Alles Müller?

Bei den Nachdenkseiten, wir wissen es schon lange, wichtelt es sehr. Unter der Überschrift ‚Das versuchte Mobbing einer Art von Gesinnungspolizei‘ lässt Albrecht Müller es erneut krachen:

„Es häufen sich die Mails, in denen irgendwelche Menschen die NachDenkSeiten davor warnen, sich mit anderen Zeitgenossen sehen zu lassen. Intoleranz und Denunziantentum haben Hochkonjunktur(…) Im konkreten Fall geht es zweimal darum, dass die Redaktion der NachDenkSeiten darauf hingewiesen wird, dass ich, weil ich mit Willy Wimmer und Ken Jebsen spreche, den NachDenkSeiten schaden täte

Albrecht Müller, einer der Herausgeber der ‚Nachdenkseiten‚, tobt wieder einmal gegen die Kritiker, welche es wagen, die Nachdenkseiten und ihren wahrnehmbaren Querfrontkurs zu kritisieren. Dass Müller hier den psychosozialen Begriff ‚Mobbing‘ für Kritik an ihm und seiner Seite verwendet, ist wohl ein Indiz dafür, dass seine Äußerungen bestenfalls psychiatrisch zu betrachten sind, ernsthaft politisch kaum mehr. Erneut legt Müller eine Opferhaltung an den Tag, wie sie ungehöriger kaum sein könnte.

Auch wenn es Leser der Nachdenkseiten sind, welche per Email oder Brief, ihre Meinung kundtun – Müller ist es in seinem offensichtlichen Anflug von Wut egal. In diesem wahnhaft erscheinendem Text, der wohl mit erhöhtem Puls geschrieben wurde, lässt sich Albrecht Müller über ‚Leserbriefe‘ aus, welche die Redaktion der NDS erreichten. Hierbei veröffentlicht er auch mal Privatdaten aus ihm zugespielten Wortwechseln. In der Vergangenheit relativierte Müller in ähnlichem Bezug mehrmals den NS-bezogenen Begriff ‚Gleichschaltung‘, wenn er seinen -und den putinesken Querfrontkurs der vereinigten Friedenswichtel- kritisiert sieht. In diesem subsumiert er Kritiker an dem offenkundig verwerflichen Querfrontkurs unter dem Begriff ‚deutsche Gesinnungspolizei‘. Dies ist nicht nur unredlich, es zeigt sehr gut auf, dass es für Müller eine Art universeller Wahrheit gibt – in dessen Besitz er selbstverständlich ist. Andere Sichtweisen haben für ihn scheinbar nur die anderen, die bösen. Die ‚deutsche Gesinnungspolizei‘ eben. Historische Erfahrungswerte zählen für ihn offensichtlich nicht. Wie verzerrt Müllers Wahrnehmung ist, zeigt sich deutlich an der Bewerbung und Verteidigung Ken Jebsens und Willy Wimmers. Kritik für seinen Umgang mit solchen Gestalten kann er nicht verknusen. Also werden die Gegner mit dem Begriff ‚Gesinnungspolizei‚ belegt. Nachdem Müller in der Vergangenheit solche Stimmen als gleichgeschaltet attribuierte, und auch den Walserismus vom ‚Totschlagargument‘ gern mal bemühte, ist ‚Gesinnungspolizei‚ nun offenbar bei ihm angesagt. Schon in einem Text aus dem Dezember 2014, in welchem Müller zur ‚großen‘ Friedenswinterdemo aufrief, drückte er den Kritikern dieser Querfronterscheinungen die Etiketten ‚Gesinnungspolizei‚ und ‚McCarthy‚ auf. Hiervor war eben ‚gleichgeschaltet‚ Müllers bevorzugte Belegung von Kritikern. Wann er seine ausgemachten Gegner nur als Parasiten bezeichnet?

