Jens Wernicke bei Free21

Tommy Hansen (Free21)„:(…)über diese Autoren gibt es Namen jetzt. Ihr müsst Euch vorstellen, ich saß da auf dem Feld mit Ken und habe gesagt, naja man muss doch irgendwie die Journalisten da zusammenbringen können. Na gut. Jetzt haben wir (…) Jens Wernicke(…)“  [Ca. Minute 9:27]

Der Nachdenkseiten-Juniorautor Jens Wernicke arbeitet nun ganz offiziell mit den Wichteln um Tommy Hansen von Free21 zusammen: Mit der Verkündung von Tommy Hansen auf einer Friedenswahnmache in Kassel, dass Jens Wernicke nun auch für Free21 schreibe, scheint die ideelle Verquickung Jebsens Universum von alternativen Medien und den Nachdenkseiten nahezu abgeschlossen.

Bei Nachdenkseiten-Watch wurde schon mehrmals auf sein fragwürdiges Treiben hingewiesen, zum Beispiel hier, hierhier und hier. Jens Wernicke bringt in seinen deutlich als Gefälligkeitsgespräch zu erkennenden Interviews für die Nachdenkseiten -oder Telepolis– stets viel Verständnis für die Gäste, darunter auch den einen oder anderen Montagsquerfrontler, auf. Ein unkritisches Interview mit Wolfgang Gehrcke [übertitelt mit „Die Antisemitismuskampagne gegen links“] anlässlich der Veröffentlichung seines Buches, in welchem (innerlinke) Kritik an linkem Antisemitismus, israel-, und amerikafeindliche Obsession, als Rufmord bezeichnet wird, ist Jens Wernicke ebenso zuzuschreiben, wie solche mit Sabine Schiffer oder Daniele Ganser. In seinem Facebookkprofil teilt Jens Wernicke auch mal KenFM-Videos.

Sehr fragwürdig ist auch das Veröffentlichen seiner Artikel in Blogs, wie z.B. Politik im Spiegel, wo unter anderem gegen deutsche Erinnerungspolitik und das Primat von Auschwitz polemisiert wird. Revisionistisch und revanchistisch angehauchte Aritkel finden sich dort mehrere. Für die Ressentimenthaftigkeit der AfD drückte Jens Wernicke in einem Interview mit dem AfD-Forscher Andreas Kemper Verständnis aus:

„Also, auch in meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die bereit wären, AfD zu wählen. Und zwar hauptsächlich daher, weil sie das Vertrauen in die etablierten Parteien inzwischen verloren haben. Und ihre Hoffnung tragen sie dann zur AfD. „Endlich einmal wird auch die EU kritisiert!“, meinen da die einen. Und die anderen sagen: „Die sagen wenigstens, dass die größere Gefahr für den Weltfrieden gerade von der NATO, nicht von Putin ausgeht.“ Beides halte auch ich für im Kern richtige und notwendige politische Prämissen. Sie als AfD-Kritiker aber offenbar nicht? Oder wieso meinen Sie, dass die AfD gerade in diesen Punkten nicht auch und insbesondere fortschrittlich wäre?“

Wernicke stellt als Interviewer selten kritische Fragen, er spielt meist bloß einen Stichwortgeber. Aber offensichtlich ist ihm auch hin und wieder am Einbringen seiner Meinung gelegen. Ob bei dem Interviewten Andreas Kemper bei Wernickes Aussage bezüglich „im Kern richtiger und notwendiger politischer Prämissen“ sich die Stirn in Falten legte? Ob diese stammtischkompatible Aussage voller AfD-Affinität Aussage ihn überraschte?

Ob es nun um Eliten, die NATO, ‚den Westen‚, die Mahnwachen oder ‚den Kapitalismus‚ geht. Wernicke strapaziert dabei auch einen altmodischen und abgegriffenen, pseudolinken Wortschatz an Plastikwörtern und Phrasen aus der antiimperialistischen Mottenkiste, derer sich auch zum Beispiel Jebsen bedient, um bei ‚linken‘ zu landen. Was, betrachtet man die Möchtegern-Weltverbesserer der NDS und ihren Querfrontkurs, auch klappt.

