Die völkische Denke des Ken Jebsen

Die Ergüsse Jebsens zum Putsch in der Türkei bieten das übliche Feuerwerk des schlechten Geschmacks. Blut- und Bodenmentalität dringt ebenso aus seinen Ausführungen, wie auch Autoritarismus und völkischer Rassismus durchblitzen. Flüchtlinge erklärt Jebsen zu ausdrücklichen Waffen, neben der schon bekannten Migrationswaffe, wie auch zu potentiellen Terroristen. Und spricht ihnen so jedweden Individualismus ab; erkennbar nicht nur am  sie gänzlich zum Objekt redenden Sprachgewand.

„Die Türkei ist(…) eines der wichtigsten Werkzeuge bei der Destabilisierung Syriens, einem Land in dem aktuell ein Stellvertreterkrieg diverser politischer Player gekämpft wird. Da haben wir unter anderem die NATO, die Russische Föderation, Sunniten, Schiiten, Kurden, Zionisten, und eine Handvoll privater Terrororganisatione(…)Die Türkei ist ein Pufferstaat wenn es darum geht, syrische Flüchtlinge zwischenzulagern um sie zum Beispiel als Waffe weiterzuverwenden, auch in in Europa.“ [Interview Jebsen mit Willy Wimmer, circa 0:00:30]

Das unterträgliche Geraune des Jebsen, ganz nah an der AfD bedient er rassistische Klischees und Ängste. Flüchtlinge sind danach für ihn in erster Linie keine Menschen, sie stellen taktische Einheiten dar, die das Imperium nach Herzenslust verschieben könne. So, wie die ganze Welt durch das ‚Imperium USA‘ in Gänze kontrolliert würde.  Wer syrische Flüchtlinge zwischenlagern möchte, um sie als ‚Waffe weiterzuverwenden‚, das sagt Jebsen natürlich nicht. Es wird schon irgendwas mit ‚dem Imperium‘ zu tun haben und mit den Zionisten, die sind immer mitgedacht. Machen wir uns zu dieser Gelegenheit gefasst auf Jebsens unerträgliche Leichenfledderei der Anschläge in Deutschland. Was wird er nur diesmal von vergessenen Ausweisen schwadronieren? Was werden die abgehalfterten Inteviewpartner, die Jebsen seine Weisheiten aussprechen lässt, in diversen Youtube-Videos zum Besten geben?

„…irgendjemand wollte vielleicht dass es aussieht wie ein Putsch, es aber kein Putsch ist, um dann Erdogan zu einer Überreaktion zu zwingen…Fakt ist aber, dass die Türkei, wenn es um so entscheidende Fagen in der Geopolitik geht, ja immer auch ein Spielball des Imperiums war…haben die USA ihre Vulkanraketen in der Türkei aufgestellt…die Türkei wurde da nicht gefragt, das wurde einfach gemacht, und was wir im Moment sehen ist ja, dass die Türkei auch ein sehr wichtiger Player ist in der ganzen Geschichte, ähh Russland zerschlagen und mittlerer Naher Osten, das hat Erdogan natürlich erkannt…als ein sehr selbstbewusster Präsident, dass die Türkei ständig benutzt wird in geopolitischen Fragen. Er träumt von einem wieder selbständigeren -ich würde nicht sagen Osmanischen Reich, aber von einem Land, was sich nicht hin- und herschubsen lassen muss. Und so verstehe ich auch stark den Nationalstolz der Türken [1:09:05 – 1:09:27]

So der notorische Dummschwätzer Jebsen mal wieder. Erdogan wollte sich einfach nicht mehr durch das Imperium benutzt fühlen. Alles klar – da entlässt man schon mal zehntausende, und steckt ebenso viele ins Gefängnis. Jebsen hat das volle Verständnis. Mit Volk und Stolz und so – da kennt er sich offenbar aus, mit rumschubsen lassen ja sowieso, das selbsternannte Opfer. Vielleicht möchte Jebsen ja in die AfD Baden-Würtemberg eintreten, die suchen bestimmt noch einen Ersatz für Gedeon.

…wenn man sich die Türkei anguckt, und wenn man sich die Turksprache anguckt ist das ein riesiger Sprachraum, und die fühlen sich einfach rumgeschubst und schauen sich auch mal andere Länder an, wie Saudi-Arabien an, die viel kleiner sind , die viel mehr machen können was sie wollen. Und da entde- da erwacht ein neues Selbsbewusstsein, und damit arbeitet natürlich auch das Imperium.“ [mmm25, circa 1:16:00]

Aber natürlich, es ist nur der antiimperiale Kampf gegen die bösen Unterdrücker USA. Kennt man ja aus anderen Sprachräumen. Die wahnhaften Züge derjenigen, die nationalistischen Verschwörungsideologien anhängen und ein rassistisches Weltbild pflegen, zeigen sich besonders gut, wenn Tätigkeit für das Imperium USA unterstellt wird, ob hüben oder drüben:

Interessant ist, wer sich auf diesen Fall stürzt und plötzlich für mehr Demokratie ist, das sind Türken in deutschland, die aber mehr amerikanische Thinktank-Mitarbeiter sind, wie zum Beispiel Cem Özdemir von den Grünen. [mmm25, circa 1:11:47]

Cem Özdemir sei also Türke, weil der Ort seiner Geburt, Bad Urach, ach so türkisch istDie zusätzliche, behauptete Reduzierung, dass er amerikanischer Thinktank-Mitarbeiter sei, soll die mit ‚dem Feind verbandelten‘ abwerten. Sie, die weder zu Deuzschland, noch zu der Türkei, etwas sagen dürften.Ken Jebsen – das ewig schwitzende Maskottchen der völkischen Querfront, wie es leibt und lebt.

