Frühlingsgefühle – Nachdenkseiten denKEN nach

Die ‚Nachdenkseiten‘ schossen mit der Veröffentlichung einer kleinen Textsammlung zum Friedenswinter‘, die anlässlich der Aktionskonferenz des Friedenswinters in Frankfurt entstand, wieder einmal den Vogel ab: Albrecht Müller schrieb für die paranoide Textsammlung (Rainer Braun, Wolfgang Bittner, Wiltrud Rösch-Metzler (‚paxchristi‘ – ansonsten mit Israelvoykott beschäftigt) und Andreas Grünwald ließen sich hier aus), wie üblich im haarsträubenden Telegraphenstil, eine zum nachdenKEN bewegen sollende Einleitung, die den problematischen Querfront-Kurs der Nachdenkseiten und das Verkommen zu einer proputinschen Propagandaschleuder einmal wieder deutlich macht. Um es kurz zu machen – Antisemitismusvorwürfe sind bääh, der Westen ist pfui, ‚westliche Medien‘ betreiben Propaganda, und Ken Jebsen und Lars Mährholz sind verhetzte, falsch verstandene Leute. Ach ja – Putin wird dämonisiert und Russland mit Zwang zum Waffengang getrieben. Also alles wie üblich im offenbar gerontokratischem NachdenKEN-Land.

Aber von vorne: Albrecht Müller richtet die (bei den NDS) verlinkten Texte mit einem Wortsalat an, der mal wieder tief blicken lässt. Hinter der Kritik an den vereinigten Friedensquerfrontlern vermutet Müller ‚Methode‚ – und spricht, man kennt es schon, von einer ‚Kampagne‚. Das Etikett Antisemit sieht Müller bezogen auf die Protagonisten der Mahnwachen und des Friedenswinters nicht als das an, was es ist, nämlich hart erarbeitet.

Nein. Für Müller ist’s natürlich eine gern von Wichteln so genannte Keule , die ‚delegitimieren‚ soll – und die so bezeichneten kehrt er (der es ja auch nicht so genau nimmt) einmal wieder als Opfer heraus.

Der von ihm paranoid als Teil der herbeiphantasierten ‚neuen Kampagne‚ gegen den Friedenswinter genannte ‚Geschäftsführer der DFG-VK (Monty Schädel) wird von Müller nicht einmal mit Namen genannt, so interessiert ist das ‚alternative Medium‘ NDS also daran, die ‚Gegenöffentlichkeit‚ mit den Fakten zu versorgen. Müller ist aufgebracht darüber, dass Schädel den Friedenswinter ‚pauschal in die rechte Ecke‘ gestellt habe. Dies hat Schädel nicht getan, er ging im Gegenteil zur Kritik vieler sogar auf diese Querfrontler zu. Aber mit Bedingungen – und zuvor schon geäußerten Bedenken. Das schmeckt Müller nicht, der weniger Berührungsängste vor fragwürdigen Medienkontakten und Interviewpartnern hat. Und so schreibt er es auch der von ihm eingebildeten ‚Kampagne‘ zu, dass die Aktionskonferenz des Friedenswinters in Frankfurt kein Erfolg gewesen ist. Dass es keine ‚breite Friedensbewegung gäbe, sei nicht Ursache einer dahinter vermuteten Querfront, sondern liege an der ‚damit operierenden Propaganda‘, die die Friedensbewegung durch Beschäftigung mit ‚Abgrenzungsbeschlüssen‚ zerrieben habe. Na also – haben die ‚Kampagnenpropagandisten‘ doch was geschafft. Bravo.

Nun zu dem verlinkten Text:
Rainer Braun freut sich zu Anfang in diesem Text über ‚Friedenswinteraktionen‘ im „hessischem und südthüringischem“ und vermutet hinter der ‚Hetze‘ auf den Friedenswinter ‚die Elite‘, die eine breite Friedensbewegung (also mir kommt sie breit vor – breit wie naturstoned) verhindern wolle. Rainer Braun bemerkt zwar eine übertriebene Präsenz des Friedenswinters in „allen Medien“ und schreibt ihm die Auslösung einer „intensiven gesellschaftlichen Debatte“ zu. Die böse Elite mit ihrer Hetze, ohne die alles viel bunter und schöner gewesen wäre, darf aber natürlich nicht fehlen.