Bei den Nachdenkseiten wurden in den letzten Jahren Link auf Link zu KenFM gesetzt. Insgesamt vierundzwanzig (24!) mal wurde unkommentiert bis belobigend dorthin verwiesen.  Interviews mit dem Verschwörungsideologen Ganser geführt, oder Veranstaltungen der Montagsquerfront beworben. Wernickes Texte werden dort bei Free21 nicht einfach nur eingestellt, wie es erst vor zwei Wochen mit einem seiner Artikel bei KenFM geschah: Jens Wernicke schreibt auf der Homepage von Free21 als Autor. Dies ist eine Steigerung der vorhandenen Kooperation der Nachdenkseiten und Ihrer Autoren mit der neurechten und antisemitischen Querfront, für die Wichtel institutionalisiert in KenFM und personalisiert in Ken Jebsen. Bei den NDS freut man sich übrigens über gestiegene, bzw. verdoppelte Zugriffszahlen. In Verbindung gebracht wird dies mit der Berichterstattung der NDS über die Ukraine und Griechenland. Verschwiegen wird ein möglicher Hauptgrund: Die offene Zusammenarbeit mit den publicitiyträchtigen Verschwörungskanälen wie KenFM, die Magnete für die Wahnmacher darstellen.

Obwohl Ken Jebsen ein antisemitisches Hetzvideo nach dem anderen veröffentlichte, wurde bei den NDS in immer stärkerem Umfang dorthin verlinkt. Dies gipfelte in einem Interview Ken Jebsens mit Albrecht Müller. Kurz darauf übernahmen die NDS vor der anstehenden Friedenswinterdemo im Dezember 2014 sogar das unkreative Sprech von Pedram Shahyar bezüglich der Selbstviktimisierung als Opfer einer ‚McCarthyisierung‘.

Der Macher von Free21, Tommy Hansen, ist, wie die anderen Protagonisten der Querfront, ebenfalls ganz groß in der Darstellung seiner selbst als Opfer: Bekam er als dänischer Truther, der über „die Wahrheit“ von 911 schreiben wollte, schwerlich einen Job in Dänemark. Das „wichtigste Gespräch“ in seinem Leben sei ein Interview mit Daniele Ganser gewesen, dem in Trutherkreisen offenbar messianische Bedeutung zuteil wird. So sagt es Tommy Hansen in einer Rede auf der Mahnwache in Kassel am 03. Juni dieses Jahres.  Sein größtes Glück –  und der Grund für den Beginn eines neuen Lebens – sei das Zusammentreffen mit Kennieboy gewesen, der ihn ‚nach Deutschland holte‚, ihm „eine Wohnung besorgte“ und aus seiner Einsamkeit befreite.

Tommy Hansen: „…Und derselbe Ken Jebsen hat mir dann eine Wohnung in Berlin gefunden, ich bin einfach da hin, der hat mich dann sogar hierher geschleppt, zwar freiwillig, aber der kam und hat alle meine Sachen da abgeholt, in das Auto reingesteckt und jetzt fahren wir da los…“

Ist Hansen bei einer Sekte, oder bei einer Drückerkolonne gelandet? Jebsens kleiner Wichtelkosmos in Berlin als das Uttar Pradesh der Wahnies? Die Geschäftsweisen von Jebsen, die durch Hansens Gesagtes aufgezeigt werden, können erheitern. Während sich Jebsen mit dem empfohlenen ‚Informationsbeschaffungsverzicht‘ bei der ‚Mainstreampresse‚ gegenüber seiner Community wie ein Guru gibt, der als einziger im Begriff der Wahrheit ist, hat auch das Einspannen von Hansen durch Jebsen und die folgende Mission am Ort von Jebsens Wirken teilreligiöse Aspekte – über das Verschriftlichen von Jebsens und der anderen Truther Weisheiten, bis hin zu der Suche nach anderen Vorbetern, die in Free21 veröffentlichen . 


Das quasi-religiöse am Fundamentalismus der wahnmachenden Vor- und Nachbeter Aus der Einsamkeit befreit, bekam Hansens Leben also wieder Sinn: In Deutschland, wo truthertechnisch was los ist,  die illustrierte Begleitausgabe zu den Verschwörungsgeschichten und Interviews von Jebsen und seinen Medienpartnern zu gestalten. Es ist wenig erstaunlich, dass in Hansens Äußerungen Parallelen zu der Soziologie von Sekten deutlich werden. Neben Stärkung von In- und Outgroupdenken gehören der Glaube an eine spezifische Form von Läuterung (‚aufgewacht sein‘) ebenso dazu, wie der Anspruch an Missionierung und der Glaube an die Wichtigkeit der Mission. Das sogenannte crowdfunding, also das Betteln um steuergünstige Spenden innerhalb der community,  kommt der Bedeutung der Kollekte gleich. Eschatologische Überzeugungen, apokalyptische Wahnweltbilder und paradieshafte Vorstellungen (zum Beispiel die absurde Vorstellung der Erreichbarkeit von Weltfrieden) schwingen in dem Glauben an den kurz bevorstehenden dritten Weltkrieg und dessen Abwendung ebenso mit, wie in der eingebildeten Lösung und dem Bewusstsein, zu Wissenden (und den Erlösern!) zu gehören. Es wird an Glauben über den Ablauf von Dingen appelliert und der religiös grundierte Begriff einer universellen Wahrheit überstrapaziert.


