Braune Kumpane

Der Wissenschaftsdarsteller Daniele Ganser, der bekanntermaßen keine Berührungsängste vor Rechsradikalen hat, verlinkt bei Facebook zur Hexenjagd auf „Feliks“ zu dem Blog Conservo, auf dem sich der rechtsextremen und antisemitische Ex-Verfassungsschützers Helmut Roewer auabreitet. (Siehe auch: Wikipedia zu Helmut Roewer.)

Vor Jahren rief er seine Fans auf, den Wikipediaeintrag über ihn umzueditieren, wobei ihm der wirre Biologielehrer Markus Fiedler, Kreationist und Impfgegner, setzt sich auch mal für den sich Volkslehrer nennenden Deppen Nikolai Nehrling ein, half. Im Kulturstudio unterhält er sich mit dem Antisemiten Michael Grawe auch mal über die NWO und den von wahnsinnigen Rechtsextremen phantasierten Bevölkerungsaustausch.

Dass sich Ganser und seine braunen Kumpanen auf ein im Kern antisemitisches Urteil stützen können, dass die Hexenjagd auf Feliks legalisiert, ist erschreckend.

Dass Ganser mit Antisemiten vom rechten Rand zusammenarbeitet, ist dagegen als gewöhnlich zu bezeichnen.

Update: Bei einem Wahnfried der Berliner Tageszeitung muss der Arsch weit offen stehen, dort wird online im eigenen Beitrag ein Prangervideo der Gruppe 42 verlinkt.

Werbeanzeigen

„Drecksjude“

Solchen NS-Jargon verwenden nur Antisemiten, politisch Verwahrloste, geschichtsvergessene Gestalten – und offenbar leider auch Menschen, die in einer Facebook-Gruppe mit dem Namen SPD Friedensbewegung (ja, Deppenleerzeichen) als Admins ihr Unwesen treiben (die Facebookseiten Im Klassenkampf sitzengeblieben und GenFM haben bereits darüber berichtet).

Als Beschimpfung gemeintes antisemitisches Wording bildet allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Wer sich das Geschehen dort über ein paar Wochen ansieht, der trifft auf abgründigste völkische Einstellungen, da wird der Nationalsozialismus relativiert, Hetze gegen Lügenpresse, Flüchtlinge, „Antideutsche“, gegen den „Nazistaat Israel“ betrieben, Glorifizierung von in der Ukraine kämpfenden russischen Neonazis nebst Dämonisierung von Ukrainern als Ukranazis, völkische Einstellungen im Allgemeinen und das Hochleben von PEGIDA. Da werden Ursula Haverbeck und der sich Volkslehrer nennende Nikolai Nehrling verteidigt und Angst vor der „Entstehung einer hellbraunen Rasse“ geschürt.

SPD, Deine Probleme nehmen zu, wie deine Mitglieder sich öffentlichkeitswirksam in abschreckenden Vulgarismen ergehen. Fans von aufstehen und Co., Putinisten und Antisemiten spritzen ihr undemokratisches Gift ins Netz und dominieren inoffizielle SPD-Diskussionsgruppen, derer es allein bei Facebook zugegeben viele gibt. Was bei kurzer Recherche zu finden ist, taugt gut dazu, Optimisten das Blut in den Adern gefrieren lassen. Da teilen und verteidigen SPD-Ortsvorstandsmitglieder und Frauenbauftragte, ehemalige SPD-Kleinstadtbürgermeisterkandidaten und Wahlkampfhelfer antisemitisch grundierte rassistische Hetze und glänzen mit völkischer Argumentationspraxis, verlinken rechtsradikale Medien und bezeichnen ihre Parteien, neben -natürlich- den Medien, als gesteuert. Sie treten zusammen mit fragwürdigen Vertretern der putinistischen Friedensquerfront und in deren ‚alternativen Medien‘ auf – und präsentieren in unzähligen Beiträgen, Videos und Kommentaren ihr krudes protoantisemitisches und vor allem rechtsoffenes Weltbild.

