Das ist die Hamas!

Auch das wird deutschen „Israelkritikern“ egal sein.

Tapfer im Nirgendwo

In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein…

Ursprünglichen Post anzeigen 350 weitere Wörter

Advertisements

Raunen bei den Nachdenkseiten

Klassischer Antisemitismus äußert sich darin, dass Juden Macht zugeschrieben wird. Israelbezogener Antisemitismus als moderne Form von Antisemitismus äußert sich in einem Raunen über Israel – und ist oft verbunden mit klassischen antisemitischen Zuschreibungen, die auf den Staat Israel übertragen werden. Israel verhindere die freie Rede auch in anderen Ländern, so können israelbezogene antisemitische Anwürfe der Neuzeit verknappt werden. Israel wird zum allmächtigen, die Demokratie und freie Rede in anderen Ländern untergrabenden Juden unter den Staaten geredet. Israelbezogener Antisemitismus tritt oft codiert als Antizionismus auf.

Bei den Nachdenkseiten wird heute ein Text von Heiko Flottau veröffentlicht (am Vortag erschienen bei free21) in dem er meint, wie ungerecht es sei, dass deutsche Medien von einer radikalislamischen Hamas schrieben. Zum Ausgleich sollten die pöhsen -und offenbar unterwanderten- deutschen Medien von dem „radikal-nationalistisch-zionistischen Premier Benjamin Netanjahu sprechen. Aber Achtung: kein Redakteur, der eine solche Formulierung benützte, würde lange auf seinem Posten verweilen. Für seine Absetzung würde die radikal-zionistische Lobby mit Sicherheit sorgen.“

Flottau, der es als ehemaliger „Nahostkorrespondent“ eigentlich besser wissen müßte, macht die Hamas in dieser, wie er selbst sagt, „verkürzten“ und vor allem falschen Darstellung  zum willfährigen Opfer der Fatah und vor allem Israels, bzw. der internationalen Gemeinschaft, wenn er unter anderem schreibt: „Ein Sieg der Hamas war in den politischen Kalkulationen nicht vorgesehen. Man weigerte sich (dies ist jetzt eine verkürzte Darstellung), mit der Hamas zusammenzuarbeiten und machte ihr den Sieg streitig.“ Sogar bei Wikipedia hätte Heiko Flottau sich eines Besseren belehren können.

Flottau schreibt in seiner Hamas-Apologie einer „radikalzionistischen Lobby“ relativ unzweideutig Macht über (wohl nicht nur) deutsche Medienhäuser zu, wenn er phantasiert, „kein Redakteur würde lange auf seinem Posten verweilen“. Ist Antisemitismus, frei nach Adorno, das Gerücht über die Juden, so äußert sich Antisemitismus in einer modernen und israelbezogenen, oft antizionistisch codierten Umwegkommunikation, wie es leider immer wieder bemerkbar ist, als Gerücht über Israel und einer als übermächtig stilisierten zionistischen Lobby.

Wichtelaufstellung und braune Wurzelsuppe

Am 23.06.2018 soll Sahra Wagenknecht bei einer Veranstaltung der kremlistischen Querfront -firmiert als neue Friedensbewegung- sprechen. Damit spricht sie bei einer Veranstaltung, deren Schirmherren wegen wirrer Verschwörungsideologie, antisemitischen Ausfällen und Flirts mit dem rechts(-esoterischen) Rand bekannt sind. Während Wagenknecht gern und notorisch jedes nationalistische Töpfchen mitnimmt, überlegt es sich die Königin der rotbraunen Herzen (und auch viele blaue Fliegen ihr zu) vielleicht ja aus publicity-Gründen doch noch einmal anders.

Die Stars und Sternchen der Friedensbewegung, allen voran Daniele Ganser und Ken Jebsen, genießen von rechts bis links große Zustimmung. Vor allem in esoterischen Kreisen kommen sie gut an – sie bauen ihre Reden und Vorträge nach einfachem Gut- und Böseschema auf, die gesamte Vortrags- und auch die dargebotene Denkweise ist als esoterisch zu bezeichnen. Ob die Tatsache eine Rolle spielt, dass sie ehemalige Waldorfschüler sind?

