K(r)oppzeug

 „…und wenn wir uns die Situation heute anschauen…der Westen steht für Mord und Totschlag…und wofür steht die russiche Föderation? Fürs Völkerrecht, für die Familienwerte und für die Stärkung des Glaubens…“ [Willy Wimmer bei KenFM, „From Moskau with love“ 27:44 – 28:05]

Ken Jebsen, Albrecht Müller von den Nachdenkseiten oder Willy Wimmer stellen auf diesem Blog oft behandelte Figuren dar – aufgrund ihrer Scharnierstellungen im Querfrontnetzwerk und/oder des hohen zweifelhaften Outputs, mit dem regressive Verschwörungsgläubige bedient werden. Die bei KenFM wie bei den Nachdenkseiten, Kopp und Compact am laufenden Band ausgespienen Geschmacklosigkeiten erscheinen in ansteigender Schlagzahl. Da die verschiedenen Beiträge bezugnehmend von einzelnen Querfrontcharakteren (nicht nur den Genannten) immer wieder gekäut werden, wartet auf den Verschwörungsjunkie und Rezipienten von abstrusen Verschwörungstheorien und unseriösen Kremlin-Medienprodukten eine Menge Stoff. Ken Jebsen möchte sich, wohl da er sich so mehr Spender aus dem linken Lager verspricht, als politisch links stilisieren. Ganz kapiert hat er nur noch nicht, dass das Teilen rechtsextremer Hetzvideos hierbei nicht behilflich ist. Eindeutig rechsextremistisch (neben der Hirnverbranntheit) geht es bei dem Angebot von Kopp und Compact ebenfalls zu: Während bei Compact, betrieben vom als glühenden Antisemiten bezeichneten Jürgen Elsässer, mit Faschisten wie Götz Kubitschek) zusammengearbeitet wird und zur Gesundung von deutschem Völkchen und Elsässers Geldbeutel Tagungen durchgeführt werden, wurde bei Kopp Eva Hermann angestellt, die die Tagesschau quasi freiwillig verließ, und über den Segen „Neuer Germanischer Medizin“ aufgeklärt, neben Werken über Naziflugscheiben. Gemein ist Compact und Kopp: Es wird rechtsextreme Literatur verlegt und versendet, gefährlicher völkischer Nonsens verbreitet, die Pegida-Kultur angeheizt. Auch Ken Jebsen arbeitete für Elsässers Compact und wurde dort publiziert, wie er ihn auch für KenFM interviewte.

Bei Ken Jebsen, der sich kurz nach Ausbruch der Wahnmacher-Montagsdemos und dem Aufspringen mancher linker Politiker auf diesen Zug immer wieder, absolut unglaubhaft, als links inszeniert, finden Autoren, welche bei den letztgenannten Medienunternehmen unterkommen, trotzdem eine Bühne. Auf diese Bühne wird dann eventuell, zum Beispiel, in den Nachdenkseiten verwiesen. Jürgen Elsässer, Udo Ulfkotte, Christoph Hörstel, Friederike Beck, Willy Wimmer (btw: Albrecht Müller von den Nachdenkseiten verehrt Willy Wimmer geradezu), Gerhard Wisnewski. Sie alle eint neben chronischem Hang zur Logorrhoe die publikatorische Zugehörigkeit zu Kopp oder Compact, neben rechten Spinnereien.

Konnte bei KenFM vor kurzem erst ein Interview mit der Kopp-, und Compact-Autorin Friederike bewundert werden, war es noch am gleichen Tag der bei den gleichen Medienprodukten erscheinende Willy Wimmer, dessen Bericht von einem Galadinner mit Putin von dem autoritaristischen Publikum gewiss voller Freude aufgenommen wurde. Hierbei freute sich nicht nur KenFM darüber, „ganz oben“ angekommen zu sein – der ansonsten von Migtrationswaffen schwadronierende Wimmer konnte, wie Jebsen, neben der anhimmelden Stilisierung von Putin als starkem Mann wieder einmal reviosionistische Antiamerikanismen äussern. Dass hierbei auch im Unmaß Werbung für rt gemacht wird, darf nicht verwundern. Ist rt doch der ‚Sender‘ (in Deutschland nur ein Youtube-Kanal), welcher mit Wimmer, Jebsen, Müller, Hörstel und Konsorten absolut unkritisch umgeht und aus Desinformationsgründen genau diese Stimmen sendet.