Diesem illustren Kreise von Wahnmachern sind die Nachdenkseiten und deren Autoren also inzwischen zuzuzählen, wobei sie eine Art (pseudo-) linkes Feigenblatt spielen. Fahren die Nachdenkseiten unter Ihrem Macher Albrecht Müller und ihren Autoren generell einen einseitigen („jawohl, wie sind einseitig„), einen bestenfalls als israelfeindlich und antiamerikanisch beschreibbaren Kurs, hierbei auch immer wieder NS-realtivierend, so stellen die offenen Verknüpfungen zu dem als antisemitischen Hetzkanal bezeichenbaren KenFM, Free21, Friedenswinter und Konsorten eine eindeutige Positionierung als Medium für Weltfremde dar.

Gegen eine, bzw. ‚die korrupte Elite‚ kämpfend, so stellen sie sich gerne dar, die Protagonisten der Wahnmacherbewegung.  Während bei den pseudolinken Nachdenkseiten der Feind in (natürlich US-gesteuertem) Kapitalismus und Globalisierung gewähnt wird, so ist dies bei Ken Jebsen und Free21 natürlich ebenso. Nur mit der zusätzlichen Würze, dass die pauschalisiert eingebildeten korrupten Eliten neben Amerika beständig mit Zionismus und Israel verknüpft werden, sich hier also offener nebst schlecht getünchtem Antisemitismus austobt (aktuellstes Beispiel ist ein Interview mit Peter König, Betrachtung folgt). Eine Grundlage des Truther-Wahns bildet die ständig wiederholte Phantasterei, dass wahre Ursachen von 9/11 verschwiegen würden. Wobei klar ist, wer sich im Besitz der Wahrheit wähnt. Man ist mit dem Begriff der „Wahrheit“ der Welt des Glaubens eben näher, als der Wirklichkeit mit ihren verschiedenen Realitäten. Die parallelgesellschaftlichen Sichtweisen, in der die Verschwörungsideologen, und ihre Gläubigen, gefangen sind, verdeutlichen das.

Es ist dienlich für die Interpreten der Wahnweltbilder in der ‚alternativen‘ Medienlandschaft, wenn Sie sich in Zirkelschlüssen gegenseitig zitieren können. Und so wird es dann auch gemacht: Jens Wernicke interviewt zum Beispiel Wolfgang Gehrcke oder Rolf Verleger zu Themenkomplexen, bei denen die Aussage schon vor der Antwort klar sein muss und folglich wenig Reibung besteht. Kritische Nachfragen werde nicht gestellt, Interviewter und Interviewer führen lediglich ein für  beide genehmes Frage-Antwortspiel. Sabine Schiffer zum Beispiel schreibt zu angeschlossenen Themenkomplexen einen Artikel, und zitiert aus den vorliegenden Gefälligkeitsinterviews. Zu diesem Kreis gehört Jens Wernicke, der nun wohl auch leider direkt mit Hardcoretruthern, antisemitisch-ruchhaften Spinnern und nach rechts hin offenen Wutbürgern zusammenarbeitet.

Mehr und mehr gilt in Deutschland, dass offenbar ein Paradies für Wahnfrieds aller Art darstellt, es wächst zusammen, was zusammen gehört. Jens Wernicke, die Nachdenkseiten und deren andere auf dem Buchmarkt tätige Autoren können die zusätzliche Publicity, die ihnen die ressentimentgetriebende Querfront bescheren wird, gewiß brauchen! Übrigens: Jens Wernicke hat mehrere Standbeine – er steht auch vermerkt als Mitarbeiter bei Gansers Institut ‚SIPER‚ in der Schweiz. Dort arbeiten wohl nur Hochkaräter interessant ist es, zu sehen was ‚die Elite‘ der Wahnmacher so für die Zukunft plant, wie sie sich gegenseitig unterstützen, sich Jobs zuschanzen – und dabei von einer unsicheren Zukunft für alle sprechen, wobei die Ihre immer sicherer wird. SIPER – dort, wo die Experten arbeiten, die auch mal vor Ivo Sasseks AZK sprechen. Ob Jens Wernicke dort auch demnächst spricht? Als NDS-Mitarbeiter, als Mitarbeiter von Daniele Ganser und als Autor von Free21 ist seine Personalie für die Gäste der AZK, die ansonsten auch von Sasseks Kindersoldaten besungen werden, bestimmt sehr interessant. So sieht eine Wichtelkarriere in den Eliten der Wahnmacherbewegung also aus, man veröffentlicht seine Schriften auf einem Portal mit handfesten Antisemiten.