Ob es Vorträge an Waldorfschulen sind – oder ihre Interviewopfer und Co-Referenten bei Vortragsabenden aus dem Steinermilieu stammen: Neben der die Grundthematik bestimmenden ausgeprägten Hingabe zu russicher Friedenspolitik und Despotien weltweit, ist Waldorf bei Jebsen, der sich als Waldorfschüler als besonders widerspenstig inszeniert, immer mal wieder Thema. So wurde gerade jüngst ein KenFM-Waldorfmeeting inszeniert, das nach der üblichen Opferinszenierung von Jebsen und Ganser spätestens dann mein Auge nicht mehr trocken ließ, als der Waldorfschulenlehrer Thomas Meyer von den Katastrophen von Atlantis und Lemurien referierte. Wie der verwirrte Steiner ihn zum positiven geprägt hätten, dazu ließ er sich vorher aus. Dass in den Waldorfschulen rassistische -und auch NS-okkulte- Literatur zum Lehrmaterial gehört, dies ist zum Beispiel über das Buch Atlantis und die Rassen bekannt, die Verbindungen zwischen Nationalsozialismus und Antroposophie bzw Theosophie sind bekannt. Sehr gut werden die Inhalte des Büchleins, in dessen Genuss wohl auch Ganser und Jebsen gekommen sind, hier beschrieben. Die ganze Veranstaltung soll „im Rahmen von Steiner“ laufen, wie Jebsen während der Märchenstunde dem gut zahlenden Publikum erläutert. Ein anderer Referent, Elias Davidsson, vertritt die kranke und menschenverachtende These, dass es keine Anschläge durch Islamisten auf der ganzen Welt gegeben habe – alles sei inszeniert, auch der Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Einen guten Artikel zu der Veranstaltung gab es in der Jungle World und im Tagenanzeiger.

ganser narzisse.gif

„Wir müssen Hitler annehmen, um von ihm frei zu werden“

In wenigen Wochen gibt es, neben der Stop-Ramstein-Wichtelei, eine Veranstaltung besonderer Art, die für Sektenforscher interessant sein dürfte: Daniele Ganser, vor ein paar Wochen erschien auch ein mit ihm geführtes Interview in der rechtsradikalen Postille „Blaue Narzisse“, tritt neben Jebsen auch mit dem verqueren Familienaufsteller Franz Ruppert auf, der gewiss ein paar Lines vom guten Steinergeist zuviel nahm. Er steht für eine widerliche und kritisierte Ausformung von Familienaufstellungen, die immer wieder Menschen psychisch zugrunde richtet. Wie auch der „Friedensforscher“ Ganser, tritt Ruppert gewohnheitsmäßig mit seinen happeningmäßigen Aufstellungen vor großem Publikum auf, ganz so wie es seriös arbeitende Therapeuten machen. Daniele Ganser ist der Veranstalter dieses Events, bei dem seine Fans dann auch gleich ihren Frieden mit HItler schließen können.

Ruppert vertritt aubzulehnende Einstellungen, ähnlich solchen, die neben vielen anderen Esoterikern zum Beispiel auch von der Christlichen Wissenschaft vertreten werden: „Jede Krankheit hat eine seelische Ursache„. Franz Ruppert setzte sich für seinen ebenfalls schaustellernden Familienaufsteller-Kollegen Bert Hellinger ein und bezieht sich in seinen Ausführungen auf ihn. Nach Bert Helligers Aufstellungen und dem Einflößen von Schuld hatten sich auch durch die Aufstellung traumatisierte Menschen schon umgebracht. Texte von Franz Ruppert werden auch bei Rubikon veröffentlicht – bei Rubikon sitzt Daniele Ganer im Vorstand.

