Querfrontsender rt – Bühne frei für Holocaustleugner, Antisemiten, Revisionisten

Der russische Spaß-Agitpropsender, welcher letzte Woche auf Sendung ging (vorerst nur im Internet), beweist bis jetzt bei der Auswahl an Interviewgästen ein provokantes Händchen: Unter anderem Christop Hörstel, Ken Jebsen, Martin Lejeune, Max Blumenthal -der mit dem eingesteckte Kavallierstuch- wurden bis jetzt von der naiv wirkenden Moderatorin Jasmin Kosubek, gerne im Minirock gefilmt, mal mehr mal weniger aufgeregt und hastig, interviewt. Meist zur bösen westlichen Propaganda gegen Russland, auch mal zum Antisemitismusvorfall im Bundestag – welcher natürlich herunter gespielt wird, und einem antisemitisch Auffälligen die Bühne geboten wird. Udo Ulfkotte war auch schon bei rt auf Sendung und konnte unkritisch hinterfragt seinen Sermon ablassen, aber noch vor Gründung von ‚rtdeutsch‘ bei ‚rt-International‘.

Diese Auswahl an Personen, welche da in gerade einmal einer Woche zusammgekommen sind, wirkt mehr als polarisierend. Alles zusammen stellt eine Kampfansage für Demokraten und emanzipierte Linke dar – für alle, die gegen anschwellende  Querfrontallüren und hiermit verbundene einfachste Antworten auf schwierige Fragen sind. Das Ziel des Senders scheint langfristig die Zersetzung  progressiver ethisch-moralischer Werte zu sein, neben der medialen Verunsicherung, die falsche und übertriebene Informationen stiften können. Nach bisherigem Anschein kann dies der einzige Grund sein, warum dermaßen schlecht zusammengezimmerte ‚News‘ in staatlichem Auftrag gesendet werden. Ob mit der Auswahl der Gäste bewusst provoziert werden soll? Interessant an dieser bisherigen Zusammenstellung ist die  Tatsache, dass all diese Personen auch bisher ‚lose zusammenhängend‘ in dem/den weit verzweigten Mahnwacher- und Querfrontnetzwerk(en) verknüpft sind, letztendliche gemeinsame Verknüpfung dieser Personen stellt das Interesse von ‚rt‘ an ihnen dar. ‚rt‘ berichtete im übrigen bisher auch in sehr langen livestreams von den Friedensmahnwachen ebenso, wie von der Reichsbürgerdemo vor dem Bundeskanzleramt, an der auch Xavier Naidoo trällernd teilnahm. Die losen Verknüpfungen gestalteten sich bisher wie folgt (Verbesserungen werden gerne angenommen): Ulfkotte wird von Jebsen in Gesprächen mit seinem Buch genannt, ebenso wie Hörstel. Alle machen sie Angst vor Demokratie, EU, Wirtschaftskrise – und hetzen vor allem gegen die ‚Atlantiker‘ und deren Beeinflussung. Jebsen kommt in seinen Gesprächen auch gerne auf Martin Lejeune zurück, der zusammen mit Blumenthal und David Sheen Gregory Gysi im Bundestag rabiat bis aufs Klo verfolgte, das ganze filmte und hinterher bei youtube einstellte. Bei der Sendung ‚Der fehlende  Part‘ von rt, welche von Jasmin Kobusek moderiert wird, wurde dieses Filmchen unter dem Titel ‚Gysi-Jagd durch die Augen des Jägers‘ gezeigt, was mehr über die Macher verrät, und die Leute die es gut finden, als dieses Video an Informationen bieten kann. rt möchte wohl einzig polarisieren – und dazu gehört es eben auch, geltende ethisch-moralische Standards nicht nur zu hinterfragen, sondern anzugreifen.

