmer auf seiner Homepage veröffentlicht, die so auch bei Elsässers Compact stehen, ist das nicht so leicht zu sagen.

Was Müller aber wirklich auf die Bühne zu treiben scheint, das ist auch der Applaus der Menge, in dem er badet – es muss ein gutes Gefühl für diesen offenbar verbitterten alten Mann sein, wenn er Zuspruch erfährt. Auch, wenn der Zuspruch von Antisemiten, Antiamerikanern, politisch Verwirrten und Verwahrlosten kommt. Von solchen, die menschliches Leid, wie das der Flüchtlinge, instrumentalisieren.  Und sie als Waffe bezeichnen. Die sogar Nazis zu der Stopp-Ramstein-Demo lockten. Gegen den zum gemeinsamen Feind erklärten Gegner ist kein Mittel zu widerlich, auch Albrecht Müller nicht, der an anderer Stelle auch schon Willy Wimmer, der ebenfalls Flüchtlinge zu Migrationswaffen erklärt, die von den bösen Amerikanern geschickt würden – nebst IS, die Politik Viktor Orbans loben ließ. Und neben dem Antisemiten Peter König und Ken Jebsen, der gegen jeden klagt, der ihn Antisemiten nennt, sitzt also Albrecht Müller. Und redet dummes Zeug:

Müller: „Aber da war ja die Sache mit der Friedensbewegung.Und wenn Sie erlauben komme ich da nochmal drauf zurück, (Giannas: Wo ist sie) Ja – wo ist sie. ich glaube, da müssen wir auch nochmal gucken, es hängt viele mit dem anderen, mit den USA zusammen und überhaupt mit der Militarisierubg insgesamt, die Friedensbewegung hat ja mal versucht ihr Haupt zu erheben, im April oder März 2014 und dann sofort eine richtige Aggression gegen diese Leute los das äähh haben Sie erlebt hier in Berlin, das haben andere Leute im Land draußen erlebt ich habe das zunächst beobachtet und wunderte mich nur über die Aggressivität und – weil ich persönlich bin mit der Friedensbewegung in den 50er Jahren großgeworden, das gabs da auch schon mal gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und äh deshalb freue ich mich über jeden, der für Frieden demonstriert und gegen Krieg demonstriert und da habe ich mich gewundert, wieso diese Aggression gegen Idee Leute die da in Berlin demonstrieren und vielleicht mal ein falsches Wort zur FED gesagt haben oder sowas, warum diese Aggression. Und das zog sich durch durch das ganze Jahr 2014 und dann äh hat man ja immerhin den Friedenswinter und die Demonstration am 13. Dezember hingekriegt auch ohne – ohne dieses Was sofort als Etikett verteilt worden ist – Querfront. Also man kann Linke kritische friedensbewegte Leute sofort diskreditieren, wenn man ihnen das Etikett anhängt dass sie eigentlich rechts sind. Oder dass sie beides sind.“ Jebsen: „Würden Sie mal den Begriff Querfront erklären für alle die ihn nicht kennen?Müller: „Ja, gut. Das ist halt n äh alter Begriff, der wiederbelebt worden ist und eben sagt dass es eine Front von Rechten, in diesem Fall wird gesagt von den Reichsbürgern oder was mit den Linken, die jetzt da demonstriert haben, Mahnwachen und dergleichen mehr -„ Jebsen: „Friedenswinter-„ Müller: „Friedenswinter – dass es diese Querfront gibt. Und eigentlich sagte ich ich äh will damit sagen das ist ein Agitationserfolg dieser Gegner des Friedens und der Befürworter von militärischen kriegerischen Interventionen und ich dachte mit dem Friedenswinter sei das erledigt. Weil das also mit Herrn Drewermann als Hauptredner und keinem Rechten und damals haben Leute aus Berlin haben mir geschrieben wir waren da mit Fotos und haben und äh alles stimmte nicht was die die Frankfurter Rundschau, die taz und alle möglichen geschrieben haben im Dezember, stimmte alles nicht aber ich dachte trotzdem das ist irgendwie erledigt und jetzt kommt die Otto-Brenner-Stu- äh Stiftung mit einer Studie raus wo genau das Etikett wieder verteilt wird und sofort kommen wieder all die Journalisten wieder und die gleichen Medien und verbreiten das, ja. Die Studie selber ist zurückgezogen, vorläufig zurückgezogen mit massiven Fehlern, mit bösartigen Unterstellungen-„ Jebsen: „Sie kommen ja auch drin vor.“ Müller: „Ich komme auch drin vor, bei mir geht es so: Albrecht Müller, der dem ein Interview gegeben hat, von dem man sagt er sei Antisemit und Verschwörungstheoretiker, so ist die Beweislage einer solchen Studie aber es hat natürlich immer dann die Wirkung wenn andere das aufgreifen, dann geht es weiter. Und selbst wenn jetzt die Otto-Brenner-Stiftung die Studie ganz zurückziehen muss, was ich hoffe, dann wird immer noch hängenbleiben, was taz; die zeit, die Berliner Zeitung, der Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau und der Deutschlandfunk verbreitet haben. Das ist dann unter den Leuten und das setzt sich ja fort, schon der zweite Beitrag bei Telepolis von einem Peter Nowak.“ [01:17:41]  Jebsen: „Aber Herr Müller, die Frage die die doch klar ist, die Gazetten die Sie genannt haben – die Medien die Sie genannt haben, die sind ja sowohl von erzkonservativ bis äähh links außen, das ist doch merkwürdig. Also, man muss doch, also ich habe mir die Frage gestellt wer kann denn gegen die Friedensbewegung sein? Wer ist gegen die Friedensbewegung? Das sind genau so ähnliche Leute wie damals sag ich mal die gegen den Atomausstieg waren, gewesen sind. Leute, die was davon gehabt hätten, wenn wir weiter Atomkraft betrieben – betreiben würden. Menschen die gegen die Friedensbewegung sind brauchen Krieg, das kann nur die Rüstungsindustrie sein, die da involviert ist.“ Müller: „Richtig, aber die Macher im Hintergrund wissen dass man so eine Bewegung nur aushebeln kann, nicht wenn man von ganz rechts, also von der rheinischen Post oder vom Bayernkurier jetzt dagegen angeht, sondern man muss Leute finden die etwas ein fortschrittlicheres Image haben, um so eine Bewegung auszuhebeln. Das konnten Sie prima studieren bei der Agenda 2010 musste man Erhard Eppler und Günther Grass gewinnen die das befürwortet haben die Agenda 2010. Und beim ähh für den Jugoslawienkrieg musste man Joschka Fischer, ein Grüner, der auch mal links war und der war also dafür und Rudolf Scharping, da hat man keine reaktionären Militärs genommen, sondern diese progressiven Leute. Damit schafft man es besser, diese Meinung zu verändern. Und genauso ist es jetzt wieder geschehen, es sind ja fast keine reaktionären Zeitungen, Medien ‚ dabei gewesen-„ Jebsen: „Was ist denn eine odewie – wie gefährlich ist so etwas, wenn wenn wenn die Bevölkerung nicht mehr die Möglichkeit hat, an den Kiosk zu gehen und eine andere Meinung zu dem zu lesen was auf der Straße passiert, sondern wenn das homogen ist. Ist das gefährlich für eine Demokratie?“ Müller: „Hmm natürlich ist, das hebelt ja alles aus, es hebelt eine differenzierte Diskussion aus, es hebelt das Nachdenken über gute Lösungen aus, es hebelt im konkreten Fall äähh die Chance aus, gegen die Militarisierung jedes Konfliktes anzugehen. Das ist doch das Hauptproblem. Wir müssen doch Konflikte, die es immer gibt und die es gegeben hat, die müssten wir doch friedlich lösen. Da müssen doch wir uns verständigen darauf. Wir müssen die Konflikte in Europa dadurch lösen dass wir sagen jawohl wir wollen eine gemeinsame Sicherheit dieses Europas hier und Russlands und möglichst weit und wir verständigen und darauf. Und alle diese Dinge die natürlich der Rüstungsindustrie nicht entgegenkommen die werden torpediert und es wird ääähh eine Gegenpropaganda gemacht. [01:14:00 – 01:20:00 KenFM Positionen].

