Hallo, liebe Kultusministerien – Jebsen und Schüler? Ehrlich?

Ab wann greift eigentlich der Jugendschutz? Wie lange dürfen Antisemiten zum Beispiel in an die Jugend gerichteten Radioshows ihren Sermon ablassen, bevor eingegriffen wird? Ken Jebsen, der wegen antisemitischer Sprüche, und/oder obsessiver Beschäftigung mit dem Thema ‚911‘, und/oder ‚Israelkritik‘ beim RBB gegangen wurde, richtet sich mit seinem aktuellen Wirken offensichtlich erneut an die Zielgruppe Jugendlicher – und ihrer Pädagogen!

Ken Jebsen erzählte schon bei seinem unerträglichen Auftritt im Programm einer Waldorfschule, dass sein Studio ‚KenFM‘ von Lehrern und Schülern besucht würde. Dieser Auftritt im Programm einer Waldorfschule ist wohl einer von Jebsen großen Coups gewesen, neben seiner Tätigkeit als aluhütelnder Wahnmacherredner. In einem der neuesten Machwerke Jebsens palavert er mit dem ‚Journalisten‘ Tommy Hansen. Auch in diesem Video weist Jebsen auf den traurigen Umstand hin, dass Gruppen von Schülern und Lehrern, im Rahmen von Abschlussfahrten beispielsweise, den Ort der Fabrikation seiner Dampfplaudereien aufsuchten.

„Also, was ich dir jetzt schon sagen kann, hier ist es inzwischen so, dass ich mich immer häufiger mit Schülern und deren Lehrern treffe, da bringen Schüler die Lehrer mit, die Schüler machen einen Leistungskurs zu irgendeinem Thema, was weiß ich – Afghanistan oder Ölkriege, und treffen sich dann in dieser Stadt in Berlin mit verschiedenen Bundestagsabgeordneten oder verschiedenen Presseorganen, kommen aber auch immer zu KenFM als Alternativmedium, und bringen all das dann in den Unterricht mit nach Süddeutschland, Bayern oder nach Hamburg, und dort werden alle Quellen diskutiert, und ich stelle halt fest, dass gerade bei vielen jungen Leuten wir es geschafft  haben, Menschen für Geopolitik zum Beispiel oder für Natopolitik überhaupt zu begeistern, denn am Anfang klingt das alles ja  furchtbar trocken und ich glaube auch dass das etwas ist was ich an dieser Stelle nochmal sagen möchte, ich glaube gerade für Schulen und für Lehrer und für Schüler ist das ein ideales Magazin [ein Zeitungsprojekt für Wahnwichtel und Truther, über das gesponnen wird; Anmerkung des Verfassers], weil man kann es ausdrucken  lassen und kann es dann neben den Spiegel, den Focus, den Stern legen und sagen: Guck mal, so funktioniert Presse, zu einem und demselben Ereignis gibt es völlig verschiedene Aufbereitungsmethoden(…) guck mal, wie kann es sein, dass dasselbe Ereignis da und da so abgelichtet wird, oder dass woanders gar nichts steht, und hier steht es beschrieben? Wenn wir uns die Konferenz Valdai angucken(…) ’ne Kollegin hat die Rede von Putin komplett ins Deutsche übersetzt(…)[die hier von Jebsen möglicherweise gemeinte Rede erscheint im Rahmen von Jürgen Elsässers kremlistischem ‚compact-Magazin‘, wo ‚antizionistisches‘ und rechtsextremes wiedergekäut wird. Mitschrift Ende]

Interessanterweise merkt Jebsen an, dass Schüler die Lehrer mitbrächten – für mich hört sich das nicht nach der Wahrheit an, eher nach einem eingeschobenen Argument, mit dem er sich bei der anvisierten Zielgruppe von Schülern schmackhafter machen möchte. Ebenso gibt er aluhütelnden Lehrkräften, die es bestimmt geben mag, ein mögliches Konzept an die Hand, wie z.B. volljährigen Schülern während der Abschlussfahrten in der Freizeit ein Besuch seines Desinformations- und Hirnwäschezentrums ermöglicht werden kann. Auf die Freizeitgestaltung volljähriger Schüler haben Lehrer ja keinen Einfluss – können sich aber zum Schutz der Schüler anschließen.

