War die AfD-Konferenz eine Partnerbörse für Youtube-Neonazis?

Frauen sind offenkundig ein so seltenes Gut unter den Voll- und Dreiviertelnazis, dass sie unter ihren Kameraden merklich Aufmerksamkeit und Speichelfluß erregen. Sichtbar wurde dies am Wochenende: Die bei den Kameraden so genannte IB-Lisa, die sich selbst Lisa Licentia nennt, erschien zur AfD-Konferenz der freien Medien. Bekannt gemacht wurde sie durch den auf Mallorca lebenden und ironischerweise gegen Flüchtlinge hetzenden, rechtsextremen Oliver Flesch. Wodurch die Schülerin eines Abendgymnasiums, die sich sogar auf Nachfrage irreführend als „Studentin“ bezeichnet, in kurzer Zeit zu Abonnenten aus seinem Dunstkreis – und also Reichweite kam.

Martin Sellner, bekannt durch eine Geldspende vom Christchurch-Attentäter, stürzte sich natürlich ebenfalls auf sie, die erst vor drei Wochen ihren Youtube-Kanal einrichtete. Und die thematisch mit nichts hervorsticht, nichts für sie zu bieten hat, außer ihrer Weiblichkeit. Das aber reicht den Gestalten vom braunen Rand. Und wo es nicht genügend aktive Frauen gibt, kann ja vielleicht eine aufgebaut werden.

Und nun ist IB Lisa also bei der so genannten Konferenz der freien Medien der AfD im Bundestag gewesen, zu der die blaune Partei lud. Sie wurde, neben Flesch und knapp achtzig anderen, zur Konferenz der freien Medien der AfD geladen, was den am rechtsextremen Rand bestehenden Mangel an weiblichen Gesichtern deutlich macht.

Ihre Anwesenheit bei der Konferenz verdeutlicht zweierlei: Erstens, dass es der AfD offenbar an Gästen mangelte, gerade weiblichen. Zweitens, dass die AfD sich gar nicht abgrenzen kann. Angeblich hat sie ja nichts mit der Identitären Bewegung zu tun, wogegen nicht nur ihre Anwesenheit spricht. Gestern wurde Licentia noch auf dem Youtube-Kanal von Martin Sellner interviewt, der wegen Terrorgefahr nicht in die USA reisen darf, heute ist sie offiziell geladener Gast einer AfD-Konferenz im Bundestag. Eine Youtuberin, deren Kanal knapp einen Monat alt ist. Man sieht, dass weibliche Gesichter in der männlich dominierten Szene sehr rar sind, dass sie sich alle darauf stürzen.

Ihr Thema: Natürlich Flüchtlinge, wegen denen sich deutsche Frauen ja nicht mehr sicher bewegen könnten. Was lustig ist, da sie, anders kann man das nicht nennen, von Altmacker Flesch, dem sie ihre Bekanntheit verdankt, angemacht wird, bei YouTube ist ein Video zu sehen, in dem er sie unmittelbar anbaggert. Frauen, so kann man sehen, sind für ihn und seine misogynen Arschlochfreunde zunächst ein anzumachendes Stück Fleisch und Wichsvorlage – und nicht mehr, ob nun in „der Bewegung“ oder überall sonst. Zu sehen, wie vor Erregung sabbernde alte Säcke sich während einer Konferenz in den Räumen des Bundestag auf eines der seltenen weiblichen Gesichter stürzen, entbehrt nicht einer gewissen Komik – wie auch seine anderen triebhaften Ergüsse.

Die Konferenz wurde von vier Mitgliedern der AfD organisiert, Petr Bystron, Nicole Höchst, Udo Hemmelgarn und Uwe Schulz. Circa 80 Gäste wurden von ihnen geladen. Zumindest eine/r von ihnen – oder ein Mitarbeiter einer dieser Jammergestalten, lud IB-Lisa also ein. Es gibt keine Grenze zwischen der AfD und den Neonazi-Hipstern der Identitären. Die Stars und Sternchen der Nazi-Youtube-Szene konnten den verfassungsfeindlichen und volksverhetzenden Ruf nach Remigration, also Ausweisung von nach ihrer Blut und Boden-Ideologie nicht deutsch Seienden, in den Räumen des Bundestags behandeln – ein Armutszeugnis für die deutsche Demokratie.

In Vorberichten, zum Beispiel in der ZEIT wurde davon gesprochen, dass seitens der AfD „rechtskonservative Blogger“ eingeladen würden. Was für eine untertreibende Umschreibung dies für diese Blase rechtsradikaler bis rechtsextremistischer Rassisten mit Youtube-Auftritt ist, von denen es sogar finanzielle Verbindungen zu vor Gericht stehenden Terroristen gibt.

4 Gedanken zu „War die AfD-Konferenz eine Partnerbörse für Youtube-Neonazis?

  1. Anarchrist

    Sie ist strunzdoof und herrisch. Darum kommt sie auch so gut an bei der AfD.
    Sie erklärt eine Studie für nicht vertrauenswürdig, da von der SPD beauftragt. Ihr gefällt das Ergebnis aber trotzdem. „Ja, find ich ganz schön!“, sagt sie. ROFL

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  2. Christoph Lordinget

    Toller Bericht!
    Vom Wahrheitsgehalt taugt der aber leider nicht mal für Grimms Märchen. Wenn das mal keine Hetze ist …
    Gefragt ist in dieser Zeit der Dialog! Setzt euch Verdammt noch mal zusammen an einen Tisch und sucht den kleinsten gemeinsamen Nenner! Von da aus kann man arbeiten. Eigentlich ganz einfach – man muss sich nur trauen

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    1. Nazienkel Autor

      Die armen Neonazis. Immer diese Hetze.^^ Wird das Opfer zu spielen nicht langsam langweilig?

      Mit Neonazis wird kein Dialog geführt – und auch nicht ‚gearbeitet‘! Ob mit AfD, IB oder den ‚alternativen Medien‘ der yt-Universität. Steckt Euch Eure Fleschs, Lisas, Hagens und sonstige Ottos sonst wohin.

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