Mit wem darf man noch reden? Oder anders ausgedrückt: Ist der russische Sender RTDeutsch z.B. schlimmer als die Bild-Zeitung? Manipuliert RTDeutsch mehr als „Die Zeit“? Von der deutschen Gesinnungspolizei gibt es unterschwellige oder offen ausgesprochene Kontaktverbote. So weiß ich von einigen publizistisch tätigen Freunden, dass sie wie ich Bauchschmerzen bekommen, wenn eine Interview-Anfrage von RT Deutsch kommt. Wenn man mit einigermaßen etablierten Journalistinnen und Journalisten redet, kommt postwendend ein „Igittigitt

Den antisemitischen Gehalt der Aussagen Jebsens zu relativieren ist das eine – den desinformativen Haus- und Hofsender rt, wo staatlich anerkannte Antisemiten, VT’ler und Holocaustrelativierer sich die Bühne teilen, allen Ernstes mit der Zeit (oder sogar noch, bei aller fehlenden Sympathie, mit der Bild! zu vergleichen, offenbart die Beschränktheit Albrecht Müllers ein weiteres Mal. Wenn Müller die Kritik unter ‚igittigitt‘ zusammenfasst, so wird offenbar, dass es für ihn eine reine Geschmacksfrage ist, als wenn er braune Soßen bevorzugt.

Es ist aber keine Frage des Geschmacks, es ist eine des Anstands. Anstand, der Müller auch bei der Verächtlichmachung seiner Leser sichtlich abgeht.

Wir lassen zu, dass bei uns Medien wie die Bild-Zeitung und andere Medien des Springerkonzerns tätig sind, die zum Beispiel darauf festgelegt sind, dass sie die Politik Israels in jedem Fall unterstützen. In jedem Fall heißt, auch dann, wenn diese Politik unerträgliche und unmenschliche Folgen hat. Das färbt auch auf die Berichterstattung zur Politik der USA ab. Auch diese ist in den Springer Medien wie auch bei anderen keinesfalls so vielfältig, dass man ein korrektes Bild bekommt

In diesem Absatz macht Müller deutlich, was er von dem Existenzrecht Israels hält. Und er kennzeichnet auch einen Punkt, in dem bei Müller und Jebsen Übereinstimmung zu herrschen scheint.

Wenn ‚KenFM‚ die Antisemitismen der Hecht-Galinski (welche von ihr am laufenden Band fabriziert werden) verbreitet, so ist dies für den sich nun letztendlich als Querfrontler geoutet habenden Albrecht Müller, der in diesem neuesten Klowand-Artikel also in einem Streich Willy Wimmer (den PEGIDA-Versteher), Ken Jebsen und rtdeutsch gegen eine von ihm phantasierte Gesinnungspolizei verteidigt, wohl auch nur ein notwendiger Akt gegen den Kampagnenjournalismus und den ‚Aggressor‘ Israel.

Müllers Haut scheint –durch anhaltende Kritik an seiner Tätigkeit– immer dünner zu werden. So wie auch die seines Schützlings Ken Jebsen, der im März erneut gegen Jutta Ditfurth und Monty Schädel hetzte, und dabei wieder mal seinen Messias-Komplex durchblitzen ließ – auch bezeichnete er den Rechtsextremismus als ‚kleinstes Problem‘ in Deutschland. Wer sich mit solchen umgibt, sie verteidigt und bewirbt, die rechten Terror und Umtriebe kleinreden, auch in diesem Umfeld fischen, dessen Handlungen sprechen für sich.

Wann gibts denn bei den NDS endlich mal was gegen die ‚olivgrünen‚, ‚antideutschen‚ ‚Linksgrünversifften‚, kann man sich da fragen, angesichts der Personen und Meinungen, mit denen Müller sich so gemein macht.

Update: Da Müllers verschwörungswahnhafter Text bestimmt voll auf dessen Linie ist, wurde er inzwischen auch bei KenFM als ‚Gastbeitrag‘ veröffentlicht. Bei Facebook lässt sich in der Kommentarspalte auch Rüdiger Lenz aus.

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4 Gedanken zu „Alles Müller?

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