Zur Einordnung des hier Gesagten: Es wird über ein Zeitungsprojekt gesprochen, bei dem die Zeitung zuhause vom aluhütelndem Leser selbst ausgedruckt werden kann. So wenig originell diese anachronistische Idee ist, mit der wohl auch die letzten internetfremden Truther und Wutbürger eingefangen werden sollen ist, so wenig neu ist sie. Abgesehen davon, dass es schon im letzten Interview Jebsens mit dem dänischem ehemaligem Journalisten und Truther Tommy Hansen darum ging, ist es eben auch kalter Kaffee. Nicht aber für diese zwei Vermarktungskünstler. Und Jebsen, der sich als omnipotentes Verkaufstalent auch politischer Ideen betrachtet (á la ‚ich wäre ein guter Propagandaminister) und auch aufgrund seiner Herkunft als Waldorfschüler der Meinung ist, ein höheres Bildungsniveau als der Durchschnittsbürger zu genießen, möchte wie ein guter Gebrauchtwagenverkäufer jede Chance nutzen, um an seine Krautfunder zu kommen. Was wäre ein besserer Ort zum werben für seine krude Weltsicht und seinen Kanal, als eine Schule?

Die Information, dass ein bekannter Klopfer antisemitischer Sprüche und verschwörungstheoretischer Deutungen rund um 911 (und nahezu zu jedem aktuellen Konflikt) bei Schülern, Lehrern und Schulen landen möchte, sollte eigentlich für Kultusministerien und um das geistige Wohl ihrer Heranwachsenden besorgten Eltern wichtig sein. Mich empört es.

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9 Gedanken zu „Hallo, liebe Kultusministerien – Jebsen und Schüler? Ehrlich?

  1. Xaver

    Ich möchte wirklich nicht davon ausgehen, dass auch die Verwaltung unseres Landes immer noch antisemitisch ist. Aber solche Sachen wie die äußerst tendenziöse Behandlung des Nahostkonfliktes in Schulbüchern, da kommt man schon ins Grübeln.
    http://www.welt.de/politik/ausland/article13622186/Deutsche-Schulbuecher-erklaeren-Israelis-zu-Taetern.html
    Der Artikel untersucht deutsche Schulbücher zum Nahostkonflikt aus den 3 Hauptverlagen.
    _Alle drei machen Israel zum Täter, lassen die weitgehenden Friedensangebote Israels aus und insbesondere, erwähnen nicht das Ziel der Hamas: Auslöschung der Juden.
    Krass: Antisemitismus wird nicht thematisiert als Ursache!
    Wie kann das sein?
    „Allerdings geht Klett noch einen Schritt weiter und behauptet, die Intifada sei die „Reaktion auf die Sackgasse, in der die PLO angesichts der Unnachgiebigkeit Israels festsaß“.
    Bei dieser angeblichen Unnachgiebigkeit handelte es sich um ein Friedensangebot der Israelis, welches Arafat im Sommer 2000 vorgelegt wurde und das sogar arabische Beobachtern als überraschend großzügig bezeichneten. Arafat lehnte ab und startete die zweite Intifada. Er beantwortete ein Friedensangebot mit Krieg, und Klett macht daraus israelische Unnachgiebigkeit.“

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    1. Nazienkel Autor

      Ja, höchstproblematisch. Über die Indoktrination von Kindern über schulbuchmaterial zu ‚arbeiten‘, ist übel. Die ‚Israelkritiker‘ und ihre verkürzten Ansichten, die eher psychologisch begründet sind. Daher auch diese Abwehrmechanismen und die kognitiven Dissonanzen. Zum Beispiel In Bezug auf sekundären Antisemitismus, der als Totschlagargument mit der Opferkeule abgewehrt wird, die die Friedenstäubchen gerne zücken…

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