Wahrscheinlich ist es bis jetzt kein Wunder, dass kein schwul/lesbischer Moderator oder Gast in Erscheinung dort trat. Und da dies ja auch eine Sache des konterkarierten Westens sein soll, ist dies wohl auch für die Zukunft mehr als fraglich, Auch die Moderatoren sind scheinbar nach ähnlichem Muster zusammengestellt. Neben der naiven Moderatorin, die scheinbar vor allem ihrem Aussehen wegen den Job bekam, und bei Sätzen mit schwierigem Satzbau nicht richtig vom Teleprompter ablesen kann, hüpft noch die -ebenfalls aus Querfrontzusammenhängen- bekannte Lea Guilieta Frings als ‚Straßenreporterin‘ vor der Linse herum, die -seien wir ehrlich- kaum einen geraden Satz ohne zu übertriebenes und ‚Kind-spielt-Reporter‘-artiges Überbetonen aus dem Mund pressen kann. Und mit ihren szenigen Dreadlocks wahrscheinlich schon ein zu großes Zugeständnis an westlichen Lifestyle ist. Sie ist bekannt von den ‚Friedensmahnwachen‘ in Köln, wo sie auch schon mit sinnbefreiten Sprüchen glänzte. Als bei einer überregionalen Mahnwache in Berlin das SUV eines Co-Veranstalters abbrannt, wurde sie nicht müde zu betonen, dass hieran die Antifa schuld sei, von welcher sie sich natürlich auch flugs distanzierte. Nicht ohne zu betonen, dass sie dort ihr halbes Leben, oder so ähnlich, mitgemacht habe. Auch forderte sie schon Aufklärung für die ominösen chemtrails, von denen sinnbefreite Menschen des öfteren schwadronieren. Bedrohlich an dieser Figur ist, dass sie bisher auch bei der LINKEN aktiv ist – einer Partei, die wirklich mal klar Schiff machen sollte, damit sie wählbar ist. Übrigens bezweifelt sie, dass Ulfkotte, welcher ja gerne die Angst vor Einwanderern schürt, in irgendeiner Weise rechts sei.

Während falsche, bzw. abgefälschte Horrormeldungen zu verkommenen westlichen Werten und westlicher Hetzpropaganda gegen Russland verbreitet werden, betont Kobusek in einer Sendung den für die Behandlung eines Staatsmanns wie Putin nötigen und wichtigen Respekt. Man muss kein ‚Systembüttel‘ oder russophob sein, um die bisherigen Abläufe um diesen Sender fragwürdig zu finden. Bedenkt man, dass rt ein Propagandasender ist, der ‚das angelsächsische Pressemonopol‘, O-Ton Putin, brechen soll, ist höchst fraglich, ob dieses Ziel mit der bisherigen, wirklich augenfällig dämlichen Schiene erreichbar ist. Einer Sache kann man sich aber sicher sein, dieser Sender stiftet Zwist und Verwirrung. Wo keine Aufklärung stattfindet, wird auf jeden Fall Misstrauen und Zweifel gesät, insofern dürfte sich die Abteilung für Agitprop freuen. Auch wenn diese Samen nur auf dem Boden merkbefreiter, ab- und entpolitisierter, und wohl nicht der hellsten Leute gedeihen wird, die sich von der allzu auffälligen, fragwürdigen, alles in Frage stellenden Information mit Matrix-Effekt einlullen lassen. Seien wir gespannt auf die Figuren, welche in der Zukunft noch dort vor die Kamera dort treten werden, um die Querfront-Gegenöffentlichkeit zu beglücken. Wer einen Tipp abgeben möchte, ist zum kommentieren selbstverständlich eingeladen. Ich fange schon mal an: Ich tippe für die nächste Zeit auf Jürgen Elsässer. Vielleicht kommen ja auch noch Willy Wimmer, oder Albrecht Müller von den Nachdenkseiten hinzu, auf jeden Fall der ein, oder andere Protagonist der Mahnwachen. Eventuell musizieren ja auch Konstantin Wecker und Reinhard Mey zusammen auf der Harfe aus dem Bernsteinzimmer.

Wahrscheinlich liegen bei einigen Politikern schon Anfragen auf dem Tisch, mal schauen, wann rt-Interviews den sozialen Frieden so manch einer Partei stören. Bis dahin erfreuen sich allzu Begeisterungswillige und leicht Beeinflussbare an fluffiger Post-Sowjet-Prädiktatur-Propaganda, die die Toleranz stark in Anspruch nimmt. Ich werde bei sowas intolerant. Keine Chance für Querfront-TV!