Ganz die Querfront, die keine Querfront sein möchte

Braun bringt den Narzissmus der Friedenstäubchen auf den Punkt und fabuliert von der Massenbewegung, die die jetzt sich noch im Winter Wähnenden sein wollten, und dass sie „kein Nischendasein in einer spätbürgerlichen Gesellschaft führen wollen“. Aha. Es ist also der Anspruch der verhinderten Revolutionäre auf was ganz großes – zumindest einen Ausbruch aus der eigenen Bedeutungslosigkeit. Ein letztes Aufbäumen vor der Ruhe. Und hierfür führt Brauni-Friedenstäubchen als Kronzeugen Willy Wimmer ins Feld, der ansonsten auch mal Verständnis und Sympathie für PEGIDA äußerte.

Als nächstes käut Wolfgang Bittner Kremlpropaganda wieder: Wolfgang Bittner weint über „Verschleierung, Lügen und Gemeinheiten“ ebenso, wie über „Netzwerke und korrumpierte Journalisten“. Als Beleg dafür, dass „NATO-Kritik keinen Platz“ habe „in den Massenmedien der NATO-Länder“ führt er den von ihm so genannten „Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser“ an. Dieser weinte nämlich in diversen KenFM-Sendungen über seine Eigenschaft als Paria – und Wolfgang Bittner griff dies wohl gern auf. Ansonsten kommt von Bittner neben der Gansererwähnung der übliche Sermon, mit dem durchschnittliche Wahnwichtel und KenFM-Fans so um sich werfen: Zbigniew Brezinski darf nicht fehlen, Atlantikbrückenverweise und Auslassungen über die „Weltmacht Nr. 1“ natürlich ebenfalls nicht. Dafür beschwert sich Bittner über die Dämonisierung Putins – es dürfen eben nur die USA dämonisiert werden. Ziel des Westens sei es, „Russland durch Wirtschaftssanktionen, Beeinflussung der Kapital- und Energiemärkte“ und durch die aufgezwungenen „Aufwendungen für Nachrüstung“ in den Ruin zu treiben. Na also. Putin ist der arme, in die Enge getriebene und eingekreiste. Wolfgang Bittner, der auch mal für rtdeutsch Interviews gibt, spricht über „westliche Medien“ von dem Betreiben von „Regierungspropaganda“ und „Kriegshetze„. Kritiker dessen würden Opfer von „Gegenpropaganda“ und seien von „Existenzentziehung“ bedroht. Er, für den die USA offensichtlich der Hort allen Übels sind, gibt sich also, wie Albrecht Müller auch, gewohnt einseitig.

Wen er von „Existenzentziehung‚ bedroht sieht, das führt Bittner allerdings nicht weiter aus. Ist es Ganser, der sich immer wieder zum märtyrerhaften und rechtschaffenen Forscher stilisiert, dem nur an der Wahrheit gelegen sei? Ebenso sagt Bittner nicht, was denn die ‚Gegenpropaganda‘ sei. Etwa die Antwort auf putinsche Propaganda, die von Bittner, der sich von ebensolcher vor den Karren spannen lässt, gern übersehen wird?

Die ‚Journalistin‘ Christiane Reymann lässt sich anschließend über die „Anwürfe“ der Medien aus, sie beschwert sich vor allem über die in ihren Augen unfaire Diffamierung von Jebsen und Mährholz. Die keine Antisemiten seien. Ihr Text läuft unter ‚Keulen, diverse‚, mehr ist zu dem Geheule über die herbeigesponnene unfaire Behandlung der Mahnwachenprotagonisten nicht zu sagen, dass angestimmt wird.

Es ist eine verzerrte Sichtweise, die sich da äußert, in der Verleugnung tatsächlichen Aussagen zugrundeliegenden Attribuierungen ihrer Helden. Erinnert sei: Verrückte merken nicht, dass sie verrückt sind.