Müller und die Querfront – die Querfront und Müller. Er sprang auf einen Zug mit auf, der steigende Klickzahlen verspricht. Und seien wir ehrlich – mit den schon seit Jahren stattfindenden Verlinkungen, nicht nur zu KenFM, fuhr Müller schon eine Zeit lang mit, inzwischen führt er vorne aktiv bei.  Dem ganzen könnte auch eine Marktanalyse zugrunde liegen – etwas in der Art wie ‚wer spendet am meisten‘. Ist dies der Grund, warum er sich wie ein alter Gönner gebiert, wenn er Ken Jebsen als Redner lobt?

Er, der niemals antisemitische, antiamerikanische oder EU-feindliche Töne sich eingestehen wollte, aber eben diese Stimmen fördert und umhegt? Hat Journalistenhatz Recht – und wir können uns demnächst über die Müller-Jebsen-PArtei freuen? Die könnte dann mit Hörstels neuer Mitte koalieren. Für Müller muss der mediale Rummel um die Querfront und die durch KenFM-User neu hinzugekommenen Klickzahlen die Perspektiven zusätzlich verzerrt haben. In Jebsens Laberrunde lüftet Müller das Geheimnis, warum er länger nicht mehr von Gleichschaltung redet: Weil sich NDS-Leser über das verharmlosend verwendete Vokabular geärgert hätten (diese ehemaligen Leser hat Müller bestimmt schon länger verprellt). Ehrlichkeit kann erfrischend sein. Müller geht es nicht um die Sache – ihm geht’s um Klicks…


 

Exkurs zu Querfrontwilly – dem Scharnier im Querfrontnetzwerk:

Willy Wimmer ist so etwas wie ein Freund von Albrecht Müller, sie teilen außerdem die gleichen antiamerikanischen Grundeinstellungen. Bei den NDS werden immer wieder Texte von Willy Wimmer veröffentlicht. Analog zu Compact und KenFM, wo Wimmer ebenfalls umworben wird. Zu ersterem würde Müller jegliche Beziehung oder Gemeinsamkeit abstreiten, bei zweitem würde Müller sich über die Hubereien der von ihm phantasierten Gesinnungspolizei aufregen. In einem neuen Text von Wimmer bei den NDS echauffiert er sich über ‚Protokollbesuche‘, welche die Kanzlerin in Freital oder Heidenau ableiste – und über die Bezeichnung der besorgten Bürger als Mob. Analog hierzu weist er auf die Politiker Cameron oder Orban hin, die ein anderes BIld abgäben und Gesetzen Geltung verschafften. Christoph Hörstel, der auf derselben Veranstaltung wie Jebsen gegen Flüchtline hetzte und diese ebenfalls als Waffe bezeichnete, freute sich zu dieser Gelegenheit übrigens ebenfalls über Willy Wimmers Wirken.

In der KenFM-Gesprächsrunde Positionen, an der Müller und Wimmer beteiligt waren, ließ Wimmer seine revisionistischen Sprüche los. Auch Daniele Ganser, der von Linken wie rechten Querfrontlern bejubelt wird, beteiligte sich an den relativierenden Spielchen. Die USA spielten Deutschland schon seit 1878 (oder so) übel mit, implizierend, dass womöglich die ganzen Schandflecken der deutschen Historie nicht auf deren Mist gewachsen seien. Mit solchen Sprüche ist Wimmer kompatibel zu Müller (Die EU ist eine Kolonie der US-Amerikaner) wie auch zu Jürgen Elsässer, der offen gegen die USA und ‚Rothschild‚ hetzt.

Albrecht Müller hatte diverse Gelegenheiten, eigene Schritte rückwirkend kritisch zu betrachten. Tut er nicht. Zu tief sitzt die Überzeugung. Stattdessen regt er sich immer wieder über eine halluzinierte Gedankenpolizei auf, spricht von ‚Gleichschaltung‘ und Totschlagargumenten – und veröffentlicht auf seiner Seite NAchdenkseiten nur Dinge, die siene Meinung unterstützen. Wenn hierbei auch andere Thematiken und Sichtweisen Eingang finden, dann weil ihm diese egal sind, oder weil er sie auch hat.

Zum Beispiel verlinkte Willy Wimmer, verantwortlicher hierrfür Albrecht Müller, in einem bei den NDS erschienen Text zu einem Holocaustleugner und dem Zeitgeist-Verlag, ebenfalls in brauner Soße schwimmend. Albrecht Müller ficht das nicht an. Einwände bezeichnet er als gesteuert – und von Kritikern an ihm oder seinen Freunden veröffentlicht er auch mal die Emailadressen oder den Emailverkehr. Hochhuth ist übrigens auch bei Compact gern veröffentlichter Gastautor, er beteiligte sich, ebenso wie Wimmer, an den ‚Compact-Live‚-Konferenzen.

Wenn in der Compact ein Aufruf steht, so könnte er inzwischen eben auch ebenso gut in den Nachdenkseiten veröffentlicht stehen – ob ‚Souveränität für Deutschland‘, oder ‚Freiheit für Deutschland‘. Handelt es sich nun um mehr ‚Souveränität‘ für Deutschland, ein ‚raus aus der NATO‘ – oder eben Artikel zur Gesinnungspolizei. Die Nachdenkseiten sind ein Stückchen mehr rechtsoffen geworden- und entsprechende Leserkommentare bekommen sie auch, einfach auf dem Nachdenkseiten-Facebookkanal zu besichtigen. Da wird sich über Gutmenschen aufgeregt, über die Verwendung politisch-korrekter Sprache (Ich kauf immer noch Mohrenköpfe, mimimi) über die Verwendung des Wortes Antisemitismus als ‚Totschlaginstrument‘. Warum auch nicht. Es werden dort ja auch Linke-Politiker mit ihren Texten oder Buchneurscheinungen beworben, die nichts anders sagen. ‚Sekundärer Antisemitismus ist ein Konstrukt, Antisemitismus ein Totschlaginstrument, das als Waffe eingesetzt würde, um Menschen mundtot zu machen‘. Und so freuen sich die NDS über gestiegene Zugriffszahlen.

Willy Wimmer: man kann wenn man Herr Pohlmann so hört, kann man bestimmt mit Fug und Recht eins sagen: Joseph Goebbels hat mit der (äääh) deutschen Presse (Hhhmm) größere Schwierigkeiten gehabt, als die NATO mit dem was wir jeden Morgen lesen können.“ ( KenFM-Positionen#1 Minute: 37:50)

Es sind weniger die ausgesprochenen, irre anmutenden Vorwürfe. Es sind die dahinter im Raum stehenden, zwischen den Zeilen seiner Rede verborgenen Anschuldigungen, die sich in seinen Querfrontkurs einfügen.


 

Zu dieser Querfront gehören  neben Jebsen, Müller, Willy Wimmer auch der in diesem Text schon genannte rechtsextreme Antisemit Christoph Hörstel, der hinter den Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte quer durch Deutschland den Verfassungsschutz vermutet und Angst hat, dass er vom deutschen Staat per Chemtrails mit Barium, Aluminium etc. vergiftet wird. Hörstel wurde auch schon von Jebsen interviewt. Es ist eine feine Clique, die da über ein paar Schnittstellen verbunden ist. Und der von Müller gepriesene Jebsen stellt einen Knoten dar, über den die Galionsfiguren der antisemitischen und antiamerikanischen Querfront verbunden sind. Christoph Hörstel, Lars Mährholz, Albrecht Müller, Martin Lejeune, Udo UlfkotteEvelyn Hecht-Galinski. Und viele weitere. Auch Christoph Hörstel bezeichnete Menschen als Waffen, auch WIlly Wimmer und Ken Jebsen stiessen in dieses Horn. Und Reiner Braun macht den Wichteln bei senen Reden Angst davor, dass sie mit Flüchtlingen, die natürlich auch noch das neoliberale System mitstützen würden, konkurrieren müssen. Und so versuchten sie auch den einen oder anderen besorgten Bürger anzusprechen, der sich gegen Ramstein und dei bösen Amis wendet, weil sie ihm diese menschlichen Flüchtlingswaffen auf den ressentimentgenährten deutschen Pelz hetzen.

