Israelbezogener Antisemitismus und deutscher Größenwahn

Ken Jebsens neuester, wohl nach wissenschaftlichen Kriterien als sekundärantisemitisch zu bezeichnender, Text, der ‚Mit zweierlei Maß‚ betitelt ist, hat es -bezogen auf antisemitisch ruchbaren Gehalt- in sich. Nicht nur zieht Jebsen darin aus deutscher Schuld eine Verantwortung, ‚mit Nachdruck‚ auf eine Aussöhnung von Israelis und Palästinensern hinzuwirken, womit  eine doppelte antisemitische Aggression sich ausdrückt.

Er spricht zusätzlich indirekt mit einem Zitat von der Vorzeigetochter Hecht-Galinski von einer ‚ethnischen Säuberung‚ an den Palästinensern. Dies ist nach den vielen NS/Israelvergleichen, die der spendensammelnde, profilneurotische Ex-Jugendradiomoderator mit zu hohem
Sendungsbewußtsein (und offenkundigem Jesus-Komplex) schon tätigte, eine weitere unhaltbare, dämonisierende Zuschreibung an Israel.  Jebsen schreibt israelischer Politik einmal wieder mehr als Vernichtungswillen zu – als ‚Retter‘ der solcherart gegeißelten Palästinenser soll Deutschland wirken, dem er moralische Verantwortung attestiert.

„Es ist die Aufgabe unserer Generation, der Generation@, auch gegenüber den Palästinensern endlich die Stimme zu erheben. Unsere Großeltern sind an der Vertreibung der Palästinenser indirekt beteiligt. Die Vertreibung dauert an. Wir, die Enkel, sollten uns dieser verbliebenen Verantwortung stellen und uns für die Aussöhnung zwischen Palästinensern und Israelis einsetzen. Unparteiisch. Fair. Gerecht. Aber endlich auch mit Nachdruck.“

Erinnert sei daran, dass Jebsen in dem Format KenFM neben dem eigenen Antiamerikanismus und der ‚Israelkritik‘ auch rechtsextremen Figuren und Holocaustleugnern Chemtrailspinnern, Revisionisten und Truthern wie z.B. Hörstel, Ulfkotte und Wisnewski eine Bühne bietet. Mit deutlichantisemitischen Aussagen hält er sich seit Löschung des Videos ‚Zionistischer Rassismus‚, das während des Rechtstreits mit der AntilopenGang von der Plattform KenFM gelöscht wurde, offenbar mehr und mehr zurück, lässt gern andere für sich reden – oder reisst eben aus dem Zusammenhang: Jebsen führt in dem vorliegenden Text neben der Hecht-Galinski einen weiteren Alibijuden an, dessen geäußerte Worte er zweckdienlich aus dem Kontext reißt. Wenn Jebsen fordert, dass ‚die Enkel‘ sich der Verantwortung Deutschlands stellen sollten, pervertiert er einmal wieder die aus dem Holocaust entstandene deutsche Schuld.  Verantwortung sieht er hier einzig darin, Druck auf den israelischen Staat auszuüben.

Nein, Ihr Umdeuter und ‚Israelkritiker‘: Verantwortung besteht darin, den Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen. Antisemiten nicht die Chance zu geben, sich hinter dem Ruf nach Frieden zu verstecken und Antisemitismus salonfähig(er) machen zu wollen. Antisemitischen Marktschreiern muss entschlossen begegnet werden.

Die Verantwortung von Nazienkeln kann nicht darin bestehen, antisemitische Sprücheklopfer gewähren zu lassen, noch darin, das Werk ihrer Großväter beenden zu wollen. Der Auserwähltheitsanspruch, den Jebsen hier für die Deutschen, für die Nachkommen von Nazis (Ach ja, Ken Jebsens Opa war wohl Sanitäter) formuliert, ist ein Hinweis auf die quasireligiösen Bestandteile solchen Denkens. Deutscher Auserwähltheitsanspruch wird hier verzerrt als Grundlage für die ‚Befreiung der Palästinenser‘ gesehen, die ja angeblich einzig unter den Israelis litten. Als Lehre aus Gräueln, die dem deutschem Auserwähltheitsanspruch zugrunde liegen, soll hier am deutschen Wesen die Welt genesen?  Zuförderst Israel – es ist grauenhaft.

Ken Jebsens  Pamphlet ist wohl ein gutes Beispiel für israelbezogenen Antisemitismus (wie viele seiner ‚Werke‘), wie auch für sekundärantisemitschen deutschen Größenwahn. Die einen sahen sich ausersehen als Vollstrecker in der Vernichtung, andere sehen sich nun ausersehen, zu erziehen, auf Mission. Für diese erwächst daraus nun ein Vertretunganspruch für Palästinenser und Israelis zugleich.