Ausführungen von Franz Ruppert sind teils NS-verharmlosend und stark täterentlastend, auch wird Täter-Opfer-Umkehr praktiziert. Der an der FH München lehrende Professor Klaus Weber äußert sich deutlich zu Ruppert, hier exemplarisch zu dem Buch Verwirrte Seelen:

„Ruppert widmet in seinem Buch Adolf Hitler und der Erklärung dessen persönlichen Schicksals mehr als 30 Seiten. Eingebettet ist diese Psychologisierung und Individualisierung des deutschen Faschismus in verharmlosende und die Deutschen entschuldende Floskeln zur Nazi-Zeit. So reiht Ruppert umstandslos unter diejenigen, die durch „das menschenverachtende Regime Hitlers und seiner Helfershelfer“ (252) verwirrt wurden, „Täter- wie Opferfamilien, in denen wir die Auswirkungen der schrecklichen Vergangenheit an den Verwirrtheitssymptomen der später Geborenen ablesen können“(…)Was Hellinger wie Ruppert in ihren Ausführungen zum deutschen Faschismus und bei ihrer Darstellung der jüdischen Opfer betreiben, ist das, was als Missbrauch der Opfer bezeichnet werden kann.(…)Rücksichtslos und sie auf eine Stufe mit den Tätern stellend beutet Ruppert die Erfahrungen von Juden dafür aus, um seine Theorien der familiär bedingten Traumatisierungen sowie der Ordnungssysteme, deren Verlassen psychisch krank mache, zu stützen.Mit der Objektivierung und Funktionalisierung der Opfer- Erfahrungen für die eigene Theorie und damit ihrem Missbrauch korrespondiert die permanente Entlastung der deutschen Täter. Fast durchweg schreibt Ruppert, wenn er den deutschen Faschismus thematisiert, über den „Zweiten Weltkrieg“ (252) bzw. über „Kriegssituationen“ (172). Damit liegt nahe, dass er in einem nächsten Schritt die Soldaten und deren Leiden besonders hervorhebt: „Kriegsfolgen sind die schwersten Traumafolgen. Selbst die Gruppe der Kriegsgewinner zahlt einen horrenden Preis an körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Schäden“ (ebd.). Nicht nur, dass Ruppert über die Kategorie des Leids und der seelischen Verletzungen Opfer- und Täterhandlungen auf eine Stufe stellt. Darüber hinaus „vergisst“ er über seine Thematisierung des Kriegs diejenigen, die gar nicht im Kriegszustand mit dem Deutschen Reich standen: die Juden. Das von ihnen Erlittene, das in kohärenter Sprache kaum zu fassen ist, weil die Erlebnisse selbst keine Kohärenz aufweisen, wird von Ruppert schlicht und einfach übergangen. Diesem „Vergessen“ der Überlebenden-Erfahrungen steht die Behauptung gegenüber, die deutschen Täter hätten schlimmeres erlebt als die Juden: die schwersten Traumafolgen.“(…)Ein weiterer Skandal ist es, dass Ruppert sich nicht scheut, historisch komplexe Zusammenhänge mit seinem Familienbindungsmodell erklären zu wollen. So stellt er Adolf Hitler als eine Person dar, dessen „menschliche Seele zerbrochen“ sei und der auch wegen seiner Familiengeschichte ein „emotional völlig gestörter Außenseiter und Sonderling“ gewesen sei. In seinem aktuellen Seminar an der Katholischen Stiftungsfachhochschule beschäftigt sich Ruppert mit Hitlers „Gefühlen“ und behauptet in seinem Vorlesungsskript, wir müssten „Hitler annehmen, um von ihm frei zu werden“. Sowohl diese Art psychologisierender und pathologisierender Erklärung eines komplexen historischen Phänomens als auch die Propagierung reaktionärer Ordnungsfeststellungen als Grundlage gesunder Bindungen zwischen Menschen zeigen, dass Ruppert eins vor allem nicht am Herzen liegt: Verständnis für Menschen, die Probleme in und mit ihrem Leben in dieser Gesellschaft haben. (Klaus Weber)

Professor Klaus Weber wurde übrigens für seine deutliche Analyse von Ruppert verklagt – und gewann. In einem hörenswerten Vortrag zu Reaktionärer Esoterik, in dem auch Rudolf Steiners Antroposophie behandelt wird, äußert sich die Referentin Claudia Barth auch zu Franz Ruppert.

Das problematische Vorbild von Franz Ruppert, Bert Hellinger, soll seine Aufstellungen vor Publikum von circa 50 Personen dargeboten haben. Franz Ruppert zieht seine Shows bislang mit 50 Teilnehmern durch- es ist wohl damit zu rechnen, dass er durch die Zusammenarbeit mit Jebsen und Ganser nun auch vor größerem Publikum seine Scharlatanerieaufführen kann. Ruppert doziert an der Katholischen Stiftungshochschule München, dort hat man wohl Verständnis für seine abzulehnenden Äußerungen – ob dort auch Ganser unterkommen kann?