Auch Jebsen will nicht Querfront sein. Auch wenn er Antisemitismen am laufenden Band absondert, auch wenn er Antisemiten fördert, sich mit Ihnen auf eine Bühne stellt. Auch wenn Rendite Querfront mit all Ihren Simplizismen verkörpert. In Berlin, am dritten deutschlandweiten Wahnmachertreffen, trat er unter anderem mit Christoph Hörstel auf. Christoph Hörstel ist einer der deutschen ‚Top‘-Antisemiten, der vor allem auf iranischen Radiosendern gegen Israel und Amerika jetzt. Oder der durch Deutschland tingelt, um dort vor AfD-Rentnern und anderen rassistischen Antisemiten in Bürgergemeinschaftshäusern selbiges zu tun. Seine Obsession gilt, wie die von Jebsen, vor allem den USA und Israel, aber natürlich auch den ‚Eliten‘.

Jebsen also möchte kein Antisemit und nicht Querfront sein, tritt aber mit Hörstel, beziehungsweise auf derselben Bühne wie er auf.  Hörstel, der neben dem Erfolg seines Parteiprojekt ‚Neue Mitte‘ Horst Mahler-like von Nürnberg-artigen Gerichten, neuen Verfassungen und Völkerbündnissen träumt. Jebsen hatte Hörstel natürlich auch schon zu Gast in seiner Sendung – Themen waren neben vielen anderem Irrsinn natürlich Israel und die USA.

Albrecht Müller muss sich nicht über Querfrontverweise seiner Person beschweren. Albrecht Müller zelebriert in dieser Rede nichts anderes als diverse andere Querfrontler. Er macht sich abermals zum Opfer: Alle, die gegen die Friedensbewerung anschrieben, seien böse. Alle, die sich gegen ihn, Ken Jebsen und die anderen Interpreten der Wahnmichel stellen, stellen in seinen Augen wohl Verräter dar, einen neoliberale Agenten. Was nur die Enkelkinder hiervon halten? Und wie Müller mit neoliberalen Agenten verfährt, das ist am schon genannten Beispiel der Satirebloggerin Karin Burger zu sehen, die von Müller bei den NDS mit Arbeitsplatz und Emailadresse geoutet wurde. Auch hier legte Müller, als auch sein nach seinen eigenen Worten zu schließende, aluhuttragende Kumpel Professor Maus einen Beweis dafür ab, dass sie sich die Weltsicht so einfach wie möglich machen. Auch Müllers Rede in Ramsein ist ein Zeugnis dieser dekomplexitären Denkweisen. Ist es das Alter – oder war Müllers Denken schon immer in so eine formelhafte Schwarz-Weiss-Sicht gepresst? Es ist auf jeden Fall erschreckend, wie solche Leute, die in ihrem Leben nicht ohne politische Verantwortung waren und es noch sind, reden.

Albrecht Müllers Nachdenkseiten sind inzwischen ja auch Kooperationspartner von rtdeutsch. Erscheint ein Text von Müller bei rtdeutsch, wo es im Gegensatz zu den Nachdenkseiten eine Kommentarfunktion gibt, so wird deutlich, dass Müllers in diesem Umfeld veröffentlichte Paranoia auch bei solchen ansetzt, mit denen der ‚linke‘ Albrecht Müller wahrscheinlich so gar nichts zu tun haben möchte. Dort werden seine Gedanken von homophoben Reichsbürgern bejubelt, wie an den Kommentaren zu sehen ist. Auch in der leider inzwischen wohl aufgrund von Klagen (hat da jemand gelsässert?) zurückgenommenen Studie der Otto-Brenner-Stiftung fanden die Nachdenkseiten Erwähnung. Um dort den gleichen Raum einzunehmen wie Compact, muss Albrecht Müller aber noch etwas werkeln. Er verkündet
bei Jebsen, dass 300.000 tägliche Klicks auf die NDS sein Ziel sind. Woher diese Klicks kommen, das ist Müller egal.

Und so pflegen die Querfrontler weiter ihre Opferrituale, feiern sich in klassischer Täter-Opfer-Umkehr als stigmatisierte Opfer – und sprechen besorgte Bürger an. Sammeln Spenden. Seien wir auf die Müller-Jebsen-Partei gespannt

Edit: …natürlich heißt die Satiresenf-Bloggerin Karin Burger – nicht, wie ursprünglich geschrieben stand, Karin Müller. Der Fehler wurde ausgebessert.

Die Wichtel, die ‚Linke‘ und die Nazis – Jebsen trommelt Nazipack nach Ramstein

Albrecht Müller, Ken Jebsen, Sabine Schiffer und Konsorten heulen, weil Querfrontler auch Querfrontler genannt werden. Ein anderes, leidiges Thema dieser Chose ist, dass sie ebenfalls Antisemiten nicht als Antisemiten bezeichnet sehen wollen. Alter Hut. Auch wenn die Bande noch so deutlich ist…

Wolfgang Storz, der Verfasser der Querfrontstudie, die die Wichtel in Rage bringt, legte inzwischen nach.

Nicht sträuben gegen die Belastung mit der Querfront, dies macht Riexinger, Vorstand von dieLinke. Neben anderen Linken.-Mitgliedern, wie z.B. Diether Dehm, unterzeichnet er den Stopp-Ramstein-Appell, zu dem auch mit Ken Jebsen als Zugfigur mobilisiert wird. Auf alte Parteitagsbeschlüsse, dass mit der Querfront um den Friedenswinter nicht paktiert würde, wird gepfiffen – auch vom Vorsitz.

Auch Albrecht Müller von den Nachdenkseiten bewirbt die Stopp-Ramstein-Kampagne. Neben diversen Apologien auf Jebsen. Auch Müller will nicht Querfront sein – und wittert hinter denen, die ihn, Jebsen und alle Wichtel als das benennen, was sie sind, Verschwörer, Spindoctoren und weiß der Geier was – er, der sich in wütenden Schriften und durch Outings unschuldiger, kritischer Stimmen gegen Hinweise auf sein aktives Querfronttreiben wehren möchte, zetert nun ebenfalls wie ein beleidigtes Kind – hier z.B. im Kontext-Interview.

Jebsen nun beweist in seiner lächerlichen Kritik an Storz Studie vortrefflich, warum er der Querfront zuzuordnen ist. In seiner egozentrischen ‚Medienbeschau‘ MemyselfandMedien, wo sich Jebsen über diejenigen auslässt, die ihn kritisieren, bezeichnet er nicht nur Politiker in Generale bei Minute 7:30 als Puppen -fast hätte er wohl Kasperlepuppen gesagt, oder den Bundestag als Schwatzbude bezeichnet. Nein – Jebsen ruft mal wieder zur ganz großen Querfront und trommelt die gewalttätigen, mordlüsternen Rassisten zu seinen Wichteleien, Jebsen will den Nazimob nach Ramstein locken. Mit Nazis gegen ‚Amerika‚ demonstrieren, das geht für Jebsen klar und darf niemanden verwundern. Deutlicher können Querfrontbestrebungen nicht formuliert werden – weil die bösen Amerikaner (natürlich) die „Massenfluchten“ per Drohnenmord organsierten und auslösten:

…während ich in Griechenland war, als ich in der Zeitung las, dass in Deutschland wieder Flüchtlingsheime brennen. Das kotzt mich natürlich dermaßen an, ja äh und deswegen will ich an dieser Stelle diesem äääh ja wie soll ich sagen diesem durchgeknallten Mob, die irgendwie die Faxen dicke haben gefrustet sind und ein Ventil suchen – und deswegen z.B. in Heidenau randalieren und Menschen bedrohen, denen will ich Folgendes sagen: wenn ihr Probleme habt mit Flüchtlingen oder weil ihr selbst vielleicht am unteren Teil des Troges seid, weil ihr sagt ‚hier die kriegen hier neue t-Shirts und ich nicht und so‘, wenn Ihr also ein Problem mit diesen Flüchtlingen habt und Euch denkt, die sollen doch nach Hause gehen, dann solltet Ihr Euch konsequenterweise die Frage stellen, ääähhm warum Ihr nicht nach den eigentlichen Ursachen sucht, denn dass die hierherkommen hat unter Umständen -nicht nur unter Umständen hat damit zu tun, dass Sie in ihren Ländern nicht mehr sicher sind, weil da auch der Westen auch die NATO, also wir ja auch – unsere Regierungen an Bombardements mit beteiligt ist. Und deswegen ich finde ich es ziemlich feige, äähh dass ihr versucht denen auf die Fresse zu hauen, weil – das äääh macht Ihr nur deswegen, nur weil ihr zu feige seid äääh Euch mal Richtung Bundeskanzleramt zu bewegen, also weil ihr an Flintenuschi Herr Gauck und FrauMerkel nicht rankommt, und deswegen schnappt Ihr Euch dann irgendwelche Menschen die auf der Flucht sind und versucht denen irgendwie den Garaus zu machen das ist ne ganz miese Tour aber wenn Ihr wirklich Eier habt sag ich an dieser Stelle mal, und wenn Ihr wirklich mal an die Stelle gehen wollt wo man sagen kann da fängt das Flüchtlingsdrama an, an die Quelle ja, wo Ihr Euren Frust mal so richtig abladen könnt, dann empfehle ich Euch mal diesen Ort Ramstein, das ist ja nicht nur ne Band, das ist ja auch der größte Stützpunkt der Amerikaner außerhalb der USA, und von dort aus werden sämtliche Drohnen, die irgendwo Menschen äääähhhh umbringen und dann Fluchten auch quasi herbeiführen, ja Massenfluchten herbeiführen weil sie einfach Flächenbombardements quasi organisieren da werden die ja quasi koordiniert, also Deutschland ist das ja und fahrt doch einfach mal nach Ramstein, liebe rechte Freunde, fahrt einfach nach Ramstein und bringt Euren Unmut dort mal zum Ausdruck dort trefft Ihr dann auch auf sehr viel Polizei oder auf amerikanische Sicherheitskräfte aber weil Ihr ja so schlagkräftig seid ähm näh…[37:15-39:05]

Und – bei 28:35 sagt Jebsen, dass Mitglieder der Atlantikbrücke ihre Mitgliedschaft ‚auf dem Kragen tragen sollten‚ da sie wegen ‚amerikanischen Interessen‚ befangen wären und über die Medien manipulierten.

Dass die Linke einen nationalistischen Ruck durchmacht, neben dem ausufernden Antisemitismus, dies zeichnet sich schon lange ab. Sollte die Linke sich nun noch aus dieser lächerlichen Stop-Ramstein Kampagne zurückziehen – so liegt das Kind trotzdem schon lange sterbend im Brunnen.

Linke Rufmordlegende: Geleugneter Hardcore-Antisemitismus

„Sie bestimmen auf diesem Erdball, sie legen aus, was Recht ist und was Unrecht…“ (Ken Jebsen)

Zahlreiche Interpreten der Friedensbewegung und einer diffusen Gegenöffentlichkeit, hierunter Journalisten, Verleger und auch Vertreter diverser Parteien, stricken bedächtig an der Legende, gegen sie und ihre Ideen vorgebrachte Kritik hätte den Zweck der Spaltung, sei ein neoliberales Manöver oder eine Strategie von Kriegsbefürwortern. Einer der zentralen Kritikpunkte, der des Antisemitismus, wird in Täter-Opfer-Umkehrung immer wieder als Totschlagargument, Rufmord oder Antisemitismuskeule bezeichnet, womit offenbar gerade die Galionsfiguren der Friedensbewegung, des Friedenswinters, oder der ’neuen‘ Stop-Ramstein-Kampagne, geschützt werden sollen. Hinweise auf Hardcore-Antisemitismus werden nach wie vor abgetan, Antisemitismus zur (Israel-)Kritik verklärt.

Und dann gab es auch immer wieder Kontakt mit verschiedenen anderen Menschen, wir kamen unter anderem auch mal auf das Thema Israel, über das ich nicht so oft spreche, weil es langweilt mich eigentlich, weil da tut sich nichts, ich kann an dieser Stelle ganz klar sagen ich habe kein Problem mit den Juden in Israel, mit den Israelis überhaupt nichts, ich habe ein Riesenproblem mit der israelischen Besatzungspolitik die ist nicht in Ordung das ist barbarisch und das muss man als Deutscher aussprechen, sonst hat man nichts aus dem zweiten Weltkrieg gelernt.” 

„Die israelische Regierung ist wahnsinnig und raffgierig(…)das rassistische Israel unserer Tage, ein Apartheidsstaat, der jegliches Mitgefühl gegenüber Nichtjuden jedenTag mehr und mehr zu verlieren scheint, pervertiert auch das Judentum.“( Jebsen)

Ken Jebsen, eine zentrale Figur der rostbraunen Querfront, die also nach eigener Aussage weder etwas gegen Israelis oder Juden hat, produzierte das im folgenden zum Teil transkribierte, vor drei Jahren erschienene Video „KenFM über: Die deutsch israelische Freundschaft„. An dieser Stelle wird keine Verlinkung gesetzt, da jeder Zugriff seitens Jebsen als Erfolg ausschlachtet wird. Auch hier streute Jebsen klassische, sekundäre und separatistische Antisemitismen, Aniisraelismus, Revisionismus, Antiamerikanismus und generelle NS-Vergleiche ein, dass es nur so kracht. Durch die hier dargestellten, kurzen Transkiptelemente soll nochmals verdeutlicht werden, dass Jebsen, entgegen ständiger Beteuerungen, antisemitische Aussagen zuhauf tätigt; und – mit wem und was sich gemein macht, wer mit Jebsen kooperiert – und hierbei noch mit dem (ohnehin problematischen) Begriff Israelkritik operiert. Dass Linken-Politiker wie Wolfgang Gehrcke,Dieter Dehm, oder der SPD-Altpolitiker und Nachdenkseiten-Macher Albrecht Müller, Jebsen Antisemitismus nicht erkennen, nicht erkennen wollen -und leugnen-, liegt wohl in deren Auffassung begründet, dass Antisemitismus als Waffe gegen unliebsame Personen, als stigmatisierendes Element, eingesetzt werde.

Theorien zu Kommunikationslatenz, Umwegkommunikation, Selbstviktimisierung und Täter-Opfer-Umkehr taugen zur Erklärung des obsessiven Verhaltens gegenüber Israel. Umwegkommunikation findet nicht nur über die Ausweichkanäle Antizionismus, Antiisraelismus und Antiamerikanismus statt, sie strukturiert gewissermaßen die wahnhafte Hetze gegen als Verschwörer geschilderte und schwammig so bezeichnete Eliten, die selbst kryptoantisemitisch ist. In der Selbstwahrnehmung dieser sich als links Empfindenden ist es störend, sich -oder Teilen seines Projekts selbst-, antisemitische Tendenzen einzugestehen. Es kann nicht sein was nicht sein darf, Verleugnung, Verdrehung und die Unterstellung der Diffamierung  ist gängige Reaktion. Es wird, wie in Gehrckes Buch, vom unschuldigen Antisemiten, in Opferrhetorik, gesprochen. In einem Interview mit Jens Wernicke von den Nachdenkseiten trifft Gehrcke folgende kryproantisemitische Aussage, anzumerken ist, dass Wolgang Gehrcke sogar öffentlich äußert, dass sekundärer Antisemitismus nur als Konstruktion existiere:

„Vor und während der Nazizeit galten Linke, Demokraten, Sozialisten und Kommunisten allemal, es galten Intellektuelle, bildende Künstler, Schriftsteller, Musiker, Theaterleute nämlich selbst als „verjudet“ – und das nicht nur in der Rechtsaußenpropaganda, sondern auch und vor allem im Alltagsbewusstsein. Dass dieses Stigma in den letzten Jahrzehnten nun genau in sein Gegenteil verkehrt worden ist, dass namentlich Linke jetzt nicht mehr als verjudet, sondern als antisemitisch gelten, muss einem ernsthaft zu denken geben. Geschieht das zufällig oder spontan oder sind dahinter nicht vielmehr auch planende Köpfe und Netzwerke erkennbar, die hierdurch konkreten Interessen Vorschub leisten?“ (Wolfgang Gehrcke)

Soviel zum Kryptoantisemitismus, soviel zum Fachwissen über Antisemitismus seitens Gehrcke. „Planende(n) Köpfe(n) und Netzwerke(n)“ sollen also die -natürlich gänzlich unbegründeten- Vorwürfe zugrundeliegen und so „konkreten Interessen Vorschub leisten„. Wessen Interessen das sein könnten, hierüber schweigt sich Gehrcke stolpernd aus. Gehrcke ließ sich von Ken Jebsen hofieren, der für ihn wahrscheinlich auch einer dieser namentlichen Linken ist. Ist ja auch super Wahlwerbung. Er gab ihm ein langes Interview und nutzte die KenFM-Bühne auch zur Werbung für die Wichtelveranstaltung Friedenswinter. Ken Jebsen, der in Gehrckes Augen wohl auch nur ein Opfer einer Rufmordkampagne darstellt, löschte im vergangenem Jahr sein Video „Zionistischer Rassismus“ und behauptete abwechselnd, er hätte die getätigten Aussagen nie getätigt, oder nie so gemeint, vor allem wäre er absichtlich falsch verstanden worden. Um ihm, um einer Friedensbewegung im Allgemeinen, zu schaden. Die Beispiele für Jebsens Antisemitismus sind aber so zahlreich, dass er nahezu jedes seiner Videos löschen müsste.

„Sie bestimmen auf diesem Erdball, sie legen aus, was Recht ist, und was Unrecht. Recht kann vieles sein, Unrecht aber auf jeden fall alle Ideen anderer Völkerund Interessen, die amerikanischen Interessen zuwiderlaufen, wobei zuwiderlaufen da anfängt, wo Nichtamerikaner eine bessere Idee haben. Dann werden sie zur Konkurrenz und werden bekämpft. Wer Stress mit den USA bekommen möchte, muss ein Raumschiff gar nicht auf Kollisionskurs schicken, es reicht wenn er übersetzt gesprochen eine eigene Rakete in den Orbit schickt. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, flattert als unsichtbare Botschaft überall dort mit, wo die amerikanische Flagge gehisst wird. Die Selbstverständlichkeit, mit der diese Ellbogenpolitik, eine Politik der Militärs, mit Stärke durchgesetzt wird, fusst auf der Einleitung von Anatomie des Friedens. Nichts kann das wahre Bild der Zustände und Ereignisse in der Welt mehr verzerren, als im eigenen Land das Zentrum der Welt zu erblicken und  in Beziehung zu diesem festen, unverrückbaren Punkt zu sehen. Wohin diese Haltung führt, hat Nazdeutschland auf erschreckende Weise vorgeführt. Am Ende stand kein Stein mehr auf dem anderen. Der Stunde Null waren aber Jahre von menschlichen Nullen vorausgegangen. Das Land der Dichter und Denker hatte es in nur dreizehn Jahren Naziherrschaft fertig bekommen, vollständig gehirngewaschen die eigene Katastrophe vorzubereiten und dabei ohne mit der Wimper zu zucken Millionen von Menschen auf Befehl von oben industriell, quasi nach Maßgabe der Planwirtschaft, zu ermorden. Das alles konnte nur geschehen weil die Software des absoluten Gehorsams vierundzwanzg Stunden am Tag in den Köfen des deutschen Volkes ratterte. Dieser absolute Gehorsam erstickte jede Art von Widerspruch, jede Form von  Zweifel. Führer befiehl, wir folgen. War mehr als ein Befehl, es war die Null und Eins im Zentralrechner des deutschen Kollektivbewusstseins in der Adolf Hitler das Unterbewusstsein verkörperte. Den Chefprogrammierer. Er war Du, und Du warst er und Deutschland, Deutschland über alles war der gemeinsame Volkskörper, eine perverse Kombination die nur im Tod beider enden konnte. Adolf Hitler fiel offiziell im Kampf und die Hinterbliebenen erwachten im Anschluss aus einem Alptraum, den sie selbst gezimmert hatten.“ [1:50 – 3:55]

Ist schon der Vergleich zwischen NS-Deutschland und den USA geschmacklos und daneben -ein gutes Beispiel für Jebsens Antiamerikanismus und ein ebensolches für seine verzerrte Wahrnehmung- zieht Jebsen mit einem direkten Vergleich zwischen Israel und NS-Deutschland ein weiteres Register seiner beschränkten, antisemitischen Klaviatur. Bemerkenswert und bezeichnend ist auch, wie wirr Jebsen von den USA zu Israel springt.

Eine ähnliche, wahnhafte Kombination zwischen Staat und Regierung erleben wir heute in Israel. Das Land ist nicht auf dem Weg in ein faschistoides System, nein, es hat diese Grenze seit langem überschritten. Die Bürger merken nichts mehr und ihre Regierung hat leichtes Spiel die Einwohner von immer perverseren Ideen zu überzeugen. Israel 2012 und  Deutschland ’39 haben mehr gemeinsam, als es der Welt recht sein kann und vor allem die Deutschen wahrhaben wollen. Wie wir aus Erfahrung wisse, ist die Grundfläche eines Landes nicht unbedingt entscheidend ob dieses Land dem sehr viel größeren Rest gefährlich werden kann. Israel ist ein Zwergstaat, aber bis an die Zähne bewaffnet. Auch Deutschland war auf Eurasien betrachtet selbst als es noch größer wahr eher ein Land mit überschaubarer Grundfläche, aber eben auch bis an die Zähne bewaffnet. Genau wie heute Israel, war dieses Deutschland damals von Nachbarn umgeben, die ziemlich mit sich selber beschäftigt waren und dabei übersahen, dass sich das Reich auf einen neuen großen Krieg vorbereitete. Auf allen Gebieten. Hochmut und vermeintliche Überlegenheit waren damals wie heute die ideologische Basis, wenn Staaten an Größenwahn erkrankten. Im mittleren Osten ist das heutige Israel unbestritten die Militärmacht. Es stellt selber modernste Waffensysteme her und verfügt über hunderte Atomsprengköpfe, die eine Zerstörungskraft besitzen, die das tausendfache der Hiroshima-Bombe aufweisen.“

Die von Jebsen aufgemachten Vergleiche zwischen Israel und NS-Deutschland sind nicht nur absolut hanebüchen – sie sind ein gutes Beispiel für dessen Wahnweltbild und angewandten sekundären Antisemitismus. Das Land der Überlebenden und Nachkommen des Holocaust mit dessen Organisatoren und freiwilligen Helfern zu vergleichen, ist mehr als geschmacklos. Dass er im Modus des Schuldabwehrantisemitismus nicht nur dem Staatswesen, sondern auch der Bevölkerung, ein funktionieren wie im Dritten Reich unterstellt, ist nur eine vieler geschmackloser Spitzen.