Olav Müller, ein SPD-Mitglied aus Offenbach, einst Bürgermeisterkandidat im fränkischen Miltenberg, hält sich für ein sehr wichtiges Mitglied. Und er hat mit seiner Partei ein Problem. Ein so großes, dass er sich in zahllosen Beiträgen in destruktiven Ausmaß über seine Partei ergeht. Bei aller unfreiwilligen Komik, die er aufbietet, offenbart er ein sehr problematisches Welltbild, das offen für nahezu jeden verschwörungsgläubigen Unfug ist. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht George Soros für das Übel auf der Welt verantwortlich macht – dieser stecke auch hinter dem Niedergang der SPD und sorge dafür, dass Flüchtlinge ihm den Schlaf rauben. Er bezichtigt seine Partei, sie seie unterwandert. Von wem sie unterwandert sei? In seinen zahlreichen Beiträgen sind die Bösen klar benannt: George Soros, „Antideutsche“, Transatlantiker“. Er sorgt sich um den bösen „Migrationspackt“(!) und durch von Chemtrails kontaminierten Himmel über Deutschland, kumpelt mit rechtsproblematischen, Verschwörungsunfug verbreitenden, der AfD nahestehenden Devisenhändlern rum – wenn er nicht gerade mit AfD-Anhängern öffentlichkeitswirksam essen geht und mit „Ostafrikanern“ redet. Bei den kruden Montagmahnwachen der sich selbst so nennenden Neuen Friedensbewegung war er mehrfach Redner und hätte offenbar gern eine ebenso große Rolle gespielt, wie seine Idole Ken Jebsen oder Daniele Ganser. Das Publikum, welches er mit seinem Treiben anzieht, legt in den Kommentaren seiner Facebook-Seite sein antisemitisches und rassistisches Weltbild dar. Es wird Wahlwerbung für die AfD gemacht und zu rechtsextremen Homepages verlinkt. Und selbstverständlich tritt Müller als Fan russischer Friedenspolitik und nützlicher Idiot auf. Seine Fans und Mitstreiter sitzen aber auch in der SPD-Basis.

olav müller.png

Wenn Olav Müller nicht auf Facebook zugange ist, tritt er als semipopulärer Mahnwachen-Vertreter auch in fragwürdigen, sich selbst so nennenden alternativen Medien wie zum Beispiel Nuoviso auf, wo er als SPD-Insider quasi als Whistleblower verkauft wird. Eine Rolle, die der völlig unbedeutende Olav Müller gern ausfüllt. Nuoviso ist etwas wie der KOPP Verlag zum Glotzen, der sich an ekelrechtes Publikum evenso wendet, wie an vugärlinkes. Ein das Publikum und die Gäste einendes Thema, das wie ein Damoklesschwert über jeder „Gesprächsrunde“ hängt, und eines der Fundamente der vertretenen Verschwörungsmythen bildet, wie auch das der Mitglieder der Facebook-Gruppe SPD Friedensbewegung, ist die protoantisemitische Sichtweise auf 9/11 (wir werden alle verarscht!!!drölf!). Bei Nuoviso war auch der den Nationalsozialismus verherrlichende „Volkslehrer“ Nikolai Nehrling schon zweimal zu Gast. Auch er hängt den wirren Verschwörungsmythen um 9/11 an – und wird, wie bereits erwähnt, in der wahnwichtelhaften FB-Gruppe SPD Friedensbewegung verteidigt. Auch er war bei den Montagsmahnwachen aktiv. Und auch er glaubt daran, dass die armen Deutschen ausgetauscht werden sollen, dass finstre Mächte dafür sorgten, dass arme Deutsche den Volkstod erleiden müssten – und Flüchtlinge als taktische Verschiebemasse diesen Job erledigten. Olav Müller, immerhin stolzes SPD-Mitglied, vertritt dieses antisemitisch-rassistische Schauermärchen offen bei Facebook – wie auch die Frauenbeauftragte Manuela Pilz-Ertl des SPD-Ortsvereins Hamburg Eppendorf und Hoheluft-Ost. Ihre Kanäle bei Facebook, auf denen sie ihr Unwesen treiben, sind neben SPD Friedensbewegung die FB-Gruppen Die 99% Bewegung und Open SPD.

Es ist gut, dass deren Treiben offen gelegt wird – Im Klassenkampf sitzengeblieben haben noch mehr Veröffentlichungen angekündigt. Ein längerer Text dazu, der mehr Erläuterungen, Screenshots und Verlinkungen enthalten wird, wird auch hier in Kürze folgen.