Andreas Grünwald, der gern von Querfront und einem Fallenlassen politischer Trennschärfe träumt, durfte sich ebenfalls in diesem merkwürdigem Schriftstück auslassen. Sein Text steckt voller Angriffe auf einen taz-Artikel über die ‚Friedenswinterkonferenz‘ und Monty Schädel, über den auch Müller schon in der Einleitung bei den NDS Gift und Galle spuckte. Dass Monty Schädel eine Rede von Kathrin Dorn (‚Kathrin McClean‘) verhinderte, wurmt Grünwald.

Das war es auch schon.

Diese Träumer des Friedenswinters und ihre Sympathisanten von den ‚alternativen Medien‘ machen deutlich, dass sich wohl tatsächlich alles alleine um deren eigene Bedeutungslosigkeit und einen kurzfristigen Ausbruch hieraus dreht. Auf den tatsächlich immer wieder sich äußernden Antisemitismus von Friedenswinter und Mahnwachen wird in diesem Schriftstück überhaupt nicht eingegangen. Die zahlreich von Jebsen und Mährholz belegten Antisemitismen sind in der einseitigen Welt der Friedensfrierer nur Hetze. Dafür beklagen die Autoren immer wieder die Einordnung von Friedenswinter und Wahnmachen als Querfront und neurechts.

Dass dies alles Albrecht Müller gehaltreich, wichtig und fördernswert vorkommt, verwundert bei dem offenbar von den (ehemals spießig verpoften) Nachdenkseiten eingeschlagenem Querfrontkurs nicht mehr.

Und am nächsten Tag schon kam bei den NDS als neuer Hit fürs wohl zahlreiche VT’ler-Klientel dann das:

Der Nachdenkseiten-Mitarbeiter Jens Wernicke wurde losgeschickt, um ein Interview mit dem Verschwörungstheoretiker Daniele Ganser zu führen, der in antiamerikanischen Kreisen auch gern ‚ renommierter Friedensforscher‚ genannt wird. Daniele Ganser glänzt bei der Unterhaltung des leicht zu beeindruckenden Publikums durch Aussagen wie: „Terroristen sind wie Skirennfahrer. Sie haben viele Reißverschlüsse“.

Die NDS zeigen sich beeindruckt.

Lesenswert: Journalistenhatz

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7 Gedanken zu „Frühlingsgefühle – Nachdenkseiten denKEN nach

  1. hardy

    call out for a „blogstöckchen“

    ein kleines paradebeispiel, wie die schrottpressende edelfeda aka pantouffle das das mit der „wahrheit“, hat er gerade hier fabriziert,

    https://edelfeda.wordpress.com/2015/03/18/bitte-moderieren-sie-den-artikel-oder-lassen-sie-es-sein/

    ich habe es bei mir hier kommentiert und auf den “fehlenden part” verlinkt.

    http://hinterwaldwelt.blogspot.de/2015/03/schon-okay-so-funktioniert-das-eben.html

    und bitte also um ein “blogstöckchen” 😉

    das meint: eine post, die alle anderen (sprich mich, klaus, andré, ich habe eben genova gebeten, daran teilzunehmen) verlinkt und möglichst ein kleiner tweet und – kann ich nicht machen, ich habe kein f#ckbook – ggfl. auch dort ..

    grüße aus der garage

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  2. Thomas

    „…Viele (alle?) der in diesem Text genannten Namen verkörpern antiamerikanische und antisemitische Ressentiments…“
    Aha.
    Fällt denn der öffentliche Vortrag (siehe youtube) von George Friedman, Direktor des einflussreichen US-Thinktanks STARTFOR, vom Februar 2015, auch in diese Kategorie? Er gab u. a. zu, dass die Vereinigten Staaten andere Staaten erst aufrüsten, damit diese sich gegenseitig in kriegerischen Konflikten erledigen, wie z. B. Iran gegen Irak. Er gab auch zu, dass in den baltischen Staaten, us-treue Regierungen gegen Russland in einer Art „Gürtel“ um Russland herum, gegen Russland Stellung gebracht worden sind und dass vor allem die Zusammenarbeit Deutschlands mit Russlands verhindert wird. U. a. deswegen, damit die globale Vorherrschaft der USA bestehen bleibt. Ist der Hinweis auf dieses teuflische Vorgehen jetzt „antiamerikanisches Ressistement“? Ist der Hinweis darauf, dass Russland unter Putin im 2. Tschetschenien-Krieg eine ethnische Säuberung mit 80.000 Toten zu verantworten hat, anti-russische Hetze? Offensichtlich übersteigt die Realität jegliche Art von Querfrontvorwürfen locker. Sollen sich doch linke Putinversteher und Paranoiker wie Albrecht Müller von den „NDS“ und rechte Arschkriecher der Amis, wie „Politically Incorrect“, gegenseitig die Köpfe einschlagen, ist mir inzwischen egal.