…ich bin froh dass es diesen russischen Sender gibt. Das sieht man ja auch an einem Punkt der aus meiner Sicht widerlich ist. Wenn Sie im deutschen Fernsehen oder in deutschen Rundfunkanstalten irgendwelche Stimmen aus Moskau hören, dann sind das in der Regel Leute, die in amerikanischen Stiftungen arbeiten, da kann ich ja nur sagen, das kann man uns ja eigentlich nicht zumuten. Es gibt da 140 Millionen Russen, warum findet man da keine Gesprächspartner die auch einmal aus russischer Sicht und nicht aus amerikanisch filtrierter Sicht etwas sagen. Das ist ein tolles weites Feld und ich finde rt hat das verdient, weil die ähh Crew die da angetreten ist, irgendwie im westeuropäischen Sinne einen tollen BBC-Standard(..)erhalten hat, praktiziert. Das sind nette Typen, nicht jeden Abend Kleber und Slomka, macht Spass, die zu hören, und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen, die geben eine solche Weltsicht, wie es das deutsche Fernsehen auf allen Programmen nicht fertigbringt, dass man aus anderen Teilen der Welt seriöse Informationen bekommt, das kann man bei Aljazeera auch erleben, das kann man bei France24 auch sehen, das gibts bei aller Kritik auch bei der BBC, warum gibts das in Deutschland nicht? Wir haben wenn man sich an Ort und Stelle aufhält überall tolle Journalisten, warum – wir haben ja  Beispiele aus der ZDF-Geschichte im Zusammenhang mit Journalisten, die in Teheran tätig waren und in Bagdad gearbeitet haben, wenn man in deutschen Fernsehanstalten nur frust verbeitet und dise Leute rausekelt, wenn sie mal was vernünftiges sagen dürfen, dann spricht das mit Sicherheit gegen die deutschen Sender, aber spricht dafür, dass man sich die Informationen bei Aljazeera, rt oder bei den chinsesischen Staatssendern ähh holt. das muss man mit allem Nachdruck sagen und lieber ne gute Information als auf deutsches Fernsehen angewiesen zu sein.“ [Willy Wimmer bei KenFM 07:20 – 09:27]

Egal, wo – Wimmer wittert amerikanischen Einfluss. Auch migrantische Bewegungen seien letztendlich im großen Planspiel der USA enthalten, wie er in seinen Aussagen zu Flüchtlingen als Migrationswaffe spinnt. Und wer wurde eigentlich beim ZDF „rausgeekelt„?  Meint Wimmer eventuell Christoph Hörstel (der allerdings nicht beim ZDF war, sondern ARD)? Es ist nicht verwunderlich, dass Wimmer in allem die USA am Wirken sieht – und seine Deutschland von historischer Schuld entlastenden Revisionismen darauf aufbaut:

…wenn man den Mann und damit Russland diffamieren kann, dann ist das die alte amerikanische Leier – das kennen wir aus den Bombenangriffen aus dem zweiten Weltkrieg, man leuchtet einen an, ein Ziel, und das ist dann nicht ne Stadt oder ein Land, sondern das ist ein Mensch. Das haben wir vielfach  seit Ende des zweiten Weltkrieges gesehen, wir habens schon bei Wilhelmdem II. gesehen und das ist die angelsächsische Propagandaleier mit der wir es zu tun haben und wir sollen in den Krieg getrieben werden. Und das über einen Mann wo ich nur sagen kann suchen Sie den mal in Berlin.“ [Willy Wimmer bei KenFM 13:40 – 14:25]