Der Führer schenkt den Klonen eine Stadt

Ein Bild, das mehr als tausend Worte spricht. So stehen sie im Untergang: Uniform, weißgewaschen, Zucht und Ordnung (völkische), angepasst. Und auch ein kleines Kind dabei – jauchzend in der ersten Reihe. Fixiert?

Gescheitelte Jugend, gescheitelter, gescheiterter Moderator.

Sind’s Waldgeister, die da bei Jebsen stehen?

Hat Wimmer einen Schatten?

Compact bei den Neulandrebellen

Jörg Wellbrock – er ist Vertoner bei den Nachdenkseiten, wo Erwachsene Journalist spielen, und Autor bei den Neulandrebellen (der Spiegelfechter heißt jetzt Neulandrebellen), hat eine grottendämliche Apologie auf Xavier Naidoo geschrieben. Er lobt Naidoo für seine tollen Texte, diese seien nämlich widerständig und kritisch, und die seichte Musik findet Wellbrock super. Im Abgang setzt er die mehr als problematischen Zeilen, welche sogar bei youtube Sperrung finden, stolz unter den Text. Dies alles nicht, ohne als, sozusagen, Beweis seiner offenbaren Totalverblödung, noch einen Vergleich mit TonSteineScherben bringend, die ja im Jahr 2017 bestimmt auch der Kampfpresse zum Opfer fallen würden.

Sie würden wohl eher den antisemitisch-rassistischen Wichteln Paroli geben.

Man kann seinen Text aber auch komplett anders interpretieren und als einen kritischen Ansatz deuten, denn vieles von dem, was er singt, ist durchaus stimmig.

Wellbrock, der die unsäglichen Artikel der Nachdenkseiten vertont, ist mit seiner manichäischen Weltsicht eben ganz nah bei Jürgen Elsässer, nah beim greisen Vorgesetzten Albrecht Müller ist er sowieso. Und in einer Parallelwelt, in der die bösen Transatlantikerin rund um PizzaGate die Macht übernehmen und einzig der Bauernfreund von Tatjana Festerling mit seiner Forke helfen kann, neben dem fundamentalverstörten Idol Naidoo natürlich. Angekommen im Pegida-Basislager. Und so apostrophiert er denn auch , als er die Berichterstattung über Naidoo beschreiben will, das Wort Berichterstattung.

Und, hey, sind wir mal ehrlich: Marionetten lassen sich im ganzen Land finden, wir sind nun einmal gesteuert (ich hab‘ das böse Wort benutzt!) und werden geführt, ob von dunklen Mächten oder hellen Köpfen, sei mal dahingestellt.

Soso, alle seien wir also gesteuert, von dunklen oder hellen Mächten.; alles nur ohnmächtige Marionetten. Das Bild, welches er mit dem Tapezierpinsel malt, ist das einer guten oder bösen Mächten willfährig ausgelieferten Bevölkerung, die Basis so ziemlich jeder Verschwörungsideologie.Anonymous.ru gefällt das. Frodo Wellbrock wähnt sich, wie auch seine Querfrontkollegen, augenscheinlich
nicht nur auf einer hellen Seite, zusammen mit den anderen Hobbits der NDS etc. fühlt er sich im Kampf gegen Mordor und pädophile Pizzaconnections; als Strohmann beschreibt -und glaubt er- an einen Kampf um Gerechtigkeit, in dem es nur gut und böse gibt. Das Idol: Ein bißchen homophober Hobbit, ein wenig antisemitischer Jedi – zum Glück aber ein Rassist ohne Ansehen der Hautfarbe.

Dem angestaubten Spiegelfechter-/Neulandrebellenpublikum gefällts – und so wird in den Kommentaren mal wieder die protoantisemitische Denkweise ausgestellt,

Nichts neues in der Kloake…

Anmerkung: Der von Naidoo zur Kennzeichnung sämtlicher Politiker verwendete Begriff Volksverräter erlebte seine Prägung zu Anfang des 19. Jahrhunderts und die später massenhafte Verwendung im Nationalsozialismus. In der NS-Zeit würde am deutschen Volksgerichtshof falsches Recht gesprochen und der Begriff zur Stigmatisierung vom tatsächlichen oder nachgesagten Feinden des NS verwendet.