Kaffee – die unterschätzte Droge…

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21 Gedanken zu „Israelbezogener Antisemitismus und deutscher Größenwahn

  1. MultiStar83

    Wieder mal unterirdisch und konstruiert! Aber das kennt man ja von dir nicht anders. Aber eine Frage hätte ich dann doch, weil das auch rechtliche Konsequenzen haben kann: wo haben denn die „rechtsextremen“ Herren Hörstel, Ulfkotte und Wisnewski den Holocaust geleugnet? Da wäre ich aber auf Belege gespannt…

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      1. MultiStar83

        Ja toll, ein „Jungle World“- Journalist hat das also behauptet. Der ist natürlich absolut glaubwürdig und unparteiisch…Du kannst offenbar noch nicht mal den Wikipedia-Eintrag richtig lesen. V. a. der letzte Satz wäre hier evtl. aufschlussreich gewesen. Übrigens hat Hörstel an anderer Stelle schon oft gesagt, er hätte Angehörige im Holocaust verloren, da er auch jüdische Wurzeln hätte…Nur mal so am Rande.

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  2. MultiStar83

    Na, wenn dir sonst nichts mehr einfällt…Vielleicht wäre es besser, du brächtest tatsächliche Belege für deine schweren Anschuldigungen oder nimmst sie andernfalls zurück! Es könnte sonst durchaus sein, dass du bald Post von den von dir verleumdeten Personen, bzw. ihren Anwälten erhältst. Nur mal so als Tipp, sozusagen von „Infokrieger“ zu „Antideutschem“.

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      1. MultiStar83

        Vielleicht nicht Else, aber eben Hörstel, Ulfkotte und Wisnewski. Mal sehen, vielleicht werde ich denen mal in einer Mail schreiben, dass es da einen Blogger gibt, der sie als „Holocaust-Leugner“ bezeichnet und was sie davon halten. Ob die dann Zeit und Lust haben, rechtliche Schritte gegen dich einzuleiten, weiß ich natürlich nicht. Aber ich will dich gewarnt haben! Solche Verleumdungen gehen meines Erachtens nach einfach zu weit. Und die Leute haben jedes Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

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  3. MultiStar83

    „…und der Rest ist natürlich auch unhaltbar.“ Ja, das ist er! Aber eben nicht strafrechtlich relevant. Wenn du jemanden als „rechtsextrem“ bezeichnet, ob berechtigt oder nicht, nennt man so etwas ein „politisches Werturteil“. Es handelt sich also nicht um eine „Tatsachenbehauptung“, wie bei der Sache mit der „Holocaust-Leugnung“. Wobei das auch schon hart an der Grenze und umstritten ist. Hätte Jutta Ditfurth in dem Fernsehinterview z. B. gesagt: „Jürgen Elsässer ist MEINER MEINUNG nach ein Antisemit“, etc. und nicht als Tatsachenbehauptung „Er IST ein glühender Antisemit“, wäre der Prozess evtl. ganz anders ausgegangen…

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      1. MultiStar83

        Geht zwar überhaupt nicht auf das von mir Geschriebene ein, aber egal. Du kannst ja ruhig der Meinung sein, dass die alle „rechtsextrem“ oder „antisemitisch“ sind. Aber das sind eben Meinungsäußerungen, bzw. „Werturteile“ und keine Tatsachen. Da liegt der Hund begraben.

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      2. Nazienkel Autor

        Ist Dir eigentlich langweilig? Bei Elses Blog, oder bei Kennie, findest Du bestimmt Gesprächspartner, die ganz toll auf dich und deine hochwertigen ‚Argumente‘ eingehen. Oder eben bei Hörstel…

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  4. MultiStar83

    Nee, es macht mir nur eben Spaß, offensichtliche Kiddies und Amateure wie dich vorzuführen. Also wirklich, argumentativ ist das unterste Schublade bei dir. Wenn alle „Antifas“ und „Antideutschen“ so drauf sind wie du: Gute Nacht, „Antifa“! Aber gut, ich lasse dich jetzt in Ruhe weiter spielen und „Jagd auf pöse Rechtsextreme“ machen. Wir waren alle mal jung und naiv, Kopf hoch!

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    1. Nazienkel Autor

      Huch, ja – vorgeführt hast Du mich total. Ich fühle mich ganz nass.

      Und nun noch versuchen, die Karte mit der Altersautorität zu spielen, was? ^^

      Da kommst Du woanders wahrscheinlich weiter… Genau, geh spielen, Opa^^ Und vergiß nicht, mit Christoph etc. zu reden…

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  5. Hobby

    Der Antisemitismus ist manchmal auch nur eine Verschwörungstheorie.
    Aber jemand, der sich als „Nazienkel“ bezeichnet, muss sowieso voller Pauschalhass stecken.

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  6. Pingback: Ken in der Karnickelgrube – ‘Geistiger Dünnschiss eines Antisemiten’ Vol. 2 | Erinnerung! – Gegen politische Verwahrlosung

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