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8 Gedanken zu „Querfrontsender rt – Bühne frei für Holocaustleugner, Antisemiten, Revisionisten

  1. Pingback: Das “antizionistische” Dreamteam Jebsen & Lejeune (Teil 1) | Erinnerung! – Gegen politische Verwahrlosung

  2. MultiStar83

    Es ist schwer zu ertragen, was hier für ein Unfug erzählt wird. Ja, „rt deutsch“ ist bisher alles andere als professionell, aber sonst stimmt fast nichts, was hier behauptet wird: Der Einfluss und die Handschrift einer Lea Frings auf die eingeladenen Gäste und die Thematik ist deutlich zu erkennen. Von einem Jürgen Elsässer fehlt bisher etwa jede Spur. Wohl auch, weil die Mahnwachen-Bewegung um Jebsen und Shahyar, zu der Frau Frings ja auch gehört, sich klar von ihm distanziert hat. Mittlerweile scheinen Jebsen und Elsässer komplett zerstritten! Aber das ist nach Meinung des Blog-Betreibers sicher alles nur Taktik und inszeniert, um Pluralität vorzutäuschen, nicht wahr?! Eine „Verschwörungstheorie“ sozusagen! Bei einem „Interview“ mit einem AfD-Politiker, das ausgerechnet von Frau Frings geführt wurde, redeten beide komplett aneinander vorbei. Das Bild von der AfD, das dabei gezeichnet wurde, war übrigens alles andere als positiv! Auch kamen mittlerweile schon Homosexuellen-Lobbyisten zu Wort, wenn auch nur, um über die ach so böse Benachteiligung in Deutschland und nicht in Russland zu reden, aber gut. Mein Prognose: solange Frau Frings in der Redaktion etwas zu sagen hat, wird Jürgen Elsässer dort nicht zu Wort kommen!

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    1. Nazienkel Autor

      Soso – da kamen also „Homosexuellen-Lobbyisten“ zu Wort? Schon einmal etwas von rt-America gesehen? Da wurde Elsässer interviewt. Aber Hopfen und Malz sind ja eh verloren.
      Viel Spaß dann noch
      mit diesem Sender…

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  3. MultiStar83

    Danke! Aber bisher habe ich noch nicht so viel Spaß mit dem Sender. Können noch viel von ihrem großen Bruder „RT international“ lernen. Ich erkenne auch nicht wirklich, dass der Sender „querfrontlerisch“ agiert. Sicher, die außenpolitische Ausrichtung ist in der Tendenz klar pro-russisch und anti-amerikanisch. Wen überrascht es? Aber immerhin zeigt zumindest „RT international“ auch die Gegenseite und lässt auch Experten mit „anderen“ Meinungen zu Wort kommen, sofern diese mit RT reden wollen. Außerdem war die Berichterstattung über Bewegungen wie „HoGeSa“ oder „PEGIDA“ auch bei RT international durchweg negativ. Dabei hat doch Russland auch mit Islamisten zu tun…Also, wenn Putin eine „Querfront“ wirklich möchte, sollte er seine Taktik überdenken! Mal ganz generell gefragt: Warum fürchten sich eigentlich Leute wie Sie so sehr vor RT deutsch? Ich meine, ein Internet-Sender mit einer halben Stunde Programm am Tag wird doch wohl kaum in der Lage sein, die Deutungshoheit unserer Mainstream-Medien mit ihrem von uns Rundfunkgebühren-Zahlern finanzierten Milliarden schweren Budget zu untergraben oder?!

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    1. Nazienkel Autor

      ->Hetze gegen ‚antideutsche‘ Positionen, so empfinde ich das. Ich fürchte mich nicht davor – mich beunruhigen demokratiefeindliche Einstellungen und der Transport dieser. RT ist diesbezüglich wie eine Schnittstelle…und da steckt ein klarer Auftrag hinter: Desinformation. Da war jetzt auch die eine oder andere handfeste Lüge dabei…

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