„Dazu ist Israel im Besitz von Trägersystemen, sprich Ballistischen Raketen, die mit einer Reichweite von über 5000 Kilometern Großstädte auch in ganz Europa locker erreichen können. Wozu braucht ein Land, das an seine offiziellen Feinde angrenzt, bzw. mit dem Iran höchstens eine Entfernung von 1800 Kilometern bis 2000 Kilometern zu überbrücken hat, Raketen, die solche Distanzen überwinden? Dazu gab Moshe Daian, die israelische Militärlegende, schon vor Jahren die entsprechende Antwort. Die meisten europäischen großstädte, sind Ziele unserer Luftwaffe. Merke: Israel betreibt in Dimona ein von der Welt völlig unkontrolliertes Atomprogramm. Es bewegt sich außerhalb jeglicher Kontrolle. In Verbindung mit einer derat faschistischen Regierung ist es nur ein kleiner Schritt bis zum nuklearen Holocaust. Drücken wir uns den Daumen, dass im gelobten Land niemand den Daumen drückt.“ [3:55 – 6:15]

Die Unterstellung, dass Israels Regierung faschistisch sei, bringt Jebsen mehrmals vor.  Als Steigerung spricht Jebsen in diesem direkten NS-Vergleich zusätzlich von ‚nuklearem Holocaust‚. An anderer Stelle unterstellte Jebsen Israel die Absicht einer Endlösung der Palästinenserfrage. Deutlicher kann der einem NS-Vergleich meist innewohnende sekundäre Antisemitismus und Antiisraelismus sich schwerlich äußern – und Jebsen ist mehrfacher Wiederholungstäter. Aber ein Antisemit – dies möchte Jebsen nicht sein. Auffällig ist die skurril anmutende Bewunderung für eine „israelische Militärlegende“, die Jebsen in den verachtenden Gesamtrahmen einbettet.

„Als der israelische Staatsbürger  Mordechai Vanunu der Jahre in den Atomlabors in Dimona gearbeitet hatte, sein Schweigen brach, heimlich Fotos in der Anlage machte und sich mit diesen an die britische Presse wandte, wurde er 1986 vom Mossad in Rom entführt und landete für 18 Jahre in israelischer Einzelhaft. Einem fensterlosen Raum von der Größe einer Garage. Diese Art der Inhaftierung setzt auf Vernichtung des Individuums.“

Dass Israel eigene Bürger so behandele, dass man sich über den Umgang Israels mitNichtjuden“ nicht wundern müsse, wie Jebsen sagt, zeigt sein Unvermögen, zwischen Bürgern Israels, Israelis, Juden und israelischen Juden trennen zu können.

„Wer so mit seinen eigenen Bürgern umspringt, über dessen Umgang mit Nichtjuden muss man sich nicht wundern. Dass Israel wenn es um den Einsatz von Chemiewaffen geht, nicht zimperlich ist, ist bekannt. In Gaza zum Beispiel kam es zum Einsatz von Nervengas, das bei den Opfern zu unükontrolliertem Zittern des gesamten Körpers führte. Diese Dauer epileptischer Anfälle konnten durch die Ärzte vor Ort nicht behandelt werden, denn die israelische Regierung, die im Kern aus Menschen besteht,  die durch die Bank eine Militärlaufbahn hinter sich haben, verweigerten jedwede Information zu dem eingesetzten Kampfstoff. Ein Überleben der Opfer war nicht gewünscht. Der einzelne Mensch ist in Israel nicht so wichtig. Er ist höchstens ein Symbol. Der Staat, die Übernation ist alles. Der einzelne nur ein Rad in seinem Getriebe, der nur in seiner Funktion innerhalb der Maschine überhaupt einen Wert besitzt. Menschen in Israel, die nich tmit den absoluten Zielen der absoluten Regierung übereinstimmen, geraten sehr schnell ins absolute Fadenkreuz.“ [6:15 – 7:20]

„Die israelische Regierung ist wahnsinnig und raffgierig… [Minute 41:]

„Das rassistische Israel unserer Tage, ein Apartheidsstaat, der jegliches Mitgefühl gegenüber Nichtjuden jedenTag mehr und mehr zu verlieren scheint, pervertiert auch das Judentum.“ [51:50]

Israel soll nach Jebsen also ein wie NS-Deutschland funktionerender Staat sein, „faschistisch durch und durch, wahnsinnig und raffgierig. Der Zwangskollektivismus und Totalitarismus, den Jebsen der israelischen Bevölkerung und dem israelischen Staat zuschreibt, ist dämonisierend und in dieser Form wie eine moderne Variante des klassischen Antisemitismus, in dem es zur völligen Entmenschlichung kommt. Jebsen entmenschlicht auch Israel, den „Juden unter den Staaten“ (Zvi Rex) – der wie es den Juden nachgesagt wurde, „raffgierig“ sei. Dies gipfelt darin, dass in Israel der „einzige Mensch nicht so wichtig“ sei, der Staat sei alles, schmückt Jebsen seine Israelhetze aus. Die Bezeichnung Übernation ist ein neuer Peak, er schildert die Israelis in ihrer Selbstwahrnehmung als Gegenstück zum arischen Übermenschen. Israelische Politiker seien so böse, dass sie Giftgas gegen Palästinenser eingesetzt haben sollen. Dies ist mehr als dämonisierend – es ist ein antiisraelisches und antisemitisches Lügenmärchen. Menschen, die keine Juden („Nichtjuden“) seien, müssten Angst vor Israel und dessen Raketen haben, so  Jebsen im Wortlaut. Aus solchen Gründen kann Jebsen nicht wegen des Vorwurfs der Holocaustrelativierung klagen.

Die Kritiken an diesen und anderen Äußerungen also gelten für das Friedens-Querfrontnetzwerk als McCarthyismus, als Rufmord, als Totschlagargument. So tun die angeblichen Friedensfreunde, die ansonsten auch mal ganz friedlich sich eine „neue Volksfront“ herbeisehnen, jede Kritik als „denunziatorische Kommunikation“ – und als von Eliten oder Agenten konstruiert, ab. Oder es wird von ‚Antideutschen‘ gesprochen – welche natürlich gelenkt, geleitet -oder bezahlt- würden. So zum Beispiel auch  Reiner Braun  im Interview mit Albrecht Müller (vertont von Jörg Wellbrock). Ist es, neben der eigenen Einstellung -dem Ressentiment und der Ideologie-, die Angst vor totaler Bedeutungslosigkeit? Oder ist es ein Zugewinn an pathischer Gesundheit-, was Journalisten und Politiker dazu treibt, eine Peinlichkeit nach der anderen daherzureden und Hardcore-Antisemiten zu verharmlosen, die Hand zu reichen und mit diesen zu werben? Was auch immer – der Warnungen, der Kritik und der Handreichungen gab es viele. Sie scheinen unbelehrbar und gefangen in ihrer Gedankenwelt!


Die Angst vor Bedeutungslosigkeit wird es im Falle Bernd Riexingers, der den Ramstein-Appell unterschriebund auf den sich Shahyar, Braun und Jebsen nun voller Stolz beziehen können, wenn sie mit Spitzenpolitikern, sogar Vorsitzenden, der LINKEN. für ihre Querfront werben können wohl nicht sein.

Dass Äußerungen von Jebsen übrigens als antisemitisch zu bewerten seien, befindet sogar die Richterin des Ditfurth/Elsässer-Prozesses.

Jens Wernicke bei Free21

Tommy Hansen (Free21)„:(…)über diese Autoren gibt es Namen jetzt. Ihr müsst Euch vorstellen, ich saß da auf dem Feld mit Ken und habe gesagt, naja man muss doch irgendwie die Journalisten da zusammenbringen können. Na gut. Jetzt haben wir (…) Jens Wernicke(…)“  [Ca. Minute 9:27]

Der Nachdenkseiten-Juniorautor Jens Wernicke arbeitet nun ganz offiziell mit den Wichteln um Tommy Hansen von Free21 zusammen: Mit der Verkündung von Tommy Hansen auf einer Friedenswahnmache in Kassel, dass Jens Wernicke nun auch für Free21 schreibe, scheint die ideelle Verquickung Jebsens Universum von alternativen Medien und den Nachdenkseiten nahezu abgeschlossen.

Bei Nachdenkseiten-Watch wurde schon mehrmals auf sein fragwürdiges Treiben hingewiesen, zum Beispiel hier, hierhier und hier. Jens Wernicke bringt in seinen deutlich als Gefälligkeitsgespräch zu erkennenden Interviews für die Nachdenkseiten -oder Telepolis– stets viel Verständnis für die Gäste, darunter auch den einen oder anderen Montagsquerfrontler, auf. Ein unkritisches Interview mit Wolfgang Gehrcke [übertitelt mit „Die Antisemitismuskampagne gegen links“] anlässlich der Veröffentlichung seines Buches, in welchem (innerlinke) Kritik an linkem Antisemitismus, israel-, und amerikafeindliche Obsession, als Rufmord bezeichnet wird, ist Jens Wernicke ebenso zuzuschreiben, wie solche mit Sabine Schiffer oder Daniele Ganser. In seinem Facebookkprofil teilt Jens Wernicke auch mal KenFM-Videos.