Teiltranskript der Rede von Tommy Hansen, 03. Juli Kassel [Hervorhebungen durch den Verfasser]: „Gleich nach dem Gespräch [mit Daniele Ganser] habe ich dann Ken Jebsen angerufen, wir haben anderthalb Stunden so ungefähr geredet, und jeder der den kennt weiß, der kann locker zweieinhalb Stunden reden. Hat er diesmal nicht gemacht, er hat einfach nur zugehört. Oder meistens. Wir haben über Journlismus, über die Medien, über das Medienlandschaft, das ganze, haben wir geredet. Wir haben uns total geeignet, also wir sind total auf derselben Ebene, und ähhm, dann ging es weiter wir haben noch die nächsten zwei Monate oder so haben wir noch weiter Telefonate geführt, dann auf einmal rief Ken mich an und er sagte: ‚Du, ‚ich komme nach Dänemark‘.  Dann kam er nach Dänemark mit seiner ganzen Crew, und wir haben dort auf dem Feld, auf der Insel wo ich damals gewohnt habe, ein Interview geführt, und ich habe auch da über die Idee mit dem pdf-Ausdruck da geredet. Und nachdem das Interview veröffentlicht wurde kam eine Riesenreaktion aus Deutschland. Das ist Wahnsinn. Also -nach dänische Verhältisse auf jeden Fall es ist Wahnsinn. Jetzt ist das Video 125.000 mal gesehen worden, und es steigt immer noch. Und ähhm dann habe ich mir damals wurde es mir sehr deutlich, ich muss nach Deutschland, ich muss wieder nach Deutschland, weil da ist was los. Und derselbe Ken Jebsen hat mir dann eine Wohnung in Berlin gefunden, ich bin einfach da hin, der hat mich dann sogar hierher geschleppt, zwar freiwillig, aber der kam und hat alle meine Sachen da abgeholt, in das Auto reingesteckt und jetzt fahren wir da los. Und wenn ich mir jetzt angzucke, was ist da eigentlich seitdem passiert, das kann man kaum beschreiben. Also ich, ich war damals erstmals war ich allein, ich hatte eine Idee, ich bin seit – also – ich bin – also ich habe mich mit 119 in Dänemark beschäftigt, und ich muss sagen die Berichterstattung in den LEitmedien generell seit 911 hat sich in eine KAtastrophe entwickelt. Die Berichterstattung ist dermaßen einseitig und das ist so offensichtlich man muss nicht mal mehr drüber nachdenken, das ist einfach so. Und deswegen ist es natürlich schwer und immer schweer geworden, als freiberuflicher Journalist darüber zu berichten, weil keiner will diese Berichte kaufen.  [4:55 – 8:12] (…) Das was ich damals gesagt habe und sehr gerne wiederholen werde, ist: WIr brauchen keine neuen Journalisten, wir brauchen keine neue Berichterstattung, es ist alles schon gemacht. Nur, die Artikel stehen nicht in den Leitmedien, die stehen im Internet auf verscheidnen Websites, wo Journalisten dann ihre Stellung aufgegeben haben und für sich weitergemacht haben. Das muss nur überarbeitet werden, dass das eine Form kriegt, dass man die Menschen erreichen kann. Und über diese Autoren gibt es Namen jetzt. Ihr müsst Euch vorstellen, ich saß da auf dem Feld mit Ken und habe gesagt, naja man muss doch irgendwie die Journalisten da zusammenbringen können. Na gut. Jetzt haben wir: Rolf Gössner, Wolfgang Bittner, Dirk C. Fleck, Jens Wernicke, Wolfgang berger, Peter Haisenko, Lars Schall, Matthias Bröckers und aus der Schweiz der Stefan Scheer.“ [8:12 -9:27]

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3 Gedanken zu „Jens Wernicke bei Free21

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