Auch im Compact-Magazin wird Putin stets als Macher, als starker Mann für Europa dargestellt. Die offiziellen Inszenierungen von Putin, wie Sie aus dem russischen Fernsehen bekannt sind, verfangen nicht nur bei dem rassistischen Elsässer und dessen Publikum. Männer wie Putin haben in Deutschland, ebenso wie Orban, ihre autoritären Bewunderer. Was Else kann, kann Querfrontwilly schon lange. Dass in diesem Rahmen, der von der Darstellung Putins als starker Mann geprägt ist, auch geschmackloseste Revisionismen und Täter-Opfer-Umdeutungen ihren Platz haben, leuchtet ein:

Und das Problem was wir haben ist, die Russen sind auf die Amerikaner genauso hereingefallen in Zusammenhang mit der  NATO-Osterweiterung, wie die Deutschen 1917 auf die 14 Punkte von Wilson. Man hat dem vertraut, dem amerikanischen Präsidenten, und hat die Kriegsbemühungen eingestellt und hat Versailles und Adolf Hitler bekommen. Und in dem Zusammenhang muss man diese Dimension aufmachen und ausmachen, weil Michail Gorbatschow mit seinem Ziel gemeinsames Haus Europa eigentlich realistischer für den Frieden operiert, als das alle Kriegstreiber bei uns machen.“ [Minute 15:07 – ca. 16:20]

Es ist nur logisch, dass Wimmer den USA alles schlechte in die Schuhe schieben möchte, zur Not auch die eigene Dummheit, ein bei Deutschen nur allzu bekannter Entlastungskomplex. Was in Wirklichkeit zu Versailles führte, dies spart Wimmer aus, wenn er als logische Folge ‚Adolf Hitler‘ ausmacht. Die Rolle der deutschen Bevölkerung an Drittem Reich und Holocaust simplifiziert und personalisiertWimmer in ebensolchem Maße hinweg, wie er dümmliche Vergleiche anstellt. Wo ist zwischen Eurasischer Union von Wladiwostok bis Paris und „Gemeinsames Haus Europa“ schon der Unterschied – und wer wird denn von der Ukraine reden – wenn „der Westen“ Russland „umzingelt oder in die Zange nimmt. Und werbraucht die EU? Dass für Wimmer die USA an allem schuld sind, sogar an deutschen Gesetzentwürfen, leuchtet ein.

…ich finde wir müssen zuerst unsere eigenen Interessen definieren und wir müssten eigentlich in Berlin Institutionen haben, die nicht durchsetzt sind von Leuten die fremden Interessen dienen(…)Sie kriegen ja heute in Berlin keinen Gesetzentwurf mehr hin, der nicht von amerikanischen Anwaltskanzleien geschrieben worden ist(…)selbst Indien, als kolonial regiert, hatte eine home role, die Inder mussten sich das nicht gefallen lassen, was wir freiwillig hinnehmen…[17:02 – 18:40]

Wie – „selbst Indien als kolonial regiert„? Ist Deutschland etwa gar keine Kolonie? Es ist dieses Gerede, welches Nationalisten und Antiamerikanisten gleichermaßen anpricht.

Jebsen:Ein Mann der Ihnen sehr, sehr nahe ist, ääh, zu einer Partei, die Ihnen auch unglaublich nahe ist, nämlich die Linke, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, haben ja schon vor geraumer Zeit auf den eigenen Homepages über Obergrenzen für Zuzug gesprochen, also auch wenn man fair gegenüber den Flüchtlingen sein will, weil die nämlich ihre Familien nachholen, dass man irgendwo eine Obergrenze formulieren muss, das wurde in der eigenen Partei bei den Linken ja auch vehement abgelehnt, bei mir kam sofort das Bild in den Kopf, da ist ein Rettungsboot, da sind Kinder schon an Bord und man möchte auch noch die Mütter und Väter an Bord holen, und dann sagt man aber: „Keine Obergrenze“ – da geht das Boot doch irgendwann unter. Wer sieht das denn realistisch, außer Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, und das sind Linke und werden dafür begossen?“ [20:20 20:57]