Das ist die Hamas!

Auch das wird deutschen „Israelkritikern“ egal sein.

Tapfer im Nirgendwo

In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein…

Ursprünglichen Post anzeigen 350 weitere Wörter

Raunen bei den Nachdenkseiten

Klassischer Antisemitismus äußert sich darin, dass Juden Macht zugeschrieben wird. Israelbezogener Antisemitismus als moderne Form von Antisemitismus äußert sich in einem Raunen über Israel – und ist oft verbunden mit klassischen antisemitischen Zuschreibungen, die auf den Staat Israel übertragen werden. Israel verhindere die freie Rede auch in anderen Ländern, so können israelbezogene antisemitische Anwürfe der Neuzeit verknappt werden. Israel wird zum allmächtigen, die Demokratie und freie Rede in anderen Ländern untergrabenden Juden unter den Staaten geredet. Israelbezogener Antisemitismus tritt oft codiert als Antizionismus auf.

Bei den Nachdenkseiten wird heute ein Text von Heiko Flottau veröffentlicht (am Vortag erschienen bei free21) in dem er meint, wie ungerecht es sei, dass deutsche Medien von einer radikalislamischen Hamas schrieben. Zum Ausgleich sollten die pöhsen -und offenbar unterwanderten- deutschen Medien von dem „radikal-nationalistisch-zionistischen Premier Benjamin Netanjahu sprechen. Aber Achtung: kein Redakteur, der eine solche Formulierung benützte, würde lange auf seinem Posten verweilen. Für seine Absetzung würde die radikal-zionistische Lobby mit Sicherheit sorgen.“

Flottau, der es als ehemaliger „Nahostkorrespondent“ eigentlich besser wissen müßte, macht die Hamas in dieser, wie er selbst sagt, „verkürzten“ und vor allem falschen Darstellung  zum willfährigen Opfer der Fatah und vor allem Israels, bzw. der internationalen Gemeinschaft, wenn er unter anderem schreibt: „Ein Sieg der Hamas war in den politischen Kalkulationen nicht vorgesehen. Man weigerte sich (dies ist jetzt eine verkürzte Darstellung), mit der Hamas zusammenzuarbeiten und machte ihr den Sieg streitig.“ Sogar bei Wikipedia hätte Heiko Flottau sich eines Besseren belehren können.

Flottau schreibt in seiner Hamas-Apologie einer „radikalzionistischen Lobby“ relativ unzweideutig Macht über (wohl nicht nur) deutsche Medienhäuser zu, wenn er phantasiert, „kein Redakteur würde lange auf seinem Posten verweilen“. Ist Antisemitismus, frei nach Adorno, das Gerücht über die Juden, so äußert sich Antisemitismus in einer modernen und israelbezogenen, oft antizionistisch codierten Umwegkommunikation, wie es leider immer wieder bemerkbar ist, als Gerücht über Israel und einer als übermächtig stilisierten zionistischen Lobby.

Wichtelaufstellung und braune Wurzelsuppe

Am 23.06.2018 soll Sahra Wagenknecht bei einer Veranstaltung der kremlistischen Querfront -firmiert als neue Friedensbewegung- sprechen. Damit spricht sie bei einer Veranstaltung, deren Schirmherren wegen wirrer Verschwörungsideologie, antisemitischen Ausfällen und Flirts mit dem rechts(-esoterischen) Rand bekannt sind. Während Wagenknecht gern und notorisch jedes nationalistische Töpfchen mitnimmt, überlegt es sich die Königin der rotbraunen Herzen (und auch viele blaue Fliegen ihr zu) vielleicht ja aus publicity-Gründen doch noch einmal anders.

Die Stars und Sternchen der Friedensbewegung, allen voran Daniele Ganser und Ken Jebsen, genießen von rechts bis links große Zustimmung. Vor allem in esoterischen Kreisen kommen sie gut an – sie bauen ihre Reden und Vorträge nach einfachem Gut- und Böseschema auf, die gesamte Vortrags- und auch die dargebotene Denkweise ist als esoterisch zu bezeichnen. Ob die Tatsache eine Rolle spielt, dass sie ehemalige Waldorfschüler sind?