Die rasche Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei, nachdem Erdogan für sich ein neues Amt ersann, und die Inhaftierung oppositioneller Kräfte, ist dem Wanderprediger Jebsen keine Erwähnung wert. Wohl aber seine verschwörungsideologischen Äußerungen, nach denen die USA selbstverständlich auch die Türkei gängelten und unter Druck setzten, wogegen diese sich nun endlich wehren könnten. Realiter möchte Jebsen dem antisemitischen Mob von Erdogan-Fanboys gefallen, die kein kritisches Wort über  Erdogans Türkei bei KenFM möchten. Überhaupt kann Jebsen so nicht nur seine Antiamerikanismen verbreiten, sondern auch den alles katalysierenden  antisemitischen Antizionismus, immer wieder merklich an Jebsens Sprachgebrauch. Er reduziert die Türkei auf die Rolle einer geopolitischen Schachfigur, die einzig als ‚NATO-Vasall‘ agiert habe. Und so ist es auch kein Wunder, dass er simplifizierend Flüchtlinge zu potentiellen Terroristen erklärt.

„…eines ist auch mal klar, die Türkei wird nicht mehr das sein, was sie für viele von uns die letzten Jahre war, ein Staat, von wo wir Gastarbeiter beziehen,..Das ist nicht mehr so, es gab einmal ein osmanisches Reich das hat deutlich länger ääähhh existiert als viele andere Reiche in der Region, und dieses Land kommt zu einem neuen Selbstbewusstsein. Und wenn wir wollen, dass wir mit einem Erdogan und der Bevölkerung auf Augenhöhe reden können, dann sollten wir aufhören abkanzelnd und so herablassend mit ihnen zu reden…meine Empfehung an alle ähh Atlantiker und europäischen Politiker.“ [‚mmm25‘, circa 01:16:35]

Apologien auf Diktatoren ist man von ihm ja ebenso gewohnt, wie das Ansprechen nationalistischer Themata. Blut und Boden trieft hier ebenso aus Jebsens Worten, wie Faszination für einen aufgehetzten Mob. Jebsen und der völkische Nationalismus – ein Land, ein Führer, ein Selbstbewusstsein. Tote, Massenverhaftungen, Umbesetzung des gesamten Justiz- und Bildungsapparates. Für den gedanklich widerwärtigen Jebsen ist das alles keine Silbe wert, Jebsen riecht durch den Blutgeruch hindurch nur ein ’neues Selbstbewusstsein‘. Für starke Herrscher, für die hat Jebsen Verständnis und Symphatie, nicht für deren Opfer.

„…wie man mit der Türkei umgehen kann, denn was ich ständig spüre, äähm wenn – wenn wir auch auf unserem Portal über die Türkei sprechen, äähhm, irgendwas haben wir getan, wir diese Resteuropäer, wie die auch mit den Russen umgehen, wir beleidigen die dauernd, die sind beleidigt, wir…halten das dann für überzogen oder Machotum, ist es aber alles nicht, wir beleidigen diese Völker und andere Völker, und da ist die Türkei ein typisches Beispiel, andere Völker lassen sich das einfach nicht mehr gefallen“. [01:17:05] 

Die Türkei ist ein Volk. Sososo. Und sie hat nach Jebsens Einschätzung keine Lust mehr. Sie sei also beleidigt – und will nicht mehr mitmachen, Russland zu zerschlagen. Das ganze ‚Volk‘. Nein – der Teil, der nicht eingeknastet ist und sich auf eine gute finanzielle Zukunft freuen kann, bgeistert Allahu-Akbar rufend. Der politisch-vulgäre Schwachmat Jebsen, in Gedanken wohl ständig in Vorfreude auf das Heranziehen der Völkerbefreiung aus der anglozionistischen Zinsknechtschaft des Imperiums (oder so ähnlich) hoffend, er wiederholt die gleichen Phrasen, wie sie aus der türkischen Regierung -und von den Erdowahn-Fans aus seiner antisemitischen Klatschspalte- kommen: Nur islamistische Erdowahnfans, die sich zu widerlichsten Gewalttaten gegen eingeschüchterte Wehrdienstleistende mobilisieren lassen, seien ‚das Volk‘. Und das dürfe sich wehren. Bedrohungen werden als von außerhalb kommend skiziert – und damit auch Menschen als gewissermaßen für vogelfrei erklärt. Jebsen und Konsorten machen vor, wie nationalistisch-völkische Verschwörungsideologien funktionieren – und und wer ihnen anhängt. Apropos nationalistisch:

„Und dann sagen wir, das ist Nationalismus…wenn es darum geht die Türkei zu beleidigen, ja, dann ist das so, die sollen sich nicht so haben die sollen erstmal werden wie wir. Das müssen die nicht, das müssen die nicht. Und die türkische Kultur ist eine sehr alte Kultur, und das weiß ich – ich trinke türkischen Kaffee.“ [01:17:35]

Klar. Alles kein Nationalismus, nur der Schrei nach Befreiung einer sehr alten Kultur, eines sehr alten Reiches, eines sehr alten (!) Volkes. Jebsen hat keine Ahnung von der Türkei, das wird aus seinem widerlichen Gerede deutlich, dafür denkt Jebsen sehr deutsch, so deutsch wie Opi, offenbare Rottenmentalität. Wer sonst noch kann sich Jebsen eigentlich mit Koppelschloss und Knobelbechern vorstellen?Da schwadronieren dieser Fatzke und seine Mitstreiter von der völkisch-antisemitischen Querfront beständig von ‚Gleichschaltung‚ durch die ‚Transatlantiker‚, womit dann meist so gefährliche Sachen wie Demokratie und Wahrung von Menschenrechte gemeint sind. Wenn ein Vorgang der Gleichschaltung in Realität ein ganzes Land bedroht, dann sieht der autoritäre völkische Fetischist darin einen Befreiungsschlag. Nationalistisch und protoantisemitisch motivierte Gewaltexzesse werden zum erblühendem ‚Selbstbewusstsein‚ -natürlich von einer ganzen, einer starken Nation, eines Reiches, eines Volkes– umgedeutet. Starke Männer mit Schnauzbärten – und Universitäten ohne amerikanische Thinktanks Zionisten. Und natürlich ohne transatlantische Thinktanks. Das macht ihn wohl ganz nass.




Auch Jebsens Mitstreiter, gedanklich ähnlich gepolt, raunen von „Fremdbestimmung“. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten macht dies aktuell an der Kritik fest, die Sahra Wagenknecht –wegen ihres Sirenengesang fürs völkische Lager– aus Teilen ihrer Partei entgegenschlägt. Antisemitismus und Antiamerikanismus wird dort in weiten Teilen gepflegt bis ausgehalten, die rassistischen Implementationen Wagenknechts werden einigen dort jetzt allerdings zu viel. Und so ist es nur logisch, dass Albrecht Müller diese, die es wagen die große Vorsitzende zu attackieren, als fremdbestimmt ansieht, als durch Milliardäre  und US-Kapital umgedreht. Fette Onkel aus Amerika mit dickem Portemoinnaie, die mit ihrer Kohle dafür sorgen, dass die Linke vom Kurs abkommt. Natürlich – wer ist eigentlich Schuld, wenn Albrecht Müller mal Verstopfung hat?

Nur wenn Sie sich in die Lage der Strategen der westlichen Hegemonie versetzen, werden Sie verstehen, was zur Zeit abläuft, um Sahra Wagenknecht fertig zu machen. Es ist naiv, anzunehmen eine solche Planung gäbe es nicht: Wenn Sie Multimilliardär in einem westlichen Land wären, dann würden Sie zusammen mit Gleichgestellten und Gleichgesinnten auch versuchen zu verhindern, dass irgendwo in der Welt fortschrittliche Kräfte an die Macht kommen“  [Albrecht Müller]

 

 

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7 Gedanken zu „Die völkische Denke des Ken Jebsen

  1. Zazu

    Ja zum völkischen Denken! Ausländer raus aus Europa, Antideutsche aller Art, ob sie nun degenerierte Weiße oder Shitskins sind, gehören an den Würgegalgen!

    Linke können nicht denken, nur pöbeln und zerstören. Der Linke ist kein Mensch, sondern eine vertierte Bestie, ein Virus, der alles Gesunde und Gute durch die absolute Krankheit und Bosheit seiner Ideologie ersetzen will. Er ist, kurz gesagt, der Satan.

    Es ist Zeit für eine faschistische Epoche, die alles Linke aus der Welt prügelt, so wie die Engel die Höllenbrut am Ende der Zeit in den Abgrund stürzen werden. Die Pforten des verlorenen Paradieses werden sich wieder öffnen. Dann wird auch der Autor dieses Blogs mitsamt seinen Artgenossen ein letztes Mal „Deutschland verrecke“ grölen, bevor er seine untertierische Existenz an der Drahtschlinge ausröchelt. Grrrrkkkkssss. Hahahaha!

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    1. Nazienkel Autor

      Mit Ratio hat bei Jebsen wenig zu tun. Der Hinweis bzgl. Jebsens Einkommen ist interessant und glaubhaft. Der Typ muss etwas verdienen, um Autos und Motorräder ’sammeln‘ zu können. Widerlich, was sich mit Antisemitismus und schlicht antidemokratischer Hetze so verdienen lässt.

      Dass Trump medial in Deutschland die A-Karte hatte, finde ich folgerichtig. Ebenso, dass Clinton bessere Chancen hatte und daher so berichtet worden ist, wie geschehen.

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