Sehr fragwürdig ist auch das Veröffentlichen seiner Artikel in Blogs, wie z.B. Politik im Spiegel, wo unter anderem gegen deutsche Erinnerungspolitik und das Primat von Auschwitz polemisiert wird. Revisionistisch und revanchistisch angehauchte Aritkel finden sich dort mehrere. Für die Ressentimenthaftigkeit der AfD drückte Jens Wernicke in einem Interview mit dem AfD-Forscher Andreas Kemper Verständnis aus:

„Also, auch in meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die bereit wären, AfD zu wählen. Und zwar hauptsächlich daher, weil sie das Vertrauen in die etablierten Parteien inzwischen verloren haben. Und ihre Hoffnung tragen sie dann zur AfD. „Endlich einmal wird auch die EU kritisiert!“, meinen da die einen. Und die anderen sagen: „Die sagen wenigstens, dass die größere Gefahr für den Weltfrieden gerade von der NATO, nicht von Putin ausgeht.“ Beides halte auch ich für im Kern richtige und notwendige politische Prämissen. Sie als AfD-Kritiker aber offenbar nicht? Oder wieso meinen Sie, dass die AfD gerade in diesen Punkten nicht auch und insbesondere fortschrittlich wäre?“

Wernicke stellt als Interviewer selten kritische Fragen, er spielt meist bloß einen Stichwortgeber. Aber offensichtlich ist ihm auch hin und wieder am Einbringen seiner Meinung gelegen. Ob bei dem Interviewten Andreas Kemper bei Wernickes Aussage bezüglich „im Kern richtiger und notwendiger politischer Prämissen“ sich die Stirn in Falten legte? Ob diese stammtischkompatible Aussage voller AfD-Affinität Aussage ihn überraschte?

Ob es nun um Eliten, die NATO, ‚den Westen‚, die Mahnwachen oder ‚den Kapitalismus‚ geht. Wernicke strapaziert dabei auch einen altmodischen und abgegriffenen, pseudolinken Wortschatz an Plastikwörtern und Phrasen aus der antiimperialistischen Mottenkiste, derer sich auch zum Beispiel Jebsen bedient, um bei ‚linken‘ zu landen. Was, betrachtet man die Möchtegern-Weltverbesserer der NDS und ihren Querfrontkurs, auch klappt.

Bei den Nachdenkseiten wurden in den letzten Jahren Link auf Link zu KenFM gesetzt. Insgesamt vierundzwanzig (24!) mal wurde unkommentiert bis belobigend dorthin verwiesen.  Interviews mit dem Verschwörungsideologen Ganser geführt, oder Veranstaltungen der Montagsquerfront beworben. Wernickes Texte werden dort bei Free21 nicht einfach nur eingestellt, wie es erst vor zwei Wochen mit einem seiner Artikel bei KenFM geschah: Jens Wernicke schreibt auf der Homepage von Free21 als Autor. Dies ist eine Steigerung der vorhandenen Kooperation der Nachdenkseiten und Ihrer Autoren mit der neurechten und antisemitischen Querfront, für die Wichtel institutionalisiert in KenFM und personalisiert in Ken Jebsen. Bei den NDS freut man sich übrigens über gestiegene, bzw. verdoppelte Zugriffszahlen. In Verbindung gebracht wird dies mit der Berichterstattung der NDS über die Ukraine und Griechenland. Verschwiegen wird ein möglicher Hauptgrund: Die offene Zusammenarbeit mit den publicitiyträchtigen Verschwörungskanälen wie KenFM, die Magnete für die Wahnmacher darstellen.

Obwohl Ken Jebsen ein antisemitisches Hetzvideo nach dem anderen veröffentlichte, wurde bei den NDS in immer stärkerem Umfang dorthin verlinkt. Dies gipfelte in einem Interview Ken Jebsens mit Albrecht Müller. Kurz darauf übernahmen die NDS vor der anstehenden Friedenswinterdemo im Dezember 2014 sogar das unkreative Sprech von Pedram Shahyar bezüglich der Selbstviktimisierung als Opfer einer ‚McCarthyisierung‘.

Der Macher von Free21, Tommy Hansen, ist, wie die anderen Protagonisten der Querfront, ebenfalls ganz groß in der Darstellung seiner selbst als Opfer: Bekam er als dänischer Truther, der über „die Wahrheit“ von 911 schreiben wollte, schwerlich einen Job in Dänemark. Das „wichtigste Gespräch“ in seinem Leben sei ein Interview mit Daniele Ganser gewesen, dem in Trutherkreisen offenbar messianische Bedeutung zuteil wird. So sagt es Tommy Hansen in einer Rede auf der Mahnwache in Kassel am 03. Juni dieses Jahres.  Sein größtes Glück –  und der Grund für den Beginn eines neuen Lebens – sei das Zusammentreffen mit Kennieboy gewesen, der ihn ‚nach Deutschland holte‚, ihm „eine Wohnung besorgte“ und aus seiner Einsamkeit befreite.

Tommy Hansen: „…Und derselbe Ken Jebsen hat mir dann eine Wohnung in Berlin gefunden, ich bin einfach da hin, der hat mich dann sogar hierher geschleppt, zwar freiwillig, aber der kam und hat alle meine Sachen da abgeholt, in das Auto reingesteckt und jetzt fahren wir da los…“

Ist Hansen bei einer Sekte, oder bei einer Drückerkolonne gelandet? Jebsens kleiner Wichtelkosmos in Berlin als das Uttar Pradesh der Wahnies? Die Geschäftsweisen von Jebsen, die durch Hansens Gesagtes aufgezeigt werden, können erheitern. Während sich Jebsen mit dem empfohlenen ‚Informationsbeschaffungsverzicht‘ bei der ‚Mainstreampresse‚ gegenüber seiner Community wie ein Guru gibt, der als einziger im Begriff der Wahrheit ist, hat auch das Einspannen von Hansen durch Jebsen und die folgende Mission am Ort von Jebsens Wirken teilreligiöse Aspekte – über das Verschriftlichen von Jebsens und der anderen Truther Weisheiten, bis hin zu der Suche nach anderen Vorbetern, die in Free21 veröffentlichen . 


Das quasi-religiöse am Fundamentalismus der wahnmachenden Vor- und Nachbeter Aus der Einsamkeit befreit, bekam Hansens Leben also wieder Sinn: In Deutschland, wo truthertechnisch was los ist,  die illustrierte Begleitausgabe zu den Verschwörungsgeschichten und Interviews von Jebsen und seinen Medienpartnern zu gestalten. Es ist wenig erstaunlich, dass in Hansens Äußerungen Parallelen zu der Soziologie von Sekten deutlich werden. Neben Stärkung von In- und Outgroupdenken gehören der Glaube an eine spezifische Form von Läuterung (‚aufgewacht sein‘) ebenso dazu, wie der Anspruch an Missionierung und der Glaube an die Wichtigkeit der Mission. Das sogenannte crowdfunding, also das Betteln um steuergünstige Spenden innerhalb der community,  kommt der Bedeutung der Kollekte gleich. Eschatologische Überzeugungen, apokalyptische Wahnweltbilder und paradieshafte Vorstellungen (zum Beispiel die absurde Vorstellung der Erreichbarkeit von Weltfrieden) schwingen in dem Glauben an den kurz bevorstehenden dritten Weltkrieg und dessen Abwendung ebenso mit, wie in der eingebildeten Lösung und dem Bewusstsein, zu Wissenden (und den Erlösern!) zu gehören. Es wird an Glauben über den Ablauf von Dingen appelliert und der religiös grundierte Begriff einer universellen Wahrheit überstrapaziert.