Ob es Vorträge an Waldorfschulen sind – oder ihre Interviewopfer und Co-Referenten bei Vortragsabenden aus dem Steinermilieu stammen: Neben der die Grundthematik bestimmenden ausgeprägten Hingabe zu russicher Friedenspolitik und Despotien weltweit, ist Waldorf bei Jebsen, der sich als Waldorfschüler als besonders widerspenstig inszeniert, immer mal wieder Thema. So wurde gerade jüngst ein KenFM-Waldorfmeeting inszeniert, das nach der üblichen Opferinszenierung von Jebsen und Ganser spätestens dann mein Auge nicht mehr trocken ließ, als der Waldorfschulenlehrer Thomas Meyer von den Katastrophen von Atlantis und Lemurien referierte. Wie der verwirrte Steiner ihn zum positiven geprägt hätten, dazu ließ er sich vorher aus. Dass in den Waldorfschulen rassistische -und auch NS-okkulte- Literatur zum Lehrmaterial gehört, dies ist zum Beispiel über das Buch Atlantis und die Rassen bekannt, die Verbindungen zwischen Nationalsozialismus und Antroposophie bzw Theosophie sind bekannt. Sehr gut werden die Inhalte des Büchleins, in dessen Genuss wohl auch Ganser und Jebsen gekommen sind, hier beschrieben. Die ganze Veranstaltung soll „im Rahmen von Steiner“ laufen, wie Jebsen während der Märchenstunde dem gut zahlenden Publikum erläutert. Ein anderer Referent, Elias Davidsson, vertritt die kranke und menschenverachtende These, dass es keine Anschläge durch Islamisten auf der ganzen Welt gegeben habe – alles sei inszeniert, auch der Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Einen guten Artikel zu der Veranstaltung gab es in der Jungle World und im Tagenanzeiger.

ganser narzisse.gif

„Wir müssen Hitler annehmen, um von ihm frei zu werden“

In wenigen Wochen gibt es, neben der Stop-Ramstein-Wichtelei, eine Veranstaltung besonderer Art, die für Sektenforscher interessant sein dürfte: Daniele Ganser, vor ein paar Wochen erschien auch ein mit ihm geführtes Interview in der rechtsradikalen Postille „Blaue Narzisse“, tritt neben Jebsen auch mit dem verqueren Familienaufsteller Franz Ruppert auf, der gewiss ein paar Lines vom guten Steinergeist zuviel nahm. Er steht für eine widerliche und kritisierte Ausformung von Familienaufstellungen, die immer wieder Menschen psychisch zugrunde richtet. Wie auch der „Friedensforscher“ Ganser, tritt Ruppert gewohnheitsmäßig mit seinen happeningmäßigen Aufstellungen vor großem Publikum auf, ganz so wie es seriös arbeitende Therapeuten machen. Daniele Ganser ist der Veranstalter dieses Events, bei dem seine Fans dann auch gleich ihren Frieden mit HItler schließen können.

Ruppert vertritt aubzulehnende Einstellungen, ähnlich solchen, die neben vielen anderen Esoterikern zum Beispiel auch von der Christlichen Wissenschaft vertreten werden: „Jede Krankheit hat eine seelische Ursache„. Franz Ruppert setzte sich für seinen ebenfalls schaustellernden Familienaufsteller-Kollegen Bert Hellinger ein und bezieht sich in seinen Ausführungen auf ihn. Nach Bert Helligers Aufstellungen und dem Einflößen von Schuld hatten sich auch durch die Aufstellung traumatisierte Menschen schon umgebracht. Texte von Franz Ruppert werden auch bei Rubikon veröffentlicht – bei Rubikon sitzt Daniele Ganer im Vorstand.

Ausführungen von Franz Ruppert sind teils NS-verharmlosend und stark täterentlastend, auch wird Täter-Opfer-Umkehr praktiziert. Der an der FH München lehrende Professor Klaus Weber äußert sich deutlich zu Ruppert, hier exemplarisch zu dem Buch Verwirrte Seelen:

„Ruppert widmet in seinem Buch Adolf Hitler und der Erklärung dessen persönlichen Schicksals mehr als 30 Seiten. Eingebettet ist diese Psychologisierung und Individualisierung des deutschen Faschismus in verharmlosende und die Deutschen entschuldende Floskeln zur Nazi-Zeit. So reiht Ruppert umstandslos unter diejenigen, die durch „das menschenverachtende Regime Hitlers und seiner Helfershelfer“ (252) verwirrt wurden, „Täter- wie Opferfamilien, in denen wir die Auswirkungen der schrecklichen Vergangenheit an den Verwirrtheitssymptomen der später Geborenen ablesen können“(…)Was Hellinger wie Ruppert in ihren Ausführungen zum deutschen Faschismus und bei ihrer Darstellung der jüdischen Opfer betreiben, ist das, was als Missbrauch der Opfer bezeichnet werden kann.(…)Rücksichtslos und sie auf eine Stufe mit den Tätern stellend beutet Ruppert die Erfahrungen von Juden dafür aus, um seine Theorien der familiär bedingten Traumatisierungen sowie der Ordnungssysteme, deren Verlassen psychisch krank mache, zu stützen.Mit der Objektivierung und Funktionalisierung der Opfer- Erfahrungen für die eigene Theorie und damit ihrem Missbrauch korrespondiert die permanente Entlastung der deutschen Täter. Fast durchweg schreibt Ruppert, wenn er den deutschen Faschismus thematisiert, über den „Zweiten Weltkrieg“ (252) bzw. über „Kriegssituationen“ (172). Damit liegt nahe, dass er in einem nächsten Schritt die Soldaten und deren Leiden besonders hervorhebt: „Kriegsfolgen sind die schwersten Traumafolgen. Selbst die Gruppe der Kriegsgewinner zahlt einen horrenden Preis an körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Schäden“ (ebd.). Nicht nur, dass Ruppert über die Kategorie des Leids und der seelischen Verletzungen Opfer- und Täterhandlungen auf eine Stufe stellt. Darüber hinaus „vergisst“ er über seine Thematisierung des Kriegs diejenigen, die gar nicht im Kriegszustand mit dem Deutschen Reich standen: die Juden. Das von ihnen Erlittene, das in kohärenter Sprache kaum zu fassen ist, weil die Erlebnisse selbst keine Kohärenz aufweisen, wird von Ruppert schlicht und einfach übergangen. Diesem „Vergessen“ der Überlebenden-Erfahrungen steht die Behauptung gegenüber, die deutschen Täter hätten schlimmeres erlebt als die Juden: die schwersten Traumafolgen.“(…)Ein weiterer Skandal ist es, dass Ruppert sich nicht scheut, historisch komplexe Zusammenhänge mit seinem Familienbindungsmodell erklären zu wollen. So stellt er Adolf Hitler als eine Person dar, dessen „menschliche Seele zerbrochen“ sei und der auch wegen seiner Familiengeschichte ein „emotional völlig gestörter Außenseiter und Sonderling“ gewesen sei. In seinem aktuellen Seminar an der Katholischen Stiftungsfachhochschule beschäftigt sich Ruppert mit Hitlers „Gefühlen“ und behauptet in seinem Vorlesungsskript, wir müssten „Hitler annehmen, um von ihm frei zu werden“. Sowohl diese Art psychologisierender und pathologisierender Erklärung eines komplexen historischen Phänomens als auch die Propagierung reaktionärer Ordnungsfeststellungen als Grundlage gesunder Bindungen zwischen Menschen zeigen, dass Ruppert eins vor allem nicht am Herzen liegt: Verständnis für Menschen, die Probleme in und mit ihrem Leben in dieser Gesellschaft haben. (Klaus Weber)

Professor Klaus Weber wurde übrigens für seine deutliche Analyse von Ruppert verklagt – und gewann. In einem hörenswerten Vortrag zu Reaktionärer Esoterik, in dem auch Rudolf Steiners Antroposophie behandelt wird, äußert sich die Referentin Claudia Barth auch zu Franz Ruppert.

Das problematische Vorbild von Franz Ruppert, Bert Hellinger, soll seine Aufstellungen vor Publikum von circa 50 Personen dargeboten haben. Franz Ruppert zieht seine Shows bislang mit 50 Teilnehmern durch- es ist wohl damit zu rechnen, dass er durch die Zusammenarbeit mit Jebsen und Ganser nun auch vor größerem Publikum seine Scharlatanerieaufführen kann. Ruppert doziert an der Katholischen Stiftungshochschule München, dort hat man wohl Verständnis für seine abzulehnenden Äußerungen – ob dort auch Ganser unterkommen kann?