Dass bei Jebsen das Bild vom vollen Boot strapaziert wird, verwundert nicht – und wird das teils ausländerfeindliche Publikum freuen. Oskar, der schon vor Jahren vor Fremdarbeitern warnte und Sahra, die mit ihren Sprüchen von (u.a.) der „US-Kolonie Deutschland“ die Souveränazis erfreuen, sind in höchstem Maße querfrontkompatibel. Nun ja – wenigstens bezeichnet Jebsen diesmal Sahra Wagenknecht nicht als Oskar Lafontaines Hauptfrau, wie in einem älteren Video. Die folgende Perle von Wimmer ist angesichts der „dasBootistvoll„-Politik, die die Union in den Neunzigern fuhr, bemerkenswert.

…wir haben nur auch in diesem Fall in  den neunziger Jahren gesehen, Deutschland hatte die Konzepte mit einer solchen Entwicklung, die wir ja lange gesehen haben, dass die auf uns zukommt, jaäh,  Deutschland hatte zusammen mit den Holländern, den Dänen und anderen Konzepte entwickelt, wie man den südlichen Rand des Mittelmeeres würde entwickeln können, damit man Puffer schafft,und den Staaten eine Lebensperspektive gibt, inklusive den Überlegungen von Egon Bahr, den südlichen Sudan zur Kornkammer Afrikas zu machen. Das waren unsere Überlegungen um mit den Problemen fertig zu werden und die sind von den Amerikanern und den Israelis ’94 spätestens in die Ecke gejagt worden – und das ist unsere Crux, das wir nicht manns genug sind mit diesen Situationen fertig zu werden, wenn andere uns ins Handwerk pfuschen.“ [22:30 – 23:17]

Böse Amis, böse Israelis – jagen die doch alles in die Ecke. Deutsche aber, die dürfen überall „Kornkammern“ machen. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Wimmers Gesagtes ist nicht nur äußerst dämlich, antiamerikanisch, antiisraelisch. Es spiegelt auch den autoritären Charakter gut wieder. Die folgende Frage Jebsens und die Antwort Wimmers ließen Jebsen zu einer Einleitung dieses Interviews verleiten, die dessen Affektiertheit schön widerspiegelt: „Wie uns das Urgestein der CDU zum Ende verriet, wurde er bei seinem Empfang in Moskau auch auf KenFM angesprochen. Ganz oben kennt man uns…“ [KenFM auf Facebook zum Eintrag „from moscow with love]“.

Jebsen: „Herr Wimmer, ich weiß, dass die Amerikaner ähh natürlich ganz genau beobachten, was in deutschen Medien passiert und wer sich in deutschen Medien ähh wie und zu welchem Land äussert, ob das von der vorgegebenen Linie abweicht, von daher weiß ich, dass amerikanische Dienste Sie auf der Uhr haben. Wie ist es denn mit russischen NaChrichten und auch russischen Diensten ähh russischen Politikern? Nehmen die wahr , was Sie in deutschen Medien verbreiten, nehmen die wahr, wenn sie mit uns sprechen?“ Wimmer: „Ich weiß auf jeden Fall aus Gesprächen an diesem festlichen Abend -im Vorfeld- dass man sehr genau ähhm aus russicher Sicht beobachtet, welche Wirkung bestimmte Medien, ich sage jetzt mal aus der alternativen Szene, auf die Mainstreammedien haben, und ich habe klar gehört von einem Gesprächspartner, dass ähh KenFM als Modell für eine Netzverbreitung gesehen wird, die ääh argumentative Stärken aufweisen soll.“ [31:10 – 32:17]

Dass der von Jebsen, ebenso wie Wimmer, als Urgestein seiner Partei bezeichnete Albrecht Müller bei den Nachdenkseiten auf dieses Interview Wimmers hinwies, mit dessen Aussagen er sich nur in Bezug auf den Punkt der Wichtigkeit der Religion nicht gemein machen möchte, verwundert nicht mehr, nach allem, was Müller bisher so von sich gab.