Albrecht Müller: Verschwörungsideologisches Mimimi und NS-Verharmlosung zu Pulse of Europe

Das durch die verwendete Sprache letztendliche Herunterspielen eines Vorgangs, der ein großes Menschheitsverbrechen einleitete, kann nur als widerwärtig bezeichnet werden.

Solche, deren Engagement es neben vielen anderen zunächst ist Zustimmung zu dem bestehenden Europa, neben all seiner Verbesserungswürdigkeit, zum Ausdruck zu bringen, die wegen immer deutlich spürbareren antidemokratischen Impulsen aktiv werden – und sei es nur, indem sie sich öffentlich aussprechen, werden vom greisen großen Vorsitzenden der Nachdenkseiten beleidigt. Mit einem nicht nur dümmlichen, sondern vor allem geschichtsvergessenen Vergleich zieht Albrecht Müller erneut, das Aluminium knistert, alle Register – und schwadroniert mal wieder von Gleichschaltung.

Anlass für diesen neuerlichen Ausfall ist Pulse of Europe – diese Demonstrationen lassen Müllers Galle schießen (er bezeichnet sie als PR-NGO). Denn solche, die Pulse of Europe unterstützen, seien -er benennt persönlich den Leipziger Pfarrer Michael Wolff, über dessen Rede er sich aufregt- „entweder gedankenlos, oder eingebunden“. Ein ganz banaler Indikator ist für die natürlich nie und nimmer in offenbar antisemitischen Strukturen denkende Spürnase, dass Michael Wolff nicht die Nachdenkseiten lese – Motiv der Unterstellung ist also Narzismus.

„Auch versteht er offensichtlich nichts von Ökonomie und er hört offenbar auch nicht zu, wenn andere sachverständig analysieren – etwa auf den NachDenkSeiten oder bei Makroskop.“

Müller kann nicht verknusen, dass Menschen für andere Ziele als das seine, welches sich mit „Eurasischer Union“ beschreiben lässt, sich engagieren. Diesen unterstellt er nicht nur Gedankenlosigkeit – nein, bei Müller sind sie alle vom Feind gekauft.  Er und seine Leserschaft, deren Mails er bei Gefallen oder Nichtgefallen, gönnerhaft großkotzig oder angegriffen und spinnert, veröffentlicht, sehen in einem der Initiatoren von Pulse of Europe nämlich eine „neoliberale Heuschrecke“ der es um „Kundenaqkuise“ gehe.

Seine wirren Gedanken sind mal wieder, ganz Kremlin, eingebettet in Apologien auf Putin. Der arme Putin nämlich würde quasi neben Trump und Erdogan gestellt- obwohl er doch einen Heiligenschein verdiene. Dass Putin, Erdogan und Trump als äussere Bedrohung der EU von verschiedenen Privatleuten in einer Reihe genannt werden – dies ist für Müller ein ebenso Zeichen für Gleichschaltung, wie die Rede bei Pukse of Europe, welche ein eipziger Pfarrer hielt. Widerlich, wie Müller agiert, zieht er zur Verteidigung seines Lieblingsautokraten Putin einmal wieder einem Begriff heran, der pikanterweise tatsächlich für das Subjekt des Verteidigungsgeblubbers genutzt werden kann. In Russland, wo Journalisten eingeschüchtert und umgebracht werden kann von solchen Prozessen gesprochen werden.

In Deutschland aber sitzt Michi Müller, verbreitet verschwörungsideologischen Irrsinn und hetzt gegen alles, was er als Elite oder mit ihr verbandelt empfindet und sammelt Spendenfett, während er das Wort für Diktatoren und Autokraten erhebt. Müller darf frei schreiben. Seine Mitarbeiter dürfen schreiben, sie dürfen ihre verschwörungsideologischen Büchlein veröffentlichen und diese auch bewerben. Unsere verbeserungswürdige Demokratie gibt ihnen, die sich als ihre Gegner geben, die Möglichkeit, sich ideologisch und ökonomisch auszutoben. Sie dürfen ihre Widerlichkeiten ins Netz schreiben – ohne eine Verhaftung und schlimmeres zu befürchten. Gleichwohl verkennen sie, dass Menschen in Syrien und Russland dies nicht können, den Irak und das Lybien der Vergangenheit verklären sie zu demokratischen Wohlfahrtsstaaten.  Während sie die Strukturen, die ihnen das Rederecht gewährleisten, attackieren, sich hierbei lustigerweise trotzdem als Opfer geben und was von McCarthy raunen.