Der Führer schenkt den Klonen eine Stadt

Ein Bild, das mehr als tausend Worte spricht. So stehen sie im Untergang: Uniform, weißgewaschen, Zucht und Ordnung (völkische), angepasst. Und auch ein kleines Kind dabei – jauchzend in der ersten Reihe. Fixiert?

Gescheitelte Jugend, gescheitelter, gescheiterter Moderator.

Sind’s Waldgeister, die da bei Jebsen stehen?

Hat Wimmer einen Schatten?

Compact bei den Neulandrebellen

Jörg Wellbrock – er ist Vertoner bei den Nachdenkseiten, wo Erwachsene Journalist spielen, und Autor bei den Neulandrebellen (der Spiegelfechter heißt jetzt Neulandrebellen), hat eine grottendämliche Apologie auf Xavier Naidoo geschrieben. Er lobt Naidoo für seine tollen Texte, diese seien nämlich widerständig und kritisch, und die seichte Musik findet Wellbrock super. Im Abgang setzt er die mehr als problematischen Zeilen, welche sogar bei youtube Sperrung finden, stolz unter den Text. Dies alles nicht, ohne als, sozusagen, Beweis seiner offenbaren Totalverblödung, noch einen Vergleich mit TonSteineScherben bringend, die ja im Jahr 2017 bestimmt auch der Kampfpresse zum Opfer fallen würden.

Sie würden wohl eher den antisemitisch-rassistischen Wichteln Paroli geben.

Man kann seinen Text aber auch komplett anders interpretieren und als einen kritischen Ansatz deuten, denn vieles von dem, was er singt, ist durchaus stimmig.

Wellbrock, der die unsäglichen Artikel der Nachdenkseiten vertont, ist mit seiner manichäischen Weltsicht eben ganz nah bei Jürgen Elsässer, nah beim greisen Vorgesetzten Albrecht Müller ist er sowieso. Und in einer Parallelwelt, in der die bösen Transatlantikerin rund um PizzaGate die Macht übernehmen und einzig der Bauernfreund von Tatjana Festerling mit seiner Forke helfen kann, neben dem fundamentalverstörten Idol Naidoo natürlich. Angekommen im Pegida-Basislager. Und so apostrophiert er denn auch , als er die Berichterstattung über Naidoo beschreiben will, das Wort Berichterstattung.

Und, hey, sind wir mal ehrlich: Marionetten lassen sich im ganzen Land finden, wir sind nun einmal gesteuert (ich hab‘ das böse Wort benutzt!) und werden geführt, ob von dunklen Mächten oder hellen Köpfen, sei mal dahingestellt.

Soso, alle seien wir also gesteuert, von dunklen oder hellen Mächten.; alles nur ohnmächtige Marionetten. Das Bild, welches er mit dem Tapezierpinsel malt, ist das einer guten oder bösen Mächten willfährig ausgelieferten Bevölkerung, die Basis so ziemlich jeder Verschwörungsideologie.Anonymous.ru gefällt das. Frodo Wellbrock wähnt sich, wie auch seine Querfrontkollegen, augenscheinlich
nicht nur auf einer hellen Seite, zusammen mit den anderen Hobbits der NDS etc. fühlt er sich im Kampf gegen Mordor und pädophile Pizzaconnections; als Strohmann beschreibt -und glaubt er- an einen Kampf um Gerechtigkeit, in dem es nur gut und böse gibt. Das Idol: Ein bißchen homophober Hobbit, ein wenig antisemitischer Jedi – zum Glück aber ein Rassist ohne Ansehen der Hautfarbe.

Dem angestaubten Spiegelfechter-/Neulandrebellenpublikum gefällts – und so wird in den Kommentaren mal wieder die protoantisemitische Denkweise ausgestellt,

Nichts neues in der Kloake…

Anmerkung: Der von Naidoo zur Kennzeichnung sämtlicher Politiker verwendete Begriff Volksverräter erlebte seine Prägung zu Anfang des 19. Jahrhunderts und die später massenhafte Verwendung im Nationalsozialismus. In der NS-Zeit würde am deutschen Volksgerichtshof falsches Recht gesprochen und der Begriff zur Stigmatisierung vom tatsächlichen oder nachgesagten Feinden des NS verwendet.