Tags darauf ging es mit dem Thema der vom Angloamerikanischen Imperialismus bedrohten deutschen Souveränität in einer KenFM-Werbesendung mit dem spinnerten, antihedonistischen und homophoben Gerhard Wisnewski weiter, welcher nicht zum ersten Mal bei Kennieboy seinen Bullshit absondern durfte – und ebenfalls bei Kopp publiziert. Seine hochbrisanten Bücher, journallistische Meisterwerke für die Füße, waren schön auf einem Tischchen, hinter dem sie saßen, drapiert. Wisnewski schreibt unglaublich widerliche Hetzartikel – und unglaublich blöd. Ob er nun die Mondlandung in Frage stellt, Michelle Obama als Transvestit bezeichnet oder jedwedes terroristisches Attentat als falseflag-Aktion ominösen über den USA stehenden „wirkliche Machthabern“ zuordnet – Wisnewski beweist immer wieder neu, dass er nicht alle Latten am Zaun hat. Wenn er nicht von Jebsen interviewt wird, dann zum Beispiel von Michael Vogt – hier zum Thema ‚Flüchtlinge als Migratioswaffen‘, welches ja auch ein gern gesehens Thema von Jebsen, Hörstel, Wimmer und Co. ist. Welch dämliche Dinge Wisneski, der auch mal mit Compact-Chef Jürgen Elsässer und NRhZ-Autorin Fikentscher in den Iran auf Stipvisite zu Ahmadinedschad fährt, so schreibt  und redet, ist bemerkenswert. Das Publikum, welches Wisnewksi ansprechen kann, ist verschwörungsgläubig, schwulenfeindlich und  rassistisch gepolt, in Betracht kommende –Ismen außen vor gelassen. Das Interview bei KenFM wurde von Jebsen mit einem  Text eingeführt, der Wisnewski als knallharten Verfechter für die Gerechtigkeit, als journalisitschen Märtyrer darstellt, so wie Jebsen himself. Der dabei wieder einmal sein eigenes Schicksal ins Spiel bringt, welches er meint, nicht mit seinen nicht ins Jugendprogramm passenden, antisemitischen und antiamerikanischen Äusserungen erwirkt zu haben, sondern aufgrund der Reportage über heisse Eisen verwirkt bekam: „Wer dem Haussender, der Hauszeitung mit einer zu heißen Story kommt und es irgendwie schafft, diese gesendet oder ins Blatt zu bekommen, gerät sehr schnell selber ins Fadenkreuz derer, die im ganz großen Stil den Medienkrieg steuern und zu kontrollieren versuchen.“ Hierbei wurde Jebsen also Opfer von US-Amerikanern, von Zionisten – oder von von US-Amerikanern oder von Zionisten infiltrierten ‚Haussendern‚? Wisnweksi teilt mit Jebsen eine Leidenschaft, er bezeichnet einfach alles als inszeniert, egal ob Charlie Hebdo, 911 oder Bataclan, ob Migration, Mondlandung oder Klimawandel. Und verbreitet den gleichen und ähnlichen, gefährlichen Stuss wie Jebsen, zum Beispiel über angeblich nach 911 in den  Trümmern gefundene Ausweise. Dass Jebsen ihn diesem Werbeinterview zum Beispiel auf seine schwulenfeindlichen Äusserungen ansprechen würde – Fehlanzeige. Stattdessen wird Wisnewksi als soziologisch versierter, journalistischer Profi eingeführt, als knallharter Journalist, der der Wahrheit verpflichtet sei. Deutlich aber ist: Es zählt der Austausch von zwei 911-Truthern, einmal wieder wird Wisnewskis Shanksville-Story aufgewärmt. Die wohl, wie andere brandheisse Storys von Wisnewski nur aufgrund seines mangelhaften Englischverständnisses, bestehenden Ressentiments und blühender Phantasie entstand. Getreu dem Krankheitsbild wärem die beiden im Interview alle möglichen falseflag-Story, von RAF bis 911 auf. Und so lassen sie, man möchte ja bei dem „natürlichen Verbündeten“ Putin gut ankommen, die deutsch-russiche-Freundschaft hochleben, die natürlich durch das „angloamerikanische Imperium“ schon seit hundert Jahren bedroht und eingegrenzt würde. Die Hälfte des Interviews wird sich gegenseitig versichert, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet, für jeden der beiden Truther der Rauswurf ganz was tolles gewesen sei. Vom verbalen Auswurf der journalistischen Glazlichter, aufgurnd der Fülle an Dehmlichkeiten, hier nur zwei Ausschnitte:

Wisnewski: „…weil es schon immer ein Anliegen war, ähhm, Deutschland und die Osteuropäer nicht zu nah zusammenkommen zu lassen und ettwa ihre Synergiekräfte entfalten zu lassen-„ Jebsen: „Sehen wir im Moment.“ Wisnewski: „Ja, eben, deswegen auch diese ständig hochgepeitscht Feindschaft gegenüber Russland, die absolut künstlich ist, denn eigentlich sind Deutschland und Russland natürliche Verbündete, ne.“ Jebsen: „Schon aufgrund der ääh Nähe.“ Wisneski: „Aufgrund der Nähe-„ Jebsen: „-also, auf dem Landweg zu erreichen-„ Wisnewski: „-sie sind Nachbarn auf diesem Kontinent, und ähhm, ganz verkürzt fomuliert, sagt man eigenlitch hat man immer gesagt Russland hat die Rohstoffe und wir haben das Knowhow. Und das zusammen ist unschlagbar, das muss man sich mal vorstellen. Es ist nicht so, wie uns das heute präsentiert wird, die bösen Russen und wir vertragen uns nie mit denen, das ist absolut künstlich und das wird seit etwa hundert Jahren künstlich aufrecht erhalten, in Wirklichkeit sind Deutsche und Russen natürliche Verbündete.“ Jebsen: „Aber damit auch atürliche Konkurrenten des angloamerikanischen Empires.“ Wisnewski: „Korrekt.“ Jebsen: „Ja, also wir sprechen hier über die Herzlandtheorie, Mackinder.“ Wisnewski: „Das ist die größte Bedrohung für das angloamerikanische Imperium, mit die gößte, das Deutschland und Russland zusammenkommen könnten, das ist deren Alptraum-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Und deswegen tun sie alles seit hundert Jahren dafür, dass das nicht passieren kann.“  Jebsen: „Hmm.“  [26:55-28:06]

Immer wieder wird der gleiche Stuss aufgewärmt. Natürlich – Deutschland und Russland seien natürliche Verbündete im Weltenkampf mit dem angloamerikanischen Empire. Sogar Nachbarn. Polen, die Ukraine und Weissrussland spinnen sich die Aluhüte, wie auch mancher Politiker der Linken(.), gerne weg. Jeder, der etwas gegen die fiesen Pläne des bösen Imperiums unternimmt, wird mundtot gemacht. So wie Wisnewski und Jebsen, die Experten.