Müller verwendet nicht einfach nur einen Begriff fehl – Müller stilisiert sich und seine Durchlaucht Putin zum Opfer – und scheißt im Gegenzug auf die Opfer des NS, zuvorderst Juden. Müller verharmlost so letztendlich ein Menschheitsverbrechen – und dies scheinbar zuvörderst aus narzisstischen Motiven.

Das Wort entstand 1933, als der Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens in der Machteroberungsphase in Deutschland eingeleitet wurde.

Es „bedeutete Gleichschaltung im Wesentlichen dreierlei: Beseitigung demokratischer Strukturen zugunsten des ‚Führerprinzips‘, Implementierung antisemitischer Grundsätze, indem Juden aus leitenden Positionen entfernt oder gänzlich aus der Organisation verstoßen wurden, sowie ein vollständiger oder partieller Führungswechsel zugunsten von Anhängern des neuen Regimes.“[1] Entweder erfolgte die Gleichschaltung auf Anweisung oder in vorauseilendem Gehorsam (sogenannte Selbstgleichschaltung, z. B. Deutscher Hochschulverband, Deutscher Richterbund). Andere Verbände und Organisationen reagierten auf den Druck mit der ersatzlosen Selbstauflösung und Beendigung ihrer Tätigkeit.“ (Wikipedia)

Gleichschaltung war eine Vorstufe für den völkischen, deutschen Massenmord. Wer beständig mediale Vorgänge oder Äußerungen als von einer Gleichschaltung beeinflusst bezeichnet, der macht die NS-Verbrechen sprachlich klein. Doch auch gegen die Quelle, aus welcher die Information entnommen ist, haben Müller und seine Mitstreiter ideologische Einwände: Sie verurteilen Wikipedia als Quelle – sehen sie doch schon in Wikipedia, ganz verschwörungsideologisch wie sie sind, den Versuch illegitimer Beeinflussung – die natürlich, man könnte drauf kommen, unter anderem von halluzinierten ‚Antideutschen‘ ausginge. So wird auch die Wikipedia von ihnen als von feindlichen, im Ursprung nicht autochthonen Kräften zersetzt bezeichnet.

Müllers zusammenhanglose Tiraden -ein Zusammenhang ist wohl nur für Beobachter des Psychogramms in Textform, welches die Nachdenkseiten darstellen, und für die Fans ersichtlich- sind ganz offensichtlich von Narzismus getrieben. Sie stellen gutes Material für eine tiefenpsychologische Analyse dar. Eine ernsthafte Auseinandersetzung darf nicht ausbleiben bei der offenbarten vugaristischen, antisemitisch grundierten Denke, welche sich bei seinen Nachdenkseiten und den über Verlinkung Verbandelten beständig äußert;  von der Kommentarspalte des Facebookauftritts abgesehen.

Beispielhaft sei eine Artikelüberschrift gegeben: „Eine fremdbestimmte Partei wählt ihr fremdbestimmtes Spitzenpersonal. Und unsere Medien sind ohne kritischen Biss. Özdemir gehört zu den Atlantikern. Also halten wir den Mund.“ Alles ist enthalten – es werden äußere Bedrohungen konstruiert, die als feindlich verstandenen USA hättten angeblich Einfluss auf eine deutsche Partei, insinuiert Müller. Die Tradition, in welcher er sich hier bewegt, allerdings zu nennen: dies würde Müller widerrum als Angriff werten und hierbei wahrscheinlich von Instrumentalisierung sprechen, davon, dass die deutsche Geschichte für Angriffe gegen eine Gegenöffentlichkeit missbraucht würde. Müller bewegt sich, wenn er von Fremdbestimmung räsoniert, sprachlich in einer Linie mit Nazis – mit den historischen und den Neuen; und dies machen einige seiner Mitstreiter auch abseits von der sprachlichen Ebene, sehr aktiv. Die Angst vor Fremdbestimmung wurde erfolgreich instrumentalisiert – auch Müller spielt mit ihr.