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    1. Nazienkel Autor

      Hahaha

      Ob der Hinweis auf dieses angebliche ‚teuflische Vorgehen‘ und die phantasierte ‚Einkreisung‘ Russlands antiamerikanisches Ressentiment ist, überlasse ich als antideutscher Systemling dem zionistischen Kontrollrat.

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      1. Nazienkel Autor

        Ich lasse diesen verlinkten Kram von ‚mr.Dax‘, einem AfD-Sympathisanten, der gern solch falsche ‚Kapitalismuskritik‘ wie die Mär vom Josephspfennig verbreitet, einmal stehen.

        Thomas – erkläre mal mit eigenen Worten, wie eine geographische Einkreisung Russlands, oder meinetwegen auch ‚Eingürtelung‘ aussieht. Ansonsten – gib Fersengeld. Auf zu den Querfront-‚Alternativ‘-Medien.

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  3. Sarah Silberstein

    Das Problem mit diesem inzwischen vielfach verlinkten und überinterpretiertem Vortrag von George Friedman ist, dass das YT-Video, auf welches sich neben vielen anderen eben auch Mr.Dax bezieht, nicht nur eine gekürzte Fassung der Fragerunde nach dem eigentlichen Vortrag ist, sondern das auch noch sinnverfälschend geschnitten wurde. Da werden Fragen gar nicht erst gezeigt oder die eine Antwort und eine andere Frage zusammen geschnitten. Der Kontext wird garniert mit irgendwelchen Einspielern und angeblich hat er da irgendwie irgendwas verraten, weil er (angeblich) nicht wusste, dass er gefilmt werden könnte. Ich kann diese Wichtel alle nicht mehr ernst nehmen. Was die sich nicht alles ausdenken. Die Analysen in seinem aktuellen Buch „Flashpoints: The Emerging Crisis in Europe“, auf welche sich der Vortrag stützte und weshalb er eigentlich zur Zeit ständig bei irgendwelchen Vorträgen zu sehen ist, sind faszinierend scharf gedacht und stellen richtig herum gedeutet eine Bereicherung gerade für die europäische Perspektive dar. Natürlich hat die USA außenpolitische, wirtschaftspolitische und sicherheitspolitische Interessen und natürlich hat die Russische Föderation auch solche Interessen. Was Friedman in diesem Vortrag klar stellt ist eigentlich, dass die innere politische, soziale und wirtschaftliche Zerrissenheit innerhalb Europas das Hauptproblem ist und nicht die offensichtlichen US-amerikanischen oder russischen Interessen beim Umgang mit dieser Kleinstaaten-Union, auf die man sich eigentlich nicht verlassen kann, weil sie nicht als europäische Staatengemeinschaft, sondern in vielen Fragen bilateral agiert. …
    Wenn diese hysterischen Leute sich wenigstens mal die Mühe machen würden, den Original-Vortrag anzuschauen und damit mal dem eigenen „Aufklärungsanspruch“ entsprechen würden.

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    1. Nazienkel Autor

      Danke für den guten Kommentar!

      Neben den vielen Argumente, die es gegen die Behauptungen gibt, die die Wahnmacher aus dem Video ziehen , ist es ja auch urkomisch, dasd immer geglaubt wird, dass ‚Insider‘ Geheimnisse aus regierungspolitischem Handeln, meist noch aus Versehen, in die Öffentlichkeit tragen würden.

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