Jebsen: „Was wir in den Medien – das verstehen ja viele  Leute gar nicht, was Medien sind, ich empfehle ja immer Marshall McLuhan als Autor. aber – was wir in den Medien dann  erleben ist , derjenige, in diesem Fall das Imperium, die die Medien kontrollieren durch die entsprechenden Alphajournalisten, die wir spätestens seit der Anstalt auch kennen, ja – Uwe Krüger sei hier empfohlen auch, ähhm, das was die verkünden, das ist die Wahrheit, und alle anderen müssten sich dann dagegen durchsetzen, egal, wie unsinnig die Behauptung ist. Das ist ja das, wie die Medien arbeiten. Ich kann irgendetwas behaupten, ich hätte auch sagen können der Weihnachtsmann war am Set und wenn ich dann sag: es gibt den Weihnachtsmann nicht, dann muss ich, muss ich beweisen, dass die anderen totalen Käse erzählt haben, obwohl jeder sagt, ja das muss Käse sein. Warum ist das so?“ Wisnewski: „Das ist einfach die Medienmacht, die Arroganz der Medienmacht, ähh, wer am lautesten schreibt, hat Recht.“ Jebsen: „Und wer zuerst das tut.“ Wisnewski: „Ja.“ Jebsen: „Hmm.“ Wisnewski: „Ich sage ja immer, die schlimmste Verschwörungstheorie haben ja die Medien selber aufgestellt, und George W. Bush über Osama Bin Laden und seine 14 Räuber, die angeblich in der Lage waren, die Supermacht USA total kalt zu erwischen, in ihrem eigenen Luftraum vier Jets zu kontrollieren – ja, bin ich denn bei Alice im Wunderland oder wo, ja, hallo!“ Jebsen: (lacht) „Mit nem Telefon!“ Wisnewski: „Und, ähhm, ähhh, das heisst, die verkaufen uns die schlimmste aller Verschwörungstheorien-„ Jebsen: „Ja.“ Wsnewski: „-und behaupten, wir würden ohne Beweise arbeiten und selber Verschwörungstheorien aufstellen-“ Jebsen: „Nur, weil wir nicht gutgläubig sind.“ Wisnewksi: „Das ist eben Mittelalter, sag ich dann immer, das ist Mittelalterlogik, was von oben kommt stimmt. Punkt.“ Jebsen: „Aber das funktioniert ja dahingehend, dass wenn man sagt, das glaube ich nicht, dass man ja dann isoliert wird das ist ja das Mittel, mit Isolation und sozialer Isolation kaltstellen dann auch wirtschaftliche Zerstörung letztendlich, arbeitet man ja…wie kommt das denn beim Publikum an?(…) “ Wisnewski: „Also, ich es gibt beides. Alco. Ich dachte ja, ich kenne das nur aus den Geschichtsbüchern. Also, Verleumdung, Denunziation, Ausgrenzung, wirtschaftliche Zerstörung, Rufmord. Wir haben ja sogar in Deutschland Gesetze gegen sowas, ein Paragraph heisst politische Verdächtigung-„ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Aufgrund der Erfahrungen des Dritten Reiches hat man gesagt wir wolen nicht mehr,, dass in der neuen  Bundesrepublik Leute verleumdet uund politisch verdächtigt werden können und so ihre Existenz zerstört werden kann, denunziert werden können, das nennen wir politische Verdächtigung und machen das strafbar. Das wissen die wenigsten.“ Jebsen: „Ja.“ Wisnewski: „Das wissen die wenigsten Leute, dass es diesen Paragraphen gibt. Und trotzdem wird das dauernd ausgeübt, dieses Instrument der politischen verdächtigung, ja, ohne dass sich jemand so richtig dagegen wehren kann, und es gab die Leute, die mir auf die Schultern geklopft haben, und es gab die anderen, die haben die Straßenseite gewechselt. Und deswegen sage ich, ich dachte das   kenne ich nur aus ähhm dystopischen Romanen wie George Orwell oder aus der Vergangenheit, ja, von totalitären Diktaturen wie Stalinismus oder Drittes Reich.“ Jebsen: „Hm, ähhm, gabs einen Moment wo sie gemerkt haben, ich bin so ein bißchen hier Kafka, der Prozess?“ [40:17 43:34]

Alles arme, wahrheitssuchende Opfer also, die sich fühlen müssen, wie in einer Diktatur, wie im Dritten Reich. Und dies alles wird also ausgelöst von ein paar Alphajournalisten, die dem Imperium dienen. Für Jebsen muss es sein, als unterhalte er sich mit sich selbst. Peinlincher können die von Wisnewski vorgenommenen Verharmlosungen von Drittem Reich und Stalinismus nicht ausfallen. Aus genau solchen Gründen würde auch ich die Straßenseite wechseln, sollten sie mir begegnen (oder mit einer zusammengerollten Jungle-World auflauern?) .Jebsen und Co, die Saubermänner vom Dienst, drehen völlig frei. Wer seine selbst vergurkte berufliche Existenz höheren Mächten und einem ominösen Imperium, hinter dem diese „bestimmte Eliten“ zu verorten sein sollen, anlastet, sollte eben ruhiger treten.