Positive Aufmerksamkeit, welche Müller einfordert, kann er von dem Querfrontpublikum  erwarten, welches beständig erweitert wird; auch ins rechtsextreme Publlikum hinein.

Solche, die ihm negative Aufmerksamkeit zollen aber, welche Müller durchaus erregt, solche widerrum werden von ihm ebenfalls begrifflich als gleichgeschaltet belegt.

(Das Beitragsbild entstammt der Wikipedia)


Chronologie: Müller und die Gleichschaltung

Müller verwendet immer wieder den Begriff Gleichschaltung, dies macht er schon seit Jahren. 2011 zum Beispiel donnerte er „Der Antisemitismus-Vorwurf wird zur friedens- und gesellschaftspolitischen Gleichschaltung der Linken benutzt“ (ein Beispiel für sekundären Antisemitismus von links) und sah „Beispiele für die weit gehende Gleichschaltung vieler Medien auf der Linie von Merkel und Co.„. Im Jahr 2014 dann behauptete Müller, dass „Die US-nah organisierte Gleichschaltung wichtiger Leitmedien (Teil II zur Putin- Rede, Ukraine, etc.)“ existiere.

 

 

 

Es wird angerichtet: Hühnerbrust an Gewimmer von Migrationswaffen

Da ist diese Vulgärseite namens Nachdenkseiten. Sie wollen ‚links‘ sein. Sie boten und bieten so ziemlich jedem querfrontigen Ansatz eine Bühne – und von Lügenpresse wird allein aus Gründen vorgeblicher PC nicht gesprochen. Dort findet jemand freudige Erwähnung und wird publiziert, der munter gegen ‚Migrationswaffen‘ („Europa und Deutschland gegen „Migrationswaffe“ machtlos?„) hetzt oder mit solchen, die hobbymäßig gegen ‚Frühsexualisierung‘ wettern, das gleiche Mikrofon benutzt. Wie Superkremlin Willy Wimmer, der Pegida progressiv findet und ausgiebig seinem wahnhaften Antisemitismus frönt. Willy Wimmer darf bei den Nachdenkseiten auch Viktor Orban über den Klee loben. In Bautzen verteidigt er die armen Freitaler Nazis, die doch glatt vom bösen SEK überfallen wurden. Den ‚Linken‘ von den Nachdenkseiten und ihrem offenbar senilen Obervorsitzenden ist es schnuppe, ob, wo und wie Pegida-Willy spricht.

Dann gibt da diesen weinerlichen, unfreiwilligen Nazi-Hanswurst namens Hagen Grell aus der tiefbraunen, dunkeldeutschen Provinz, der wegen der Klicks von rassistischen Pegida-Affen als Neonaziyoutuber Bezeichnung finden  kann. Ein aluhuttragender, pseudopatriotischer ‚Männerrechtler‘, der seine offensichtlichen Komplexe abarbeitet. Er ist vielleicht dem einen oder anderen bekannt, weil von ihm (unter anderem) das lustige Video existiert, in welchem er ‚deutsche Männer‘ dazu aufruft, ‚ihre‘ Frauen zu verteidigen – das ganze im Feinripp-Unterhemd vor einem Alibert gefilmt.

Und dann – dann steht da dieser Auftritt an, bei dem der Feinripp-Hanswurst und Willy Wimmer zusammen aufreten. Selbstverständlich werden die Hoschis von den Nachdenkseiten in Zukunft weiterhin was von McCarthy und Zensur blubbern – und sich ansonsten über die Reichweite der NDS hinein ins rechtsextreme Milieu freuen. Vielleicht macht Hagen Grell mit seinen Kameraden ja auch bei Stopp Ramstein mit (über Nazis hat man sich dort stets gefreut) – vielleicht findet der Nachdenkseitenmitarbeiter  Jörg Wellbrock aber auch zusätzliches Einkommen durch das Vertonen patriotischer Hörbucheditionen? Seien wir gespannt – bei den Nachdenkseiten weiß man dann, wie immer, von nichts.

Wimmer Grell.png