Diesem illustren Kreise von Wahnmachern sind die Nachdenkseiten und deren Autoren also inzwischen zuzuzählen, wobei sie eine Art (pseudo-) linkes Feigenblatt spielen. Fahren die Nachdenkseiten unter Ihrem Macher Albrecht Müller und ihren Autoren generell einen einseitigen („jawohl, wie sind einseitig„), einen bestenfalls als israelfeindlich und antiamerikanisch beschreibbaren Kurs, hierbei auch immer wieder NS-realtivierend, so stellen die offenen Verknüpfungen zu dem als antisemitischen Hetzkanal bezeichenbaren KenFM, Free21, Friedenswinter und Konsorten eine eindeutige Positionierung als Medium für Weltfremde dar.

Gegen eine, bzw. ‚die korrupte Elite‚ kämpfend, so stellen sie sich gerne dar, die Protagonisten der Wahnmacherbewegung.  Während bei den pseudolinken Nachdenkseiten der Feind in (natürlich US-gesteuertem) Kapitalismus und Globalisierung gewähnt wird, so ist dies bei Ken Jebsen und Free21 natürlich ebenso. Nur mit der zusätzlichen Würze, dass die pauschalisiert eingebildeten korrupten Eliten neben Amerika beständig mit Zionismus und Israel verknüpft werden, sich hier also offener nebst schlecht getünchtem Antisemitismus austobt (aktuellstes Beispiel ist ein Interview mit Peter König, Betrachtung folgt). Eine Grundlage des Truther-Wahns bildet die ständig wiederholte Phantasterei, dass wahre Ursachen von 9/11 verschwiegen würden. Wobei klar ist, wer sich im Besitz der Wahrheit wähnt. Man ist mit dem Begriff der „Wahrheit“ der Welt des Glaubens eben näher, als der Wirklichkeit mit ihren verschiedenen Realitäten. Die parallelgesellschaftlichen Sichtweisen, in der die Verschwörungsideologen, und ihre Gläubigen, gefangen sind, verdeutlichen das.

Es ist dienlich für die Interpreten der Wahnweltbilder in der ‚alternativen‘ Medienlandschaft, wenn Sie sich in Zirkelschlüssen gegenseitig zitieren können. Und so wird es dann auch gemacht: Jens Wernicke interviewt zum Beispiel Wolfgang Gehrcke oder Rolf Verleger zu Themenkomplexen, bei denen die Aussage schon vor der Antwort klar sein muss und folglich wenig Reibung besteht. Kritische Nachfragen werde nicht gestellt, Interviewter und Interviewer führen lediglich ein für  beide genehmes Frage-Antwortspiel. Sabine Schiffer zum Beispiel schreibt zu angeschlossenen Themenkomplexen einen Artikel, und zitiert aus den vorliegenden Gefälligkeitsinterviews. Zu diesem Kreis gehört Jens Wernicke, der nun wohl auch leider direkt mit Hardcoretruthern, antisemitisch-ruchhaften Spinnern und nach rechts hin offenen Wutbürgern zusammenarbeitet.

Mehr und mehr gilt in Deutschland, dass offenbar ein Paradies für Wahnfrieds aller Art darstellt, es wächst zusammen, was zusammen gehört. Jens Wernicke, die Nachdenkseiten und deren andere auf dem Buchmarkt tätige Autoren können die zusätzliche Publicity, die ihnen die ressentimentgetriebende Querfront bescheren wird, gewiß brauchen! Übrigens: Jens Wernicke hat mehrere Standbeine – er steht auch vermerkt als Mitarbeiter bei Gansers Institut ‚SIPER‚ in der Schweiz. Dort arbeiten wohl nur Hochkaräter interessant ist es, zu sehen was ‚die Elite‘ der Wahnmacher so für die Zukunft plant, wie sie sich gegenseitig unterstützen, sich Jobs zuschanzen – und dabei von einer unsicheren Zukunft für alle sprechen, wobei die Ihre immer sicherer wird. SIPER – dort, wo die Experten arbeiten, die auch mal vor Ivo Sasseks AZK sprechen. Ob Jens Wernicke dort auch demnächst spricht? Als NDS-Mitarbeiter, als Mitarbeiter von Daniele Ganser und als Autor von Free21 ist seine Personalie für die Gäste der AZK, die ansonsten auch von Sasseks Kindersoldaten besungen werden, bestimmt sehr interessant. So sieht eine Wichtelkarriere in den Eliten der Wahnmacherbewegung also aus, man veröffentlicht seine Schriften auf einem Portal mit handfesten Antisemiten.


Teiltranskript der Rede von Tommy Hansen, 03. Juli Kassel [Hervorhebungen durch den Verfasser]: „Gleich nach dem Gespräch [mit Daniele Ganser] habe ich dann Ken Jebsen angerufen, wir haben anderthalb Stunden so ungefähr geredet, und jeder der den kennt weiß, der kann locker zweieinhalb Stunden reden. Hat er diesmal nicht gemacht, er hat einfach nur zugehört. Oder meistens. Wir haben über Journlismus, über die Medien, über das Medienlandschaft, das ganze, haben wir geredet. Wir haben uns total geeignet, also wir sind total auf derselben Ebene, und ähhm, dann ging es weiter wir haben noch die nächsten zwei Monate oder so haben wir noch weiter Telefonate geführt, dann auf einmal rief Ken mich an und er sagte: ‚Du, ‚ich komme nach Dänemark‘.  Dann kam er nach Dänemark mit seiner ganzen Crew, und wir haben dort auf dem Feld, auf der Insel wo ich damals gewohnt habe, ein Interview geführt, und ich habe auch da über die Idee mit dem pdf-Ausdruck da geredet. Und nachdem das Interview veröffentlicht wurde kam eine Riesenreaktion aus Deutschland. Das ist Wahnsinn. Also -nach dänische Verhältisse auf jeden Fall es ist Wahnsinn. Jetzt ist das Video 125.000 mal gesehen worden, und es steigt immer noch. Und ähhm dann habe ich mir damals wurde es mir sehr deutlich, ich muss nach Deutschland, ich muss wieder nach Deutschland, weil da ist was los. Und derselbe Ken Jebsen hat mir dann eine Wohnung in Berlin gefunden, ich bin einfach da hin, der hat mich dann sogar hierher geschleppt, zwar freiwillig, aber der kam und hat alle meine Sachen da abgeholt, in das Auto reingesteckt und jetzt fahren wir da los. Und wenn ich mir jetzt angzucke, was ist da eigentlich seitdem passiert, das kann man kaum beschreiben. Also ich, ich war damals erstmals war ich allein, ich hatte eine Idee, ich bin seit – also – ich bin – also ich habe mich mit 119 in Dänemark beschäftigt, und ich muss sagen die Berichterstattung in den LEitmedien generell seit 911 hat sich in eine KAtastrophe entwickelt. Die Berichterstattung ist dermaßen einseitig und das ist so offensichtlich man muss nicht mal mehr drüber nachdenken, das ist einfach so. Und deswegen ist es natürlich schwer und immer schweer geworden, als freiberuflicher Journalist darüber zu berichten, weil keiner will diese Berichte kaufen.  [4:55 – 8:12] (…) Das was ich damals gesagt habe und sehr gerne wiederholen werde, ist: WIr brauchen keine neuen Journalisten, wir brauchen keine neue Berichterstattung, es ist alles schon gemacht. Nur, die Artikel stehen nicht in den Leitmedien, die stehen im Internet auf verscheidnen Websites, wo Journalisten dann ihre Stellung aufgegeben haben und für sich weitergemacht haben. Das muss nur überarbeitet werden, dass das eine Form kriegt, dass man die Menschen erreichen kann. Und über diese Autoren gibt es Namen jetzt. Ihr müsst Euch vorstellen, ich saß da auf dem Feld mit Ken und habe gesagt, naja man muss doch irgendwie die Journalisten da zusammenbringen können. Na gut. Jetzt haben wir: Rolf Gössner, Wolfgang Bittner, Dirk C. Fleck, Jens Wernicke, Wolfgang berger, Peter Haisenko, Lars Schall, Matthias Bröckers und aus der Schweiz der Stefan Scheer.“ [8:12 -9:27]