Zum Ende des Interviews mit Wisnewski weist Jebsen, ähnlich wie bei dem letzten Wisnweski-Interview im vorigen Jahr, auf eine Buchpublikation des Pinocchio Wisnewski hin. Zufall? Oder stellt KenFM inzwischen auch eine Werbeplattform für Kopp, Compact und Co. dar? Es ist auffällig, dass vor einem Jahr eine Wisnewski-Bucherscheinung bei KenFM auf gleiche Weise beworben wurde. Auch Ken Jebsen muss sich finanzieren. Und, vielleicht ist bei dem an dämlichen Truthereien, demokratieschädlichem, israelfeindlichem, an dümmlichen Antisemitismen und Antiamerikanismen interessiertem Publikum nicht soviel an Spenden abzupumpen?

Ken Jebsen, Albrecht Müller und Konsorten beweisen immer wieder aufs neue, dass die Zuordnung in ein Querfrontnetzwerk, wie in der Studie der Otto-Brenner-Stiftung vorgenommen, richtig ist. Klar ist – wer den gefährlichen, demokratiefeindlichen Schwachsinn glaubt, welchen KenFM, Wimmer, Wisnewski und Co. verbreiten, dem ist nicht mehr zu helfen. Und muss auch nicht bedauert werden. 

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12 Gedanken zu „K(r)oppzeug

    1. eggi

      Nichts außer Polemik. ‚Näselnder Wimmer ? ‚ Das erinnert mich an den frühen Umgang der Nazis mit Ihren Gegnern. Nur auf der persönlichen Ebene angreifen, lächerlich machen, aber nicht mit der Argumentation auseinandersetzen, geschweige denn Gegenargumente liefern. sehr armselig

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      Antwort
      1. Nazienkel Autor

        Wie alt bist Du denn, wenn Du dich ‚an den Umgang der frühen Nazis mit ihren Gegnern‘ erinnerst? Ach, stimmt. Die Nazis und ihre Kritik an Antisemitismus, hat man ja gehört, dass die auch stets auf den plumpen Antiamerikanismus ihrer ‚Gegner‘ hinwiesen. Bist Du etwa Dieter^^? Mit welcher ‚Argumentation‘ soll ich mich denn beschäftigen? Etwa, dass der Versailler Vertrag Hitler vom Himmel plumpsen ließ? Dass ‚der Amerikaner‘ jeden ‚anstrahlt‘ und wegbombt? Dass Putin knorke ist und Wisnewski toll recherchieren würde? Armselig finde ich Relativierungen, wie Du sie in deinem Kommentar vorbrachtest.

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  1. Eggi

    Der Artikel besteht größtenteils aus Behauptungen und persönlichen Anschuldigungen „das ist Schwachsinn“ und so weiter kann jeder sagen. Geh doch mal sachlich auf die Argumente ein, rein auf der Sacheebene, ohne Beleidigungen auszustoßen! Der Eindruck bleibt, dass es hier wohl nur um die persönliche Verunglimpfung von Personen geht und nicht um Auseinandersetzung mit Sachthemen. Schade !

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  2. Verschwörbär

    Danke für die Arbeit.
    Ich bin ja nach wie vor von den pathologischen Symptomen des KenFM überzeugt.
    Es ist stets eine bizarre Mischung aus
    Lügen und psychotischen Schüben die er an den Tag legt.
    Dabei ist er durchaus intelligent und charismatisch. Nur wenn man sich ein bisschen mehr von ihm antut, werden so eklatante Widersprüche offenbar.

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  5. rafael

    Auch von mir ein Danke für die Arbeit.

    „Geh doch mal sachlich auf die Argumente ein, rein auf der Sacheebene, ohne Beleidigungen auszustoßen! “

    Das Dumme ist, dass man, wenn man sich länger mit Jebsen und Co beschäftigt, einfach verzweifelt.
    Ich beschäftige mich z.B. mit dem Ganser Vortrag an der Uni Tübingen und die Aussagen sind so dämlich, dass ich es auch kaum schaffe, sachlich zu bleiben.

    Daher teile ich die Meinung des Autors, auch wenn Sachargumente fehlen sollten.

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